Auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier

Auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier

Ein Artikel von Frank Koebsch in Zeitschrift Palette und Zeichenstift 2016 / 04

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Papierauswahl (c) Frank Koebsch
Papierauswahl (c) Frank Koebsch

Wer meinen Blog verfolgt oder auf unserer Web Seite stöbert, wird gelesen haben, dass ich bei unseren Aquarellen in der Regel angebe, mit welchen Farben auf welchem Aquarellpapier wir die Bilder gemalt haben. Der Grund ist ganz einfach. Ich werde immer wieder bei den Aquarellkursen und Malreisen gefragt, welches Aquarellpapier ich nutze.  Auch auf Ausstellungen wird uns immer wieder diese Frage gestellt.  Meine Suche nach dem richtigen Aquarellpapier für mich war eine längere Reise.

Wie heißt es so schön:

Das Papier macht den Unterschied

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Ich habe verschiedene Papiere ausprobiert und bin auch weiterhin auf mir unbekannte Papiere gespannt. Drei verschiedene Aquarellpapiere habe ich gefunden, die meine heutige Art zu malen optimal unterstützen. Diese Papiere stehen bei mir im Schrank und ich wähle unter ihnen je nach Motiv, angestrebter Malweise und letztendlich auch nach persönlicher Stimmung. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, verschiedene Aquarellpapiere auszuprobieren und danach die Wahl des Papiers zu treffen. Wenn man sein Papier oder seine Papiere gefunden hat, ist mein Tipp, bei diesen Papieren zu bleiben und seine Malweise immer weiterzuentwickeln.

Welches Papier ist das Richtige?
Welches Papier ist das Richtige?

Meine Erfahrungen habe ich habe ich in einem Artikel „Auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier“ in der Zeitschrift „Palette und Zeichenstift“ veröffentlicht. Der Artikel soll eine Anregung sein, dass sich Malschüler und Anfänger mehr mit dem Medium Papier beschäftigen. Es hilft wenig zu fragen, auf welchem Papier ich oder andere Aquarellisten malen. Es ist wichtiger zu fragen

Welches Papier unterstützt meine Malweise?

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Als Beispiele für die unterschiedlichen Eigenschaften der Papiere, habe ich die Aquarelle „Aussicht auf das Mönchgut“, „Rosenblüten – wunderbare aber vergängliche Schönheiten“,  „Herbstanfang“ und „Die Blüten des Sebnitzer Flussteufels“ in der Palette veröffentlicht.

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Die Wirkung der Aquarellfarben und die Möglichkeiten sind auf den verschieden Papieren unterschiedlich. Das Aquarell „Die Blüten des Sebnitzer Flussteufels“ habe ich auf dem Echt-Bütten Aquarellkarton Leonardo, 600 g / mmatt, die Aquarelle „Herbstanfang“ und „Rosenblüten – wunderbare aber vergängliche Schönheiten“ auf dem Aquarellkarton Cornwall 450 g / m2, rau, das Aquarell „Aussicht auf das Mönchgut“ auf dem Aquarellkarton Britannia 300 g / m2 matt von Hahnemühle gemalt. Diese Papiere stehen bei mir im Schrank und ich ja nach Motiv und Stimmung wähle ich das für mich passende Aquarellpapier.

Das Gewicht eines Papiers ist nur eine Angabe, wie viel Wasser das Papier aufnehmen kann, bevor es sich wellt. Man kann ganz phantastische Bilder auf ganz dünnen, leichten Papieren malen, wenn sie aufgespannt werden. Noch wichtiger als das Gewicht sind die Oberfläche und der Aufbau des Papiers. Sie bestimmen ganz wesentlich

  • wie das Wasser – Farbgemisch verlaufen wird,
  • ob sich beim Auftrocknen leicht Wasserränder und Ausblühungen bilden,
  • ob sich Farben wieder auswaschen lassen oder beim Lasieren schnell wieder anlösen und dann auf dem Blatt vermischen,
  • wie die Farbe in das Papier eindringen wird, ob ein Aquarell matt aussieht oder die Farben wunderbar leuchten,
  • ….

