Brillanz der Farben in einem Aquarell

am Beispiel des Aquarellbildes  „Distel im Abendlicht“

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Renate Prause hatte eines meiner Herbstbilder, ein Distel Aquarell nach gemalt. Sie hat versucht mein Aquarell Distel im Abendlicht nachzumalen, um ihr Handwerk weiterzuentwickeln und hatte mich danach mir das Aquarell anzuschauen und ihr Hinweise zu geben, was sie vielleicht anders machen kann, um ihrem Aquarell zu mehr Wirkung zu verhelfen. Ich habe schon einmal geholfen und zu einem Aquarell Hinweise gegeben, welches nach meinem Video Aquarell einer Distel von Frank Koebsch – step by step gemalt worden ist. Damals habe ich Michael Basler geholfen, sein Aquarell besser zu machen. Den Artikel mit meinen Hinweisen finden Sie hier. Renate Prause musste leider einige Wochen warten, denn bei mir kam immer wieder etwas dazwischen, es war leider eine Zeitfrage. Aber Renate war hartnäckig und so habe ich mich heute aufgerafft, das versprochene einzulösen. Eines muss ich aber grundsätzlich sagen, alle Hinweise richten sich nach meiner Art und Weise zu aquarellieren. Da bekanntlich viele Wege nach Rom führen, ist es unmöglich zu sagen, ob etwas absolut falsch oder richtig ist. 😉

Im Bild 1 sehen Sie in kleiner Auflösung beide Aquarelle. Nun gut Renate hat es nicht schlecht gemacht, auf den ersten Blick hätte ich mir  hier und da ein wenig mehr Kontrast gewünscht (Bild 1). Als ich mir dann die Bilder in einer hohen Auflösung auf dem Monitor anschaute, konnte ich dann doch diesen oder jenen Hinweis zu dem Aquarell von Renate geben, denn im Original sind beide Bilder 30 x 40 cm groß.  In Bild 2 kann man dann einige Unterschiede ich der Malweise erkennen. Ich habe ein Detail oben rechts aus den Aquarellen gewählt. Wenn ich nicht ein Aquarell komplett Nass in Nass erstellen möchte, arbeite ich sehr oft mit einer Vielzahl von über einander liegenden Lasuren. Ich möchte dieses an einer ausgewählten Fläche aus dem oberen rechten Ecke des Aquarells erläutern. Ich habe  gesamte Fläche mit einem hellen Grünton ganz wässrig durchscheinend eingefärbt. Dieser Farbton scheint in vielen Details (1) immer wieder durch. Dann habe ich die einzelnen Grashalme entsprechend dem Gesamteindruck  geplant und umgesetzt. Dazu habe ich drei verschieden farbige Lasuren aufgetragen. Als erstes habe ich in Negativtechnik mit einer blauen Lasur die Grashalme herausgearbeitet, dann habe ich an einigen anderen Stellen weitere grüne Lasur aufgebracht, die etwas dunkler ist als der erste Grünton (Bild 3). Wichtig ist, dass vor dem Aufbringen einer Lasur, der Untergrund wieder trocken ist. Als letztes habe ich eine dunkelrote Lasur aufgebracht, um die Kontraste an einigen Stellen weiter zu erhöhen (Bild 4). Zum Abschluss habe ich in diesem Bildausschnitt die Grashalme mir den gleichen Blau- und Rottönen der Lasuren die Grashalme farblich gestaltet (Bild 5). Durch das Spiel mit den verschiedenen Lasuren werden Farbtöne über einander gelegt, das Bild wird klarer und hat eine höhere farbliche Brillanz. Im Bild 5 und 6 habe ich weitere Details aus den Aquarellen von Renate und mir gegenüber gestellt, die die unterschiedliche Herangehensweise und Ergebnisse zeigen. Aus meiner Sicht ist die Arbeit mit Lasuren eine aufwendige Malweise, aber die Brillanz der Bilder entschädigt einen immer wieder ;-).

