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Jo Jastram – man stößt auf viele Spuren von ihm


Erinnerungen an Jo Jastram

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Als Rostocker Jung bin ich früh mit der Kunst von Jo Jastram in Berührung bekommen. Ich habe im Brunnen „Menschen am Wasser“ in der Langen Straße in heißen Sommern gebadet.

Brunnen der Lebensfreude eine Entdeckertour (c) Frank Koebsch (2)

Brunnen der Lebensfreude eine Entdeckertour (c) Frank Koebsch (2)

Später habe ich überall Spuren von Jo Jastram entdeckt und gesucht. Unsere Kinder, wir, viele Rostocker und Gäste geniesen es am Brunnen der Lebensfreude zu sitzen, den Jo Jastram und Reinhard Dietrich gestaltet haben. Aber auch die vielen anderen Skulpturen und Plastiken in Kühlungsborbn, Ribnitz, in Rostock und …. faszinieren uns immer wieder.

Als wir Anfang Januar vom Tod von Jo Jastram erfahren haben, waren wir traurig…. Ich habe lange gezögert, ob ich in meinem Blog zum Ableben von Jo Jastram etwas schreiben soll. Nun am Wochenende waren wir in der Kunsthalle, um die Ausstellung Rostock KREATIV zu besuchen. Und da war wieder ein Teil der Spuren, die Jo Jastram hinlassen hat. Die Kunsthalle Rostock zeigt im Innenhof eine Gedenkausstellung für Jo Jastram

Wir haben Jo und Inge Jastram persönlich kennen gelernt, als wir 2001  im Dorfgemeinschaftshaus unserer Gemeinde Sanitz eine Ausstellung von Hobbykünstlern der Umgebung vorbereiteten. Als Hobbykünstler durften wir unsere Ausstellung parallel zu einer Ausstellung von Inge Jastram zeigen. Inge Jastram stellte einen Teil ihren Drucke aus dem Zyklus Zirkus vor und gab am selben Abend allen Kunstinteressierten eine Einführung in den Bereich Druck. Während die Ausstellungen aufgebaut wurden, schaute sich Jo Jastram um und wir kamen mit ihm in Gespräch… Als wir das Ehepaar Jastram erlebt und ein wenig kennen gelernt haben, schaute und hörte man noch intensiver hin und freute sich über jedes Wiedersehen mit den Werken und den Menschen… Nun bleiben nur noch seine Plastiken – ein wunderbares Vermächtnis, dass von der Lebensfreude  und dem Interesse von Jo Jastram am Leben berichtet. In der Kunsthalle wird  Jo Jastram wie folgt zitiert

Eingeflochten sind wir alle …


Eingeflochten sind wir alle – ob Künstler oder nicht – in den  Menschenstrom,  der sich durch die Zeit müht und freut.

Durchgangselement vielleicht nur – weiterführend, wenn es gut geht, aufhebend im doppelten Sinne des Wortes – gebunden in die historisch konkreten Umständen unseres Aufenthaltes hier.

Diese Umstände sehe und erlebe ich – aus ihnen schließe ich, das ist meine Grenze.

Natur gehört dazu, Gebautes, Gedachtes, Erfundenes – auch Kunst.

Ich habe eigentlich nur weitermachen können, was mich über das Auge oder die Hand erreicht hat.

Übergreifendes ist entstanden aus dem, was sich hinter dem Auge versammelt hat, Erfahrungen und Begriffenes, Geliebtes oder Hassenswertes.

Auch Vorbilder spielen eine Rolle , das waren immer Künstler, deren Gegenstände mich als Mitteilung zutiefst betroffen machten.

Der Meister der Bernwardstür, der Naumburger, die Italiener vor allem: Marini, Manolo, Manzu. Früher auch Barlach – heute mehr Giacometti. Dass die Gestalt sich aus dem sie umgebenden und ihn bestimmenden und ihn bewegenden Raum erklärt, habe ich relativ spät begriffen – heute weiß ich das besser.

Ich glaube auch, dass die Art mediterraner Spaßes unserer Kunstarbeit oft fehlt. Neben der Bedenklichkeit auch Freundlichkeit – zumal im urbanen Raum – zu erreichen, habe ich immer wieder versucht, und dabei gelernt, wie schwer gerade das ist.

Jo Jastram

Kneese am 08.02.1988

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  1. 31. Januar 2011 um 21:40 | #1

    Schöner Artikel. Auch wenn nicht jedem der Name Jo Jastram etwas sagt, ganz Rostock kennt seine Brunnen und eine Abkühlung darin war für uns als Kinder ein Muss. Er hat definitiv etwas hinterlassen.

    • 1. Februar 2011 um 03:04 | #2

      Hallo Frank – Danke.
      Kennst Du noch die Geschichte, als Bundeskanzler Gerhard Schröder Jo Jastram zu seinem siebzigsten Geburtstag ins Bundeskanzleramt eingeladen hat? Fazit der Geschichte ist, nicht Jo Jastram fuhr nach Berlin sondern Gerald Schröder kam nach Kneese ins Atelier ;-) Das war Jo Jastram, einfach, ehrlich, gradlinig…
      DPA und DPP schreiben in ihren Nachrufen „Jastram gehörte zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern seiner Generation.“ Für einen Künstler eine bedeutende Aussage.

      Beste Grüße von der Ostsee – FRank

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