Disteln im Aquarell

Vorsicht: stachlig – ein neues Distel Aquarell

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Als ich vor einigen Tagen die Disteln fotografierte, merkte ich immer wieder, Disteln sind stachlig. 😉

Besonders oft habe ich mich an den Marien Disteln gestochen. Nicht nur die Stiele und Blütenstände sind mit Stacheln versehen, auch die Blätter haben es an sich. Neben den Formen der Blüten  mit ihren Stacheln und dem Blatt der Distel im unteren Bereich wollte ich das Thema im Aquarell durch die geometrischen Formen im Vordergrund und diffuse Formen weiter hinten unterstützen. Aus einer minimalen Vorzeichnung habe ich dann Stück für Stück das Motiv entwickelt. Hier das Ergebnis – mein Distelaquarell: „Vorsicht: Stachlig„.

Vorsicht stachlig (c) Disteln als Aquarell von FRank Koebsch
Vorsicht stachlig (c) Disteln als Aquarell von FRank Koebsch

Das besondere an diesem Aquarell war, dass ich nach einem Tag mit Terminen spät abends im Hotel gemalt habe. Der Fernseher lief und ich fing an Stück für Stück die Farben in Lasuren auf das Papier zu bringen. Irgendwann gegen 01.00 Uhr machte ich nach den letzten Spritzern im oberen linken Bereich das Licht aus. Als ich dann nach dem dritten Klingeln des Wecker am Morgen die Augen aufschlug, war ich überrascht, was ich da gezaubert hatte. Aber wahrscheinlich ist, diese Zeit für mich zum Malen nicht die schlechteste, denn so sind schon ein paar meiner Aquarelle entstanden.

P.S. Hier finden Sie weitere Aquarelle mit Disteln

Winterbilder in Aquarell (7)

In der vergangenen Zeit habe ich Ihnen einige Winterbilder aus dem Norden gezeigt. Heute möchte Sie ins Fränkische entführen. Dieses Bild ist vor sehr langer Zeit in einem Kurs mit Oskar Brunner in Nürnberg entstanden.
Ich mag das Bild immer noch 😉 Es ist in einer typischen Malweise von mir entstanden. Ich habe die Formen reduziert. So ist mit den Bäumen ein sehr gutes Gegengewicht zu dem Fachwerk entstanden. Die Farbwahl unterstützt dieses und bringt die winterliche Stimmung in den Hof 😉

Fachwerk im Winter
Fachwerk im Winter

Kirchen in Aquarell (6) Dach von Sankt Marien

Warum immer die Kirche als Ganzes malen? Ich habe bei der Spielereien mit meinem Fotoapparat verschiedene Ausschnitte vom Dach, dem Klockenturm u.a. fotografiert. Beim sotieren kam ich dann auf die Idee ein Segment zu malen. Hier das Ergebnis – ein Aquarell mit stark vereinfachten Formen und leuchtenden Farben in der sommerlichen Morgensonne.

Dach von Sankt Marien
Dach von Sankt Marien

Interviews im Aquarell Forum – Frank Koebsch (1)

Hier ein Auszug aus dem Interview von Regine Rost mit mir im Aquarell Forum.


1) Kannst Du uns erzählen, wie Du zum Aquarell gekommen bist?

Ich male eigentlich schon immer, wenn auch mit Unterbrechungen und habe schon so ziemlich alles ausprobiert, bis auf das Thema Öl.
Was übrig geblieben ist, sind das Aquarell und das Pastell. Das Aquarell bietet die meisten Möglichkeiten die brauche, um ein Bild zu malen, egal ob in einem Atelier, zuhause, vor Ort oder in einem beliebigen Hotelzimmer.

Der Reiz am Aquarell ist seine Vielfalt in der Arbeit auf verschiedenen Papieren und Leinwand, egal ob Nass in Nass oder min Lasurtechnik. Der Vorteil ist, dass die Farben in kurzen Zeit trocknen und die Utensilien zusammen gepackt werden können und dann wird das Bild an anderer Stelle zu späterer Zeitpunkt fertig gestellt.

2) Bist Du schon mal an einen Punkt gekommen, wo Du das malen aufgeben wolltest?