Leider gibt für den Aufbau der Papiere und die Oberflächen keine einheitlichen Bezeichnungen. Ich versuche in dem Artikel die wichtigsten Begriffe (matt, rau, fine, satiniert, torchon, extra rau, kalt gepresst, heiß gepresst Bütten, Echtbütten, Akademiepapiere, …) zu erklären und gebe Hinweise wofür, sich die einzelnen Papierarten eignen.

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Hier können Sie den Auszug aus dem Artikel „Auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier“ in der Palette 4 – 2016 auch als pdf lesen.

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Wie findet, man sein Aquarellpapier, dass die persönliche Malweiseunterstützt?

Wenn ich einen neuen Aquarellkurs oder eine längere Malreise starte, bitte ich meine Malschüler sich auf ein kleines Experiment einzulassen und ein einfaches Motiv mehrmals auf verschiedenen Papieren zu malen. Zuerst ist die Begeisterung nicht sehr groß. Ich versuche dann, den Stellenwert der Papierwahl für ein gutes Bild z.B. mit folgenden Aussagen zu verdeutlichen:

  • Es ist nicht möglich, mit dem besten Rotmarderpinsel und den brillantesten Farben auf einem Stück Pack- oder Toilettenpapier ein gutes Aquarell zu malen.

  • Von den Kosten für ein Aquarell gebe ich über 85 % für Papier aus, ca. 10 % für Farben, ca. 3 % für sonstiges und nur 2 % für Pinsel. Gute Pinsel halten bei richtiger Pflege viele Jahre. Papier und Farben sind Verbrauchsmaterial. Aber gute Aquarellpapiere sind die Grundlage für jedes Bild.

Eine der Übungen, die ich für einen

Test von Aquarellpapier

empfehle, ist das Malen von ein paar Äpfeln. Ich hatte diesen Test und die meine Ergebnisse bereits in den vergangenen Jahren einmal hier auf meinem Blog vorgestellt. Am besten Sie man die Ergebnisse des Tests von Aquarellpapieren in dieser Abbildung.

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Der Vergleich der fertigen Aquarelle auf den unterschiedlichen Papieren (c) Frank Koebsch
Der Vergleich der fertigen Aquarelle auf den unterschiedlichen Papieren (c) Frank Koebsch

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Palette und Zeichenstift 4 - 2016

Ich hoffe, dass ich Ihnen bei der Suche nach ihrem Aquarellpapier einige Impulse geben konnte. In dem Artikel „Auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier“ der Palette 2016 – 04 können sie ganz ausführlich etwas zu dem Test und den verschiedenen Papieren lesen. Wenn Sie die Zeitschrift nicht besitzen, können sie hier eine Leseprobe als pdf einsehen oder und das Heft bei dem Verlag oder im gutsortierten Zeitschriftenhandel kaufen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern in der Palette und beim Ausprobieren.

Hahnemühle Aquarellpapiere, ich häufig nutze (c) FRank Koebsch
Hahnemühle Aquarellpapiere, ich häufig nutze (c) FRank Koebsch

Wenn Sie meinen Blog verfolgen, werden Sie gelesen haben, dass ich zu 90% Papiere von Hahnemühle nutze. Ich kann die verwendeten Aquarellpapiere zu 100% empfehlen. 😉

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Vielleicht suchen Sie noch weitere Anregungen. Dann möchte ich Ihnen folgende Artikel empfehlen, die bisher von mir in der Zeitschrift „Palette und Zeichenstift“ erschienen sind:

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P.S.:

So ganz falsch kann ich mit meinen Überlegungen nicht liegen. Denn während unseres Urlaubes in Malmö erreichte mich eine Mail von meinem Kollegen Martin Lutz, mit einem Lob für den Artikel. Ein feedback über das ich mich sehr freue, denn ich bewundere die Aquarelle mit den Menschen von Martin Lutz. Mit seiner Malweise zaubert er Personen wunderbar locker und mit einer hohen Ausstrahlung auf „sein“ Aquarellpapier.

