Wie malt man ein Auge mit Aquarell?

Wie malt man ein Auge mit Aquarell?

Vorbereitung der nächsten Aquarellkurse und Malreisen

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Ich bin gerade dabei die Aquarellkurse vorzubereiten. Hierzu gehört auch der Workshop “Portrait in Aquarell“ bei Heinr. Hünicke in Rostock am kommenden Freitag und Sonnabend. Es macht immer wieder Spaß mit den Kursteilnehmern die „Grundlagen des Portraits“ zu erkunden. Ich habe schon einige Aquarelle von Menschen gemalt. Richtige Portraits sind dann meist in Zusammenhang mit meinen Jazz Aquarellen entstanden.  Wenn Sie möchten, können Sie hier erleben, wie das Aquarellbild Konzentration, pp mit der Jazzsängerin Jacqueline Boulanger  Schritt für Schritt entsteht. Mit den Jahren hat sich meine Malweise auch geändert. Heute arbeite ich oft mit einer Vielzahl von Lasuren. Dieses ermöglicht es mir mehr Tiefe und Charakter in die Aquarelle zu bringen. Gerade wenn ein Portrait eines Menschen entstehen soll, welches „nur“ durch die Persönlichkeit  ohne einen Kontext zu Umgebung sprechen soll, dann ist es durch diese Aquarellmalerei viel Charakter in die Bilder hineinzulegen. Damit die Menschen dann lebendig wirken, muss besonderes Augenmerk auf die Augen gelegt werden. In der Vergangenheit hatte ich mal eine Übung fotografiert,  um den Malschülern zu zeigen,

Wie malt man ein Auge mit Aquarell?

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Diese Übung habe ich gerade wieder in meine Vorbereitungen für den Aquarellkurs „Grundlagen Portrait“ eingebaut für das kommende Wochenende eingebaut. Dieses ist natürlich auch die Gelegenheit, die Fotos auch einmal auf meinem Blog zu zeigen.

Wie male ich ein Auge in Aquarell (c) Frank Koebsch (9)
Wie male ich ein Auge in Aquarell (c) Frank Koebsch (9)

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Ausgehend vom Model oder dem Foto erstelle ich als erstes eine Skizze des Auges. Hierbei ist es wichtig, einige Dinge gleich zu erfassen. Wo und wie spiegelt sich ein Teil der Umgebung im Auge? Diese Spiegelung geht dann oft über die Pupille und die Iris hinaus. Für die Übung habe ich ein einfaches Foto ausgewählt, welches nur ein paar Lichtreflexe auf der Pupille zeigt. Welche Farbe hat das vermeintliche Augenweiß? An welchen Stellen glänzt die Haut in der Umgebung des Auges? Ich beginne meine Bilder oft, mit der Gestaltung der Umgebung, also habe ich als erstes eine Lasur in der Umgebung des Auges aufgetragen und die Glanzstellen der Haut ausgespart. Als nächstes habe ich die Pupille gestaltet. In diesem Fall ohne Spieglung der Umgebung konnte ich den Bereich der Pupille mit einem fast schwarzen Farbton gestalten. Den Schatten des oberen Augenlides auf dem Augapfel habe ich gleich mit angelegt. Im ersten Moment wirkt dieser schwarze Schatten übertrieben. Aber lassen wir uns überraschen. Auf die obere Kante des unteren leicht feuchten Augenlides fällt viel Licht. Deshalb habe ich diese Fläche ausgespart.  Im Schritt (4) habe ich mit weiteren Lasuren in den verschiedenen Hautbereichen rund um das Auge gearbeitet. Die Weiße Lederhaut des Auges hat eine erste leicht rötliche Lasur erhalten.  Im Bild (5) ist sicher das auffälligste die erste knall gelbe Lasur der Iris. Die Iris unserer Augen sind wunderbar mit vielen Farbtönen gemustert. Wenn ich mir das Foto genau anschaue, dann entdecke ich gelbliche, grünliche, graue, bläuliche Farben und das Gelb dient mir als Untermalung. In dem Bild (5) sind auch die ersten graublauen Lasuren für die Hauptbereiche im Schatten und die Augenbraue zu sehen. Im inneren Lidwinkel scheinen Teile des oberen Augenlides und das Tränenkarunkel besonders durchblutet zu sein und bekommen deshalb einen rötlichen Farbauftrag. In den Schritten (6) und (7) bekommt die Iris weitere Lasuren, um das interessante Farbspiel im Auge entstehen zu lassen. Im Bild (8) ist zu sehen, wie ich die Wimpern angelegt und durch weitere Farbaufträge die Umgebung des Auges immer Schritt für Schritt gestaltet habe. Das Ergebnis der schnellen Übung „Wie malt man ein Auge?“ können Sie im Bild 9 sehen. Aus meiner Sicht lebt ein gutes Portrait von einem lebendigen Auge, mit dem Farbspiel in der Iris, den Reflektionen und der gut ausgestalteten Umgebung des Auges. Hier macht sich das schrittweise Arbeiten mit verschiedenen Lasuren bezahlt. Wie gefällt Ihnen das Ergebnis der Übung

