Kann man Malen lernen?

Kann man Malen lernen?

Baucht man zu Malen Talent?

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Egal ob bei Ausstellungen, in Vorbereitung von Aquarellkurse oder wenn Menschen mich unterwegs bei den Malreisen an der Ostsee treffen, wird mir die Fragen gestellt:

Kann man Malen lernen?

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Nun aus meiner Sicht kann man Malen lernen. Nicht jeder bringt die gleichen Voraussetzungen mit. Aber dieses macht es gerade spannend, Kunst lebt durch Vielfalt. Wenn ich versuche, so die Frage zu beantworten, dann wird ganz schnell und oft die Talentfrage bemüht.  In den vergangenen Tagen hatte ich in der aktuellen Ausstellung „Faszination Galopper“ in der Doberaner Galerie Severina wieder eine solche Diskussion. Aus diesem Grund habe ich mal in meinen Bildermappen gekramt und möchte Ihnen zwei meiner Aquarelle zeigen. Beide Aquarellbilder zeigen das Dornenhaus in Ahrenshoop. Das erste Bild ist wahrscheinlich im Jahr 1999 entstanden und stellt einen meiner ersten Versuche nach der Schulzeit dar, wieder zu malen. Hätten Sie beim Anblick dieses Bildes gedacht, dass ich für das Malen Talent habe? Wie hätten Sie die Frage beantwortet, ob ich das Malen lernen kann?

Das Dornenhaus - ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch
Das Dornenhaus – ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch

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Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch
Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch

Das zweite Aquarell zeigt das Dornenhaus im Winter und ist 13 Jahre später entstanden. Meinen Malschülern empfehle ich immer, ihre Bilder aufzuheben, um zu sehen, wo und wie sich ihre Malweise verändert hat. Vor einigen Tagen hatte ich nach einer Malreise auf Rügen drei Aquarelle gezeigt, die innerhalb von sieben Jahren entstanden sind, denn ich habe das Pfarrwitwenhaus im Rahmen von verschiedenen Aquarellkursen und Malreisen immer wiedergemalt. Zum letzten Mal haben wir in diesem Jahr Ende Mai Aquarelle auf Rügen gemalt haben. Es immer wieder spannend seine alten Bilder zu sehen. die Aquarell „Pfarrwitwenhaus Groß Zicker“,  „Garten vor dem Pfarrwitwenhaus“ und „Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker“ sind 2007, 2009 und 2014 entstanden.

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Für mich ist die Botschaft der Bilder ganz einfach,  malen kann man lernen. Die Frage, ob man zum Malen Talent braucht, hatte ich schon einmal vor Jahren auf meinen Blog diskutiert. Damals hatte mich Astrid Volquardsen, ein phantastische Pastellmalerie in einem Kommentar auf das Buch “Die Talentlüge” von Daniel Coyle aufmerksam gemacht.  Fehlendes Talent wird oft als Ausrede genutzt, um sich dauerhaft und intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen.

Auf Amazon findet man zu diesem Buch folgende Kurzbeschreibung:

“Talent ist gottgegeben.
Oder fest in den Genen verankert.
Daran lässt sich nun mal nichts ändern.
“Falsch!”, sagt Daniel Coyle. Veranlagung spielt natürlich eine Rolle, aber entscheidend sind Motivation, Übung und Disziplin. Neueste Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften beweisen, dass wir sehr wohl Einfluss auf unsere Talente nehmen können. Coyle besucht Wissenschaftler und erfolgreiche Talentschmieden rund um den Globus und macht auf äußerst anschauliche Weise klar: Geht nicht, gibt’s nicht – Talent ist lernbar.”