Aquarelle von Hanka Koebsch für die Kunstblume „Lore“

Aquarelle von Hanka Koebsch für die Kunstblume „Lore“

Unsere Aquarelle für das Projekt: Die Falsche Blume – Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger

Die Falsche Blume – Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger
Die Falsche Blume – Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger

Ich hatte in den vergangenen Tagen schon berichtet, dass Hermann August Weizenegger zu seinem Ausstellungsprojekt rund um das Märchen „Die falsche Blume“ verschiedene Projektpartner eingeladen hat. Ab dem 27. Juni 2015 wird die Ausstellung „Die falsche Blume – Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“ im Schloss Pillnitz zu sehen sein. Ausgehend vom Märchen über die Blumenbinderin hat Prof. Hermann August Weizenegger gemeinsam mit der Kunstblumenmanufaktur in Sebnitz und seinen Studenten an der FH Potsdam die beiden Kunstblumen „Lore“ und den „Sebnitzer Flussteufel“ entworfen. In der Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Dresden treffen nun Tradition und Moderne rund um die Sebnitzer Kunstblumen zusammen. Ausgehend von der traditionellen Fertigung und dem Wissen über die Kunstblumenherstellung in Sebnitz haben die anderen Projektpartner das Design der „falschen Blume“ aufgegriffen. So werden demnächst im Schloss Pilnitz neben den Sebnitzer Blumen auch

zu sehen sein. Nicht für jede dieser Ideen eigneten sich Drucke aus einer Computersimulation oder Fotos der Seidenblumen. Hermann August Weizenegger hatte im Web unsere Aquarelle zu verschiedenen Blumen und Blüten gefunden und uns dann gebeten, die Kunstblumen als Aquarelle zu malen.

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Die Kunstblume „Lore“ und Aquarelle von Hanka Koebsch

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Hanka hat sich für ihre Aquarelle vom Designmärchen „Die Falsche Blume“ und den Mustern aus Sebnitz inspirieren lassen. Die Farben entsprechen der Beschreibung aus dem Märchen – mit viel Weiß, ganz zarten Gelbtönen, einem hellen Grün und den Flecken der Blutstropfen der Blumenmacherin Lore. Gemalt hat Hanka mit Aquarellfarben von Schmincke auf zwei verschiedenen Aquarellpapieren, um verschiedene Verläufe und Farbigkeiten für ihre Blumen Aquarelle zu erreichen. Einmal hat Hanka das Hahnemühle Leonardo – Echtbütten, 600 g/m², matt und einmal das Aquarellpapier Canson Fontenay 300 g/m², fine gewählt. Hier ein paar Schnappschüsse von der Kunstblume Lore und ihren Aquarellen.

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Nun sind wir gespannt, wie ab dem 27.06.2015 die Ausstellung „Die falsche Blume – ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“ in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden aussehen wird und was aus unseren Blumen Aquarellen geworden ist.

Aquarell: Kritische Blicke beim Ladies Day

Aquarell: Kritische Blicke beim Ladies Day

Die Damen mit ihren Hüten bei den Pferderennen sind eine Augenweide

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Bei den Galopprennbahnen treffen kreative Damen mit Ihren Hüten auf schnelle Pferde. Eine wunderbare Chance für jeden Fotografen und Maler, die bei den Pferderennen Motive sucht. Mit besonderer Vorfreude habe ich dieses Jahr auf Ladies Day auf der Ostseerennbahn gewartet. Die Ladies Days sind etwas ganz traditionelles bei den Galopprennen und die Damen sind mit Ihren schicken Garderode und den Hüten eine Augenweide. Für viele Frauen ist ein wunderbares Event, sich mal in einem besonderen Outfit zu zeigen, aber es ist auch ein ein who ist who zu beobachten. Diese Szenen mich dazu gebracht, die AquarelleSchaulaufen“, „Schlanke Fesseln“, „(sachkundige) Besucher beim Pferderennen“, „Lohnt sich der Einsatz“ und andere Bilder aus der Serie  Pferde und Galopprennen zu malen. Ich wurde schon kritisiert, dass die meisten Damen auf meinen Aquarellen zu kleine Hüte tragen. Nun da wir für unsere Projekt  Faszination Galopper einmal die Ausstellung in der Galerie Severina und eine Präsentation während des Ostseemeetings 2014 geplant haben, hatte ich diese Aquarelle für die Ausstellung auf der Traditionsrennbahn Heiligendamm – Bad Doberan vorgesehen. Das Aquarell „Kritische Blicke beim Ladies Day“ war ein richtiger Farbtupfer während der Doberaner Renntage, doch schauen Sie selbst 😉

