Interview auf XING mit Frank Koebsch

Ich ;-) (c) Selbstportrait in Aquarell von Frank Koebsch
Ich 😉 (c) Selbstportrait in Aquarell von Frank Koebsch

In einem Interviewletter© von Xing ist ein „Interview“ von mir erschienen. Ich beteilige mich immer ganz gerne an solche Aktionen, um ein wenig eine Positionsbestimmung für mich selber zu treiben.  Hier ein Versuch von Antworten auf ein paar Fragen….

Was machen Sie – womit verdienen Sie Ihr Geld?
Ich suche Wege mit der Kunst und Kreativen Ideen Geld zu verdienen, immer ein wenig mehr 😉

Wo leben und arbeiten Sie aktuell?
Nach 20 Jahren Pendeln zwischen meiner Familie und Arbeitsorten in Berlin, Bremen, Frankfurt / Main, Hamburg, Hannover, Luzern… leben wir in Sanitz 15 km östlich von Rostock.

Was schätzen Sie an Ihrem jetztigen Arbeits- bzw. Lebensstandort?
Das platte Land mit der Ostsee, immer etwas Wind und seine Menschen.

Wo würden Sie gerne arbeiten und leben, wenn Sie völlig freiwählen könnten?
Noch dichter an der Ostsee, im Sommer auf Rügen, im Winter in Rostock.

Welchen Beruf hätten Sie gerne ergriffen?
Ich musste mich nach meiner Einschätzung zwischen Ingenieur, Lehrer und bildender Künstler entscheiden. Ich habe mit dem Broterwerb, dem Ingenieur begonnen…

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Ich möchte musikalisch sein, singen, tanzen und ein Instrument spielen können, https://frankkoebsch.wordpress.com/2010/06/14/jazz-in-red/ so organisiere ich z.B. Ausstellungen zum Thema Jazz http://jazzmalerei.wordpress.com/

Was würden Sie gerne tun, wenn es nicht zu verrückt wäre?
Mich zur Ruhe setzen.

Was ist Ihre größte Stärke? 
Ich glaube Kreativität, neue Wege suchen, aus 1 & 1 mehr als 2 machen, dieses ist oft das Feedback anderer Menschen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Gesprächspartner am meisten?
Ehrlichkeit und wenn er mich begeistern kann.

Wer gehört zu Ihren Vorbildern? 
Eine Menge Menschen, die ihr Leben Tag für Tag meistern, Macher im kleinen und großen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Ungeduld.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Mit meiner Frau unterwegs sein, neue Ideen aushecken und ausprobieren, Malen und noch mal Malen, Lesen…

Woran denken Sie bei dem Wort Glück? 
Meine Frau, meine Familie, mein zuhause, Freunde, Kollegen.

Wie lautet Ihr Lebensmotto? 
In Anlehnung an Einstein – Phantasie und Kreativität sind wichtiger als Wissen, Wissen ist begrenzt und nur durch Phantasie und Kreativität entsteht neues. Und: Wer nicht wag, der nicht gewinnt.

Wen oder was würden Sie gerne jetzt aktuell finden? 
Alte und neue Freunde.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Mir geht es gut, wenn …. 
…die Sonne scheint und ich die Achtung meiner Frau, unserer Kinder, von Freunden und Kollegen habe.

Ihre Lieblingskünstler?
Lebenskünstler im positiven Sinne.

Wenn Sie mehr über mich wissen wollen, dann kann ich Ihnen folgende Links empfehlen

Interview von Susanne Haun und Frank Koebsch in der Zeitschrift atelier

oder

Ein Portrait über Frank Koebsch in der OstseeZeitung

„Arts & money” – Wie lebe ich von meiner Kunst?

Creative Monday Nord – Netzwerken zwischen Rostock, Hamburg und Flensburg

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Frank Lemloh hatte im Rahmen seiner Tätigkeit für das RKW Kompetenzzentrum am 04. Juli zum 8. „Creative Monday Nord“ eingeladen. Einer der Programmpunkte war  eine Gesprächsrunde zum Thema „Arts & money”, Wie lebe ich von meiner Kunst? Der Creative Monday Nord begann auf dem Gelände des ehemaligen Dieselmotorenwerk  Rostock. Es gibt die Webseite http://www.dieselmotorenwerk.de/, die schon andeutet, dass auf dem Industriegelänge sich Ateliers angesiedelt haben. Rostock-heute hatte bereits in den vergangenen Monaten über die Atelier Eröffnung in der Erich Schlesinger Str. berichtet. Die Künstlergruppe Schaum (Wanja Tolko, Alexandra Lotz, Janet Zeugner, Tim Kellner,  Marc W1353L), Tanja Zimmermann, Barbara Kinzelbach, Felix Fugenzahn, Christoph Chciuk u.a. hatten uns einen Einblick in Ihre Ateliers gegeben. Danach ging es in die Frieda 23, die Kunstschule Rostock zur Diskussionsrunde „Arts & money” – Wie lebe ich von meiner Kunst?

