Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche

Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche

Mohn Aquarelle von Hanka und Frank Koebsch

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Sommer über den Feldern (c) Aquarell von Hanka u Frank Koebsch
Sommer über den Feldern (c) Aquarell von Hanka u Frank Koebsch

Wenn man mich fragt, wie lange ich schon male oder wie ich zum Malen gekommen bin, lauten meist der Beginn meiner Antwort: „Meine Frau und ich malen gemeinsam seit über 15 Jahren. …“  Das Gemeinsam bedeutet, dass wir gemeinsam begonnen haben, Aquarell und Pastell zu malen, gemeinsam Aquarellkurse besucht und Malreisen unternommen haben, dass wir zusammen ausstellen. In unserem Fall bedeutet gemeinsam malen, dass wir viel Freude haben zu malen, uns über die Malerei auszutauschen, uns gegenseitig anzuregen, Hinweise zu geben, Motive zu erkunden … Gemeinsam malen bedeutet nicht, dass wir gemeinsam an einem Bild malen oder zur gleichen Zeit malen oder gar zur selben Zeit ein Motiv malen.  Nun Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt eines von unseren vielen Aquarellen an dem wir beide Hand angelegt haben. Es war eher ein Spaß als Absicht oder System. Entstanden ist das Aquarell „Sommer über den Feldern“. Warum wir kaum zusammen malen ist, ganz einfach zu erklären. Jeder von uns hat seine eigenen Vorlieben. Wenn wir Blumen und Blüten malen, dann können auch schon mal Distel Aquarelle entstehen, während Hanka dann eher Tulpenaquarelle malt. Wenn wir Vögel malen, dann mag Hanka eher Rotkehlchen Aquarelle und ich Kraniche. Es gibt aber auch gleiche Motive, die wir gemalt haben. Im Sommern haben wir uns beide z.B. an Lila Mohn versucht. Entstanden sind zwei unterschiedliche Mohnaquarelle.

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Lila Mohn (c) Aquarell von Hanka Koebsch
Lila Mohn (c) Aquarell von Hanka Koebsch
Spotlight (c) ein Mohn Aquarell von Frank Koebsch
Spotlight (c) ein Mohn Aquarell von Frank Koebsch

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Wie sie sehen unterscheiden sich die Mohnaquarelle stark von einander, obwohl das Motiv ein und dieselbe Mohnpflanze aus dem Freilichtmuseum Mueß war. Die Bilder unterscheiden sich durch

Doch den wesentlichen Unterschied macht nicht das Material sondern die Art und Weise, die Vorstellung, die man das Motiv in Szene setzen will. Hanka hat einen Teil des Farbauftrages für den Hintergrund wieder abgewaschen, um meine Farbübergänge zu erzeugen und die Blüten in einer fiktiven Umgebung einzupassen. Ich habe den Kontrast zu den Mohnblüten massiv erhöht, in dem ich den Hintergrund sehr dunkel gehalten habe und nur einen Blick auf das Motiv wie in einem Spotlight ermögliche. Zwei Bilder vom gleichen Motiv aber doch zwei total unterschiedliche Mohnaquarelle. Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche.  😉

Was meinen Sie, welches der beiden Aquarelle von dem Lila Mohn gefällt Ihnen am besten?

Aquarell – das Ergebnis hängt vom Papier ab

Aquarell – das Ergebnis hängt vom Papier ab

Eine Ausstellung, die nicht in der Vita steht

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Heute will ich über eine Ausstellung berichten, die keine Chance hat  in meine Vita zu kommen. Es liegt weniger an der Diskussion, wie eine Vita zu schreiben ist, sondern daran wie ich die Bilder ausgesucht habe. Oft werden Bilder thematisch für eine Ausstellung zusammengestellt, zum Beispiel habe ich Ausstellungen mit Jazz Aquarellen, Sternzeichen, Kranichen oder Motiven aus Mecklenburg Vorpommern u.a. gemacht. Seit einigen Wochen hängen einige Aquarelle von mir bei Hünnicke Rostock und dieses Mal habe eine Ausstellung zusammengestellt, die als Auswahlkriterium den Maluntergrund hatte, ein Aquarell auf Leinwand und mehre Arbeiten auf verschiedenen Aquarellpapieren. Ich vertrete die Auffassung, dass bei Aquarellieren das Ergebnis sehr stark vom Malgrund abhängt.  Malt man auf Papier, bestimmt aus meiner Sicht bis zu 60% die Papierauswahl, ob ein Bild gelingt oder nicht. Weitere 30% werden durch die Aquarellfarbe bestimmt und die letzten 10% von den Aquarellpinseln. Oder noch überspitzter

Auf Toilettenpapier lassen sich auch mit einem Pinsel aus Rotmarderhaaren und Schulmalfarben guten Aquarelle malen.

