Bilder rahmen (4) – Wie sollte das Passepartout aussehen?

Bilder rahmen (4) – Wie sollte das Passepartout aussehen?

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In der Regel wird bei Bildern, Zeichnung, Radierungen, Fotos u.a. die mit Passepartout gerahmt werden, das Passepartout im Vergleich zum Rahmen stiefmütterlich behandelt. Wird für das Bild ein dezenter schmalen Rahmen gewählt, beeinflusst das Passepartout die Präsentation wesentlich.

Versuchen Sie ruhig das Passepartout zu variieren. Hier ein paar Fragen, die zeigen, welche Variantenvielfalt es gibt.

  • Welche Farbe / Oberflächenstruktur sollte ein Passepartout haben?
  • Wie groß sollte ein Passepartout sein?
  • Welche Maße sollt der Ausschnitt der Passepartouts haben?
  • Muss der Ausschnitt immer in der Mitte liegen?

Haben Sie ein Bild, eine Zeichnung, einen Druck auf Büttenpapier mit einer wunderbaren Randstruktur, verstecken sie diesen Rand nicht!!! Entweder wählen Sie ein Passepartoutausschnitt, welcher je nach Größe 5 bis 10 mm Abstand zum Bild garantiert und legen das Bild einfach ein. Eine wunderbarer Lösung, der die Eigenheiten des Büttenpapiers unterstützt. Manchmal lohnt es sich auch auf ein Passepartout zu verzichten. Susanne Haun präsentiert Ihre Zeichnungen oft in Max Aab Rahmen mit einer weisen Leiste und legt die Zeichnungen auf eine Wellpappe. Ein toller Effekt…
Wir haben eine Radierung von Inge Jastram ebenfalls ohne Passepartout gerahmt. Wir haben die Radierung auf eine schwarze Pappe gelegt, so kommen die schwarzen Linien und Strukturen der Druckerschwärze auf dem Büttenpapier wunderbar zu Geltung.

Doch ich wollte ja über die Rahmung mit Passepartouts schreiben…;-)

Über das Material habe ich schon geschrieben, ab besten säurefreies Material, Museumskarton o.a. Der Ausschnitt des Passepartouts für das Bild wird mit einem Schrägschnitt ausgeführt. Je nach Stärke des Passepartouts > = 1,4 mm und Oberflächenfarbe ist dieser Schrägschnitt ein dezentes Gestaltungselement. (vgl. Sie mit den Beispielbildern). Interessant kann auch eine Rahmung mit zwei Passepartouts unterschiedlicher Farbe sein. Hier ist das obere Passepartout schmaler und das untere ist zwischen Bild und dem oberen mit einigen Zentimetern zu sehen. Es lassen sich so ganz dezentes mehrfarbige Einfassungen des Bildes gestalten. Hier finden sie eine weitere Beschreibung und Beispiele.

Passepartouts sollen die Präsentation unterstützen. Deshalb ist der Ausschnitt für das Bild so zu wählen, dass das Bild in der Länge und Breite 1 cm größer ist als der Passepartoutausschnitt. Das Bild wird dann auf der Rückseite des Passepartouts mit säurefreiem Klebestreifen verklebt. Das Verkleben ist sinnvoll, denn oft reicht der Druck der Rückwand nicht aus, um das Bild dauerhaft zu fixieren, insbesondere bei Aquarellen mit schweren Papier >= 300 g / qm.

Passepartouts sollten nicht zu schmal gewählt werden, sonst sehen die Bilder im Rahmen wie eingeengt aus. Die Passepartoutränder sollten mindestens eine Breite zwischen Bild und Rahmen von mehr als 5 cm haben. Gerade bei kleinen Bildern seinen sie ruhig ein wenig großzügig.

Zu 90% werden die Ausschnitte der Passepartouts mittig realisiert. Es kann aber eine wunderbare Wirkung haben, die Bilder nicht mittig im Rahmen zu platzieren. Ich habe mal eines meiner Patelle in unterschiedlichen Rahmenformaten beispielhaft gerahmt. Warum also ein Bild in Querformat oder quardatische Bilder immer in einen eben solchen Rahmen stecken?

Die Farbe und Oberfläche eine Passepartouts bestimmt wesentlich die Wirkung der Präsentation des Bildes. Ich habe Ihnen einige Beispiele zusammengestellt. „Klassisch“ würde man immer einen dezenten Rahmen mit einem weißen Passepartout wählen. Aber auch andere Farben sind je nach Bild und Umgebung in der das Bild präsentiert werden soll möglich. Helle Grautöne bringen oft dezent das Bild wesentlich mehr zur Wirkung aus ein weis. Aber es ist auch möglich für das Passepartout ein Farbton zu wählen, der im Bild vorkommt. Das Anthrazit und das dunkle Grün passen gut zu der Saxophone Spielerin oder den Magnolien. Das Orange im dem Passepartout ist sehr gewagt.

Suchen Sie etwas besonderes, können Sie bei der Fertigung die Passepartouts auch mit Prägungen und Verzierungen versehen lassen.

Es lässt sich noch viel schreiben, aber wie heißt es so schön, eine Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn Sie ein Bild, Zeichnung, einen Druck rahmen wollen, probieren Sie es aus. Ein gutes Fachgeschäft berät Sie gerne heute in der Regel software gestützt so, dass Sie die Wirkung auf Ihr Bild sehen können. Wenn Sie es alleine probieren wollen nutzen Sie die Möglichkeiten der Passepartout Werkstatt. Hier können Sie Ihr Bild hochladen und mit Rahmen und Passepartouts die Wirkung ausprobieren.