Also nur Mut. Meine Aquarelle zeigen, dass man Malen lernen kann. Aber von einem möchte ich warnen. Versuchen Sie nicht zu malen, wie Ihre großen Vorbilder. Hierbei kann man eigentlich nur scheitern, denn jeder von uns hat andere Fähigkeiten, Voraussetzungen, hat eine eigene Sichtweise von den Motiven entwickelt. Aus meiner Sicht nutzen Sie Ihre eigenen Möglichkeiten und versuchen zu erarbeiten, was man von anderen lernen kann. Hier bei denke ich an zwei Dinge. Einmal an den Beitrag von Martin Mißfeldt:  Talent für Malen und Zeichen – Wichtig oder nicht? Er greift in diesem Beitrag, die Fragestellung nach dem Talent von mir auf und schreibt als Meisterschüler von Georg Baselitz

„ … man muss (auch und vielleicht vor allem) als Künstler nur eine vermeintliche Schwäche umdrehen und zu seinem Vorteil zu nutzen wissen. Baselitz hat bestimmt kein Talent, realistisch zu zeichnen oder zu malen, aber er hat sehr viel Talent, diese Schwäche zu nutzen. Und abgesehen davon braucht er überhaupt kein Talent zu haben – entscheidend ist doch, dass er großartige Bilder malt…“

Wenn Ihnen diesen zu theoretisch ist, dann gibt  es zurzeit eine wunderbare TV Werbung, in der ein junger Künstler den Stift nicht halten kann, aber dann Farbe an der Handkante ein wunderbares großformatiges Bild erstellt. 😉 Nutzen Sie ihre Chancen, ihre Fähigkeiten. Jeder Dozent oder Mallehrer sollte Sie unterstützen, ihre Stärken auszubauen, ihren eignen Weg zu finden. Wenn Sie Lust haben, mit mir in Schwerin, Rostock, Kühlungsborn oder auf Rügen zu malen, dann können Sie z.B. in der Ausstellung im Kulturinformationszentrum Schwerin Aquarellen von einigen Malschüler und mir sehen.

Nur Mut, malen kann man lernen.

 

Rostock Kreativ 2012

Rostock Kreativ in der Kunsthalle Rostock

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Heute um 16.00 Uhr wurde in der Kunsthalle Rostock die Ausstellung Rostock Kreativ 2012 eröffnet.  Über 400 Hobbykünstler haben Ihre Bilder und Skulpturen in die Rostocker Kunsthalle gebracht.  Das Team um Dr. Neumann hat in einem Mamutakt innerhalb der letzten Tage die Kunstobjekte angenommen, erfasst und gehangen. Ich war heute bereits eine Stunde vor der Eröffnung in der Kunsthalle und habe mich ein wenig umgesehen. Es ist wie in den vergangenen Jahren eine riesige Vielfalt von Aquarelle, Pastellen, Acryl– und Ölbilder zu sehen. Ich freue mich immer über die Begeisterung der Menschen  für die Malerei, denn so bin ich ja mit meiner Aquarellmalerei auch angefangen. Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie sich die Ausstellung Rostock Kreativ bis zum 05.02.2011 an und geben Sie Ihre Stimme für das „schönste Kunstwerk“ ab.

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Rostock Kreativ mit einer guten Tradition

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Inzwischen hat die Veranstaltung eine gute Tradition. In den folgenden Artikel finden Sie Informationen zu den Ausstellungen Rostock Kreativ 2010 und Rostock Kreativ 2011. Auch der Blog  Rostock heute hat immer regelmäßig über die Ausstellung der Hobbykünstler aus der ganzen Region berichtet.

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Hobbykünstler und vier der wichtigsten zeitgenössischen Künstler in der Kunsthalle Rostock

Während sich die Hobbykünstler und Ihre Bescher im Erdgeschoss tummeln, zeigt die Kunsthalle im ersten Stock seit November die Ausstellung Credo. Georg Baselitz, Gotthard Graubner, Gerhard Richter und Günther Uecker haben die Einladung in die Kunsthalle Rostock angenommen. Gotthard Graubner drei riesige intensiv leuchtende Farbraumkörper, die wie Kissen anmuten, haben mich besonders fasziniert. Leider herrscht für Fotoverbot, aber mit den Fotos auf dem Blog Rostock heute zu der Ausstellung Credo können Sie sich einen Eindruck von der Ausstellung machen. Aber bei aller Begeisterung für die Großen der Kunstszene an diesem Wochenende wird Ihnen die Show durch die Hobbykünstler gestohlen ;-), denn es werden wieder mehr als 3.000 Besucher für die Ausstellung Rostock Kreativ erwartet.

