Fotofestival in Zingst

Fotofestival in Zingst

Fotofestival Horizonte in Zingst

.

Für uns ist es seit einigen Jahren Tradition das Fotofestival Horizonte in Zingst zu besuchen. Wenn es klappt nehmen wir selber an Workshops teil. Was wir unbedingt empfehlen können, ist ein Workshop an Bord der Brigg Aphrodite. Hier ein paar Schnappschüsse von unserem Workshop auf der Aphrodite. Aber dieses Jahr viel das Eröffnungswochenende des  Fotofestivals in Zingst terminlich auf Pfingsten. Ich hatte ja am Pfingstwochenende noch eine andere Verpflichtung, denn ich wollte am Sonnabend und Montag an Kunst offen 2012 in der Kunstscheune Rethwisch teilnehmen. So blieb nur der heutige Tag, um einen Ausflug nach Zingst zu unternehmen.

.

Unsere Höhepunkte des Fotofestivals Horizonte

.

Wir haben unseren Besuch wie immer im Kulturhaus und an der Seebrücke begonnen. Die Ausstellungen horizont 09 »Junge Liebe zur Natur« im Kurhaus, horizont 08 »World of PEN – Kontraste«  im STEIGENBERGER STRANDHOTEL und horizont 13 »Tiere sehen Dich an« auf dem Postplatz sind schon interessant. Aber dieses Jahr waren für uns die Ausstellungen horizont 21 »Landscapes & Memory«  im Marinekomplex und die Präsentationen im Hotel „Vier Jahreszeiten“.  Für die Ausstellung Landscapes & Memory hat Jo Röttger Soldaten bei einem Afghanistan-Einsatz begleitet. Es hat mit seiner Großformatkamera die Soldaten bei der Vorbereitung, ihrem Aufenthalt am Hindukusch bis zur Rückkehr nach Deutschland begleitet. Eine interessante Ausstellung, die sich wohltuend von den Presseberichten unterscheidet. Der alte morbide Marinekomplex auf dem ehemaligen Flakschießplatz Müggenburg ist für die diese Fotografien ein wunderbarer Ausstellungsort.

Im Festivalhotel Vier Jahreszeiten gibt es eine Vielzahl von wunderbaren Ausstellungen, wie z.B.·

Unser Rückweg führte uns an den zahlreichen Fotos der Open Air Ausstellung horizont 14 »Cyclists« vorbei. Eine klasse Zusammenstellung …

.

.

Kunst offen
Kunst offen

Schade, dass ich nicht mehr Zeit habe. Morgen werde ich wieder Menschen im Rahmen von Kunst offen für das Aquarell begeistern und freue mich auf viele Besucher in der Kunstscheune Rethwisch. Dann drängt die Zeit, um die Vorbereitungen für unser Ausstellungsprojekt “Flughafen Berlin Tegel, eine Hommage – Zeichnung, Fotografie und Aquarell” weiter voranzutreiben ;-).

Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie doch selbst einmal in den nächsten Tagen in Zingst in die Ausstellungen oder die Workshops. Es lohnt sich, denn bis zum 03.06.2012 stehen etliche sehr gute Aktionen in dem Veranstaltungsprogramm des

Fotofestival in Zingst

Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr von Frank Koebsch

Der 1.000 Artikel auf dem Blog

.

Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr von Frank Koebsch

.

Der 1.000 Artikel
Der 1.000 Artikel

Diese ist mein 1.000 Blog Artikel. Ein kleines Jubiläum 😉 Was macht schreibt man aus einem solchen Anlass? Einen besonderen Rückblick? Statistiken, wie anlässlich der 300.000 Clicks auf diesem Blog  oder Auswertungen zu Themen

hatte ich vor kurzem bereits beschrieben. Nun also habe ich ganz einfach auf Facebook und Twitter gefragt, was mein Leser, Fans oder Follower interessieren könnte. Heidelinde Tabea Szillat hatte einen Vorschlag gemacht, der mir gefiel. Als Wienerin wollte sie etwa über meine Beziehung zu meiner Beziehung zu den Dünen, Wind und der Ostsee wissen.

.

Ostsee, Sonne, Wind, unendliche Weite bis zum Horizont

.

