Aquarellieren in Schwerin

Aquarellieren in Schwerin

Kleine Herausforderungen bei der Freiluftmalerei

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Meine Malausrüstung am Schweriner See (c) Frank Koebsch
Meine Malausrüstung am Schweriner See (c) Frank Koebsch

Ich freue mich auf den heutigen Tag. Ich bin in aller Frühe aufgestanden und nach Schwerin gefahren. Hier warten dann ab 09.00 Uhr meine Malschüler am Werderhof auf mich und wir werden gemeinsam am Schweriner See malen. Für eine Teilnehmerin wird dieses sicher eine besondere Überraschung, denn sie hat den Aquarellkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen.

Da der Wetterbericht einen sonnigen Tag vorausgesagt hat, werden wir draußen direkt am See malen. Die Freiluftmalerei hat Ihre Reize. Aber trotzdem entstehen die meisten meiner Aquarelle zuhause, meist abends, wenn der Stress des Tages abfällt und Ruhe einzieht.

Aber heute geht es wieder raus. Alles stimmt, das Wetter, ich treffen Menschen, die Lust haben mit mir gemeinsam zu malen. Wir  haben mit der Kulisse des Sportboothafens und des Marstalls am inneren Schweriner See wunderbare Motive. Bei der Pleinairmalerei sind einige Sachen zu beachten. Im Gegensatz zu Arbeit im Atelier, der Malschule oder zuhause wird meist das Licht unterschätzt. Durch das direkte Licht ergeben sich meist viel hellere Farbnuancen in der Sonne. Das Licht flirrt über heißen Flächen.  Die Schatten sehen auf Grund der helleren Umgebung anders aus. Die Sonne spielt uns aber noch weitere Streiche, sie wandert ;-). Also sollte man sich zu Beginn überlegen und festhalten, aus welcher Richtung auf dem Bild die Sonne scheint. Gleichzeitig sollte man festlegen, wie hoch die Sonne am Horizont steht. Eine schnelle Skizze kann hierbei helfen, dann damit werden die dunklen und hellen Flächen auf dem Bild, die Richtung und die Länge der Schatten festgelegt.

Gerade beim Malen im Sportboothafen besteht noch eine Gefahr. Das schöne Wetter lockt nicht nur uns Maler sondern auch die Freizeitskipper. Wir müssen damit rechnen, dass bis Mittag so manches Boot und damit unser Motiv teil oder ganz verschwindet 😉 – bei schönem Wetter sind fast alles auf dem See. Wind und Sonne machen nicht nur den Bootsführer Spaß, sie werden dafür sorgen, dass die Farben bei Aquarellieren viel schneller trocknen als im Atelier. Wir werden uns also bei Lasieren und der Nass in Nass Malerei beeilen müssen. Wenn der Wind auffrischt, wird manch Blatt von uns versuchen, wegzufliegen.

Aber trotzdem ist das Malen draußen direkt vor dem Motiv eine wunderbare Sache, denn es ist viel direkter, viel intensiver. Außerdem mit anderen zusammen zu malen, ist unschlagbar.

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Motive am Schweriner See

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Sommer am See (c) Aquarell von Frank Koebsch
Sommer am See (c) Aquarell von Frank Koebsch
Boote am See (c) Aquarell von Frank Koebsch
Boote am See (c) Aquarell von Frank Koebsch

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In Vorbereitung für den Kurs hatte ich drei Motive gemalt, um Beispiele für die Motivauswahl und die Frage nach dem richtigen Format zu haben. Die Aquarelle Sommer am See und Boote am See hatte ich in den vergangenen Tagen schon gezeigt. Für beide Bilder hatte ich das Querformat gewählt. Das erste Bild Sommer am See zeigte im Format 50 x 20 cm ein großes Panorama des Sportboothafens. Das zweite  Aquarell Boote am See zeigt einen Ausschnitt des Panoramas im Format 40 x 30 cm. Für das dritte Aquarellbild habe ich ein Hochformat 40 x 30 cm gewählt. Die Schiffe und Bootshäuser habe ich recht klein gehalten, um so mal eine große Fläche für den Himmel zu haben. Aber wie malt man für so ein Bild den passenden Himmel? Wolfgang Baxrainer hatte mal zu Recht gesagt: „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ Also habe ich in das so makellose Himmelsblau des Tages weiße Sommerwolken gezaubert, damit das Bild nicht ganz langweilig wird, den an dem Tag, an dem das Bild entstanden ist waren die meisten Boote auf dem See und nicht in der Marina.