Na klar immer wieder 😉  Hier eine der Geschichten:

https://frankkoebsch.wordpress.com/2009/08/09/wie-malt-man-baume

„Vor einigen Jahren waren wir gemeinsam mit Renate Pfrommer einer Berliner Malerin und einer Malgruppe auf dem Darss und in Ahrenshoop unterwegs. Es kam was kommen musste, bei mir lief gar nichts, absolut nichts klappte. Es war alles wunderbar organisiert. Vormittags skizzierten und fotografierten wir an verschiedenen Orten am weißen Strand, der „roten“ Steilküste, der Boddenseite, urige Weiden, Reed gedeckte Häuser, Motive im Hafen und und…. Je nach dem wie weit wir kamen, zogen wir uns spätestens mittags in die Atelierräume der Ahrenshooper Strandhalle zurück, um aus den Skizzen und Fotografie Bilder zu machen. Ich konnte nicht abspannen, kein Blatt gefiel mir und wanderte umgehend in den Papierkorb. Ob es daran lag, dass ich durch die Vielfalt der Motive und Möglichkeiten überfordert war, keine Ruhe fand, denn ich hatte wegen dem Job das Handy nicht zu hause lassen können oder … Ich wurde knurrig. Nun ja abends sind wir dann immer die paar Kilometer nach Hause gefahren. Am dritten Abend hat mich meine Frau zum Elternabend eines unserer Kinder geschickt. Sie konnte mein Knurren wohl nicht mehr ertragen. Da saß ich nun, in irgendeinem Klassenraum, es ging um die üblichen Dinge, nichts Interessantes. Wie in meiner Schulzeit fing ich an zu kritzeln, wenn es langweilig wurde. Auf Notizblättern 8 x 8 cm, ein Kuli in der Hand, die Frage im Kopf, wie kann ich morgen vernünftige Bilder malen. Nach dem dritten Blatt war es klar, ganz einfache geometrische Formen, Rechtecke, Dreiecke und es entstand eine Vorlage 8 x 8 für einen Windflüchter und eine Boddenlandschaft mit einer Zeese. Meine Frau und unser Kind fragte nach dem Elternabend, ich sagte – nichts Besonderes. Am nächsten Tag setze ich selbstsicher die Farben auf das Papier und es stand in kürzester Zeit folgendes Aquarell. Ich finde die Lösung klasse, den Himmel, das Meer, den Strand, die karge Vegetation, den Baum. Ich mag es heute immer noch, denn „so einfach“ kann man Motive umsetzen, wenn man weiß wie.

Windflüchter
Windflüchter

Für mich ist diese Vereinfachung und Abstraktion, oft eine gute Lösung ein Motiv zu erfassen, darzustellen oder mich dem ganzen zu nähern. So manches Mal wünsche ich mir heute, ich könnte mich wieder aufraffen, so zu malen, denn weniger ist manches Mal mehr.“
Nun es gibt viele solcher Geschichten. Wichtig ist es für mich, es nicht zu erzwingen. Sondern es neu zu probieren, zu tüpfeln, zu überlegen, welche Lösung es für das gewünschte Bild gibt oder einfach mal Pause machen und es dann evt. mit einem neuen Motiv zu probieren.

Kirchen in Aquarell (3) Marienkirche

Blick auf den Neuen Markt (c) Aquarell auf Leinwand von Frank Koebsch

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Ich bin erstaunt auf wie vielen Bildern von mir die Marienkirche zu sehen ist. Nun ja …
Das Aquarell heute zeigt einen Blick über den Neuen Markt auf Sankt Marien. Der Standort des Betrachters befindet sich unter den Bögen an der Front des Rostocker Rathauses. Dieses Motiv habe ich zweimal gemalt, einmal auf Papier und einmal auf Leinwand. Ich zeige Ihnen hier das Aquarell auf Leinwand, welches ich interessanter finde. Warum? Die großen Flächen von den Bögen habe ich auf Leinwand mit Strukturpaste aufgebrochen und so ergibt sich eine authentischere Darstellung der groben geputzten Flächen im Vordergrund und eine größere Spannung zu den Motiven in der Ferne.

Blick auf den neuen Markt (c) Aquarell auf Leinwand von Frank Koebsch
Blick auf den neuen Markt (c) Aquarell auf Leinwand von Frank Koebsch

Kirchen in Aquarell (2) Marienkirche

Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Bild von der Marienkirche vorstellen. Dieses Aquarell zeigt Sankt Marien vom Neuen Markt aus. Wieder habe ich mit stark vereinfachten geometrischen Formen und Flächen für die Baukörper und die Bäume gearbeitet. Durch die Farbgebung habe ich den riesigen Kirchenbau in der Tiefe gegliedert. Die Kirche dominiert die Ecke Neuer Markt und Lange Str. 😉

Sankt Marien vom Neuen Markt aus
Sankt Marien vom Neuen Markt aus

Kirchen in Aquarell (1) Marienkirche

Ich hatte Ihnen in den vergangenen Tagen etwas über meine Überlegungen erzählt, ein Aquarell vom Doberaner Münster zu malen. Doch vorab möchte ich Ihnen meine älteren Bilder von Kirchen zeigen. Die meisten dieser Bilder sind bereit 2005 entstanden und haben ihre ganz eigene Malweise. In diesem Aquarell zeichnet sich der Baukörper durch eine Gliederung in einfache geometrische Formen aus. Die Morgensonne fängt sich auf der östlichen Seite des Gebäudes und das frische Grün der Bäume, in einer einer kleinen Strukur stellt einen erfrischenden Kontrast in Form und Farbe zu der Kirche da.