Kutter GZI 06 (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kutter GZI 06 (c) Aquarell von Frank Koebsch

Wo soll ich bei einer solchen Frage anfangen?  Ich könnte ganz einfach sagen, ich bin hier aufgewachsen und das Meer, die Ostsee hat mich geprägt. Dieses ist richtig, aber erklärt dieser Satz anderen Menschen, was mich an die Ostseeküste fesselt. In der Beschreibung meines Blogs verweise ich darauf, dass ich  beruflich nach Berlin, Bremen, Frankfurt / Main, Hamburg, Hannover, Luzern gependelt bin. Nun alle diese Städte und ihre Umgebung haben ihren eigenen Reiz, aber es reichte alles in allem nie, um mich von der Ostsee weg zu locken. Ich glaube, dass was ich wirklich brauche ist die Weite des Landes und der Wind von der Ostsee.

Wie soll ich das erklären? Ganz einfach, wenn man im Sommer in der City von Frankfurt, München, Wien, Berlin oder Hamburg sieht, steht dort oft die Hitze. An der Ostsee geht immer ein wenig Wind, zieht abends die Kühle vom Meer landeinwärts. Wenn man ein wenig Ruhe braucht und sei es  nur für ein paar Minuten, brauche ich die Chance einfach den Blick schweifen zu lassen, die Weite bis zum Horizont über das platte Land an der Ostseeküste.

.

Heimat ist für mich verbunden mit Ostsee, Sonne, Wind, unendliche Weite bis zum Horizont

.

stolze Möwen (c) Aquarell von FRank Koebsch
stolze Möwen (c) Aquarell von FRank Koebsch

Frank KoebschIch habe seit einigen Jahren auf XingIch habe 20 Jahre für Siemens Kunden betreut, in den letzten Jahren die großen Banken und Versicherung. Ein sehr interessanter Job, der mich viel rum gebracht hat. Aber ich habe dabei viele Jahre aus dem Koffer gelebt und mit der Zeit, hatte ich dann unbändige Sehnsucht nach Heimat. Auf Stern.de gibt es hierzu einen treffender Artikel

Was ist Heimat?

Ist es ein Ort? Ein Gefühl? Im Zeitalter von Globalisierung, Wirtschaftskrise und Wertewandel entdecken viele Deutsche, wie wichtig es ist, sich irgendwo zu Hause zu fühlen.

illustre Badegesellschaft (c) Aquarell von FRank Koebsch
illustre Badegesellschaft (c) Aquarell von FRank Koebsch

Ich bin in Rostock  groß geworden. Also Kind sind meine Eltern und Großeltern mit mir zum Strand gefahren, sind mit mir in Warnemünde, am Stadthafen spazieren gegangen, haben die Städte an der Ostsee erkundet Meine Mutter und mein Vater, viele Verwandte und Bekannte arbeiteten in Betrieben für den Schiffbau, im Hafen, in Reedereien, im Fischfang, ……  Als Jugendlicher habe ich mir einen Ferienjob bei der Post gesucht, denn nach dem Briefe austragen, konnte ich so ab um 10.00 Uhr am Strand liegen. Mit Freunden in den Wellen toben, Volleyball spielen, mit braungebrannten Mädchen in Bikinis flirten … ;-).

.

Kreidefelsen bei Sassnitz (c) Aquarell von FRank Koebsch
Kreidefelsen bei Sassnitz (c) Aquarell von FRank Koebsch

Klar sind wir jedes Jahr in den Urlaub gefahren, zuerst in die Seeplatten, den Harz, das Elbsandsteingebirge, den Thüringer Wald, das Erzgebirge, das Riesengebirge, die Alpen, die Kanarischen Inseln, Ägypten, das Mittelmeer, …. haben unzählige Städte erkundet. Aber die Nähe zur Ostsee, Sonne, Wind, unendliche Weite bis zum Horizont brauche ich zum Leben. Egal ob Rostock, Heiligendamm, Wismar, der Darß oder Rügen, hier bin ich aufgewachsen und verwurzelt.  Ich mag die Art der Leute, irgendwie die Ruhe und im gewissen Sinne die Beschaulichkeit. Es gibt für meine Frau und mich gibt es nichts Schöneres als am Strand an der Ostsee lang zu laufen. Das Meer zu riechen, den Wind und das Salz auf der Haut zu spüren. Den Sand zu spüren, mit den Füssen im Wasser zu laufen … Wenn die Sonne scheint umso besser, aber bei einer steifen Brise macht es Spaß.

