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Besuch im Nordischen Aquarellmuseum in Skärhamn


Besuch im Nordischen Aquarellmuseum in Skärhamn

Wertschätzung für die Aquarellmalerei

 

Ich hatte immer wieder mal in der Vergangenheit über Besuche und die Zusammenarbeit mit Museen bei uns Mecklenburg Vorpommern berichtet, wie die Galerie Alte und Neue Meister in Schwerin, das Kulturhistorische Museum in Rostock, das Kunstmuseum Schwaan u.a. berichtet.  Wir verbinden wunderbare Erlebnisse mit den Besuchen in den Museen und habe durch die Besuche von Ausstellungen viel gelernt. Wenn wir reisen, dann nutzen wir immer wieder die Chance Galerien und Museen zu besuchen. Es ist schon interessant die Einrichtungen in Dublin, Kopenhagen, Liverpool, London, Malmö, Oslo, Seattle Vancouver, … mit unseren zu vergleichen. Nun da wir Aquarelle malen, haben wir sehr schnell die Erfahrung gemacht, dass in den USA, Kanada, Irland, Groß Britannien und Skandinavien Aquarelle ganz anders geschätzt werden. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentieren Aquarelle gemeinsam mit künstlerischen Zeichnungen, Gouachen, Radierungen, Lithographien, Kupferstiche, …   im Kupferstich Kabinett. Man findet in Dresden kein Aquarell in der „Galerie der Alten Meister“ oder der „ Galerie der Neuen Meister“. Selbst wenn man Literatur über einen Deutschen Altmeister des Aquarells Albrecht Dürer liest, findet man eine Trennung in Gemälde sowie Zeichnungen und Aquarelle. Viele werden fragen – Dürer und Aquarelle? Bitte denken Sie daran, dass der Feldhase, das Große Rasenstück u.a. Aquarelle sind. Aquarelle werden oft als flüchtige Darstellungen, als Skizzen und Vorarbeiten für andere Arbeiten eingeordnet und nicht als selbstständige Maltechnik. Nun wenn man sich z.B. mit Engländern über Malerei unterhält, so ist ganz klar, dass die Aquarelle von William Tuner zu den Gemälden und den  weltweit  zu den teuersten Arbeiten auf Papier gehören. So ist im englisch sprachigen Raum und Skandinavien selbst verständlich, dass alle Bilder unabhängig von den Maltechniken gezeigt werden. Die Schweden sind sogar noch einen Schritt weitergegangen und haben 70 km nördlich von Göteborg das

 

Nordische Aquarellmuseum in Skärhamn 

 

gebaut. Nach einem internationalen Architekten Wettbewerb wurde das Ausstellungsgebäude und einige separate Künstlerateliers in die Landschaft der Schären integriert. Das Nordiska Akvarellmuseet bietet neben Ausstellungen, Malkurse, Vorträge und ein umfangreiches Sommer-Kulturprogramm mit Konzerten, Tanz, Theater, Filmvorführungen, Lesungen, Workshops und vielem mehr.  Zu beachten ist, dass das Museum keine reine schwedische Einrichtung ist, sondern von einer Stiftung mit Vertretern aus fünf nordischen Ländern verwaltet wird. Ganz interessant ist auch die Aufgabe des Museums:

Das Ziel des Nordischen Aquarellmuseums ist es, die Aquarelltechnik aus heutiger Sicht und dem der zeitgenössischen Kunst zu studieren. Unsere Absicht ist es, die Diskussion über die Potenziale des Aquarells zu initiieren und ein Verständnis dafür zu verbreiten, wie Künstler heute und historisch Wasser und Pigment bei der Schaffung von Kunst verwendet haben. Bei dieser Aufgabe nähern wir Aquarell aus drei verschiedenen Perspektiven:

Mit diesem Konzept und einer jährlichen Besucherzahl von 150.000 wurde das Nordische Aquarellmuseum im Jahr 2010 sogar zum schwedischen Museum des Jahres ernannt. Hier wurden in den vergangenen Jahren schon Werke von Salvador Dali, Bill Viola, Louis Bourgeois, , Anders Zorn und Lars Lerin ausgestellt. Wir hatten Anfang Juli die Chance, dass Nordische Aquarell Museum zu besuchen. Hier ein paar Schnappschüssen von unserem Besuch. Bei den Bildern aus den Ausstellungen und der Sammlung des Museums kann ich leider nur eine Auswahl von Bilder zeigen, die das Museum als Creative Commons erkännande zur Verfügung stellt.

Wir waren von Konzept des Museums fasziniert. An ganz vielen Stellen wird den Besuchern immer wieder die Gelegenheit gegeben, sich Wissen anzueignen und sich selbst auszuprobieren. In der Zeit unseres Besuches konnten wir u.a. die Ausstellung

 

Eight artists – from the Museum Collection im Nordiska akvarellmuseet

 

mit Aquarellen von Solveig Aðalsteinsdottir, Mats Gustafson, Kati Immonen, Martin Jacobson, Michael Kvium, Lars Lerin, Julie Nord and Maria Nordin sehen.

Am meisten haben mich die Bilder Civilization von Lars Lerin, No Title (The Doll’s Carriage) von Julie Nord, Utsnitt av en observation av en plats von Maria Nordin, Sunlight, Brigde 2012 von Martin Jacobson und von Kati Immonen die Aquarelle aus der Serie Familyalbum in den Bann gezogen. Es ist schon spannend und interessant, wie die einzelnen Künstler ihre Werke mit Aquarell umsetzen.

Mein Tipp: wenn Sie eine Schwedenreise planen, besuchen Sie das Nordische Aquarell Museum und nehmen Sie nach dem Besuch der Ausstellungen die Zeit auch die Landschaft in der Umgebung zu erkunden. Vielleicht nutzen Sie ja auch die Chance und besuchen dort einen Workshop. Es lohnt sich. 😉

Mein Wunsch: Mehr Wertschätzung für das Aquarell in der Lehrmeinung der Kulturhistoriker Deutschlands. Nur dann werden auch mehr Aquarelle in den Galerien und Museen zu sehen sein. Es könnte helfen, sich die Frage zu stellen, warum in anderen Ländern in dem Aquarell mehr gesehen wird, als eine als flüchtige Darstellung, als Skizze und Vorarbeit für andere Arbeiten. 😉

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