Blogparade Teil 6: Ist die Malerei ein Auslaufmodell?

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Anna schreibt auf ihrem Blog:

In einem Artikel der Zeit online über Klara Lidén, fand ich diesen Satz

—-Lediglich um das Zeichnen und Malen scheint sie einen Bogen zu machen, und sie tut gut daran. Denn das klassische Arbeiten auf Papier und Leinwand gilt allgemein als ausgereizt, ja altmodisch.—

Ist die Malerei tatsächlich altmodisch, ein abgelaufenes Kunstmodell, ausgereizt?

Mittlerweile malt fast jeder. In Kursen kann man seine eigne Kunstwerke erstellen, die sich dann gut im Wohnzimmer machen. Leinwände und Farben gibt es bei Aldi oder Lidl zu Billigpreisen und tausende Freizeitkünstler drängen auf den Markt.

Täten wir also alle gut daran, nach neuen Ausdrucksformen zu suchen….?

Nun ich male sehr gerne, nicht Tag für Tag doch sehr oft, deshalb finde ich die Fragestellung von Anna interessant.

Die Malerei als Ganzes hat das Recht altmodisch zu sein 😉 Die  Höhle von Lascaux enthält die älteste bekannte Höhlenmalerei aus dem Zeitraum zwischen 17.000 und 15.000 v. Chr. Spätestens seitdem haben kreative Menschen die Malerei immer wieder neu erfunden. Althergebrachte Lehrmeinungen wurden immer wieder über den Haufen geworfen, Studenten überflügelten ihre Meister. Autodidakten verdrängten Studierte. Aus nationalen Märkten und Kunstszenen wurde ein sich gegenseitig beeinflussendes Gesamtgebilde. Hier ein paar Beispiele der jüngsten Entwicklung Kubismus à Dadaismus à Surrealismus à  Expressionismus à Neue Sachlichkeit  à Konstruktivismus à Abstrakte Malerei à Tachismus à Informel.

Durch die Digitalisierung entstanden neue Kunstformen sei es Speedpainiting oder seinen es Mischformen von Malerei auf Leinwand, Papier wird digitalisiert und bearbeitet oder Motive werden auf dem PC bearbeitet, erschaffen und dann im letzten Stadium mit Feder, Pinsel, Tusche, Farbe und Spray „vervollständigt“.  Was Bestand haben wird und wie es weiter geht, oder ob sich die klassische Malerei auf dieses Weise abschaffen wird, weil jeder auf seinem IPhone zeichnet oder mit der Art Academy für Nintendo malt.

Ich glaube nicht daran, dass die Malerei auf diese Art in der digitalen Welt verschwinden wird. Ich hatte bereits in der Diskussion mit Günter Stadler den Vergleich mit dem Kochen angebracht. Es gab eine Zeit in der Selberkochen immer mehr durch  Fertigprodukte abgelöst wurden. Die Fertiggerichte haben einen nie Stand erreicht, dass viele sich nur noch aus der Tiefkühltruhe ernährten und nicht mehr kochen können oder wollen. Seit einiger Zeit erleben Kochlehrgänge, Kochshows, das gemeinsame Kochen mit Freuden einen Boom. Viele wollen das ursprüngliche bei Kochen erleben, nicht gleich eine Hausschlachtung, aber sie möchten die Zutaten, schmecken, fühlen und erleben, wie etwas neues aus den Zutaten entsteht. Hierbei wird nicht nur nach Rezept gekocht, sondern ausprobiert, immer wieder neu Kreationen erstellt… Essen wie gemalt 😉 Eine ähnliche Entwicklung nimmt das Stricken. Vor einigen verpönt – boomt heute die Strickerei.

Aus meiner Sicht wird dieses auch mit der Malerei so sein. In einer immer technisierten und digitalisierten Welt entsteht die Sehnsucht selbst zu wissen, zu fühlen, selbst Hand anzulegen… selbst die Oberfläche der Leinwand, der Papiere zu spüren, zu erfahren, wie verschieden Farben, Pastelle u.a. auf den Untergründen reagieren. Mit dieser Sehnsucht nach den archaischen Erleben und Handeln und der Kreativität des Menschen wird die klassische Malerei nicht verschwinden. Es werden sicher neue Wege gesucht und gefunden, es werden vielleicht auch immer mehr Menschen wieder malen, genauso wie Kochen, Stricken, Heimwerkern… Es wird sich ändern und wir Maler werden uns mit ändern, immer wieder neues probieren 😉 Vielleicht male ich morgen auf dünne Folien, die bei Lichtwechsel ihr Farbe ändert, aber ich möchte dabei den Geruch der Farben, das Ineinanderlaufen der Farben, das Gefühl des Material haben. Ich werde malen, archaisch, die Frage ist nur womit.

Ich finde es schön, dass ich hieran nicht zweifle, denn ich hatte mich bereits vor fast zwei Jahren in  dem Artikel Welche Rolle wird bildende Kunst in der Zukunft haben? in ähnlicher Weise geäußert. Oder es liegt daran, dass es sogar Affen gelingt, mir Ihrer Malerei Erfolg zu haben 😉

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Ist die Malerei ein Auslaufmodel ?
Ist die Malerei ein Auslaufmodel ?