.

Aquarelle geprägt durch die  Ostsee, Sonne, Wind, unendliche Weite

.

Bei einer solchen Bindung zu Ostsee, Sonne und Wind ist eine große Anzahl von Aquarellen entstanden, die dadurch geprägt wurden – Maritime Aquarelle, Möwen Aquarelle, Rügen Aquarelle.  Aber der Einfluss durch die Ostsee in meiner Malerei geht noch weiter. Selbst bei solchen Themen, die scheinbar gar keine Beziehung zum Meer, der Ostsee haben, wie die Sternzeichen.  Oder wie konnten sonst Sternzeichen entstehen 😉

Sternzeichen Fische der Ostsee (c) Aquarell von Frank Koebsch
Sternzeichen Fische der Ostsee (c) Aquarell von Frank Koebsch
Ein bisschen Universum über MV (c) Aquarell von Frank Koebsch
Ein bisschen Universum über MV (c) Aquarell von Frank Koebsch

Sternzeichen (See)Löwe (c) Aquarell von Frank Koebsch
Sternzeichen (See)Löwe (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ich bin gespannt, wie ab dem 14. April die Hamburger in unserer Ausstellung Faszination Sternzeichen diese Sternzeichen aufnehmen.  Woran denken Sie bei den Worten Ostsee, Sonne, Wind, unendliche Weite bis zum Horizont?

Wie malt man einen Himmel? (4)

Nachthimmel

.

„Nicht immer ist der Himmel blau. Unglaublich viele Farbschattierungen lassen sich in einem zu malenden Himmel entdecken…“ schreibt Wolfgang Baxrainer in dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ in der Zeitschrift Palette und Zeichenstift, Ausgabe 1 / 2011.

Diese Aussage bezieht er auf Aquarelle die Landschaftsmotive zeigen, diese aber tagsüber bezieht. Nun zu den Möglichkeiten und Erfordernissen  der Aquarelle mit einem Nachthimmel trifft er keine Aussagen. Dieses ist auch nicht verwunderlich, denn im dunklen malt es sich schlecht 😉 Aber es gibt wunderbare Motive auch unter diesen Lichtverhältnissen. Ich habe deshalb mal einige Aquarelle mit Nachthimmel herausgesucht, um mal zu beschreiben welche Farbschattierungen ich genutzt habe. Eines ist klar, in diesen Aquarellen ist vom typischen Himmelblau nichts zu sehen… Wenn man in den Nachthimmel über einer Stadt  schaut, stellt man fest, dass sich die überwiegende Lichtfarbe der Beleuchtung auch am Himmel wiederfindet. Der Rest des Himmels variiert je nach Wetter, Feuchtigkeit, Bewölkung, Sicht auf die Sterne und Mondschein zwischen einem ganz dunklen Blau mit verschiedenen Nuancen.

Hanse-Wahrzeichen bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Hanse-Wahrzeichen bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Rostocker Altstadt bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Rostocker Altstadt bei Nacht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Die Aquarelle Hanse-Wahrzeichen bei Nacht und Rostocker Altstadt bei Nacht zweigen  illuminierte Gebäude Rostocks im Stadthafen von dem gegenüberliegenden Warnowufer.

Ich habe den Himmel mit Delft Blau und Paynes Grau bläulich gestaltet und je nach Lichtstimmung in der City mit Dunkel Rot angepasst. Die Farben des Himmels finden sich  zwischen den Lichtreflexen mit Sepia Braun angepasst auf der Wasseroberfläche wieder.

Langer Heinrich (c) Aquarell von Frank Koebsch
Langer Heinrich (c) Aquarell von Frank Koebsch

Eine andere Art der Gestaltung des Himmels habe ich im Aquarell Langer Heinrich gewählt. Das Licht des Hafens beleuchtet die Wolken von unten großflächig und die Farben variieren je nach Höhe über dem Horizont und der Bewölkung vom Dunkel Rot über Sepia bis zum Delft Blau und Paynes Grau bläulich. Eine ähnliche Lichtsituation finden Sie in dem Aquarell Schlepper im besonderen Licht. Der Dampfschlepper Saturn, der da hinter liegende Schwimmkran Langer Heinrich und die Brücke im Museumshafen im IGA Park wurde im Rahmen der Lichtklangnacht angestrahlt. Im Umfeld der illuminierten Gegenstände strahlt das Licht und gibt der Umgebung die Färbung vor dem dunkelblauen leicht gewölkten Himmel, der das Motiv genauso wie der dunkle Vordergrund einrahmt.

