Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr – von Frank Koebsch

Meine Aquarelle und Fotos entstehen meist im Mecklenburg Vorpommern. Ich brauche für meine Malerei, meine Bilder die Weite des Landes und den Wind von der Ostsee. Beruflich bin ich nach Berlin, Bremen, Frankfurt / Main, Hamburg, Hannover, Luzern gependelt, aber unser Lebensmittelpunkt ist in der Nähe von Rostock, in Sanitz ;-)


Als ich in der Palette & Zeichenstift., Ausgabe 4 /2009 Nr. 84, S. 22 – 27 den Artikel „Im Rausch der Farbe – der Zauber der Impressionisten“ von Gabriela Ehrhardt-Böhmer gelesen habe, musste ich an mein erstes Kreativtraining zum Ende meiner Studienzeit denken. Das meine Gedanke anschweifen, liegt nicht daran, dass der Artikel von Frau Böhmer schlecht ist oder ich die Impressionisten nicht mag. Nein im Gegenteil, der Artikel ist eine willkommene Auffrischung meines Wissens und die Bilder von Paul Gauguin und Vincent van Gogh sind schon klasse.

Im besagten Kreativtraining vor über … Jahren gab es eine Session von ca. 17.00 Uhr bis Stunden nach Mitternacht, an die ich mich recht gut erinnere. Ein Medizin Prof. (der Name ist mir leider im Laufe der Zeit abhanden gekommen), Mitglied einer Erfindergemeinschaft aus Mediziner, Mathematikern, Theoretikern, Praktikern, Technikern, Künstlern,…. die 100te Patente entwickelt hatten von Werkstoffen für künstliche Venen bis zu Schweinewagen, versuchte uns nahe zu bringen, wie man kreativ arbeiten kann. Ich kann mich heute noch an zig-Dinge und Episoden aus dieser Session erinnern. Immer wenn wir in unserer Konzentration nach ließen, weckte und fesselte uns der Prof. mit einer lustigen Anekdote über die Geschichte einer Erfindung oder über die Kreativität von berühmten Menschen. Eine der Fragen von ihm war: Was haben Schiller und Gauguin gemeinsam? Ein ehrwürdigen Dichter aus Weimar und ein Maler, den ich von seinen farbenfrohen Südseebildern kannte? Klar hatte keiner von uns eine Lösung. Er legte uns einen Schädel und ein Stück einer Wirbelsäule auf den Tisch und bekann zu erzählen… Jeder hatte schon mal die Geschichte von Schiller und dem Apfel gehört. An dem Schädel erklärte er uns was passiert, wenn die Geruchsstoffe des fauligen Apfel über die Nervenbahnen welche Hirnzentren stimulierten und wie dieses Schiller inspirierte. O.k. Doch was war es bei Gauguin? Er hatte Syphilis. Seine kreativste Zeit Gauguin stimmte aus medizinischer Sicht, genau mit der Phase der Syphilis über ein, wo die Krankheit für eine ständige Stimulanz des Gehirn sorgte. Die Krankheitserreger zersetzen das Rückenmark und als Stoff bei diesem Prozess entsteht etwas, was vergleichbar ist mit einem körpereigenen Teein oder Koffein. Dann ratterte er noch eine Liste von berühmten Menschen mit der gleichen Krankheit herunter, nannte Jahreszahlen für den Erfolg und die Krankheit der Menschen. Klar waren wir als junge Leute bei solchen Geschichten wieder wach und er hatte uns wieder einen Schritt weiter gebracht. Kreativität ist nicht nur Talent, Techniken, Genie oder oder…… sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, einer besonderen Stimmung oder Situation. Damit wir dieses verinnerlichten, setze er mit der nächsten Geschichte nach. Er hielt uns am Denken, in dem er uns einlud, dass wir uns in folgende Situation herein versetzen. Stellen Sie sich vor, unser Team der Erfindern trifft sich 3 bis 4 Mal im Jahr feiert das erreichte und berichtet über Probleme, die es zu lösen galt. Alle saßen in guter Laune bei Sonnenuntergang auf einer Terrasse an der Ostsee. Bier und Wein trugen für eine ausgelassene Stimmung bei. Am Strand gingen junge Leute nackt baden. Dann mit einem Mal lachte ein junger Physiker auf und sagte er habe die Lösung für eines unserer Aufgabenstellungen, das Wiegen von Schweinen. Was haben nun die Ostsee, das Baden und das Schweinewiegen gemeinsam? Der junge Physiker wurde von allen Seiten bedrängt, seine Lösung zu nennen. Doch er zierte sich doch in der Gegenwart seiner Kolleginnen…

