Warten auf den Weihnachtsmann

Richtig muss es heißen, warten auf den ICE

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Donnerstag und Freitag war ich zu einem Meeting in Leipzig und nach meinem letzten Termin hatte ich noch gut eine Stunde Zeit bis mein ICE vom Leipziger Hauptbahnhof nach Norden fahren sollte. Nun aus der einen Stunde wurde zwei, denn der Schnee machte der Bahn und den Reisenden das Leben schwer. Im Fernverkehr Verspätungen über Verspätungen… Da aber viele Flüge komplett ausfielen und auf den Straßen es auch nur ganz langsam voranging, versuchten viele Menschen am Freitag mit der Bahn nach Hause zu kommen. Das Resultat : Witterungsbedingte Störungen und volle Züge…

Nun der Leipziger Bahnhof ist in der Weihnachtszeit wunderschön geschmückt, und so vertrieb ich mir die Wartezeit mit einem Bummel in PROMENADEN des Leipziger Hauptbahnhof und habe die Weihnachtsstimmung ein wenig mit der Kamera eingefangen, Weihnachtsbaum, Holzschnitzkunst aus Seifen, Lichterschmuck und und…

Es gab auch einen Treffpunkt für die Kleinen mit dem Weihnachtsmann. 😉 Leider, reichte bei mir nicht die Geduld auf den Weihnachtsmann zu warten.

Die Verlockung in der DB Lounge einen Kaffee zu trinken war dann doch größer, denn konnte ich im Warmen in Ruhe auf den verspäteten ICE warten, um dann am Ende des Tages in Rostock mit 105 Minuten Verspätung anzukommen. Aber warm, sicher, entspannt und mit einer fertigen Vorzeichnung für das nächste Aquarell sowie bereit für den 4. Advent 😉

P.S. Wenn Sie sich einen Eindruck von dem Leipziger Hauptbahnhof machen wollen, es gibt hier ein gutes Video.

Anne-Sophie Mutter zu den Parallelen von Musik und Malerei

Ich hatte in den vergangenen Tagen mich auf den Text des Liedes von Udo Jürgens, Mein Bruder ist ein Maler bezogen, um ein wenig die Faszination Musik in meiner Malerei zu erklären. Heute habe ich in einem Interview von Anne-Sophie Mutter in der mobil – Das Magazin der Deutschen Bahn, 6 / 2010 treffende Parallelen zwischen der Musik und der Malerei gelesen. In dem Artikel „Die Unerreichbare“, S. 6 sagt Anne-Sophie Mutter auf die Fragen:

Was reizt Sie daran, sich über Jahrzehnte mit immer gleichen Kompositionen auseinanderzusetzen? Tatsächlich könnte man ja annehmen: Wenn man einmal einen Apfel richtig porträtiert hat, bleibt das der Apfel schlecht hin. Und hat man einmal die Formel für ein Brahmskonzert gefunden, bleibt sie für immer. Aber so wie in der Malerei das Licht, die Stimmung und die Perspektive wechseln können, ändert sich für den Musiker die Akustik, das Instrument oder der musikalische Partner. Man findet immer wieder andere Bedingungen vor. Nicht zu letzt, weil man an Lebenserfahrung gewonnen hat, sodass es immer wieder spannend wird, auf ein und dasselbe Werk zu treffen.“

Gibt es Parallelen zwischen der Arbeit eines Musikers und der eines Malers? Die Liebe zu Licht, Farben und Stimmungen zum Beispiel ist bei Monet und Picasso so offensichtlich. Monet hat sehr schön gesagt. >>Mich interessiert nicht das Objekt, sondern das, was zwischen mir und dem Objekt passiert.<< Das ist wohl die beste Umschreibung der Rolle eines Interpreten. Die spannende Frage lautet: Wie ändert sich dieses Verhältnis zu einem Werk im Laufe von Jahrzehnten.“

Nun ich will es bei diesen Zitaten belassen. Anne-Sophie Mutter hat es treffend auf den Punkt gebracht. Dieses kann sogar ich unmusikalischen Wasserfarbenmaler verstehen. Eine klasse Frau, auch wenn ich Ihr nicht in jeden Bereich der klassischen Musik folgen kann, hat es Spaß gemacht dieses Interview mit vielen weiteren tollen Aspekten der Musikerin zu lesen. Kristina v. Klot als Autorin des Artikels und Anne-Sophie Mutter haben einen wunderbaren Artikel abgeliefert, den ich mit Genuss gelesen habe. (Doppelt hält besser ;-)) Wenn Sie Bahn fahren oder an einem Bahnhof vorbei kommen, greifen Sie sich die Zeitschrift und schauen Sie rein, es lohnt sich.
Wenn Sie nicht die Chance habe schauen Sie sich den Videoclip an.