Schlepper im besonderen Licht (c) Aquarell vom Dampfschlepper Saturn von FRank Koebsch
Schlepper im besonderen Licht (c) Aquarell vom Dampfschlepper Saturn von FRank Koebsch

Nun in den drei Teilen der Artikelserie

habe ich am Beispiel einiger meiner Aquarelle die Gestaltung des Himmels gezeigt. Was natürlich noch viel interessanter ist, ist der Vergleich, wie malen andere Aquarellisten ihre Himmel. Schaun wir mal

Wie malt man einen Himmel? (3)

Nicht immer ist der Himmel blau…

.

„Nicht immer ist der Himmel blau. Unglaublich viele Farbschattierungen lassen sich in einem zu malenden Himmel entdecken…“ schreibt Wolfgang Baxrainer in dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ in der Zeitschrift Palette und Zeichenstift, Ausgabe 1 / 2011.

Wolfgang Baxrainer zeigt in ein paar schnellen Aquarellen – „ Fünf-Minuten-Skizzen“, wie er Landschaften gestaltet und die Wirkung der Landschaften durch einen „gelungenen“ Himmel unterstreicht. Hierzu gehört auch, dass er  bei Bedarf Siena natur, Siena gebrannt, Magenta in den Himmel einfügt. Nun ich hatte ja in dem Artikel Wie malt man einen Himmel? (2) „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ Aquarelle mit verschiedenen fast blauen Himmel bei ganz unterschiedlichen Stimmungen vorgestellt. Aber ich kann auch anders 😉

Ein Winternachmittag über Rostock (c) Aquarell von Frank Koebsch
Ein Winternachmittag über Rostock (c) Aquarell von Frank Koebsch

Also habe ich mal in meinen Bildern gestöbert und ein paar Aquarelle mit „farbigen“  Himmeln herausgesucht. Beginnen wir mit zwei Winteraquarellen mit klarem Himmel. Bei uns an der Ostsee gibt es im Winter in der Regel wenig Schnee. In den meisten Jahren haben wir längere Kälteperioden mit knackigem Frost und mit keinen oder nur wenig Schnee. An einem solchen typischen Winternachmittag mit kaltem Wetter ist das Aquarell Ein Winternachmittag über Rostock entstanden. Ich habe versucht entsprechend der frostigen Stimmung am späten Nachmittag das Aquarell mit minimalistischen Mittel zu entwerfen. Besonders kalt wird es wenn die Sonne am Horizont verschwindet. Die frostige Stimmung wird durch die leichten Gelbtöne am Himmel und dem Eis am Ufer unterstrichen. Die letzten Sonnenstrahlen färben den Himmel im Westen leicht „rosa“ und der Himmel spiegelt sich in der Warnow.

Fachwerk im Winter (c) Aquarell von Frank Koebsch
Fachwerk im Winter (c) Aquarell von Frank Koebsch

Mit einem hellen Gelb am Horizont habe ich auch Frost in den Himmel hinter dem fränkischen Fachwerk „gezaubert“. In dem Aquarell  Fachwerk im Winter finden sich die Farben des Himmels ebenfalls in den anderen Bildteilen wieder und vermitteln so eine frostige Stimmung.

Boot im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Boot im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ganz anders sieht es in dem Aquarell Boot im Abendlicht aus. Ich wollte eine Stimmung am Bodden nach dem Sonnenuntergang einfangen. Bei diffusem Licht der Dämmerung ist der wolkenbehangene Himmel noch von Rot und Orangetönen der untergegangenen Sonne durchzogen. Um die Stimmung real zu gestalten, muss sich das letzte Sonnenlicht auch auf den Naturholzflächen der Boote und der beige Sand am Ufer wieder finden lassen.  In diesem Bild habe ich die Orangetöne des Abendlichtes  nur dezent eingesetzt.