Blogparade Teil 3: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

Handwerkliche Grundlagen und Mühen versus Talent 😉

Handwerkliche Grundlagen für abstrakte Kunst?

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Aus meiner Sicht ist diese Frage von Oliver Kohls eine vielschichtige Frage. Einmal kann man die Frage ableiten, ob für die Kunst eine Ausbildung überhaupt notwendig ist. Reicht nicht einfach Talent / Begabung? Oder wie Matin Mißfeldt mal die Frage gestellt hat: Ist Talent die Erklärung für künstlerische Qualität?

Ich kenne viele Menschen, die in etlichen Bereichen mehr Talent haben, als ich. Aber nicht immer sind diese Menschen besonders erfolgreicher. Warum? Es kommt wie immer im Leben darauf an, was man aus seinem Talent macht. Aber dieses hatte ich schon mal in meinen Artikeln mit der Frage: Braucht man beim Malen Talent??? versucht zu diskutieren und habe neben meiner Meinung,

  • Talent ist 90 % Transpiration und 10 Inspiration oder Begabung

Andreas Mattern und Georg Baselitz zu dieser Fragestellung bemüht.  In den Artikeln

finden sie die jeweiligen Aussagen. Es bleibt dabei Talent ist hilfreich, aber nicht in jedem Fall notwendig. Was bleibt sind die Mühen…. 😉

Zum zweiten kann sich fragen, was soll in der bildenden Kunst auf Blatt oder die Leinwand gebracht werden? Geht es darum seine innigsten Gefühle, seine Freude, seine Wut mit viel Temperament und noch mehr Farben auf dem Untergrund zu platzieren? Dann bedarf es keiner Regeln für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. Aber bewegt sich der Künstler im Bereich der realen Darstellungen wirken Bilder genau durch diesen Elemente. Soll ein gutes Bild kein Zufallstreffer bleiben, muss der Künstler wiederholbare Ergebnisse erzielen können, dann muss man wissen, wie es geht, dann muss man sein Handwerkszeug beherrschen.  Genau auf diesen Sachverhalt, zielte die erste Frage in unserer Aktion: 10 Fragen zur Kunst, von Andreas Mattern, Ist es in der Kunst notwendig, seriell zu arbeiten?

Ich kann für mich, die Frage von Oliver Kohls: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

mit einem großen „Ja“ beantworten. Ich bin der Meinung egal, wie weit ein Künstler seine Motive abstrahiert, Ausgangpunkt einer Abstraktion ist die Fähigkeit Motive real wahrzunehmen, abbilden zu können und dann entsprechend der gewünschten Aussage und Wirkung zu abstrahieren, zu verfremden. Deshalb mag ich vielleicht auch Picasso, Dali, Rauch, … und es liegt mir bei vielen totalen abstrakten Malen, die Frage auf der Zunge, ob sie auch zeichnen können, ob sie in der Lage sind, ob sie in Bezug auf Proportionen und Perspektive in der Lage sind, ihre Motive realistisch darzustellen, ob sie ihr Handwerkszeug beherrschen 😉

In diesem Zusammenhang möchte ich einen kleinen Einblick in meine handwerklichen Grundlagen geben. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich skizziere, zeichne… meist versuche ich mit der Kamera zu arbeiten. Aber um die Proportionen zu erfassen, ist es wichtig zu zeichnen, zu skizzieren. Zurzeit male ich Kranich Motive und ich habe z.B. in Vorbereitung des Aquarells Auf den Weg nach Rügen nicht nur die Miniatur Kranich im Flug gemalt, sondern auch Kraniche gezeichnet.

