Blogparade Teil 3: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

Handwerkliche Grundlagen und Mühen versus Talent 😉

Handwerkliche Grundlagen für abstrakte Kunst?

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Aus meiner Sicht ist diese Frage von Oliver Kohls eine vielschichtige Frage. Einmal kann man die Frage ableiten, ob für die Kunst eine Ausbildung überhaupt notwendig ist. Reicht nicht einfach Talent / Begabung? Oder wie Matin Mißfeldt mal die Frage gestellt hat: Ist Talent die Erklärung für künstlerische Qualität?

Ich kenne viele Menschen, die in etlichen Bereichen mehr Talent haben, als ich. Aber nicht immer sind diese Menschen besonders erfolgreicher. Warum? Es kommt wie immer im Leben darauf an, was man aus seinem Talent macht. Aber dieses hatte ich schon mal in meinen Artikeln mit der Frage: Braucht man beim Malen Talent??? versucht zu diskutieren und habe neben meiner Meinung,

  • Talent ist 90 % Transpiration und 10 Inspiration oder Begabung

Andreas Mattern und Georg Baselitz zu dieser Fragestellung bemüht.  In den Artikeln

finden sie die jeweiligen Aussagen. Es bleibt dabei Talent ist hilfreich, aber nicht in jedem Fall notwendig. Was bleibt sind die Mühen…. 😉

Zum zweiten kann sich fragen, was soll in der bildenden Kunst auf Blatt oder die Leinwand gebracht werden? Geht es darum seine innigsten Gefühle, seine Freude, seine Wut mit viel Temperament und noch mehr Farben auf dem Untergrund zu platzieren? Dann bedarf es keiner Regeln für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. Aber bewegt sich der Künstler im Bereich der realen Darstellungen wirken Bilder genau durch diesen Elemente. Soll ein gutes Bild kein Zufallstreffer bleiben, muss der Künstler wiederholbare Ergebnisse erzielen können, dann muss man wissen, wie es geht, dann muss man sein Handwerkszeug beherrschen.  Genau auf diesen Sachverhalt, zielte die erste Frage in unserer Aktion: 10 Fragen zur Kunst, von Andreas Mattern, Ist es in der Kunst notwendig, seriell zu arbeiten?

Ich kann für mich, die Frage von Oliver Kohls: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

mit einem großen „Ja“ beantworten. Ich bin der Meinung egal, wie weit ein Künstler seine Motive abstrahiert, Ausgangpunkt einer Abstraktion ist die Fähigkeit Motive real wahrzunehmen, abbilden zu können und dann entsprechend der gewünschten Aussage und Wirkung zu abstrahieren, zu verfremden. Deshalb mag ich vielleicht auch Picasso, Dali, Rauch, … und es liegt mir bei vielen totalen abstrakten Malen, die Frage auf der Zunge, ob sie auch zeichnen können, ob sie in der Lage sind, ob sie in Bezug auf Proportionen und Perspektive in der Lage sind, ihre Motive realistisch darzustellen, ob sie ihr Handwerkszeug beherrschen 😉

In diesem Zusammenhang möchte ich einen kleinen Einblick in meine handwerklichen Grundlagen geben. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich skizziere, zeichne… meist versuche ich mit der Kamera zu arbeiten. Aber um die Proportionen zu erfassen, ist es wichtig zu zeichnen, zu skizzieren. Zurzeit male ich Kranich Motive und ich habe z.B. in Vorbereitung des Aquarells Auf den Weg nach Rügen nicht nur die Miniatur Kranich im Flug gemalt, sondern auch Kraniche gezeichnet.

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Kranich Skizze (c) Frank Koebsch
Kranich Skizze (c) Frank Koebsch

Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch
Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch

Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch

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Egal wie abstrakt oder real ein Kranich Aquarell dann aussehen soll, ohne Handwerkliche Grundlagen für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. lassen sich keine wiederholbar guten Ergebnisse erzielen.
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Schauen Sie doch mal in die dritte Etappe unserer Blogparade. Es lohnt sich, denn am Sonntag wird Oliver ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und sein wunderbare Pastell verlosen.

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 Oliver Kohls „Harlingen“Pastell auf Sandpapier,ca. 40 x 30 cm, 2011

Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls
Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler
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Zeesen auf dem Saaler Bodden