Anders habe ich die Organgetöne in dem Aquarell „Hafenwächter“ eingesetzt. Die Sonne ist im Hamburger Hafen untergegangen und hat den wolkenlosen Himmel orange gefärbt. Gleichzeitig taucht die Sonne die  Oberflächen der Kräne, Werftanlagen sowie der Lampe im Vordergrund in einem diffusen Rotton. Die hohen Aufbauten der Fähre sowie Möwe werden noch von dem restlichen Licht erreicht, im Gegensatz zur Wasseroberfläche, auf deren Wellen sich das Orange des Himmels wieder spiegelt.

Hafenwächter (c) Aquarell von Frank Koebsch
Hafenwächter (c) Aquarell von Frank Koebsch

In meinen Aquarellen bilden der Himmel und die anderen Bildelemente eine Einheit. Meine Aquarelle werden nicht durch den Himmel dominiert. Sondern alle Elemente des Bildes sollen die Stimmung unterstreichen. Die Aussage „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ passt nicht zu meiner Malweise. In einem kann ich Wolfgang Baxrainer nur Recht geben, ein schlechter Himmel vers… das ganze Bild. Schauen wir mal, ob dieses auch stimmt, wenn die Sonne untergegangen ist.

 

Nun in den drei Teilen der Artikelserie

habe ich am Beispiel einiger meiner Aquarelle die Gestaltung des Himmels gezeigt.

Wie malt man einen Himmel? (2)

„Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“

.

Ich möchte dieses  Zitat aus dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ von Wolfgang Baxrainer aus der Zeitschrift Palette und Zeichenstift, Ausgabe 1 / 2011 aufgreifen.  Ich hatte in den vergangenen Tagen über diesen Artikel berichet.

Die Aussage „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ bezieht Wolfgang Baxrainer auf Landschaftsaquarelle. Wolfgang Baxrainer zeigt in ein paar schnellen Aquarellen – „ Fünf-Minuten-Skizzen“, wie er Landschaften gestaltet und die Wirkung der Landschaften durch einen „gelungenen“ Himmel unterstreicht. Also bin ich mal auf die Pirsch gegangen und habe ein paar Aquarelle von mir mit verschiedenen Malweisen des Himmels herausgesucht. Die Frage, Wie malt man einen Himmel? bezieht sich im ersten Moment darauf,

  • passt der Himmel zum Rest des Bildes,
  • unterstreicht er die Stimmung, die Aussage des Bildes.
Haedgehalbinsel 2 (c) Aquarell von FRank Koebsch
Haedgehalbinsel 2 (c) Aquarell von FRank Koebsch

Beginnen wir mal mit dem Aquarell – Haedgehalbinsel 2 – ein Motiv eines strahlenden Sommertages aus dem Rostock Stadthafen. Die Silhouette der Giebel der Häuser von Rostock und die Kräne werden durch den Himmel und das Wasser der Warnow eingerahmt. Ich habe einen fast einfarbigen ruhigen Himmel passend zu dem ruhigen Wasser und dem Motiv gewählt. An diesem Bild scheiden sich oft die Geister. Einigen ist das Bild zu blau und zu wenig dramatisch, andere mögen die Ruhe 😉

Morgenstimmung im Hafen 1 (c) Aquarell von Frank Koebsch
Morgenstimmung im Hafen 1 (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ein weiteres „stilles“ Aquarell ist das Bild Morgenstimmung im Hafen aus dem Greifswalder Museumshafen. Morgens bevor die Hektik des Tages einsetzt, ist das Wasser oft ruhig und spiegelglatt. Das Morgenrot hinterlässt am Horizont des bewölkten Himmels und auf der Wasseroberfläche ein Spuren. Jede Dramatik würde die Ruhe und Stille des Morgens stören. Deshalb habe ich das Bild incl. dem Himmel und der Stimmung mit vorsichtigen Lasuren gestaltet ohne Dynamik gestaltet. Viele Menschen mögen solche Bilder…

Kutter vor Groß Zicker (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kutter vor Groß Zicker (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ein Gegenstück zu den beiden Aquarellen  stellt das Bild Kutter vor Groß Zicker dar. Es ist an einem wunderschönen Herbsttag im  Fischerhafen vor Groß Zicker entstanden. Mit einem Mal zogen Wolken über der Ostsee auf und verwandelten die Stimmung gewaltig.  Diesen Umschwung habe ich versucht durch die Farbwahl und die Verläufe  im Himmel sowie die Anordnung der Kutter und Boote einzufangen. Alle Elemente des Bildes incl. des Himmels wirken für die Stimmung zusammen. Durch den Wind über der Ostsee zogen die Wolken schnell vorbei und der Tag klang mit Sonnenschein aus. Diese Stimmung habe ich am Nachmittag des gleichen Tages im Aquarell Kutter GZI 06 festgehalten. Auch hier bilden alle Bildelement incl. dem Himmel eine Einheit, um die Stimmung des Bildes darzustellen. Hier finden Sie ein paar Fotos von dem Tag und den Motiven im Fischerhafen von Groß Zicker.