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Kranich Skizze (c) Frank Koebsch
Kranich Skizze (c) Frank Koebsch

Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch
Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch

Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch

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Egal wie abstrakt oder real ein Kranich Aquarell dann aussehen soll, ohne Handwerkliche Grundlagen für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. lassen sich keine wiederholbar guten Ergebnisse erzielen.
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Schauen Sie doch mal in die dritte Etappe unserer Blogparade. Es lohnt sich, denn am Sonntag wird Oliver ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und sein wunderbare Pastell verlosen.

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 Oliver Kohls „Harlingen“Pastell auf Sandpapier,ca. 40 x 30 cm, 2011

Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls
Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler
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Wie „gut“ ist mein Blog im Vergleich?

Zwiespalt eines Bloggers

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Ein wenig ist man als Blogger immer im Zwiespalt, denn den Blog wollte ich doch für die Interessenten an der Malerei und für mich schreiben. Wenn ich ehrlich bin schiele ich doch immer mit mindestens einem Auge darauf, wo kommen die Besucher her, wie entwickeln sich die Zugriffzahlen, was machen andere in Ihren Blogs. Ich habe immer gedacht, es ist schwer mit Themen rund um mein Hobby die Aquarellmalerei, Ausstellungsorganisation und die Vernetzung dieses Blogs im Vergleich zu „Profi“Künstlern und Blogs mit politischen und anderen netzafinen Themen wie SEO mitzuhalten.

Mit Ehrfurcht schaue ich darauf, was

erreichen. Schnell ist klar, der Blog ist nur ein Teil, des Auftritts, des Wirkens der Personen dahinter ist. Edward B. Gordon hat seine Story aufgebaut, jeden Tag mindestens ein Bild zu malen, in Netz zu stellen und zu vermarkten.  Susanne Haun organisiert eine Menge Ausstellungen, managed gemeinsam mit Andreas Mattern die Druckwerkstatt K-02, wird von viele Galerien vertreten und und… Martin Missfeld mit einem Studium der Freie Kunst / Malerei an der Universität der Künste Berlin, Meister Schüler von Georg Baselitz hat seine Kunst und sein Verständnis über das WEB in das Unternehmenskonzept der Firma DUPLICON eingebracht und eines seiner Standbeine ist das Thema SEO für Bilder und Videos.

Wie kann ich mich mit meinem Hobby und meinem Blog  in die Ranking Listen einreihen, denn über die Ausstellungen, die Konzepte sind die drei oben genannten Menschen viel, viel bekannter. So wird der Suchbegriff „Edward B. Gordon” ca. 1.000mal und “Edward Gordon” 9.900mal pro Monat in Google eingegeben und Martin Mißfeld hat 28.000 Besucher und 47.000 Seitenaufrufe im seinem Blog. Zahlen, die ich nie erreichen kann. 😉

Nun aber eines ist heilsam und Balsam für meine arme Bloggerseele, denn im Rahmen eines Ranking von Mecklenburg Vorpommern, hat sich dieser Blog auf Platz drei befunden und ich habe gelernt, dass nicht alle SEO Blogs erfolgreicher sind. Martin Mißfeld hat auf den Blog von BOHNCORE verwiesen und gebeten mal eigene Zahlen zu nennen.

  • Artikel in November:         25
  • Kommentare:                   32 (und 32 Antworten ;-))))
  • Besucher                         4.380
  • Seitenaufrufe                   10.894
    • 2,49 Seiten – oder Bilderaufrufe pro Besucher
Zugriffszahlen auf einzelne Seiten und Artikel (c) Frank Koebsch
Zugriffszahlen auf einzelne Seiten und Artikel (c) Frank Koebsch

Auf welche Seiten und Artikel wie oft zugegriffen wurde, können Sie dem Bild Zugriffszahlen auf einzelne Seiten und Artikel entnehmen. Was sich bei mir sehr positiv auswirkt sind mehrere Faktoren:

  • Die Artikelserie zu Aquarellen mit Wintermotiven aus diesem und vergangenem Jahr passend zum Wetter. 😉
  • Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, wenn sie denn schon mal meinen Blog gefunden haben und schauen in die thematischen Galerien oben auf der Seite an. 😉
  • Ein wesentlicher Besuchermagnet ist die Veröffentlichung der Kalenderblätter. Hierzu hatte ich ja schon berichtet. 😉

Einnahmen aus meinen Blog habe ich keine, denn ich wehre mich tapfer gegen die Veröffentlichung von Werbung und freue mich, über die Akzeptanz meines Blog, insbesondere über das Feedback zu meinen Bilder und die Kommunikation mit Menschen zu den veröffentlichten Beiträgen als Kommentar in dem Blog, über E-Mail oder die Foren, in den ich meine Beiträge ebenfalls einstelle.