Bei schönem Wetter sind fast alle auf dem See (c) Aquarell von Frank Koebsch
Bei schönem Wetter sind fast alle auf dem See (c) Aquarell von Frank Koebsch

Na mal sehen, was uns heute beim Aquarellieren in Schwerin einfällt.

Hochformat oder Querformat?

Die Frage nach dem „richtigen“ Format

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Hochformat oder Querformat ?
Hochformat oder Querformat ?

Susanne Haun hatte bei uns bei unserem Besuch in der Hamburger Galerie FASZINATION ART nach Ideen / Anregungen für die Sketchbücher von Hahnemühle gefragt. Auch wenn ich der Typ für ein solches Sketchbuch bin, denn ich versuche meine Motive fotografisch zu erkunden. Hatte ich auf dem ersten Blick eine Anregung. Ich sage Susanne sofort, dass ich wahrscheinlich ein Buch in Querformat vorziehen würde. Warum? Die meisten meiner Aquarelle in Querformat / Landscape angelegt. Ich habe diese spontane Aussage überprüft, hier Auswertung der Aquarelle und Pastelle von meiner Frau und mir auf unserer Hompage.

Ordnungsbegriff für unsere Bilder

Geamt Anzahl

Anzahl der Bilder in Querformat

Anzahl der Bilder in Hochformat

Anteil der Bilder in Hochformat

Bäume

28

26

2

7%

Blumen und Blüten

33

28

5

15%

Disteln

8

4

4

50%

Dörfer & Städte

43

32

11

26%

Kraniche

18

13

5

28%

Löwenzahn / Pusteblumen

8

2

6

75%

Landschaften

21

17

4

19%

Maritimes

62

47

15

24%

Mohn

19

13

6

32%

Möwen

20

16

4

20%

Musik & Saxophon

25

12

13

52%

Portraits & Menschen

42

5

1

17%

Winterbilder

22

21

1

5%

Gesamt

313

236

77

25%

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Das Ergebnis bestätigte die spontane Aussage von mir zum Format.  Dieses kann eine persönliche Vorliebe sein. Aber ich kenne sehr wohl die Diskussion, dass einige Künstler empfehlen, die Bilder im Hochformat anzulegen und bewusst den goldenen Schnitt zu verlassen, um die der Masse aufzufallen. Also muss etwas dran sein, dass die meisten Bilder im Querformat angelegt werden.  Gibt es Gründe für die Wahl des Formates? Sind es Sehgewohnheiten vom Fernsehen oder den Monitoren?  Sind es die Gewohnheiten unserer Augen und der Bilder, die wir seit Geburt wahrnehmen, die das Format eines Bildes bestimmen? Oder ist die Formatwahl abhängig vom Motiv? Ich habe ganz einfach mal Google zu einigen Ordnungsbegriffen unserer Aquarelle und Pastelle gefragt. Hier das Ergebnis.

Ordnungsbegriff für unsere Bilder

Geamt Anzahl der von Google gefundenen Bilder

Anzahl der von Google gefundenen Bilder in Querformat

Anzahl der von Google gefundenen Bilder in Hochformat

Anzahl der von Google gefundenen Bilder in Hochformat

Disteln

709.000

411.000

298.000

42%

Kraniche

190.900

115.000

75.900

40%

Mohn

1.282.000

699.000

583.000

45%

Löwenzahn

945.000

538.000

407.000

43%

Möwen

448.000

272.000

176.000

39%

Musik

128.400.000

67.900.000

60.500.000

47%

Portraits

422.000.000

273.000.000

149.000.000

35%

Das Ergebnis war für mich interessant. 60 % aller Bilder unabhängig vom Motiv die Google findet, sind Querformate ;-).

Was meinen Sie

  • Wodurch wie die Formatwahl von Bildern beeinflusst?

  • Eignet sich das Querformat für ein Sketchbuch?