Kritische Blicke beim Ladies Day (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kritische Blicke beim Ladies Day (c) Aquarell von Frank Koebsch

Für Aquarelle mit Portraits wähle ich sehr oft als Aquarellpapier das  Hahnemühle Leonardo – Echtbütten600 g/m², matt denn dieses Aquarellpapier garantiert mit den Schmincke Aquarellfarben wunderbare feine Farbabstufungen. Als Kontrast passen wunderbar die beiden Aquarellen mit den Damen aus längsvergangenen Zeiten dazu. Für mich sind diese Bilder eine Augenweide. 😉 Was meinen Sie?

Die Ausstellung Faszination Galopper in der Galerie Severina (c) Karina Sturm
Die Ausstellung Faszination Galopper in der Galerie Severina (c) Karina Sturm

Wenn Sie neugierig sind, wie die anderen Bilder aus der Reihe Pferde und Galopprennen aussehen, dann möchte ich Sie in die Galerie Severina einladen, denn dort sind nach der Vernissage unser Ausstellung und der Ausstellung auf der Traditionsrennbahn Bad Doberan – Heiligendamm die Bilder von Karina SturmMaike JosupeitWiebke Haas und mir bis zum 13. September 2014  zu sehen. Es ist eine ganz vielfältige Ausstellung, denn jeder von uns hat seine ganz eigenen Beziehungen zu den Themen Pferde und Galopprennen. Schauen Sie doch mal in den nächsten Tagen vorbei und werden ein und zwei Blicke auf die Fotos von Wiebke Haas, die Leinwände von Karina Sturm, die Plein Airmalerei von Maike Josupeit und meine Aquarelle. Wir würden uns über Ihren Besuch in der Galerie Severina freuen.

Test von Aquarellpapier (Teil 3)

Test von Aquarellpapier

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Ich begonnen über einen Test von Aquarellpapieren zu schreiben, damit jeder Malschüler zu seinem Aquarellpapier finden kann. Ich habe hierfür vier Aquarellpapiere  ausgesucht, auf denen das gleiche Motiv gemalt werden soll. Als Papiere stehen für diesen Test, das

  • GERSTAECKER AQUARELL CLASSIC, 300 g / m 2
  • Hahnemühle “Britannia”, 300 g / m , Matt
  • Hahnemühle „Cornwall“, 450 g / m 2, Rau
  • Hahnemühle Leonardo – Echtbütten600 g/m², Rau

zur Verfügung. Als nächsten Schritt habe ich das Vorgehen für den Test der Aquarellpapiere beschrieben. Jetzt …

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Meine Empfehlungen für die Wahl des Aquarellpapiers

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Auf Grund der verschiedenen Oberflächen der Papiere verhalten sich die Farben anders. Ich habe versucht die wesentlichen Unterschiede in folgenden Stichpunkten zusammen zufassen.

  • Auswaschen von Bildsegmenten – sind eher auf den preiswerteren geleimten Papieren möglich.
  • Mischungen von Pigmenten auf dem Blatt – sind eher auf den preiswerteren geleimten Papieren möglich. Es kann zu unbeabsichtigten Vermischungen kommen.
  • Gleichmäßige Farbaufträge und Lasuren – sind auch für den Anfänger eher auf hochwertigen Papieren möglich.
  • Auf dem Hahnemühle Papier Cornwall lassen sich Verläufe besonders gut steuern.
  • Auf dem Hahnemühle Leonardo lassen sich besonders feine Farbabstufungen erzeugen.