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 1)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 1)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 2)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 2)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 3)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 3)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 4)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 4)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 5)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 5)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 6)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 6)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 7)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 7)

Renate Prause - Distel im Abendlicht (nach Frank Koebsch)
Renate Prause – Distel im Abendlicht (nach Frank Koebsch)

Nun ich hoffe, dass ich Renate und vielleicht auch anderen auf diese Weise einige Hinweise geben konnte. Ein Hinweis noch zum Abschluss, dass Nachvollziehen von Bildern anderer, aus dem Netz, nach Büchern, Videos u.a., kann in der Anfangszeit nützlich sein. Aber irgendwann ist der nächste Schritt notwendig, um mehr zu lernen. Suchen Sie sich einen Kurs bei einem Aquarellisten, dessen Malweise Sie mögen und der Sie durch seine persönliche Art und Kursmethodik weiterbringt. Gerne helfe ich Ihnen hierbei ;-).

Viel Spaß beim Malen und wenn Sie Fragen haben, fragen Sie auch wenn es mit  der Antwort, wie in diesem Fall ein wenig dauern kann. Hier noch einmal das Original …

Disteln im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Disteln im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Sommertag am Alten Strom

Geschafft 😉 !!!! Wir (Andreas Mattern – Frank Hess & ich) waren ja in Warnemünde am Alten Strom malen. Am Vormittag hatten wir uns direkt an die Kutter gestellt und los ging’s. Ich haben wieder das für mich ungewohnte große Format 56,0 x 42,0 cm versucht. Dieses Mal hatte ich schon eine Beziehung zu dem Blatt und die Malerei ging mir recht gut von der Hand. Aber ich hatte es nicht geschafft, das Aquarell fertig zustellen, denn ich wurde immer wieder von einer frechen Möwe gestört. 😉
Nein, dieses war nicht der Grund, wir wollten versuchen noch mindestens ein weiteres Motiv einzufangen und haben einen anderen Standort gewählt. Also musste ich das Blatt zu hause fertig stellen. Der Hintergrund musste komplett überarbeitet werden und dieses dauerte dann ein paar Tage. Nun ist es fertig und ich kann das Aquarell „Sommertag am Alten Strom“ hier im Blog zeigen. Ich glaube ich habe die Stimmung an einem Sommertag bei den typischen roten Kuttern recht gut getroffen.

Sommertag am Alten Strom
Sommertag am Alten Strom

P.S.: Bild 2 von 8 für unsere gemeinsame Ausstellung in Berlin

Noch einmal Aquarelle von der Haedgehalbinsel

Wir waren ja in den letzen Tagen auf der Haedgehalbinsel im Stadthafen malen. Ich möchte Ihnen heute ein Bild vorstellen, welches ich an diesem Tag angefangen hatte. Als Motiv hatten wir die Warnowterrassen, die Marina mit den Sportbooten und der MS Georg Büchner im Hintergrund gewählt.

Ich hatte mich recht schwer damit getan. Warum?

  • Es war der erste Tag an dem wir gemeinsam draußen waren. Gemeinsam – heißt es gibt auch immer eine Menge zu schauen, wie die anderen malen. Andreas Mattern und Frank Hess, haben eine ganz andere Herangehensweise an die Motive und Ihre Malweise unterscheidet sich komplett von meiner. Also schaut man, überlegt noch mehr. Was ist der richtige Weg?
  • Draußen malen ist eine ganz eigene Geschichte.
  • Ich hatte mich dann an ein Format 56 x 42 cm gewagt, was ich sonst wenig benutze. Es ist fast doppelt so groß, wie mein geliebtes 30 x 40 cm.

Nun ja – was soll ich sagen, so richtig froh war ich mit meinem Blatt nicht. Die Blattaufteilung war nicht optimal und was ich so auf das Papier brachte???? Also habe ich es zuhause noch einmal kritisch beäugt. Versuchte einen guten Bildauschnitt zu wählen und noch etwas draus zu machen. Es ist wieder ein Aquarell im Formal 30 x 40 entstanden 😉 mit dem ich recht zufrieden bin. Aber schauen Sie selbst, hier mein Aquarell mit einer Ansicht der Warnowterrassen.

Warnowterrassen
Warnowterrassen

P.S.: Bild 1 von 8 für unsere gemeinsame Ausstellung in Berlin