Informationsverteilung durch Vernetzung meines Blogs
Informationsverteilung durch Vernetzung meines Blogs

Das Erreichen der veröfentlichten Zahlen ist das eine, der Wissenzuwachs, der Spaß bei Schreiben für den Blog, das Feedback von anderen wiegen viel schwerer. Nun genug der Nabelschau und dem Traum ein wirklich wichtiger Blogger zu werden, ich nutze den Rest des Abends zu malen, bevor ich die nächsten Tagen in Frankfurt und Bonn meinem Job nachgehe.

Ich war 60 Minuten Begleiter von Neo Rauch

Besuch der Pinakothek der Moderne

Ich hatte ja vor einigen Monaten über das Interview von Neo Rauch in der mobile – Das Magazin der Deutschen Bahn berichtet und ich wollte versuchen, eine der Ausstellungen in Leipzig oder München zu besuchen.
Es hat wirklich geklappt. Eine Dienstreise hat mit nach München geführt und ein Termin war kürzer als vorgesehen und so hatte ich am späten Nachmittag Zeit in die Pinakothek der Moderne zu gehen. Ich war für 60 Minuten Begleiter von Neo Rauch.

Sie werden sich vielleicht fragen, was diese Überschrift soll. Nun ganz einfach, die Ausstellung trägt den Namen Begleiter. „Der Ausstellungstitel stammt vom Künstler selbst: Begleiter können Vorbilder und Weggefährten sein, aber auch weniger bestimmbare Kräfte, Gedanken oder Gefühle.“ |1|, S.2

Als Besucher kann man versuchen in die Bilder einzutauchen, sich einzulassen und so Neo Rauch ein wenig begleiten. Oder begleitet Neo Rauch den Besucher der Ausstellung, denn er scheint in vielen Bildern gegenwärtig zu sein.

60 – Nun es sich jeweils 60 Bilder die in Leipzig und München ausgestellt wurden und ich hatte leider nur 60 Minuten Zeit bis die Pinakothek schloss. 😉

60 Minuten Begleiter voo Neo Rauch
60 Minuten Begleiter voo Neo Rauch

Nun ja, 60 Minuten für eine Ausstellung von Neo Rauch. Für mich hat es sich gelohnt. Ich habe mich auf ein paar der großformatigen Bilder eingelassen. Was habe ich gesehen?
• eine Bildsprache die stark an Buchillustrationen erinnert,
• Bildelemente, die manchmal aus einem Märchenbuch entstammen können,
• in einigen Bildern Szenen, die aus der Industrialisierung des späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert zu stammen scheinen,
• Szenen, Figuren, Gebäude mit einen Bezug zur Arbeit im Bergbau, Schmieden, Rüstung, Strebergärten, Konsumtempeln, Kultur, Wissenschaft,
• eine Vielfalt von Bezügen auf Politik, Religion, Kunst, gesellschaftliche Entwicklung,
• Stilelemente aus Realismus, PopArt, Renaissance, …
• viele Figuren, wie Revoluzzer und Anarchisten, Machtmenschen, die sich in einer tragisch komischen Weise selbst behindern, suchende Menschen, genauso wie gestrandete,
• eine Mischung von Figuren in ein und dem selben Bild, die verschiedensten Zeitepochen zu entstammen scheinen und durch Kleidung, Körperhaltung bestimmte Charaktere verkörpern
• und immer wieder taucht in den Bilder hier und da ein Maler auf
• …

und daneben gewollt oder zu fällig Bilder von Georg Baselitz, Jörg Immenhof, Fotografien von Gebäuden, Industrieanlagen, dem Aktienhandel an der Börse und nur ganz sparsam Natur und ganz wenige Frauen in allen Bildern.