Mein Tipp an alle die mich fragen, welches Papier Sie benutzen sollen, ist

  • Finger weg von Papieren von Discountern, wie Netto, Lidl und Billigangeboten.
    • Ich habe mich als Anfänger immer wieder geärgert, dass meine Bilder nicht gelangen. Wenn ich sehe, dass Malschüler sich auf solchen Papieren quälen und sie mich fragend anschauen, es mal auf einem meinem Papier zu probieren. Das Ergebnis ist immer ein AHA Erlebnis, denn es liegt zu 90% an dem Papier 😉
  • Investieren Sie in gutes Papier. Sie werden mehr Freude an der Malerei haben, indem Sie schneller und sicherer gute Ergebnisse erzielen.  Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, dass reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden, damit die Freude an der Malerei nicht verloren geht.
  • Suchen Sie sich ihr Papier !!! Fragen Sie in Ihrem Künstlerladen oder bei Ihrem Mallehrer nach verschiedenen Papieren oder Papierproben.

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Der Vergleich der fertigen Aquarelle auf den unterschiedlichen Papieren (c) Frank Koebsch
Der Vergleich der fertigen Aquarelle auf den unterschiedlichen Papieren (c) Frank Koebsch

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Dieser Test dient dazu, um sich über die verschieden Eigenschaften der Papier bewusster zu werden. Mein Tipp probieren Sie es einmal selbst mit verschiedenen Aquarellpapieren aus. Wählen Sie ein einfaches Motiv und realisieren Sie dieses eine Motiv in der gleichen Malweise auf den verschiedenen Untergründen. Lassen Sie sich überraschen, welche Ergebnisse Sie in Ihrem Test von Aquarellpapier realisieren.

P.S. Hier finden Sie die anderen Artikel der zum Aquarellpapier

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Wenn Sie meinen Blog verfolgen, werden Sie gelesen haben, dass ich zu 90% Papiere von Hahnemühle nutze. Ich kann die verwendeten Aquarellpapiere zu 100% empfehlen ;-).

Test von Aquarellpapier (Teil 2)

Test von Aquarellpapier (Teil 2)

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Ich begonnen über einen Test von Aquarellpapieren zu schreiben, damit jeder Malschüler zu seinem Aquarellpapier finden kann. Ich habe hierfür vier Aquarellpapiere  ausgesucht, auf denen das gleiche Motiv gemalt werden soll. Als Papiere stehen für diesen Test, das

  • GERSTAECKER AQUARELL CLASSIC, 300 g / m 2
  • Hahnemühle „Britannia“, 300 g / m 2 , Matt
  • Hahnemühle „Cornwall“, 450 g / m 2, Rau
  • Hahnemühle Leonardo – Echtbütten, 600 g/m², Rau

zur Verfügung.

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Vorgehen für den Test der Aquarellpapiere

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Auf den vier verschiedenen Papieren haben wir dann in gleicher Malweise, die Motive entwickelt.

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Papierproben (c) Frank Koebsch
Papierproben (c) Frank Koebsch
Schritt 1 - Anlegen der Hintergrundes (c) FRank Koebsch
Schritt 1 – Anlegen der Hintergrundes (c) FRank Koebsch

 

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Im Schritt 1 ging es darum, den Hintergrund auf den Papieren zu gestalten. Wir haben hierzu einen hellgrünen Farbton gewählt und haben die Farbe satt aufgetragen. Bereits an dieser Stelle erleben alle schon eine Überraschung. Mit der gleichen Malweise werden auf allen vier Papieren ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Für die meisten war interessant, dass für die Malerei auf den Büttenpapier Leonardo und der Oberflächenstruktur des Cornwall für den gleichen Farbton viel mehr Farbe gebracht wird, als für die geleimten Oberflächen den anderen beiden. Auf den Aquarellpapier Leonardo und Cornwall von Hahnemühle ließen sich für jeden am einfachsten einen gleichmäßigen Farbauftrag realisieren. Gut zu wissen, wenn man ein Aquarell mit einem gleichmäßig blauen Himmel realisieren will, denn hier können je nach Gestaltung des Bildes die Ausblühungen durch die wässrige Farbe störend sein.

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Ergebnisse für das Anlegen des Hintergrunds (c) Frank Koebsch
Ergebnisse für das Anlegen des Hintergrunds (c) Frank Koebsch

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In den nächsten Schritten haben wir die Blätter für die beiden Äpfel angelegt. Im Schritt 2 ging es darum auf einer kleinen Fläche mit blauer Farbe ein kleines Blatt auf den trockenen grünen Hintergrund anzulegen. Diese brachte auf allen vier Papieren ähnliche Ergebnisse. Anders sah es aus, als wir für den hinteren Apfel versuchten, im Bereich des Blattes die Farbe auszuwaschen. Das Auswaschen der Farbe war auf den geleimten Papieroberflächen des Gerstäcker Papiers und des Britannia von Hahnemühle am besten möglich, da die Farbe viel weniger in die Oberfläche des Papiers eindringt.

