20 - Details am Horizont im Aquarell - Einflug der Kraniche am Abend (c) Frank Koebsch

Sonnenuntergangstimmung beim Einflug der Kraniche

Sonnenuntergangstimmung beim Einflug der Kraniche

Wenn man die Chance hat, Sonnenuntergänge zu beobachten, so sind dieses in der Regel ganz besondere Erlebnisse. Aber warum eigentlich? Nun einmal ist es sicher das Naturschauspiel, dass uns in den Bann zieht.

Wie entstehen eigentlich die wundbaren Farben am abendlichen Himmel, wenn die Sonne untergeht?

Im Zusammenhang mit der Luftperspektive haben wir gelernt, dass die Atmosphäre als erstes die roten, orangen und gelben, die langwelligen Lichtanteile schluckt. Deshalb erreichen uns aus großen Entfernungen überwiegend nur blaue Anteile und der wolkenlose Himmel bekommt sein Himmelblau. Wenn wir die Sonne morgens oder abends in der Nähe des Horizonts beobachten, dann wirkt die Erdatmosphäre  mit den schwebenden Partikeln, den Aerosolen als diffus streuendes Medium. Der blaue Lichtanteil der sinkenden Sonnenscheibe wird stärker gestreut, so dass uns in Relation ein höherer Anteil roten Lichtes erreicht. Viele dieser festen oder flüssigen Schwebeteilchen verursacht der Menschen durch die Industrie und Verkehr. Dazu kommen noch durch den Wind aufgewirbelte Partikel und die Luftfeuchtigkeit. Die Schwebeteilchen variieren nach Tages- und Jahreszeit und Wetterphänomenen. Damit erleben wir auch immer wieder verschiedene Farbspiele zu unterschiedlichen Zeiten.

Warum schwärmen wir mehr für den Sonnenuntergang als für den Sonnenaufgang?

Einmal vielleicht weil der Sonnenuntergang oft farbiger ist als der Sonnenaufgang, da abends durch unsere Aktivitäten oft mehr Schwebeteilchen in der Atmosphäre sind. Aber ganz sicher aufgrund unseres Tagesablaufes. Oft verschlafen wir den Sonnenaufgang einfach. Zur Zeit des Sonnenuntergangs haben wir unser Tagwerk in der Regel abgeschlossen. Es zieht Ruhe ein und wir oft können wir den Abend alleine und gemeinsam genießen.

Abendlicher Einflug der Kraniche bei Sonnenuntergang

Viele wunderschöne Abende habe ich bei Ausflügen in der Natur im Herbst erlebt, wenn ich auf den Spuren der Hirsche und Kraniche unterwegs war. Besonders schöne Sonnenuntergänge im Herbst habe ich habe ich am Barther Bodden, zum Start der Malreise zu den Kranichen im Müritz Nationalpark, Abenden am Darßer Ort u.a. Ausflügen erlebt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich aus Begeisterung für das Naturschauspiel am Himmel und die Faszination für die Kraniche immer wieder Kranich Aquarelle mit abendlichen Szenen gemalt habe. Es sind z.B. die Wild Life AquarelleIm letzten Licht des Tages“, „Bis zum Abendrot“, „Schlafenszeit“ und „Kraniche im Abendrot“ entstanden. Je nach Stimmung und Bildaufbau habe ich ganz unterschiedliche Darstellungen für den Sonnenuntergang gewählt. In den Aquarellen „Vögel des Glücks“, „Kraniche bei Sonnenuntergang“ und  „Ziel in Sicht“ habe ich mich mit einem „einfachen“ orangen Hintergrund zufrieden gegeben. Anders bei dem Bild „Kraniche auf den Weg zu ihren Schlafplätzen“. In diesem Bild habe ich den Farbverlauf des abendlichen Himmels realisiert, um die Stimmung der einfliegenden Kraniche darzustellen. Doch sehen Sie selbst hier ein paar meiner Aquarelle mit einem herbstlichen Sonnenuntergang und den Vögeln des Glücks.

Im Rahmen der Malreise zu den Kranichen und Hirschen an der Ostsee hatten wir in den vergangenen Wochen einen Ausflug von Bresewitz zur der Aussichtsplattform Oie Kirr unternommen. Bei herrlichem Wetter konnten wir am Abend erleben, wie schön der Herbst am Barther Bodden sein kann. Der Aussichtspunkt bei Bresewitz gilt als Geheimtipp unter den Ornithologen und Naturliebhabern. Für diesen Ausflug vom Kranichdorf Bresewitz  zum Aussichtspunkt gaben die Wolken eine wunderbare Kulisse für den abendlichen Einflug der Kraniche. Wir wurde alle sofort von der Faszination für die Kraniche gepackt, denn es ist ein tolles Erlebnis, wenn die Kraniche mit lauten Geschrei, ihrem typischen Trompetenkonzert im letzten Licht des Tages zu ihren Schlafplätzen unterwegs sind. Die majestätischen Vögel sind im typischen Formationsflug unterwegs, bis sie in den flachen Boddenwasser vor der Kirr oder den Insel auf ihre Landebahn einschwenken. Hier ein paar Fotos von dem abendlichen Einflug der Kraniche bei Sonnenuntergang.

