Wie malt man einen Himmel? (5)

Wie malen andere einen Himmel?

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Ich hatte in den vergangenen Tagen eine Artikelserie zu diesem Thema veröffentlicht. Hier die  einzelnen Artikel

Ich habe einige meiner Aquarelle herausgesucht und an den verschiedenen Beispielen gezeigt, dass in meiner Malweise der Himmel mit den anderen Teilen des Bildes eine Einheit bilden. Nun für Sie als Leser  dieses Blogs ist es sicher auch interessant zu sehen, welche anderen Lösungen es für einen Himmel bei anderen Aquarellisten gibt. Hier ist mir eingefallen, dass Andreas Mattern, Frank Hess und ich vor einiger Zeit gemeinsam in Rostock und Warnemünde gemalt haben. Am letzten Tag haben wir uns bei der Nikolaikirche gemalt.

Bei der Nikolaikirche - Stadtmauer und Giebel der östlichen Altstadt
Bei der Nikolaikirche - Stadtmauer und Giebel der östlichen Altstadt

Hier gibt es eine wunderbare Silhouette. Hinter der Stadtmauer sind Giebel der östlichen Altstadt zu sehen, die sich direkt an das Kirchenschiff der Nikolai Kirche anschließen. Dieses Motiv haben wir drei bei sommerlichem Wetter mit leichter Bewölkung als Aquarell auf das Papier gebannt. Ich habe versucht in einer lockeren Malweise einen solchen Himmel zu malen. Ich male gegenständlich und sehr realistischen. Andras Mattern und Frank Hess haben eine ganz andere Malweise. Ich möchte ihre Malweise wie folgt beschreiben. Beide verändern auf Ihre Weise die Kompositionen, vereinfachen diese, spitzen diese zu, um die Bildaussage herauszuarbeiten. Das beinhaltet auch die hierzu notwendigen farblichen Veränderungen. 😉 Damit ergeben sich folgende drei Aquarelle vom gleichen Motiv mit einem unterschiedlich gestalteten Himmel.

Was meinen Sie, muss Himmel immer blau sein? 😉 Wie gefallen Ihnen die drei Aquarelle mit dem gleichen Motiv, den verschiedenen Malweisen und den unterschiedlich gestaltetem Himmel? Über Feedback würden wir uns sehr freuen.

Fazit der kleinen Artikelserie ist für mich, die Aussage „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“  passt nicht auf die vorgestellte Malweise. Besten Dank am Wolfgang Baxrainer, der mit dieser Aussage aus dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ aus der Zeitschrift Palette und Zeichenstift die Diskussionsgrundlage legte.

Nikolai Kirche Rostock (c) Aquarell von Andreas Mattern
Nikolai Kirche Rostock (c) Aquarell von Andreas Mattern
Altstadtblick (c) Aquarell von Frank Hess
Altstadtblick (c) Aquarell von Frank Hess
Stadtmauer bei der Nikolaikirche (c) Aquarell von Frank Koebsch
Stadtmauer bei der Nikolaikirche (c) Aquarell von Frank Koebsch

Wie malt man einen Himmel? (4)

Nachthimmel

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„Nicht immer ist der Himmel blau. Unglaublich viele Farbschattierungen lassen sich in einem zu malenden Himmel entdecken…“ schreibt Wolfgang Baxrainer in dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ in der Zeitschrift Palette und Zeichenstift, Ausgabe 1 / 2011.

Diese Aussage bezieht er auf Aquarelle die Landschaftsmotive zeigen, diese aber tagsüber bezieht. Nun zu den Möglichkeiten und Erfordernissen  der Aquarelle mit einem Nachthimmel trifft er keine Aussagen. Dieses ist auch nicht verwunderlich, denn im dunklen malt es sich schlecht 😉 Aber es gibt wunderbare Motive auch unter diesen Lichtverhältnissen. Ich habe deshalb mal einige Aquarelle mit Nachthimmel herausgesucht, um mal zu beschreiben welche Farbschattierungen ich genutzt habe. Eines ist klar, in diesen Aquarellen ist vom typischen Himmelblau nichts zu sehen… Wenn man in den Nachthimmel über einer Stadt  schaut, stellt man fest, dass sich die überwiegende Lichtfarbe der Beleuchtung auch am Himmel wiederfindet. Der Rest des Himmels variiert je nach Wetter, Feuchtigkeit, Bewölkung, Sicht auf die Sterne und Mondschein zwischen einem ganz dunklen Blau mit verschiedenen Nuancen.

Hanse-Wahrzeichen bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Hanse-Wahrzeichen bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Rostocker Altstadt bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Rostocker Altstadt bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Die Aquarelle Hanse-Wahrzeichen bei Nacht und Rostocker Altstadt bei Nacht zweigen  illuminierte Gebäude Rostocks im Stadthafen von dem gegenüberliegenden Warnowufer.

Ich habe den Himmel mit Delft Blau und Paynes Grau bläulich gestaltet und je nach Lichtstimmung in der City mit Dunkel Rot angepasst. Die Farben des Himmels finden sich  zwischen den Lichtreflexen mit Sepia Braun angepasst auf der Wasseroberfläche wieder.

Langer Heinrich (c) Aquarell von Frank Koebsch
Langer Heinrich (c) Aquarell von Frank Koebsch

Eine andere Art der Gestaltung des Himmels habe ich im Aquarell Langer Heinrich gewählt. Das Licht des Hafens beleuchtet die Wolken von unten großflächig und die Farben variieren je nach Höhe über dem Horizont und der Bewölkung vom Dunkel Rot über Sepia bis zum Delft Blau und Paynes Grau bläulich. Eine ähnliche Lichtsituation finden Sie in dem Aquarell Schlepper im besonderen Licht. Der Dampfschlepper Saturn, der da hinter liegende Schwimmkran Langer Heinrich und die Brücke im Museumshafen im IGA Park wurde im Rahmen der Lichtklangnacht angestrahlt. Im Umfeld der illuminierten Gegenstände strahlt das Licht und gibt der Umgebung die Färbung vor dem dunkelblauen leicht gewölkten Himmel, der das Motiv genauso wie der dunkle Vordergrund einrahmt.

Schlepper im besonderen Licht (c) Aquarell vom Dampfschlepper Saturn von FRank Koebsch
Schlepper im besonderen Licht (c) Aquarell vom Dampfschlepper Saturn von FRank Koebsch

Nun in den drei Teilen der Artikelserie

habe ich am Beispiel einiger meiner Aquarelle die Gestaltung des Himmels gezeigt. Was natürlich noch viel interessanter ist, ist der Vergleich, wie malen andere Aquarellisten ihre Himmel. Schaun wir mal