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Schritt 2 - Anlegen eines Blattes mit Blau auf dem trockenen Hintergrund (c) Frank Koebsch
Schritt 2 – Anlegen eines Blattes mit Blau auf dem trockenen Hintergrund (c) Frank Koebsch

Auswaschen von Farbe (c) Frank Koebsch
Auswaschen von Farbe (c) Frank Koebsch

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Im dritten Schritt wurde auf den trocknen grünen Hintergrund eine weinrote Farbschicht aufgebracht, um z.B. einen Unterlage anzudeuten auf der die Äpfel liegen. Auch hier sehen auf den einzelnen Papieren die erreichbaren Ergebnisse unterschiedlich aus. Wie beim Auswaschen der Farbe lösen sich die Pigmente auf den geleimten Oberflächen des Gerstäcker Papiers und des Britannia von Hahnemühle schnell und es wird in eine Farbmischung zwischen den grünen und roten Pigmenten erreicht. Im Vergleich dazu werden die Pigmente auf dem Büttenpapier Leonardo fast gar nicht angelöst. Damit lässt ich der Auftrag von Lasuren in verschiedenen Tönen sehr gut steuern.

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Schritt 3 Weinroter Farbauftag mit einer Mischung der Pigmente auf dem Hahnemühle  Pappier Britannia (c) Frank Koebsch
Schritt 3 Weinroter Farbauftag mit einer Mischung der Pigmente auf dem Hahnemühle Pappier Britannia (c) Frank Koebsch

Schritt 3 Weinroter Farbauftag ohne einer Mischung der Pigmente auf dem Hahnemühle  Papier Leonardo (c) Frank Koebsch
Schritt 3 Weinroter Farbauftag ohne einer Mischung der Pigmente auf dem Hahnemühle Papier Leonardo (c) Frank Koebsch

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In dem nächsten Schritt wird der linke Apfel mit einer wässrigen gelben Farbe gestaltet. Danach wird der gleiche Rotton mit dem der Untergrundangelegt wurde in das nasse Gelb eingebracht. Da bisher immer auf einem trockenen Untergrund gearbeitet wurde, werden hier zum ersten Mal die Unterschiede im Bereich der Nass in Nass Malerei zwischen den verschiedenen Papieren sichtbar. Wie schon aus der Erfahrungen bei Anlegen der Hintergründe ersichtlich, ergeben sich auf den geleimten Oberflächen des Gerstäcker Papiers und des Britannia interessante Verläufe, die sich kaum steuern lassen. In dem Foto mit dem Hahnemühle Cornwall Papier ist sehr gut erkennbar, dass sich hier die Verläufe gut steuern lassen.

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Schritt 4 - gelbe Hinterlegung des Apfels auf dem Gerstäcker Aquarellpapier(c) FRank Koebsch
Schritt 4 – gelbe Hinterlegung des Apfels auf dem Gerstäcker Aquarellpapier(c) FRank Koebsch

Schritt 5 - in das nasse Gelb wird Weinrot eingebracht - Gerstäcker Aquarellpapier (c) Frank Koebsch
Schritt 5 – in das nasse Gelb wird Weinrot eingebracht – Gerstäcker Aquarellpapier (c) Frank Koebsch

Schritt 5 - in das nasse Gelb wird Weinrot eingebracht - Hahnemühle Cornwall (c) Frank Koebsch
Schritt 5 – in das nasse Gelb wird Weinrot eingebracht – Hahnemühle Cornwall (c) Frank Koebsch

Schritt 6 der rechte Apfel wird mit Rot und die Schatten mit Blau angelegt - Hahnemühle Papier Britannia (c) Frank Koebsch
Schritt 6 der rechte Apfel wird mit Rot und die Schatten mit Blau angelegt – Hahnemühle Papier Britannia (c) Frank Koebsch

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Wenn der erste Apfel getrocknet ist, wird mit dem oben gewählten Rotton der rechte Apfel angelegt und mit Blau der Schatten auf dem hinteren Apfel und der Unterlage angelegt.  Der Gesamtvergleich im Test der Aquarellpapiere zeigt, dass sich auf allen der gewählten Papiere ansehnliche Aquarelle malen lassen, auch wenn die Ergebnisse durchaus unterschiedlich aussehen. Aber genau um diese Unterschiede geht es !!!!