Wie malt man ein Auge mit Aquarell?

Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche

Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche

Mohn Aquarelle von Hanka und Frank Koebsch

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Sommer über den Feldern (c) Aquarell von Hanka u Frank Koebsch
Sommer über den Feldern (c) Aquarell von Hanka u Frank Koebsch

Wenn man mich fragt, wie lange ich schon male oder wie ich zum Malen gekommen bin, lauten meist der Beginn meiner Antwort: „Meine Frau und ich malen gemeinsam seit über 15 Jahren. …“  Das Gemeinsam bedeutet, dass wir gemeinsam begonnen haben, Aquarell und Pastell zu malen, gemeinsam Aquarellkurse besucht und Malreisen unternommen haben, dass wir zusammen ausstellen. In unserem Fall bedeutet gemeinsam malen, dass wir viel Freude haben zu malen, uns über die Malerei auszutauschen, uns gegenseitig anzuregen, Hinweise zu geben, Motive zu erkunden … Gemeinsam malen bedeutet nicht, dass wir gemeinsam an einem Bild malen oder zur gleichen Zeit malen oder gar zur selben Zeit ein Motiv malen.  Nun Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt eines von unseren vielen Aquarellen an dem wir beide Hand angelegt haben. Es war eher ein Spaß als Absicht oder System. Entstanden ist das Aquarell „Sommer über den Feldern“. Warum wir kaum zusammen malen ist, ganz einfach zu erklären. Jeder von uns hat seine eigenen Vorlieben. Wenn wir Blumen und Blüten malen, dann können auch schon mal Distel Aquarelle entstehen, während Hanka dann eher Tulpenaquarelle malt. Wenn wir Vögel malen, dann mag Hanka eher Rotkehlchen Aquarelle und ich Kraniche. Es gibt aber auch gleiche Motive, die wir gemalt haben. Im Sommern haben wir uns beide z.B. an Lila Mohn versucht. Entstanden sind zwei unterschiedliche Mohnaquarelle.

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Lila Mohn (c) Aquarell von Hanka Koebsch
Lila Mohn (c) Aquarell von Hanka Koebsch
Spotlight (c) ein Mohn Aquarell von Frank Koebsch
Spotlight (c) ein Mohn Aquarell von Frank Koebsch

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Wie sie sehen unterscheiden sich die Mohnaquarelle stark von einander, obwohl das Motiv ein und dieselbe Mohnpflanze aus dem Freilichtmuseum Mueß war. Die Bilder unterscheiden sich durch

Doch den wesentlichen Unterschied macht nicht das Material sondern die Art und Weise, die Vorstellung, die man das Motiv in Szene setzen will. Hanka hat einen Teil des Farbauftrages für den Hintergrund wieder abgewaschen, um meine Farbübergänge zu erzeugen und die Blüten in einer fiktiven Umgebung einzupassen. Ich habe den Kontrast zu den Mohnblüten massiv erhöht, in dem ich den Hintergrund sehr dunkel gehalten habe und nur einen Blick auf das Motiv wie in einem Spotlight ermögliche. Zwei Bilder vom gleichen Motiv aber doch zwei total unterschiedliche Mohnaquarelle. Wenn zwei das gleiche malen, entsteht nicht das gleiche.  😉

Was meinen Sie, welches der beiden Aquarelle von dem Lila Mohn gefällt Ihnen am besten?