Am Sonntag als die größte Hitze vorbei war, sind wir am späten Nachmittag nach Ahrenshoop gefahren. Wir haben auch gleich einen Parkplatz bekommen und sind los gelaufen, den Bernhard Seitz Weg – lang… Hier ist für uns Ahrenshoop noch am ursprünglichsten. Es gibt noch richtige Bauerngärten, kleine schiefe reedgedeckte Gebäude drängen sich zusammen, ein paar größere wunderbar renovierte Hallenhäuser stehen am Wegrand. Weiter ging es auf der Rückseite von Althagen zum Hafen. Es fuhren gerade zwei Zeesboote vom Saaler Bodden mit ihren roten Segeln ein.
Immer wieder ein wunderbarer Anblick… In dem Zusammenhang fiel mir mein altes Bild „Zeesbootregatta“ ein. Es passt in die Serie von Bildern, bei denen ich durch eine Vereinfachung der Formen das Motiv gestaltet habe. Deshalb möchte ich Ihnen dieses Bild auch an dieser Stelle vorstellen. Alljährlich gibt es zwei / drei Wochenenden an denen man die wunderbaren alten Boote mit Ihren typischen roten Segeln bei einer Regatta beobachten kann. Ein wunderbarer Anblick…. An so ein Motiv habe ich vor Jahren getraut. Es wurde das Titel Bild einer Ausstellung im Haus der Stadtwerke. Kaum war es in einem Artikel der OstseeZeitung abgebildet, war es verkauft. Was wünscht man sich als Maler mehr ;-))) ?

Die Fa. PLANET internet commerce GmbH hat dieses Bild in ihren PLANET-Kunstkalender 2006 aufgenommen.

Zeesbootregatta
Zeesbootregatta

Sehen Sie diese Art der Malerei als Möglichkeit an sich komplexeren Motiven zu nähern. Weitere Beispiele finden Sie in der Kategorie „Einfache Formen und Linien“.

Tessiner Abendlicht

Irgendwann war ich vor Jahren unterwegs und hatte eine besondere Lichtstimmung im kühlen Spätsommer per Foto eingefangen. Eine Wiese, ein Hang, oben Büsche und Bäume, die Sonne war am untergehen. Unten im Schatten zeigten sich violette, dunkle grüne und bläuliche Töne. Die Sonne färbte die „Spitzen“ der Büsche in rötliche überwiegend orange Töne und drang mit dem Restlicht durch die Baumkronen. Um das Motiv umzusetzen, wählte ich wieder eine Vereinfachung in geometrische Flächen, die ich entweder als Lasuren anlegte oder deckend, aber dann mit in sich verlaufenden Tönen. Durch das Spiel mit den Formen und den Lasuren konnte ich die diffuse Lichtstimmung in den dunkleren Bereich wunderbar darstellen. Die Formen der Flächen und die Farbwahl erlaubte es, die Wiese und den Hang aufzulösen und die leichten Unebenheiten darzustellen. Die oberen Bereiche der Büsche und Baume wurden transparenter dargestellt, da hier das Licht andere Effekte zauberte.

Wieder kein „typisches“ Aquarell für die Freunde der Nass in Nasstechnik und einer leichten durchscheinenden Malweise. Für mich ist dieses Bild aber eine gelungene und interessante Darstellung und eine weitere Antwort auf die Fragen,
Wie male ich ein Aquarell?
Wie male ich Bäume?

Denn hätte ich versucht das Klein Klein von Blättern, spezifischen Formen der Büsche und Bäume mit ihren Schatten darzustellen, wäre das Farbenspiel durch das diffuse Restlicht verloren gegangen. Was meinen Sie?

Tessiner.... Abendlicht 2
Tessiner.... Abendlicht 2

Sehen Sie diese Art der Malerei als Möglichkeit an sich komplexeren Motiven zu nähern. Weitere Beispiele finden Sie in der Kategorie „Einfache Formen und Linien“.

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Eine Zeese

Ausgehend von den Fragen, wie malt man ein Aquarell, Rosen und Bäume hatte ich Ihnen einige Bilder unter Rubrik „Einfache Formen uns Linien“ vorgestellt. In den letzen Tagen hatte ich die Geschichte erzählt, wie ich auf einer Malreise mit Renate Pfrommer Schwierigkeiten hatte die Motive auf Blatt zu bringen. Mein Ausweg war die Vereinfachung, die Abstraktion der Motive in ganz einfache geometrische Formen. So ist der vorgestellte Windflüchter entstanden und dieses Zeesboot. Mit ganz einfachen Formen und wenigen Farben eine Boddenlandschaft angedeutet. Die Wiesen gehen oft nahtlos in das flache Wasser des Boddens über. Schlickige bewachsene Untiefen durchziehen das Wasser außerhalb der schiffbaren Routen. Also habe ich ähnliche Farben und Formen für das Wasser und die Vegetation gewählt und versucht durch Farbvariationen Tiefe zu erzeugen. Die Zeese wurde ebenfalls aus ganz einfachen Formen zusammen gesetzt. Am Ende des Weges, eine ganz einfache Darstellung, aber der Weg für den Windflüchter und die Zeese war lang. Vielleicht mag ich diese beiden Bilder deshalb nach vielen Jahren immer noch.

Zeese
Zeese

Sehen Sie diese Art der Malerei als Möglichkeit an sich komplexeren Motiven zu nähern. Weitere Beispiele finden Sie in der Kategorie „Einfache Formen und Linien“.

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