Die Gegenüberstellung der einzelnen Bilder und ein Fazit für den Test der Aquarellpapiere veröffentliche ich in den nächsten Tagen. Schauen Sie also wieder einmal rein 😉

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P.S. Hier finden Sie die anderen Artikel der zum Aquarellpapier

Test von Aquarellpapier (Teil 1)

Herstellung von Aquarellpapier

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Ich hatte vor einigen Tagen einen Artikel über die Suche nach dem richtigen Aquarellpapier veröffentlicht. Ich bin hierbei ein wenig auf die verschiedenen Arten des Papiers und die Herstellung eingegangen. Fast zur gleichen Zeit waren Cordula Kerlikowski und Susanne Haun bei Hahnemühle.  Beide konnten die Produktionsräume und Herstellungsprozesse in der Hahnemühle FineArt GmbH in Einbeck und in Dassel/ Relliehausen zu besichtigen. Cordula hatte unter der Überschrift Die Hahnemühle – oder: die hohe Schule traditioneller Papierherstellung einen Artikel auf Ihrem Blog veröffentlicht. In dem Video Faszination Papier: (Ein-)Blick in die Hahnemühle kann sich jeder einen kleinen Einblick über die Papierherstellung  machen.

Doch was bedeutet die Herstellung verschiedener Aquarellpapiere für den Malenden? Cordula Kerlikowski und ich waren uns bei der Antwort einig:

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Jeder muss sein Aquarellpapier finden..

Ich werde ich immer wieder gefragt, welches Aquarellpapier ich nutze oder empfehle. Welches Papier ich nutze, kann ich schnell und einfach sagen. Aber mit der Antwort, welches Aquarellpapier ich empfehle tue ich mich schon schwer. Warum? Die Wahl des Aquarellpapiers hängt von der Malweise und eingesetzten Techniken ab. Dieses ist natürlich für viele eine absolut unbefriedigende Aussage, insbesondere bei Menschen, die beginnen das Aquarell für sich zu entdecken. In die Aquarellkursen kommen Malschüler mit den unterschiedlichsten Papieren, meist ohne zuvor Erfahrungen sammeln zu können oder eine Beratung erhalten zu haben. Mit Interesse schauen dann die Malschüler, dass ich auf meinem Aquarellpapier mache und versuchen, dann dieses mit ihren Mitteln und Möglichkeiten umzusetzen. Dieses ist oft nicht möglich, da das Papier auf dem die Schuler malen, dieses gar nicht zulässt. Dieses ist dann der Punkt, an dem die Malschüler dem Papier mehr Interesse schenken. Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist und die Kosten es erlauben, mache ich dann mit den Kursteilnehmern eine kleine Übung, in dem sie gemeinsam mit mir das gleiche Motiv auf unterschiedlichen Papieren malen.

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Test des Aquarellpapiers

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Für den Aquarellkurs Faszination Aquarell an der Volkshochschule Ehm Welk in Schwerin hatte ich gemeinsam mit den Malschülern ein einfachstes Apfelmotiv auf vier unterschiedlichen Papieren gemalt. In der Tabelle finden sie die genutzten Papiere, mit den Angaben der Hersteller zu den Papieren. Ich habe hierzu ganz bewusst Papiere mit unterschiedlichen Oberflächen ausgewählt.  Gleichzeitig habe ich ein sehr preiswertes Papier von Gerstäcker Papieren eines Herstellers gegenüber gestellt. Nur so ist es möglich wirkungsvoll zu zeigen, dass eine Aussage ich male auf Lana Papier, auf Papier von Canson, von Hahnemühle, von … wenig hilfreich ist.