Aquarellpapier

Aquarellpapier

Die Suche nach dem richtigen Aquarellpapier

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Pinsel und Farben / neue Palette
Pinsel und Farben / neue Palette

Die Wahl des Aquarellpapiers beeinflusst die Malweise und damit auch das fertige Aquarell. Immer wieder bekomme ich Anfragen, wie ich dieses oder jenes mache, wie ich Lasuren aufbaue oder mit den Verläufen arbeite. Egal ob nun Malschüler oder Menschen, die Freude an der Aquarellmalerei haben oder die  meine Videos z.B. Aquarell Step by Step – Faszination Karussell als Video oder Aquarell einer Distel von Frank Koebsch – step by step sehen, stellen dieses Fragen. Oft habe ich das Gefühl, dass als Antwort ein ganz einfaches Rezept erwartet wird, das jeder sofort umsetzen kann. Nun die Antwort ist auch ganz einfach, nur setzt sie voraus, dass die gleichen Aquarellfarben, die gleichen Pinsel und das gleiche Papier genutzt wird. Die Frage nach der besten Aquarellfarbe? habe ich schon beantwortet, bei Aquarellfarben benutze ich zu 90% Schmincke. Diese Antwort gilt unabhängig von der Wahl des Motivs oder ob ich auf Aquarell auf Leinwand oder verschiedenen Papiere male. Bei den Aquarellpinseln ist die Antwort nicht ganz so einfach, es kommt sehr stark auf die Malweise und das Motiv an. Aber welches Papier sollte man nutzen?

Aquarellpapier (c) Frank Koebsch
Aquarellpapier (c) Frank Koebsch

Arten von Aquarellpapier

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Ich hatte bereits in dem Artikel Papier in der Aquarellmalerei ein wenig zu diesem Thema geschrieben. Aber es gibt eine sehr große Anzahl von Papierherstellern, jeder stellt Papiere mit unterschiedlichen Qualitäten und Oberflächen her und nutzt auch noch unterschiedliche Bezeichnungen. Die verschieden Oberflächen werden z.B. eingeteilt in Satiniert, Feinkorn, Grobkorn, Matt, Rau, Torchon, …. Jeder kann sich durch Fühlen und Sehen einen Eindruck von den verschiedenen Oberflächenstrukturen verschaffen. Aber wenn man wissen will, wie sich die Farben auf den verschiedenen Papieren verhalten, spielt noch eine weite Eigenschaft eine Rolle – die Saugfähigkeit des Papiers, die mit der Verarbeitung unmittelbar zusammen hängt. Satinierte Papiere besitzen eine „glatte“ Oberfläche, die durch mehrmaliges Walzen der Papiere entsteht. Die Oberfläche eines satinierten Papiers nimmt damit aber viel weniger Wasser auf, wie ein handgeschöpftes Papier, ein Büttenpapier. Die Erklärung hierzu ist einfach, denn durch das Walzen und Pressen, werden die Papiere zusammen gedrückt und die auch die Papierpartikel an der Oberfläche ausgerichtet. Dann gibt es noch die Begriffe heiß- und kaltgepresst. Dieses sind weitere Spezifikationen für das Satinieren. Beim Satinieren / Pressen mit Hitze entstehen freikörnige Papiere. Wird das Satinieren ohne Hitze entstehen matte oder raue Papiere. Dann gibt es noch die Möglichkeit bei Pressen der Papiere ganz bewusst verschiedene Oberflächen im Papier zu erzeugen, seien es Rillen oder Gitterstrukturen. Die bekannteste Bezeichnung hierfür ist der Begriff – Torchon. Torchon bezeichnet eine Oberflächenstruktur, die man am ehesten als grobe Leinenstruktur bezeichnen kann.

Papierauswahl (c) Frank Koebsch
Papierauswahl (c) Frank Koebsch

Oft liest oder hört man, dass ein Künstler nur satiniertes Papier benutzt. Diese Aussage ist wenig wert, denn sie besagt nur, dass kein handgeschöpftes Papier genutzt wird. Diese Aussage lässt offen, ob es ein raues, mattes, feinkörniges Papier ist und möglich noch eine besondere Oberfläche, wie das Torchon hat.

Dazu kommt noch, dass sich die Papiere mit gleichen oder ähnlichen Bezeichnungen verschiedener Hersteller durch aus ganz verschiedene Eigenschaften beim Aquarellieren haben können.