Sehr interessant waren die Ausführungen von Christiane Limper (Künstlerin, Flensburg) und Dodo Adden (Kulturschaffender und Vorstand Frappant e.V. Hamburg).

Christiane Limper hat Freie Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Sie berichtete von der Kunst und Kulturinitiative Flensburg (KKI), ihre Arbeit im Rahmen von Projekten wie das MAP Maritime Art Project als Kulturbotschafterin, der Kunstaktion Fehlkauf, der Aktion „Um Antwort wird gebeten“ u.a. Eine ihre Aussagen war, dass sie seit einiger Zeit von der Kunst leben kann. Für mich klasse Stories, insbesondere wie sie sich schrittweise  auf Stipendien und bei Partnern beworben hat, um die Projekte zu ermöglichen. Was sie unterlassen hatte, war zu erwähnen, dass sie Meisterschülerin von A.R. Penck war. 😉

Dodo Addens Lebensgeschichte kommt ohne ein Kunststudium aus. Er bringt aber zusätzlich zu seiner Kreativität, die Freude am Erforschen, Ausprobieren und der Fähigkeit wirtschaftliche und Kreatives zu verbinden. Mit seinen Erfahrungen aus der Industrie, seiner Kreativität und seinen Managementfähigkeiten konnte und kann er durch die Arbeit in den Vorständen von SKAM und Frappant die Kulturlandschaft von Hamburg mitgestalten.

Leider waren in der Veranstaltung die Künstler unter sich. Ich hatte auf Grund meiner Erfahrungen im Marketing und Business Development mit zwei drei Fragen die Rolle eines möglichen Projektpartners  aus der Industrie, eines Geldgebers eingenommen. Aber außer Dodo Adden und Christiane Limper verfügte keiner der Anwesenden über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Für mich ist aber gerade diese Zusammenarbeit zwischen der Kunstszene und der Industrie oder / und anderen Auftraggebern der Schlüssel, um von der Kunst zu leben. Beide Seiten können viel voneinander lernen. Für mich ist es wichtig, dass jeder Künstler auch ein Unternehmer sein muss. So passt der Artikel: Selbständig in kreativen Berufen – Wie man mit guten Ideen Geld verdient in der Süddeutschen Zeitung. Künstler müssen lernen sich mit Unternehmern zu unterhalten ;-). Aber auch Unternehmen können in Bezug Kreativität, vernetztes Arbeiten u.a. von den Künstlern lernen.

Ich bin auf die nächsten Creative Monday´s gespannt. Aber bei Diskussionsrunden „Arts & money”, müssen neben der Kunstseite auch Gesprächspartner von der MoneySeite dabei sein. Eine Herausforderung für Frank Lemloh und alle Beteiligten. Nun ich bin gespannt, ob ein Teil der Anregungen aufgegriffen werden.

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Blogparade Teil 6: Ist die Malerei ein Auslaufmodell?

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Anna schreibt auf ihrem Blog:

In einem Artikel der Zeit online über Klara Lidén, fand ich diesen Satz

—-Lediglich um das Zeichnen und Malen scheint sie einen Bogen zu machen, und sie tut gut daran. Denn das klassische Arbeiten auf Papier und Leinwand gilt allgemein als ausgereizt, ja altmodisch.—

Ist die Malerei tatsächlich altmodisch, ein abgelaufenes Kunstmodell, ausgereizt?

Mittlerweile malt fast jeder. In Kursen kann man seine eigne Kunstwerke erstellen, die sich dann gut im Wohnzimmer machen. Leinwände und Farben gibt es bei Aldi oder Lidl zu Billigpreisen und tausende Freizeitkünstler drängen auf den Markt.

Täten wir also alle gut daran, nach neuen Ausdrucksformen zu suchen….?

Nun ich male sehr gerne, nicht Tag für Tag doch sehr oft, deshalb finde ich die Fragestellung von Anna interessant.