Solche Erlebnisse sind der Grund, warum ich immer wieder versuche, die Kraniche im Abendlicht zu malen. Hierbei ist es immer wieder spannend, die abendlichen Farbstimmungen in den Aquarellen einzufangen. Durch die Wahl des Aquarellpapier und die Wahl der passenden Aquarellfarben kann man das Leuchten in den Aquarellen erzeugen. Da ich nicht mit der Begeisterung für Szenen mit Sonnenuntergängen und die Aquarellmalerei nicht alleine bin, habe versucht die Entstehung des

Aquarell „Einflug der Kraniche am Abend“

Schritt für Schritt zu beschreiben. Die Grundlage für das Motiv war ein Foto von unserer abendlichen Wanderung zur Aussichtsplattform Oie Kirr. Wie schon beschrieben, waren wir im Rahmen der Malreise unterwegs, um den abendlichen Einflug der Kraniche auf den Barther Bodden zu beobachten. In einem Zeitfenster von einer Stunde vor und nach dem Sonnenuntergang sind die Kraniche auf dem Weg zu ihren Schlafplätzen. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die untergehende Sonne färbte den Himmel in ein ganz besonderes Licht und illuminierte die Wolken. Das Farbspiel von gelben, orangen Tönen am Himmel im Kontrast zu den lila / blauen Wolken als Kulisse für den Einflug der Kraniche haben uns an diesem Abend in den Bann gezogen. Später habe ich dann nach einem Foto mein Aquarell gemalt. Da das Papier den Unterschied macht, habe ich für die gewünschten weichten Farbübergänge im Himmel ein hochwertiges Büttenpapier, das  Aquarellpapier The Collection Watercolour 640 g/m2 von Hahnemühle im Format 30 x 40 gewählt. Als Farben habe ich meine Aquarellfarben von Schmincke Horadam gewählt. Mit einem HB-Bleistift habe ich eine Vorzeichnung Papier erstellt, wobei ich nur den Weg mit den Zäunen, die Bäume am Horizont und die Unterseite der größten Wolken angedeutet habe. Das eigentliche Naturschauspiel am Himmel ergibt sich durch die Verläufe aus dem Zusammenspiel von Wasser, Farbe und Papier. Da die Aquarellfarben transparent sind, malt man klassisch von hell nach dunkel und so beginne ich im Himmel mit einem ersten gelben Farbauftrag. Als Gelb für dieses Aquarell habe ich aus Kadmium Gelb hell gewählt, dass ich hier und da mit Lasur Orange angepasst habe. Da ich besser von oben nach unten arbeiten kann, drehe ich das Blatt und feuchte den Bereich des Himmels leicht an, damit sich die Farbe streifenfrei auftragen lässt. Da am Horizont eine satte gelbe Farbe vorherrscht und oben am Himmel blaue Farbtöne vorherrschen, lasse ich den ersten gelben Farbauftrag nach oben auslaufen. Die Bereiche mit den weißen lichtdurchfluteten Bereichen der Wolken spare ich aus. Wenn das Aquarellpapier gut durchgetrocknet ist, feuchte ich den Himmel im oberen Bereich wieder mit klarem Wasser an. Von oben versuche ich dann eine streifenfreie Lasur aus einem Gemisch von Delfblau und Lila aufzutragen. Im unteren Bereich verdünne ich die Lasur immer weiter, damit im unteren Bereich des Himmels das Gelb unverfälscht wirken kann. Einige obere Begrenzung der Wolken tupfe ich mit einem Frotteehandtuch aus. Nach dem Trocknen habe ich mit einer Mischung aus Gelb und etwas Blau die oberen Bereiche der Wolken gemalt. In den Bereich zwischen den Wolken und dem Horizon habe ich etwas Quinacridone Gold eingebracht. Hier habe ich darauf geachtet, dass das ursprüngliche Gelb an einigen Stellen durchscheint. Die Weide im Vordergrund bekommt einen ersten Farbauftrag aus einer Mischung Lichten Ocker und Oliv Grün gelblich. In den nächsten Arbeitsschritten habe die Weide granuliert, um etwas Vegetation anzudeuten und die Drähte des Weidezaun in Negativtechnik herausgearbeitet. So wirken die Drähte, wie vom letzten Licht angestrahlt. Danach habe ich die Wolken gestaltet. Die Farben – Delfblau und Paynesgrau bläulich – mische ich Nass in Nass in der einzelnen Wolkenbereichen und achte darauf, dass die größte Dunkelheit in den unteren Bereichen der Wolken entsteht. Sind die Wolken trocken, habe ich die Vegetation am Horizont gemalt. Die weitentfernten Büsche und Bäume habe ich flächig aufgetragen. Als Farben habe ich Nass in Nass aus Paynesgrau bläulich, Dunkelrot und Orange gemischt. Einzelne Bäume am Horizont, auf der Weide und auf dem Weg habe ich mit einem kleinen Borstenpinsel gestaltet. Auch hier habe ich mit den gleichen Farben gespielt. Das Orange habe ich oben in den der Sonne zugewandten Seite eingebracht und das Dunkelrot auf der gleichen Seite weiter unten. So konnte ich etwas von dem interessanten Lichtspiel der Büsche und Bäume realisieren. Zum Abschluss habe ich ein paar Personen auf dem Weg und die Kraniche am Himmel hinzugefügt.