Fazit:

  • Die verschieden Oberflächenstrukturen der Papiere beeinflussen das Fließverhalten der Aquarellfarben sehr stark.
  • Die Brillanz, die Leuchtkraft eines Bildes wird bei gleichem Farbauftrag  u.a. dadurch beeinflusst, wie saugfähig ein Papier ist.

Grammatur des Aquarellpapiers

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Hahnemühle Echt-Bütten Aquarellkarton „Leonardo“
Hahnemühle Echt-Bütten Aquarellkarton „Leonardo“

Ich male „nur“ auf Papieren mit einem Gewicht von 300 g / m2 und mehr. Nicht weil man auf dünnerem Papier nicht malen kann, sondern weil ich faul oder bequem bin. Ich möchte nicht das dünne Papier vor dem Malen einweichen und aufleimen oder auf einem Brett verkleben müssen. Ich arbeite meist auf Papieren mit einem Gewicht von 300 g / m2 auf rundum verleimten Blöcken. Durch die Wahl dieses Papiergewichtes auf rundum verleimten Blöcken verhindere ich, dass sich das Papier stark wellt, auch wenn ich meine Aquarelle Nass in Nass male.

Mit der Wahl des Papiergewichtes von 300 g / m2 und mehr, wähle ich in der Regel auch weitere Eigenschaften des Papiers. Die schweren Papiere nehmen mehr Farbe auf, ich kann mehrere Farbschichten als Lasuren übereinander legen, ohne dass das Bild stumpf wirkt. Ich kann Teile des Bildes wieder auswaschen, ohne dass die Papieroberfläche in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die Wahl des Aquarellpapiers

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Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt nur entsprechend dem gewählten Papier eine passende Malweise. Bei der Suche nach dem für Sie richtigen Aquarellpapier sollten Sie sich Zeit lassen. Meine Empfehlung ist, verzichten Sie auf Billigpapiere und die Hausmarken der Großhändler. Diese Papiere können gut sein, doch ob es diese Papiere in drei oder zwölf Monaten noch in der gleichen Qualität vom selben Hersteller gibt, ist fraglich. Ich habe mich in der Regel über diese Papier geärgert und nutze die Restbestände als Schmierpapier. 😉

Kaufen Sie auch nicht gleich mehrere Blöcke oder Bögen des teuersten Papiers. Meine Empfehlung ist es, fragen Sie Bekannte, andere Malschüler, Mallehrer, Künstler, ob Sie zwei / drei Blatt des Papiers bekommen können, dass Sie interessiert oder Ihnen empfohlen wird. Probieren Sie verschiedene Papiere aus, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, welches Papier Ihnen liegt. Die Wahl des Papiers wird ganz wesentlich dadurch bestimmt, welche Mahlweise Sie nutzen, was Ihnen liegt. Wenn Sie Malschüler sind und erst wenig Erfahrung haben, sollten Sie grundsätzlich das empfohlene Material Ihres Kursleiters nutzen. Bitte Sie in den Kursen, immer wieder darum, dass ein wenig Materialkunde gemacht wird, dass Sie die Chance haben Dinge zu hinterfragen und auszuprobieren.  Ausprobieren ist wichtig, extrem wichtig, denn man muss ein Gefühl dafür haben,

  • wann und wo mache ich das Papier nass, bevor ich den ersten Farbauftrag auftrage,
  • wann gebe ich bei einer Malweise Nass in Nass Farbe hinzu,
  • wie kann ich zu mindestens grob, die Verläufe der Farben steuern,
  • wann kann ich die nächste Lasur auftragen, ohne dass die Farben in einander verlaufen,
  • wie viel Pigment muss ich auftragen, um den gewünschten Farbton nach dem Trocknen zu erhalten,
  • ….

Ganz sicher in diesem Fall, geht probieren über studieren. Was mich interessiert ist,

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit welchem Papier gemacht?

  • Welches Aquarellpapier ist Ihr Favorit?