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Bis heute läuft noch die Blogparade von Anna Schüler mit der Frage: „Ist die Malerei ein Auslaufmodel?“. Es lohnt sich, schauen Sie mal auf den Blog von Anna und beteiligen Sie sich, denn am Sonntag wird Anna ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und ihre Tuschearbeit verlosen.

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Anna Schüler„Zwischen den Zeiten VI“Format A4,Tusche auf Bütten, 2010  Zwischen den Zeiten VI (c) Tusche auf Bütten von Anna Schüler

Zwischen den Zeiten VI (c) Tusche auf Bütten von Anna Schüler

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler

Wie malt man Aquarell? Teil 2

Ich hatte unter dieser Fragestellung ja schon einige Beiträge veröffentlicht. Ich habe mich während dieser Zeit auch redlich bemüht, den Pinsel zu schwingen…

Aber vielleicht mache ich grundsätzlich etwas falsch. Warum? Schauen Sie mal

AKVIS Sketch 9.0 wandelt Fotos

in Zeichnungen und Aquarelle

Wozu bedarf es dann noch der Mühe, des Skizzierens, des Malens?
Dieses ist vielleicht auch der Grund, warum sich Hahnemühle als renommierter Hersteller von Aquarellpapier sich aus der Organisation von Mal-Kursen immer mehr zurück zieht? Die Fotostrecke läuft umso mehr – auch bei Hahnemühle 😉

Nun ich mag das „bisschen“ Kreativität und den vielen Spaß, den ich beim Malen habe, nicht an das Programm als Plug in für Photoshop abgeben. Wo käme ich denn da hin?

Digitale KUNST – Speed Painting

Ich hatte in den vergangenen Tagen nach dem Besuch des Future Hotels  das Thema „Welche Rolle wird bildende Kunst in der Zukunft haben?“ aufgegriffen. Wird Kunst dann nur noch mit digitalen Mitteln erstellt? Nun ja – unterwegs wird dann nicht mehr auf dem Block skizziert, sonden Sketches auf dem iPhone erstellt. Die Endfassung wird dann mit Photoshop am heimischen PC erstellt.

Haben Sie in diesem Zusammenhang schon etwas vom Speedpainting gehört? Wenn Sie einen guten Einstieg in dieses Thema suchen, gehen Sie auf die Seiten von Martin Missfeld zu diesem Thema. Er hat einen sehr informativen Blog. Er hat zu dem Thema Speedpainting eine sehr gute Überblick zusammen gestellt, z.B.

  • technische Voraussetzungen,
  • Geschichte – Milestones,
  • Arbeitsschritte,
  • viele gute Beispiele.. – schauen Sie rein es lohnt sich

Es ist schon beeindruckend. Gut finde ich auch, dass er sich in dem Kapitel „Digital Malen: Vorteile und Nachteile“ im Vergleich zur traditionellen Malerei auseinander setzt. Er schreibt z.B. “ …Entscheidender Nachteil eines Speedpainting ist natürlich der Verlust des Originals im traditionellen Sinne. Es gibt kein „echtes Ding“ mehr, dass haptisch und fragil ist. ..“
In dem Sinne bleibe ich noch bei meinen Pinseln … 😉

Digitale KUNST –> I-Phone

Ich hatte in den letzten Tagen ein thread mit dem Titel: Welche Rolle wird bildende Kunst in der Zukunft haben? veröffentlicht.

Ich habe mich für eine Malerei auf dem Papier, auf der Leinwand ausgesprochen, da ich der Meinung bin, ich brauche das Gefühl des Zusammenspiel von Farbe, Wasser und Untergrund. Wenn ich ein Bild in die Hand nehme möchte ich das Papier, die Leinwand mit der Farbe spüren.

Nun aber alles ist im Fluss und wird sich ändern. Wenn wir uns die Veränderung von Gebrauchsgegenständen im täglichen Leben anschauen und reflektieren, welche Technik für erschwingliche Preisen zur Verfügung steht, dann ist klar, dass sich neue Kunstformen entwickeln oder bestehende sich verändern. Ich will hier in meinem Blog mal ab und zu einige Dinge der digitalen KUNST vorstellen, die mir in die Hände gefallen oder vor die Augen gekommen sind.

Ein technisches Gerät, welches sich in den letzen 50 Jahren ganz stark verändert hat und heute fast für jeden als Gebrauchsgegenstand zur Verfügung steht, ist das Telefon oder besser das heutige Handy. Aber was hat ein Handy mit Kunst zu tun?

Astrid Volquardsen hatte uns in einem Kurs angehalten, mehr zu skizzieren und uns auch mal in Ihr Skizzenbuch schauen lassen. In dem Zusammenhang zeigte Sie uns auch Skizzen auf Ihrem I-Phone und veröffentlichte in ihrem Blog weitere Infos..
Ich habe es inzwischen selbst mal probiert und kann nur sagen, es ist schon beeindruckend… Wer mal einen Profi bei der Arbeit sehen will, sollte sich folgenden Links bedienen: Disney-Designer zeichnet Kunstwerke auf iPhone. In verschieden Foren und Flickr hat sich hierfür eine ganz eigene Szene entwickelt. Beeindruckend.

Aber noch bleibe ich bei meinen Pinseln… 😉