Es ist immer wieder interessant an den Bildern von Neo Rauch vorbei zu gehen, zu schauen, zu suchen. Unwillkürlich wirken die Bilder auf mich und ich erwische mich, wie ich versuche eine Geschichte, eine Aussage in den einzelnen Bildern zu finden. Oder stehen die Bilder doch in einem Kontext? Aber ich welchem?

Genauso interessant ist es, andere Menschen beim Betrachten der Bilder zu beobachten und zu lauschen, wie die Bilder erlebt und gedeutet werden 😉

Fazit:
Für mich haben sich die 60 Minuten gelohnt, in denen ich mich ein wenig auf Neo Rauch einlassen konnte. Es war ein tolles Erlebnis. Wenn Sie die Chance habe, nutzen Sie die Zeit, denn die Ausstellung endet am 15.08.2010.

Aber wenn Sie es nicht in diese Ausstellung schaffen, dann besuchen Sie doch in München die Ausstellung „Der blaue Reiter“. Hier finden Sie auch wieder Aquarelle ;-).

P.S. Nur nehmen Sie bitte den Restaurtor in dem Video zu der Ausstellung „Der Blaue Reiter“ in Bezug auf die Aquarelle nicht ganz so ernst. Zu mindestens die Firma Schmincke und viele Aquarellisten aus der heutigen Zeit, können bei ein Restaturation eines Rahmens mit Aquarellfarbe nur müde lächeln.

|1| Informationsschrift der Pinakothek der Moderne zur Ausstellung

Braucht man beim Malen Talent ??? Andreas Mattern

Klar kam, was kommen musste, bevor ich diesen Beitrag hoch geladen habe. Die Frage: Wie kann ich Andreas Mattern neben Georg Baselitz stellen?

Dieses wurde natürlich auch noch mal angeheizt durch den Artikeln von Martin Mißfeldt einem Meisterschüler von Georg Baselitz.

Für mich ganz einfach. 😉 Es sind interessante Menschen, die gute Kunst machen. Ob man die beiden auf die gleiche Stufe stellen kann? Hm … auf ihren Gebieten sind beide Spitze. Bei Baselitz wird dieses keiner anzweifeln, aber bei Andreas Mattern?

Ich mag ihn als Menschen und seine Bilder. Nun bin ich nicht „die“ Kompetenz, die den Stand von Künstler einschätzen kann, aber ich möchte auf folgende Aussage verweisen

„Andras Mattern malt Aquarell wie ein Mann“, sagte Anja Es über ihren neuen Gastkünstler in der „Künstlerei in der Alten Vogtei“ (Vorderreihe 7). Der Maler gehöre zu den zehn besten Aquarellisten Deutschlands….“ Nach zu lesen oder zu hören in diesem Interview. Mein Vorschlag ist, hören Sie sich das Interview an. Warum? Die Textform ist etwas gekürzt und das Video vermittelt mehr von der Persönlichkeit von Andreas Mattern.

Als was sagt einer der besten Aquarellisten Deutschland zu der Frage:

Braucht man beim Malen Talent ???

Ganz einfach Andreas Mattern sagt: “ Es gibt so den Spruch, für zehn gute Aquarelle müssen hundert gemalt werden. Also zum Anfang stimmt das garantiert. …. Bei mir gehen sogar die Schüler manchmal raus, weil sie sagen, sie können es nicht. Sie lernen es nicht.“

Ich habe mit Andreas Mattern zusammen gemalt und es war schon eine Bereicherung zu sehen, wie er an seine Bilder herausgeht.  Ganz klar steht Andreas Mattern auch dazu,

  • dass man in jedem Bild ein Risiko eingehen muss, etwas ausprobieren muss,  um eine gute Lösung zu finden
  • dass ein Bild misslingt, dass man irgendwann feststellt, dieses  Aquarell taugt nur für den Papierkorb, es ist nur eines von den 100.