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P.S. Hier finden Sie die anderen Artikel der zum Aquarellpapier

Aquarellmalerei – Tricks und Kniffe

Aquarellmalerei – Tricks und Kniffe 

Hilfsmittel in der Aquarellmalerei

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Nicht jedes Aquarell gelingt. Entweder hat man nicht rechtzeitig aufgehört und das Blatt wieder zu voll gemalt.  Oder die Farben stimmen nicht, oder oder …. Es gibt eine Menge von Hilfsmitteln, wie z.B. Maskierflüssigkeit, um Flächen vor dem Farbauftrag abzudecken oder Grenzen zwischen verschiedenfarbigen Flächen zu realisieren. Andere arbeiten mit weißem Kerzenwachs, um Strukturen z.B. im Mauerwerk oder Wasserflächen zu erzeugen. Wieder andere nutzen Salz, Folie, Strukturpasten, …. Ich habe mich zu einem Puristen in der Aquarellmalerei entwickelt und arbeite zu 99,9% nur mit Aquarellfarben und Wasser, ohne Acryl Weiß oder Aero Color Farben.

Haben Sie bei Aquarell schon mal die falsche Farbe gewählt? Oder sind Farben ineinander gelaufen und es ist etwas entstanden, was Sie gar nicht gebrauchen können? Wenn das mit einem Rotton oder einem dunklen Farbton passiert, hat man beim Aquarell kaum eine Chance es zu korrigieren. Es gibt keine deckenden hellen Aquarellfarben, mit denen man das Geschehene vollständig rückgängig machen kann. Da helfen weder Titan-Deckweiß noch Neapelgelb, denn diese Farben sind selbst nur schwer zu übermalen. Ein Weg der wesentlich erfolgversprechender ist, könnte sein das Blatt teilweise unter Wasser abzuwaschen. Aber hierzu gehört Mut. 😉

Bei meinen Überlegungen zum Aquarell auf Aluminium ist mir wieder etwas eingefallen, was ich fast vergessen hatte, um mit Tricks und Kniffen das Bild noch zu retten.

Korrekturmöglichkeiten in der Aquarellmalerei

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Eine weitere Möglichkeit ist es den misslungenen Bereich, mit einer übermalbaren Schicht abzudecken und dann zu übermalen. Aquagrund od er Strukturpaste können hierfür eine Lösung sein. Aber dann entstehen durch die aufgetragenen Strukturen Absätze. Ob das immer in die Bildidee passt? Wenn keine Strukturen erwünscht sind, gibt es eine weitere einfache und gut beherrschbare Lösungsmöglichkeit, die ich Ihnen schrittweise vorstellen will. Diese Variante wird in einigen älteren Büchern beschrieben, ich habe es in einem Aquarellkurs vor einigen Jahren gelernt und ausprobiert.

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Korrekturmöglichkeiten mit Acryl Farbe und Spiritus in der Aquarellmalerei

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Korrekturen im Aquarell - Ausgangssituation (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – Ausgangssituation (c) Frank Koebsch
Ausgangsituation

Die rote Fläche ist für das geplante Aquarell zu groß geraten. Der untere rechte Bereich sollte mit hellen Gelb und Grüntönen gestaltet werden.Beachten Sie, dass die Aquarellfarbe gut aufgetrocknet ist!!!

Korrekturen im Aquarell - Hilfsmittel Acrylfarbe und Spiritus (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – Hilfsmittel Acrylfarbe und Spiritus (c) Frank Koebsch
Hilfsmittel

Weiße Acryl Farbe und Spiritus sind für diese Variante die notwendigen Hilfsmittel. Ich habe passend zur Papierfarbe Titanweiß gewählt.Nutzen Sie für Acryl und Spiritus nicht Ihre guten Aquarellpinsel. Einfache Billigpinsel tun es auch, Hauptsache sie sind sauber.

Korrekturen im Aquarell - Abdecken mit Acrylfarbe (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – Abdecken mit Acrylfarbe (c) Frank Koebsch
Abdecken mit Acrylfarbe 

Der zu korrigierende Bereich wird satt mit weißer Acrylfarbe abgedeckt.

Korrekturen im Aquarell - Benetzen der Acrylfarbe mit Spiritus (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – Benetzen der Acrylfarbe mit Spiritus (c) Frank Koebsch
Benetzen mit Spiritus

Gleich nach dem Auftragen der Acrylfarbe wird diese mit einem Pinsel mit Spiritus benetzt. Der Spiritus verändert die Eigenschaften der Acrylfarbe. Nach dem Trocknen ist die Farbe nicht durch Wasser anlösbar, aber sehr gut mit Aquarellfarbe übermalbar.Keine Angst, der Spiritus trocknet rückstandsfrei auf und verändert die Aquarellfarben nicht. Voraussetzung –  der Spiritus und die Pinsel sind sauber und die Aquarellfarbe wird nicht angelöst.