Einflug der Kraniche am Abend (c) Aquarell von Frank Koebsch
Einflug der Kraniche am Abend (c) Aquarell von Frank Koebsch

Die Vögel des Glücks sind im Formationsflug, dem typischen V unterwegs und fliegen mit lautem Geschrei, ihrem unverkennbaren Trompetenkonzert im letzten Licht des Tages zu ihren Schlafplätzen. Es war ein herrlicher Abend und wir haben das Naturereignis mit dem Farbspiel des Sonnenuntergangs und den Kranichen genossen. So musste ich einfach versuchen, die Stimmung eines solchen Abends in einem Aquarell festzuhalten.

Vielleicht gefällt Ihnen ja das Aquarell mit dem abendlichen Einflug der Kraniche, dann haben ich drei Tipps für Sie.

Aquarell „Einflug der Kraniche am Abend“ im Format 30 x 40 cm

Bei Interesse können Sie das Aquarell „Einflug der Kraniche am Abend“ im Format 30 x 40 cm kaufen. Der Preis versteht sich incl. Porto innerhalb Deutschlands. Die Lieferzeit beträgt 10 Tage.

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Auf den Spuren der Laternenkinder von Rudolf Bartels in Rostock und Schwan

Auf den Spuren der Laternenkinder von Rudolf Bartels in Rostock und Schwan

Über meine Begeisterung für die Kinderbilder und ein neues Aquarell: „Ein Knirps beim Laternelaufen“

 

Die Tradition des Laternenlaufen ist in den Katholisch geprägten Regionen mit dem Martinstag am 11. November verbunden. In Norddeutschland sind die Kinder mit ihren Lampions bereits seit September unterwegs und der Martintags ist das Ende der Saison der Laternenkinder. Es ist einfach immer wieder ein wunderbares Erlebnis, die kleinen mit ihren großen Laternen zu erleben. Ich erinnere mich noch als ich als kleiner Steppke mit den anderen Kids und meinen Eltern unterwegs war. Ganz vorsichtig oder übermütig waren wir mit unseren Laternen unterwegs und haben die typischen Lieder wie „Laterne, Laterne, Mond und Sterne“ oder „Dort oben leuchten die Sterne hier unten leuchten wir“. Genauso ging es unseren Kindern, den Enkeln und den Kleinen heute, wenn man ihnen Mitten in der City mit den Lampions begegnet. Diese Begeisterung ist auch der Grund, warum ich immer wieder Aquarelle mit Laternenkinder gemalt habe. Es sind Bilder mit den Titeln „Lasst uns Laterne gehen“, „ … hier unten leuchten wir“ oder „Kommt, wir woll’n Laterne laufen.