Doch zuvor zu der Frage: Welche Herausforderungen gibt es beim Wiegen von Schweinen? Ein Viehgroßhändler kauft große Mengen von Schweinen auf, dann werden die zig Schweine, die zum Verkauft stehen, in kürzester Zeit über die Waage des Verkäufers und eine Rampe auf die LKW´s getrieben. Der Käufer hat jeder Zeit das Recht, die Waage zu überprüfen. Dazu wird dann, nach dem das x´te Schwein gewogen wurde, ein Eichgewicht verwendet. Nun jedes Federmasse System braucht seine Zeit bis zu mehreren Minuten, um in die Ausgangstellung zu gehen. So lange wartet aber keiner im Verkaufsprozess, man gibt sich keine zwei Minuten für die ganze Prozedur. Wenn eine der damals gängigen Waage aber nicht in die Ausgangstellung war, hätte dieses zur Folge, dass die Waage beim Eichgewicht zu viel anzeigt. Pro Schwein ca. 250 g ! Damit der Käufer dem Verkäufer keine Manipulation unterstellt, verzichtet der Verkäufer schweren Herzens auf diese 250 g. Großbetriebe verkaufen tausende Schweine und x.000 mal 250 g sind ein großer Verlust für die harte Arbeit der Viehzüchter. Also wurde eine Waage mit der Fähigkeit gesucht, so schnell wie möglich wieder in die Ausgangslage zu gehen.

Zurück zu unserem jungen Physiker. Nach ein paar weiteren Gläsern Weißwein, war es dann so weit. Er erzählte in fröhlichster Weinlaune und mit aufsteigender Gesichtsröte, mit viel Beifall und Hallo, seinen Einfall: „Meine Damen und Herren stellen sie sich vor, ein Mädchen im Alter von 13 / 14 Jahren steigt ins kalte Ostseewasser. Was passiert mit ihrer Brüsten? Sie werden straff und die Nippel richten sich auf. Wenn Ihr Freund im Wasser mit en Brüsten spielt und die Nippel liebkost, sie drückt, werden Sie sich immer wieder sofort aufrichten. Warum bauen wir nicht so unsere Schweinewaage….“. Klar dieses wurde im ersten Moment als Weinlaune abgetan. Aber die Erfindergemeinschaft war genau auf solche Ideen scharf, spontan,  scheinbar zusammenhangslos, scheinbar irrwitzig… Mehrere Wochen später, begannen die Physiker und ein Mediziner zu überlegen, warum sich die Brüste junger Mädchen zu verhalten und nach mehreren Monaten gab es die nächsten Patente und den Prototypen einer Waage, deren Platte für die zu wiegenden Produkte auf einem „Hügel“ aus Gummiwaben mit Dehnmessstreifen ruhte. Dieser Hügel war in Form und Struktur der jugendlichen straffen Brust nachempfunden. Die Verluste pro Schwein wurden unter 100 g für den Verkäufer gedrückt. Den Businesscase können wir uns sofort ausrechnen, wenn wir den aktuellen Preis Schwein kennen würde.

An diese Geschichten in der Erfinderschule muss ich unwillkürlich immer zurück denken, wenn es um das Thema Kreativität und Inspiration geht und dann sind die erfolgreichen Techniker und Künstler nicht weit. So manch ein Künstler stöhnt, dass er nicht malen kann, seine Kreativität abhanden gekommen sei und versucht es dann zu erzwingen. Wenn man weiß, dass Kreativität nicht nur Talent, Technik, Genie … ist, sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, dann nimmt man es leicht. Man lässt sich auf seine Welt mit ihren Stimmungen, Bildern in der Umgebung, neuen Erlebnisse, Gespräche mit anderen Menschen ein. Dann findet man auch eine interessante Bildidee…. Manchmal nicht gleich, aber immer öfter ;-)))

Mögen alle Fans von Schiller, Gaugin und auch Frau Ehrhardt-Böhmer mir über meinen Exkurs beim Thema Impressionismus zum Wiegen von Schweinen nicht böse sein. Aber das Thema Inspiration ist halt wichtig, denn es gehört zu van Gogh, Gauguin, Schiller, dem Schreiben von Artikeln für Zeitschriften (und Blogs ;-)).

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