Ich habe mir diese Funktion auf meiner Homepage ebenfalls zu nutze gemacht. Wenn Sie unter den einzelnen Bildern den Button „Einrahmen“ nutzen, können Sie die Bilder probeweise zu hause rahmen 😉

Also warum muss ein Passepartout immer weiß aussehen?

Schritt für Schritt

Ich habe lange keine Beschreibung mehr erstellt, wie bei mir ein Bild entsteht. Warum eigentlich? Im vergangenen Jahr hatte ich zwei Versuche gewagt, einmal bei dem Bild Golden Swing und einmal mit dem Bild „Desensibilisierung 1“

Goldener Swing
Goldener Swing

Das Bild Golden Swingein tolles Aquarell einer jungen Jazzsolisten. Kaum war das Bild fertig, war es auch schon weg. Ich mag das Bild mit seiner Stimmung, dem Swing, der Spielerei mit den Farbtönen in dem Bereichen Gelb – Ocker – Siena – Quinacridon Gold .. Schade, aber weg ist weg. Eine Beschreibung der einzelnen Malschritte war schon eine Herausforderung für mich. Warum? Ich mache bei einigen Bildern Fotos von den einzelnen Zwischenschritten und setze mich dann einige Tage danach an die Beschreibung. Nun verläuft bei der Malerei nicht alles bis auf letzte durch geplant und vieles lässt sich auch nicht voraussagen. Ich schaue, nehme ein Farbe, lege hier eine Lasur an, dort werden Fläche ausgewaschen, an einer anderen Stelle befeuchtet und Farbtöne verlaufen in einander oder über eine getrocknete Fläche. Vieles ist Erfahrung, Intuition – denn ich kann nicht vorher im Detail sagen, warum ich was machen werde und wie der Effekt sein wird. So war ist es insbesondere bei der Gestaltung der menschlichen Haut. Je nach Licht, Stimmung spiele ich hier mit Farben, Lasuren, Verläufen bis ich zu frieden bin (oder auch nicht…;-)). Wie will man dieses beschreiben?

Aber schauen Sie hier, was aus der Beschreibung wie das Aquarell „Golden Swing“ geworden ist.

Desensibilisierung 1
Desensibilisierung 1

Bei dem Bild „Desensibilisierung 1“ hatte ich mal etwas für mich neues probiert. Ich habe ein Foto in ein Aquarell auf Leinwand eingefügt. Das Feedback war recht positiv und so habe aus den Fotos der Zwischenschritte einen Artikel geschrieben und diesen der Zeitschrift Palette & Zeichenstift. angeboten. Nun dieses „Projekt“ zog sich und nach verschiedenen Korrekturen und Varianten. Nun soll der Artikel ab dem 12. September in der Zeitschrift stehen. Es war eine ganz andere Beschreibung, als z.B. die Beschreibung der Entstehung des Aquarells „Golden Swing“. Warum? Es geht hier weniger um die Feinheiten, die Lasuren der Haut einer Solistin sondern wesentlich mehr, um die Aspekte
• Wie ist die Idee entstanden?
• Welche Dinge muss man bei dem Aquarellieren auf Leinwand beachten?
• Was ist handwerklich bei den Keilrahmen zu beachten?
• Wie wird aus Foto und Aquarell wieder eine Einheit?
• …

Nun ich bin auf das Feedback gespannt. In der Zwischenzeit wollte ich aber auch keine neue Beschreibung anfangen, denn es ist schon intensiv und anstrengend jemanden Details zu beschreiben, warum man dieses jetzt so gemacht hat und nicht anders. Aber es hilft auch, sich darüber selber besser klar zu werden, die Möglichkeiten besser zu begreifen, kleine Fehler zu finden und Irrtümer auf zu decken.

Als die letzte Version des Manuskripts versand war, machte sich Erleichterung breit. Aber es dauerte nicht lange, dann gab es die Frage: Was würde sich lohnen noch zu beschreiben? In den nächsten Tagen können Sie einzelne Schritte eines meiner neuen Aquarelle hier nach vollziehen.

Warum ich versuche eine Beschreibung zu erstellen, habe ich geschrieben. Aber warum schaue ich mir solche Bücher, Blogs und Filme von anderen selber an. Die Antwort ist einfach, aus Neugier, wie gehen andere an die Umsetzung eines Motives. Ich nehme es als Anregung, suche Schritte und Techniken heraus, die ich dann bewusst oder unbewusst ausprobiere. Dieses wäre auch meine Empfehlung, gehen Sie mit meinen Beschreibungen der Aquarelle auch so um. Schauen Sie was Sie gebrauchen können, probieren Sie es aus. Aber erwarten Sie nicht, dass Sie das gleiche Ergebnis erzielen wie ich, denn Sie sind ein anderer Mensch, setzen andere Schwerpunkte, haben ein anderes Farbempfinden und wiederholen Sie nicht meine Fehler. Oder noch besser, malen Sie mit anderen zusammen.

Und  ich werde mich nach der netten Anfrage aus Paris  mal in einer schlaflosen Nacht oder einer langen Zugfahrt an das nächste Step by step setzen. Vielleicht bekomme ich ja mal ein Buch zusammen. ;-)))