Die Marinenkirche, die größste Rostocker Kirche habe mehrmals gemalt. Zur Zeit wird die Kirche aufwendig renoviert und freue mich schon wieder das Rostocker Wahrzeichen wieder ohne Gerüste zu sehen. Hier ein Bild aus der Sicht des Vogelsangs. Sankt Marien ist ein mächtiges und wunderbare Zeugnis der Bachstein Gotik und es lohnt sich auf jeden Fall

  • die Kirche zu besichtigen,
  • die Astronomische Uhr anzuschauen und
  • den Glocken Turm zu besteigen 😉
Sankt Marien vom Vogelsang aus
Sankt Marien vom Vogelsang aus

Wie malt man Bäume? (3) – Kopfweiden

Heute möchte ich Ihnen die dritte Variante der Darstellung der Kopfweiden zeigen. Ich habe das Blatt in einzelnen Bereichen mit klarem Wasser angefeuchtet und so Stämme, Blattwerk, Büsche und Wiese in verschiedenen Schichten nass in nass angelegt. Durch diese Lasuren und deckenden Farbschichten übereinander hat das Bild Aquarell seine Struktur erhalten.

Kopfweiden 2
Kopfweiden 2

Ein Motiv – drei Anworten auf die Frage: Wie malt man Bäume? Aber wenn ich heute noch mal Kopfweiden würden, dann würde ich wahrscheinlich ganz andere Bilder malen 😉
Auf jeden Fall gibt es keine allgemein gültige Antwort, auf die Frage nur Lösungsangebote.

Kopfweiden 1
Kopfweiden 1

Kopfweiden
Kopfweiden

Wie malt man Bäume? (2) – Kopfweiden

Hier eine zweite Lösungsmöglichkeit für das Motiv Kopfweiden. Sie stehen oft an feuchten Wiesenrändern, Feldwegen mit Gräben und damit mitten im satten Grün. Nach dem ich die Stämme der Bäume gemalt hatte, habe ich das satte Grün der Kronen und der Wiese in Nass und Nass angelegt. Um eine Struktur der Blätter im Bereich der Baumkronen und der Wiese zu schaffen, habe ich in die Nasse Farbe etwas Salz gegeben. Nach dem Trockenen wurden einzelne Äste hinzugefügt.

Vergleichen Sie mit dem ersten Aquarell zum Thema Kopfweiden, das gleiche Motiv eine andere Lösung.

Kopfweiden 1
Kopfweiden 1

Wie malt man Bäume? (1) – Kopfweiden

Die Frage: Wie malt man Bäume? in all seinen Facetten scheint viel Menschen zu beschäftigen. Denn Google & Co. haben sich über die Suchbegriffe

  • Wie malt man Bäume? – 41mal
  • Aquarell +Bäume – 82mal
  • Malen +Bäume – 56mal

an meinen Blog gewandt. Täglich kommen neue Anfragen über die Suchmaschinen dazu. Also habe ich mal gestöbert und ein paar Bilder heraus gesucht, die ein Baummotiv in unterschiedlicher Malweise darstellen. Bei uns in Mecklenburg Vorpommern spielen Kopfweiden in den Landschaften, an den Feldrändern, den Wiesen und Bodden insbesondere auf dem Darß und Rügen immer noch eine große Rolle. Also was liegt es näher, die urigen Bäume zu malen. Die drei Kopfweiden Aquarelle, die ich hier in den nächsten Tagen vorstellen möchte, sind 2002 entstanden.

In dem ersten Bild von den Kopfweiden habe ich die Formen und Strukturen der Bäume in einfache geometrische Flächen zerlegt und so eine entsprechende Komposition gefunden. Dieses gilt für die Stämme genauso wie für die Kronen der Weiden.

Kopfweiden
Kopfweiden

Eine ähnliche Arbeitsweise für Bäume hatte ich bereits bei den Aquarellen „Tessiner Abendlicht“ und „Windflüchter“ in der Vergangenheit vorgestellt. Dieses ist nur eine mögliche Form. In den nächsten Tagen zeige ich Ihnen andere Lösungen für die Kopfweide, als Anregung für die Gestaltung von Bäumen.