Da ich mit meiner Begeisterung für diese Motive, die immer wieder ganz besondere Augenblicke erfassen, nicht alleine bin, habe ich immer wieder Aquarellkurse zu diesem Thema angeboten und über meine Aquarelle mit den Laternenkindern in der Zeitschrift Palette berichtet. Bilder mit Laternenkindern haben seit vielen Jahren eine gute Tradition und die Motive haben immer wieder viele Künstler inspiriert. Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich zum Beispiel Lisel OppelPaula Modersohn-Becker und Otto Modersohn, Ernst Oppler sowie Rudolf Bartels mit diesem Thema beschäftigt.  Rudolf Bartels gehörte der Schwaaner Künstlerkolonie an und hat auch viele Jahre in Rostock gelebt. Also habe ich mich, um von den „Alten Meistern“ zu lernen, auf die Spuren von Rudolf Bartels und seinen Laternenkindern begeben. Hierzu gehörten Besuche der Ausstellungen im Kulturhistorischen Museum Rostock und dem Kunstmuseum Schwaan. Als 2016 in Rostock die Ausstellung „Rudolf Bartels –  EINFACH UND NUR SCHÖN“ u.a. mit den Laternenkindern von Bartels realisiert wurde, war dieses wieder eine wunderbare Chance einen Aquarellkurs in Zusammenarbeit mit einem Museum anzubieten. Damals hatte ich den Aquarellkurs „Laternenkinder – wie man das Leuchten in den Aquarellen erzeugen kann“ in Zusammenarbeit mit dem Museum und der VHS Rostock realisiert.

Aquarellkurs Laternenkinder im Kunstmuseum Schwaan
Aquarellkurs Laternenkinder im Kunstmuseum Schwaan

In diesem Jahr ergab sich eine neue Chance einen Aquarellkurs zu den Laternenkindern in Zusammenarbeit mit einem Museum zu gestalten. Das Kunstmuseum Schwaan feiert den 150. Geburtstag von RUDOLF BARTELS mit der Ausstellung „MECKLENBURGS MONET UND MUSIK“. Bereits Anfang September zum Start der Saisons des Laternelaufens hatte das Kunstmuseum, die VHS Rostock und ich zu einem Aquarellkurs in das Museum eingeladen. Es ist immer wieder spannend, auf den Spuren der Maler der Künstlerkolonie Schwaan zu aquarellieren, die Ausstellungen in dem Museum zu nutzen, um von den „Alten Meistern“ zu lernen und eigene Bilder zu erstellen. Es ist immer wieder ein Erlebnis vor den Bildern Bartels zu stehen, zu entdecken wie er die Kinder gemalt hat, wie er die Laternen zu leuchten gebracht hat. Nach einem Besuch der Ausstellung haben wir im Atelierraum begonnen Laternenkinder als Miniaturen zu malen. Durch die Wahl des kleinen Formates und eine einfache Gestaltung der Körper der Kinder, hatte die Malschüler schnell das wesentliche für die Bildgestaltung erfasst. Das Spiel mit den dunklen Farbtönen und die Komplementärfarben brachten die Aquarelle zu leuchten. Hier ein paar Schnappschüsse aus dem Aquarellkurs „Laternenkinder“ im Kunstmuseum Schwaan.

Es hat Spaß gemacht gemeinsam mit den Malschülern auf den Spuren der Laternenkinder von Rudolf Bartels in Schwan unterwegs zu sein und zu malen. Mir macht es immer wieder viel Freude, Aquarelle mit illuminierten Motiven zu malen. Es ist einfach immer wieder spannend, wie man das Leuchten in den Bildern erzeugen kann.  So habe ich in den letzten Tagen, ein Aquarell passend zu Martinstag gemalt. Die besonderen Lichtszenen in Rostock bieten im Herbst immer wieder solche Szenen mit verschiedenen illuminierten Motiven und Laternenkindern. So habe ich einen Knirps beim Laternelaufen gemalt. Der kleine Junge ist auf seinen Lampion und das Leuchten fokussiert. Ganz vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen, um mit seiner Laterne im Dunklen nicht zu stolpern. Den ganz besonderen Moment habe ich auf  dem Hahnemühle Aquarellpapier Leonardo, 600 g / m2 matt im Format 24 x 32 cm gemalt. Bei der Verwendung meiner Aquarellfarben von Schmincke ergeben sich wunderbare Verläufe und ausreichende Kontraste, um das Laternenkind und den Hintergrund zu gestalten.

Ein Knirps beim Laternelaufen (c) Aquarell von Frank Koebsch
Ein Knirps beim Laternelaufen (c) Aquarell von Frank Koebsch

Wenn Sie auch Fan von Bildern mit Laternenkindern sind, dann habe ich noch einen Tipp für Sie. Das Aquarell „Ein Knirps beim Laternelaufen“ können Sie hier auf meinem Blog oder auf unserer Web Seite kaufen. Wenn Sie statt des Originals lieber einen Druck erwerben wollen, weil Sie ein Bild mit anderen Maßen auf LeinwandAlu DibondAcrylglas oder andere Materialien benötigen, dann erstellen wir gerne eine Reproduktion für Sie.


Ein Knirps beim Laternelaufen (c) Aquarell von Frank Koebsch

Aquarell „Ein Knirps beim Laternelaufen“ im Format 24 x 32 cm

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