Und dann heißt es von vorn anfangen, also Arbeit nichts als Arbeit 😉 und wenig Talent. Mit der Zusammenführung der beiden Aussagen von Georg Baselitz über die Begeisetung für das Malen und von Andreas Mattern zu den Risiken und den 100 Aquarellen, um 10 gute zu schaffen, fühle ich mich wohl.

Warum? Hm, ich habe mir seit der Kindheit in verschiedenen Etappen die Begeisterung am Malen erhalten.  Über die Zeit sind viele, viele Bilder entstanden und einige halte ich für gut. Ich habe in der Auseinandersetzung mit den möglchen Medien und den Motiven, viel gelernt.

Und so freue ich mich auch über den Kommentar von Astrid Volquardsen und den Hinweis auf  das Buch „Die Talentlüge“ von Daniel Coyle.  Fehlendes Talent wird oft als Ausrede genutzt, um sich dauerhaupt und intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen.

Auf Amazon findet man zu diesem Buch folgende Kurzbechreibung:

„Talent ist gottgegeben.
Oder fest in den Genen verankert.
Daran lässt sich nun mal nichts ändern.
„Falsch!“, sagt Daniel Coyle. Veranlagung spielt natürlich eine Rolle, aber entscheidend sind Motivation, Übung und Disziplin. Neueste Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften beweisen, dass wir sehr wohl Einfluss auf unsere Talente nehmen können. Coyle besucht Wissenschaftler und erfolgreiche Talentschmieden rund um den Globus und macht auf äußerst anschauliche Weise klar: Geht nicht, gibt’s nicht – Talent ist lernbar.“

Nun es ist klar, viele werden nicht so malen können, wie Baselitz, Mattern, Mißfeldt, Volquarsden und und … aber man kann seinen eigenen Stil, seine eigene Herangehensweise entwickeln. Versuchen Sie es und bleiben Sie dran und lassen Sie sich Tag für Tag überraschen 😉

Braucht man beim Malen Talent ??? Martin Mißfeldt

Nun ich hatte in den vergangenen Tagen die Frage

Braucht man beim Malen Talent ???blockquote>
gestellt  und unter anderem auf das Zitat  von  Georg Baselitz geschielt.

„Talent ist gar keines nötig“, sagte der 71-Jährige in einem Interview des Magazins „Elle Decoration“.

Der zweite Ausspruch von ihm lautet: „Man muss wie ein Künstler aussehen…“

Nun da ich zwar Bilder von Georg Baselitz gesehen habe, ihn aber nie kennen lernen konnte, hatte ich nur die Chance mich auf das Interview, meine Erfahrungen und Meinung zu beziehen. Aber ein Blog ist ja unter anderem auch dazu da,  auch andere Menschen in die Überlegungen mit einzubeziehen. In diesem Fall gab es Kommentare und Reaktionen mit denen ich nicht gerechnet hatte.  Doch der Reihe nach… Ganz besonders möchte ich Ihnen in dem Zusammenhang den Blog von Martin Mißfeldt empfehlen.

Warum? ich kann nur orakeln oder eine Lehrmeinung wieder geben, wenn es um Georg Baselitz geht. Martin Mißfeld aber nicht, denn er kennt Baselitz.  Er schreibt einige interessante Aussagen zu der Fragestellung

Talent ist eine überdurchschnittliche Begabung (siehe z.B.Wikipedia). Aber in Bezug auf Kunst und Malerei stellt sich die Frage, was eigentlich eine “überdurchschnittliche Begabung auszeichnet. Muss ein guter und erfolgreichen Künstler viel Talent haben?

Viel Spaß beim lesen. ;-), denn Martin Mißfeldt ist ein Schüler von Georg Baselitz.

Braucht man beim Malen Talent ??? Georg Baselitz

Nun ich hatte die Frage

Braucht man beim Malen Talent ???

gestellt. Was sagt Georg Baselitz dazu?

„Talent ist gar keines nötig“, sagte der 71-Jährige in einem Interview des Magazins „Elle Decoration“.