Korrekturen im Aquarell - zweite Schicht Acrylfarbe mit Spiritus nach em Trocknen (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – zweite Schicht Acrylfarbe mit Spiritus nach em Trocknen (c) Frank Koebsch
Zweite Schicht Acrylfarbe

Rottöne färben sehr stark. Also wird nach dem Trocknen der ersten Schicht eine zweite Schicht Acrylfarbe aufgebracht und mit Spiritus benetzt. Wem das zarte Rot in dem Weiß der korrigierten Fläche immer noch stört, der kann ruhig eine dritte Schicht aufbringen.

Korrekturen im Aquarell - die abgedeckte Fläche ist vollständig mit Aquarell bemalbar (c) Frank Koebsch
Korrekturen im Aquarell – die abgedeckte Fläche ist vollständig mit Aquarell bemalbar (c) Frank Koebsch
Die abgedeckte Fläche ist vollständig mit Aquarell bemalbar. Es liegt jetzt am Geschick des Malers die korrigierte Fläche mit dem „Rest“ des Bildes zu verbinden.

Manchmal helfen in der Aquarellmalerei – Tricks und Kniffe 😉 Viel Spaß beim Ausprobieren.

Aquarell Haus am Tegernsee – Step by Step (7)

Au backe, diese Beitragsreihe habe ich total vernachlässigt. Also werde ich dann in den nächsten Tagen das begonnene zu Ende bringen.

Arbeiten am Hintergrund

in dem vergangen Beitrag:Skizze auf die Leinwand und der erste Farbauftrag hatte ich den Himmel und die ersten Farbauftrag für den die Wiese im Vordergrund gestaltet. Nun beginne ich die Berge und Wälder im Hintergrund zu malen. Für die Berge sowie die Schattenbereiche rechts neben dem Haus habe ich eine Lasur aus Paynes grau bläulich und Delft blau gewählt. Die Bäume arbeite ich mit verschiedenen Nuancen von Farben heraus. Im Wesentlichen habe ich Oliv grün, Olivgrün gelblich, Lichter Ocker, sowie die genannten Blautöne benutzt. Um das Laub der Bäume an zu deuten, setze ich den Spitzen meiner Pinseln arg zu. Ich fasse sie  mit Zeigefinger und Daumen und drücke so, dass sich die Spitze in verschiedene kleine Büschel aufspaltet. Mit diesen tupfe ich dann in den Bereich der Bäume. Der Vorteil ist, dass ein ungleichmäßiger Farbauftrag von kleinen Flecken entsteht. Ich tupfe die verschiedenen Lauren so in die Baume, dass die Schatten- und die Unterseite der einzelnen Bäume dunkler wirken Für die Bereichen der Bäume auf die das Licht fällt, wähle ich hellere Lasuren. Je nachdem ob die Farben noch nass in nass ineinander verlaufen oder verschiedene Lasuren trocken übereinander gesetzt werden, ergeben sich wunderbare Effekte für das Laub.

Gleichzeitig gestalte ich die Wiese mit Lasuren aus Olivgrün gelblich und Nepalgelb.

Für die Elemente des hinteren Haus die im Licht liegen habe ich Goldbraun gewählt. Die Schattenbereiche habe ich mit Lasuren aus Paynes grau bläulich und Sepra braun gestaltet. Für das Dach  habe ich Englisch Venez – Rot gewählt.

P.S.: Hier finden Sie die anderen Reiträge zu dem Step by Step für das Aquarell: Haus am Tegernsee
Recherche mittels Foto
Motivauswahl
Aquarell auf Papier
Aquarell auf Leinwand
Stifte & Pinsel
Skizze auf die Leinwand und der erste Farbauftrag

P.S.S. Diese Serie beschreibt die Entstehung eines Bildes als Auftrag.

P.S.S.: Mehr über dieses Haus können Sie bei der  Architektin Monika Pöppl erfahren.