Kutter GZI 06 (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kutter GZI 06 (c) Aquarell von Frank Koebsch

Nun in der Regel gibt es bei uns im Norden viele sonnenreiche Tage. Im Sommer sehnen sich aller Strandbesucher nach einem so strahlend blauen Himmel im Aquarell Haedgehalbinsel 2. Doch meist haben wir an der Ostsee immer ein wenig Wind und ein paar Wolken, die ganz unterschiedliche Gebilde und Farben am Himmel entstehen lassen.  Deshalb möchte ich Ihnen noch ein paar weitere Beispiele zeigen. Im dem Aquarell Göhrener Aussicht soll der Blick des Betrachters über die Boddenlandschaft Rügens zum Horizont bis zum Horizont streichen und wieder zurück. Die Wolken am Himmel gehören dazu, runden das Bild ab, sollen den Blick nicht fesseln.

Göhrener Aussicht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Göhrener Aussicht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Meine Aquarelle werden nicht durch den Himmel dominiert. Sondern alle Elemente des Bildes sollen die Stimmung unterstreichen. Die Aussage „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ passt nicht zu meiner Malweise. In einem kann ich Wolfgang Baxrainer nur Recht geben, ein schlechter Himmel vers… das ganze Bild.

Nun bis her waren alles meine gezeigten Himmel, mehr oder weniger „Blau“. Was ist mit der Aussage „Nicht immer ist der Himmel blau. Unglaublich viele Farbschattierungen lassen sich in einem zu malenden Himmel entdecken…“ von Wolfgang Baxrainer? Dieses wird ein neuer Artikel 😉

Nun in den drei Teilen der Artikelserie

habe ich am Beispiel einiger meiner Aquarelle die Gestaltung des Himmels gezeigt.

Wie male ich ein Haus?

Arbeit mit Skizzen

.

Heute möchte ich Ihnen etwas Seltenes vorstellen. Skizzen von mir 😉 Ich arbeite wenig mit Skizzen auf separaten Blättern. Wenn es möglich ist, versuche ich die Motive von allen Seiten zu fotografieren und es bei verschiedenen Lichtsituationen ein zu fangen. Dann kann ich später in aller Ruhe auf Basis der Fotografien für mein Aquarell eine Vorzeichnung auf dem Blatt erstellen und los geht es.

Dieses ist aber für das geplante Bild nicht möglich, denn das Motiv ist fast 1.000 Kilometer entfernt. Ich soll als Auftragsmalerei ein Bild eines Hauses in Bayern erstellen. Die Fotos, die ich als Vorlage bekommen habe eignen sich nicht, um das Haus mit einem Teil der Umgebung zu malen. Die Enge des Grundstücks setzt hier die Grenzen. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal eine mögliche Vorgehensweise für eine solche Ausgangssituation vorgestellt. Hier war es möglich, mittels Fotomontage aus mehren Bilder und der zeichnerischen Ergänzung eine Vorlage zu erarbeiten.

Nun in diesem Fall ist dieses nicht möglich, da die Perspektive gewechselt werden soll. Da ich über keine Software verfüge, die basierend auf einen angenommenen Standpunkt eines Betrachtes eine neue Ansicht „zaubert“, muss ich mich auf die handwerklichen Tugenden des Malerhandwerks besinnen und für mich alleine die Fragen klären: Wo sind die Fluchten des Gebäudes? Was ergibt für eine Ansicht nach Festlegung der Horizontlinie und der Fluchtpunkte? u.a.

Hier meine ersten Skizzen, um mir aus den Fotos heraus ein Gefühl zu erarbeiten, was ich bei einem veränderten Standpunkt des Betrachtes beachten muss.