Der zweite Ausspruch von ihm lautet: „Man muss wie ein Künstler aussehen…“ 😉

Nun was soll, werden sich die meisten fragen. Nun die wirkliche Auflösung auf die Frage lautet nach Baselitz:

„Was nötig ist, ist die absolute Begeisterung für Bilder. Und Abstraktionsfähigkeit. Wenn Sie es nicht schaffen, etwas aus Ihrem Kopf in Form von Linien aufs Papier zu bringen, dann können Sie es aufgeben.“

o.k. damit kann ich leben. Klar kann man viel durch sein Äußeres und extravagantes Auftreten, Styling u.a. vorspielen und ein Teil des Publikums erwartet dieses auch. Aber irgendwie müssen die Farben auf das Blatt oder die Leinwand und dann hilft auf Dauer nur solides Handwerk und Begeisterung … 😉 So verstehe ich zu mindestens Georg Baselitz.

Und wie lautet die Antwort von Andreas Mattern?

Braucht man beim Malen Talent ???

Immer wieder höre ich ungefährt folgende Fragen und Aussagen:

  • Kann ich auch lernen so zu malen?
  • Wie viel Talent braucht man zum Malen?
  • Kunst kommt vom Können;

Was will man dazu entgegnen? z.B.:

  • Talent ist 90 % Transpiration und 10 Inspiration oder Begabung
  • die Übung macht den Meister
  • ….

Dieses ist für den Gesprächpartner nichts sagend. Deshalb habe ich mal zwei recht „berühmte“ Künster bemühmt um eine Anwort zu geben:

und

Sie meinen die beiden Künstler zur gleichen Fragenkomplex zu zituieren ist mutug? Na dann lassen Sie sich durch dir Antworten überraschen.

Blogemenia (2)

Ich hatte zu Beginn meiner Bloggerei bereits auf einige Blogs hingewiesen und meine „Blogroll“ gepflegt. Nun möchte ich Ihnen in den nächsten Wochen einige weitere interessante Blogs vorstellen.

Blogs, die sich mit den Themen

  • Malerei
  • Kunst im Allgemeinen ???
  • Kunstmanagement
  • Ausstellungshinweisen
  • Fotografie
  • meiner Heimat – Mecklenburg Vorpommern

beschäftigen. Schauen Sie doch ruhig mal rein, denn eine Empfehlung ist immer etwas wert. Oder?

Beginnen möchte ich mit einem relativ neuen Blog von Martin Mißfeldt. Er hat den Blog

Künstlerbedarf für Hobby-Malerei – Kreativ mit Farben

ins Leben gerufen. Thematisch will Martin den „Künstlerbedarf für kreative Hobby-Maler – über Farben, Pinsel, Papier, Leinwand, Techniken etc.“ behandeln.

So wie ich den Autor kenne, wird es sicher interessant. Wenn Sie jetzt sagen, Sie persönlich sind in der Hobbyecke nicht zu hause, dann werfen Sie einen Blick in die Vita oder die künstlerische Homepage von Herrn Martin Mißfeldt und Sie werden feststellen, dass Sie einen richtigen Profi vor sich haben,

  • einen Meisterschüler bei Georg Baselitz
  • der seit 25 Jahren einige Erfahrung mit verschiedensten Maltechniken und Bildkonzepten gesammelt hat und
  • der heute mit seiner Firma DUPLICON für etliche Museen, Galerien, Stiftungen erfolgreich arbeitet.

Mich reizen immer die Themen mit den ich auch schon in Berührung gekommen bin:

  • Einkauf von Materialien
  • Eignung von Farben
  • Wer hat welche Erfahrungen gemacht, z.B. mit Keilrahmen
  • und und…

Also schauen Sie mal ab und zu in den Blog für „Hobbykünstler“ 😉 – so profan es auch klingen mag, man kann nur dazu lernen oder diese und jene Erfahrung wieder auffrischen. Ich habe mich dort schon mit einigen Kommentaren verewigt. Machen Sie es doch auch, damit kann der Blog von Martin nur interessanter werden.