atelier – Die Zeitschrift für Künstlerinnen und Künstler – April. 2010

Eine empfehlenswerte Ausgabe

Ich habe schon ab und zu über die Zeitschrift atelier geschrieben. Dieses Mal kann ich das Blatt nur empfehlen. Warum? Ganz einfach es sind einige Artikel und Informationen abgedruckt, zu denen ich Bezug habe, die mich interessieren.

Dieses sind wie immer die Auflistung von Wettbewerben, die Informationen über die Kunsthäuser und die Informationen zur Grauzone u.a. Von solchen Nachrichten konnte ich in letzter Zeit sogar alleine profitieren, als ich eine dubiose Anfrage per Mail bekommen hatte. Zwar brachte eine Frage im Artcafe schneller Hilfe als die Recherche, aber immer hin.

Nun was mir dieses Mal gefällt ist das Wettern gegen die Banken. Es passt so ein wenig in das Klischee, arme Künstler böse Banken.

Auf der Seite 32 steht ein kleiner Artikel „Publicity für lau“ über den Kunstpreis der Deutschen Bank „artist of the year“. Aber auch in dem Artikel „Der Kunst einen Preis geben“ S, 12 ff wird gegen die Banken gewettert. Nun ich kenne die Ursache nicht, aber für mich sind Banken, Sparkassen, Versicherungen, die Deutsche Börse, u.a. direkt oder über ihre Stiftungen recht große Förderer der Kunst. Die Sammlungen dieser Unternehmen sind beträchtlich und hier treffen sich dann ganz einfach Interessen. Künstler suchen potente Kunden, Sponsoren, die Unternehmen Felder für Öffentlichkeitsarbeit, gesellschaftliche Engagement und Wertanlage. Eine ideale Symbiose wenn funktioniert. Nun jeder hat halt seine Erfahrungen ….

Auch für die Preisträgerin „artist of the year“ wird sich die Sache lohnen, denn Wangechi Mutu bekommt eine Einzelausstellung im Deutschen Guggenheim. Eine solche Ausstellung ist mehr wert als ein“paar“ Euro Preisgeld. Also warum die Schelte? Und Warum wird das Packet für die Ausstellung und die damit verbundene Förderung und PR Arbeit nicht erwehnt? 😉

Nun mit Genuss habe ich auch wieder von Jürgen Raap den „Krieg unter Galeristen“ in Immenhagen gelesen. Aber die Wirklich Highlights sind für mich die Artikel von

  • RA Dr. Bruno Dix „Plagiat oder Doppelschöpfung“ S. 16 ff.
  • Katharina Knieß „Mit Konsequenz zum Erfolg“ S. 14 f. – ein guter Artikel zum Thema PR, Medienarbeit, Kontaktpflege …
  • Bence Fritzsche „Der Kunst einen Preis geben“ S. 12 ff.

Besonders hat mit der Artikel „Der Kunst einen Preis geben“ interessiert, doch hierzu demnächst mehr.

Johannes Müller-Franken in der Palette 05 / 2009

Wenn ich in dem Beitrag über Lydia Leydolf vor einigen Tagen in diesem Blog geschrieben habe, dass ich das Licht in ihren Aquarellen mag, zeigt Johannes Müller-Frankens was man mit der Ausbildung als Kameramann mit Licht und einem anderer Medium und Technik in der Malerei zaubern kann. Für mich der faszinierendste Künstler, der in der Palette 05 / 2009 vorgestellt wird.
Hr. Dr. Helmut Orpel stellt in dem Artikel „Die Wiedergeburt der Malerei – Johannes Müller-Frankens inszeniert Sinnlichkeit“, S. 14 ff diesen Künstler vor. Wenn ich in der letzen Ausgabe der Palette mit Herr Orpel aus Autor gehadert habe, kann ich sagen, dass er es aus meiner Sicht dieses Mal besser gemacht hat. Die gewählten Formulierungen passen wesentlich besser zu meinen Empfindungen und Überlegungen beim Betrachten der Bildern von Müller-Frankens. ;-).

Fotorealismus hat es in der Malerei Deutschland, ja vielleicht so gar Europas nicht einfach. Es gab und gibt intensive Auseinandersetzung. Die Gegner sagen, wo zu brauche ich eine fotorealistische Malerei, wenn ich den Gegenstand, die Szene genau so mit dem Medium der Fotografie einfangen kann. So ist es kein Wunder, Müller-Franken von einem Galeristen in New York vertreten wird und seine Bilder eher dort und im Ausland Käufer finden.

Johannes Müller-Franken gibt für mich seine eigne Antwort auf die Frage, wozu Fotorealismus. Er plant mit den Erfahrungen und Mittel eines Kameramanns, eines Fotografen seine Bilder, inszeniert die Menschen, hebt zum Teil mit dem Licht bestimmte Ausschnitte hervor, vereinfacht gegenüber dem Foto Räume. Er lässt bewusst Dinge weg und überhöht andere durch farbliche Gestaltung. Was raus kommt sind wunderbare Bilder, für mich wahre Hingucker.

Und doch werde ich durch diese Malerei an die letzte Fotoausstellung erinnert, die ich besucht habe.  Es war im April 2009 in der Art Collection der Deutsche Börse in FrankfurtTobias Zielony mit seinen Bildern über die Jugendlichen europäischer Städte, die wirken als ob sie Spielfirmen entsprungen sind. Es ist eine andere Darstellung aber bei Künstler haben diesen Hintergrund aus dem Bereich Film und man sieht es in der Art und Weise der Inszenierung der Personen. Johannes Müller-Franken steigert die Wirkung für den Betrachter aber noch einmal durch die Mitte der Malerei.

Am besten machen Sie sich selbst ein Bild, nur leider hat Johannes Müller-Franken keine HomePage. Wenn Sie neugierig geworden sind, müssen Sie die Palette kaufen ;-).