Lfd. Nr. Hersteller Bezeichnung Ca. Preis pro Block Ca. Preis pro Blatt
1 Gerstäcker Künstler-Aquarellblock GERSTAECKER AQUARELL CLASSIC,
30 cm x 40 cm, 20 Blatt, 300 g / m 2
aus hochwertigem Zellstoff und HadernAufgrund der ausgezeichneten Oberflächenverleimung besteht die Möglichkeit, Farbe zurückzunehmen. Das erleichtert Korrekturen. Bei intensiver Nass-in-Nass-Technik sollte das Aquarellpapier vorher großflächig angefeuchtet werden, um die Oberflächenspannung zu mindern. Ein Aquarellkarton mit erstklassigen Eigenschaften, die für alle Techniken der Aquarellmalerei optimal sind
10,00 € 0,50 €
3 Hahnemühle Aquarellblock „Britannia“ 30 cm x 40 cm, 12 Blatt, 300 g / m 2 , MattGeeignet für alle Nasstechniken: Aquarell – insbesondere Nass in- Nass-Malerei, glattflächiges Vermalen sowie Trocken-Technik und Lavis 12,00 € 1,00 €
4 Hahnemühle Aquarellblock „Cornwall“,30 cm x 40 cm, 10 Blatt, 450 g / m 2, Rau, 100 % Zellstoff. Der stabile Karton gewährleistet ein gutes Fließverhalten der Farben. Die Leuchtkraft der Farben bleibt erhalten. Durch das hohe Flächengewicht wird eine sehr gute Planlage bei Nass-in-Nass-Technik erreicht. Für alle Aquarelltechniken, … 12,00 € 1,20 €
6 Hahnemühle Leonardo – Echtbütten Aquarellblock, 30 cm x 40 cm, 10 Blatt, 600 g/m², Rau, 100% Hadern,raue Oberfläche, säurefrei, lichtbeständig und von höchster Alterungsbeständigkeit. Der Block ist rundum mit einem Gazestreifen verleimt; dadurch ergibt sich eine gute Flachlage nach dem Anfeuchten. Der schwere, voluminöse Karton mit seiner weichen, harmonischen Oberflächenstruktur gewährleistet ein exzellentes Fließverhalten der Farbe und eine hohe Farbbrillanz. Hervorragend geeignet für alle Nasstechniken: Aquarell, Lavis, … 25,00 € 2,50 €

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Auf den vier verschiedenen Papieren haben wir dann in gleicher Malweise, die Motive entwickelt.

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Papierproben (c) Frank Koebsch
Papierproben (c) Frank Koebsch
Schritt 1 - Anlegen der Hintergrundes (c) FRank Koebsch
Schritt 1 – Anlegen der Hintergrundes (c) FRank Koebsch

 

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Im Schritt 1 ging es darum, den Hintergrund auf den Papieren zu gestalten. Wir haben hierzu einen hellgrünen Farbton gewählt und haben die Farbe satt aufgetragen. Bereits an dieser Stelle erleben alle schon eine Überraschung. Mit der gleichen Malweise werden auf allen vier Papieren ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Für die meisten war interessant, dass für die Malerei auf den Büttenpapier Leonardo und der Oberflächenstruktur des Cornwall für den gleichen Farbton viel mehr Farbe gebracht wird, als für die geleimten Oberflächen den anderen beiden. Auf den Aquarellpapier Leonardo und Cornwall von Hahnemühle ließen sich für jeden am einfachsten einen gleichmäßigen Farbauftrag realisieren. Gut zu wissen, wenn man ein Aquarell mit einem gleichmäßig blauen Himmel realisieren will, denn hier können je nach Gestaltung des Bildes die Ausblühungen durch die wässrige Farbe störend sein.

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Ergebnisse für das Anlegen des Hintergrunds (c) Frank Koebsch
Ergebnisse für das Anlegen des Hintergrunds (c) Frank Koebsch

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In den nächsten Schritten haben wir die Blätter für die beiden Äpfel angelegt. …

Wenn Sie wissen wollen, wie es mit dem Test von Aquarellpapier weiter geht, schauen Sie wieder vorbei 😉

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P.S. Hier finden Sie die anderen Artikel der zum Aquarellpapier