Aus diesem Grund habe ich folgende Aquarellbilder bei Hünicke in Rostock gehangen:

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Aquarelle von FRank Koebsch bei Heinr.Hünicke (c) Frank Koebsch
Aquarelle von FRank Koebsch bei Heinr.Hünicke (c) Frank Koebsch

Die Idee ist bei dieser „Ausstellung“ war es, eine Orientierung bei der Wahl des Aquarellpapiers und der Farben zu geben sowie auch die Möglichkeit für Aquarelle auf Leinwand vorzustellen. Immer wieder bekommt der Fachhandel und die Dozenten der Aquarellkurse Fragen zu der Eignung des Papiers. Ich empfehle meinen Malschülern immer einen Test der Aquarellpapiere, um herauszufinden, welche Aquarellpapier zu ihrer persönlichen Malweise am besten passen und wie unterschiedlich die Aquarellfarben auf den verschiedenen Papieren wirken. Der Vergleich der Aquarelle auf den unterschiedlichen Papieren führt immer wieder zu einem Staunen und so haben schon viele Menschen den Wert der vermeintlich teuren Aquarellpapiere schätzen gelernt. Ein unschlagbares Argument ist die Leuchtkraft der Farben auf den Büttenpapieren. Die verschiedenen Aquarellfarben verhalten sich dann auf den einzelnen Papieren unterschiedlich. Ich hoffe, dass ich den Kunden bei Hünicke so ein wenig bei der Entscheidung für ihre Materialien geben konnte. Ich werde in den nächsten Tagen weitere Aquarelle auf den verschiedenen Papieren und mit den verschiedenen Farben vorstellen. Nicht alles ist mit jedem Papier und jeder Farbe möglich. Darüber muss man sich im Klaren sein, sonst verliert man schnell die Lust an der Malerei, wenn sich die gewünschten Ergebnisse nicht einstellen wollen. Dabei liegt  es vielleicht nur an  Wahl des Papiers oder der Farbe.

Die Möglichkeiten der Aquarellmalerei auf Leinwand kennen viele Menschen nicht und so werde ich am 14. März 2014 bei Heinrich Hünicke in Rostock von 13.00 bis 17.00 Uhr in dem Aquarellkurs: Kirschblüten auf Leinwand eine Einführung geben.

Welche Erfahrungen haben Sie dem Aquarell auf verschiedenen Malgründen?

Herbst im Land der Alleen (c) Aquarell von Frank Koebsch

Herbst im Land der Alleen (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ein neues Herbstbild aus Mecklenburg Vorpommern

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Im Oktober hinterlässt der Herbst seine Spuren. Überall finden sich bunte Blätter, die tiefstehende Sonne und der Nebel verleihen den Landschaften ein ganz eigenes Flair. Das Farbenspiel des sonnigen Herbst hat Hanka und mich schon zu vielen Herbst Aquarellen inspiriert. Im vergangenen Jahr hatte ich mich von dem Herbst auf dem Kamp in Bad Doberan, den Blick auf das Doberaner Münster sowie den Pavillons zu Aquarellen „verleiten“ lassen.

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Ich bin oft mit unserem Auto unterwegs, egal ob zu den Aquarellkursen, auf der Suche nach Motiven,  der „Jagd“ nach Kranichen, zu Ausstellungen, irgendwelchen Terminen oder einfach ganz privat. Hierbei lernt man schnell, dass Mecklenburg Vorpommern das Land der Alleen ist. So eine Allee MV´s in der Abendsonne musste als Motiv für mein neustes Herbstaquarell herhalten.

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Herbst im Land der Alleen (c) Aquarell von FRank Koebsch
Herbst im Land der Alleen (c) Aquarell von FRank Koebsch

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Mich hat einfach das Lichtspiel fasziniert. Das Gras wirkte fast gelb, das Licht spiegelte sich orange / rot selbst an den Baumstämmen. Die Blätter der Bäume leuchtete gelb / orange in der Sonne. Im Kontrast dazu standen die blauen und dunkelblauen Schatten. Mit meinen Aquarellfarben von Schmincke HORADAM AQUARELL konnte ich das Farbspiel auf dem Hahnemühle Aquarellpapier Anniversary Edition, 425 g/m2 noch ein wenig zu spitzen. 😉

Wie gefällt Ihnen das Aquarell „Herbst im Land der Alleen“?