Die Malerei als Ganzes hat das Recht altmodisch zu sein 😉 Die  Höhle von Lascaux enthält die älteste bekannte Höhlenmalerei aus dem Zeitraum zwischen 17.000 und 15.000 v. Chr. Spätestens seitdem haben kreative Menschen die Malerei immer wieder neu erfunden. Althergebrachte Lehrmeinungen wurden immer wieder über den Haufen geworfen, Studenten überflügelten ihre Meister. Autodidakten verdrängten Studierte. Aus nationalen Märkten und Kunstszenen wurde ein sich gegenseitig beeinflussendes Gesamtgebilde. Hier ein paar Beispiele der jüngsten Entwicklung Kubismus à Dadaismus à Surrealismus à  Expressionismus à Neue Sachlichkeit  à Konstruktivismus à Abstrakte Malerei à Tachismus à Informel.

Durch die Digitalisierung entstanden neue Kunstformen sei es Speedpainiting oder seinen es Mischformen von Malerei auf Leinwand, Papier wird digitalisiert und bearbeitet oder Motive werden auf dem PC bearbeitet, erschaffen und dann im letzten Stadium mit Feder, Pinsel, Tusche, Farbe und Spray „vervollständigt“.  Was Bestand haben wird und wie es weiter geht, oder ob sich die klassische Malerei auf dieses Weise abschaffen wird, weil jeder auf seinem IPhone zeichnet oder mit der Art Academy für Nintendo malt.

Ich glaube nicht daran, dass die Malerei auf diese Art in der digitalen Welt verschwinden wird. Ich hatte bereits in der Diskussion mit Günter Stadler den Vergleich mit dem Kochen angebracht. Es gab eine Zeit in der Selberkochen immer mehr durch  Fertigprodukte abgelöst wurden. Die Fertiggerichte haben einen nie Stand erreicht, dass viele sich nur noch aus der Tiefkühltruhe ernährten und nicht mehr kochen können oder wollen. Seit einiger Zeit erleben Kochlehrgänge, Kochshows, das gemeinsame Kochen mit Freuden einen Boom. Viele wollen das ursprüngliche bei Kochen erleben, nicht gleich eine Hausschlachtung, aber sie möchten die Zutaten, schmecken, fühlen und erleben, wie etwas neues aus den Zutaten entsteht. Hierbei wird nicht nur nach Rezept gekocht, sondern ausprobiert, immer wieder neu Kreationen erstellt… Essen wie gemalt 😉 Eine ähnliche Entwicklung nimmt das Stricken. Vor einigen verpönt – boomt heute die Strickerei.

Aus meiner Sicht wird dieses auch mit der Malerei so sein. In einer immer technisierten und digitalisierten Welt entsteht die Sehnsucht selbst zu wissen, zu fühlen, selbst Hand anzulegen… selbst die Oberfläche der Leinwand, der Papiere zu spüren, zu erfahren, wie verschieden Farben, Pastelle u.a. auf den Untergründen reagieren. Mit dieser Sehnsucht nach den archaischen Erleben und Handeln und der Kreativität des Menschen wird die klassische Malerei nicht verschwinden. Es werden sicher neue Wege gesucht und gefunden, es werden vielleicht auch immer mehr Menschen wieder malen, genauso wie Kochen, Stricken, Heimwerkern… Es wird sich ändern und wir Maler werden uns mit ändern, immer wieder neues probieren 😉 Vielleicht male ich morgen auf dünne Folien, die bei Lichtwechsel ihr Farbe ändert, aber ich möchte dabei den Geruch der Farben, das Ineinanderlaufen der Farben, das Gefühl des Material haben. Ich werde malen, archaisch, die Frage ist nur womit.

Ich finde es schön, dass ich hieran nicht zweifle, denn ich hatte mich bereits vor fast zwei Jahren in  dem Artikel Welche Rolle wird bildende Kunst in der Zukunft haben? in ähnlicher Weise geäußert. Oder es liegt daran, dass es sogar Affen gelingt, mir Ihrer Malerei Erfolg zu haben 😉

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Ist die Malerei ein Auslaufmodel ?
Ist die Malerei ein Auslaufmodel ?

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Bis heute läuft noch die Blogparade von Anna Schüler mit der Frage: „Ist die Malerei ein Auslaufmodel?“. Es lohnt sich, schauen Sie mal auf den Blog von Anna und beteiligen Sie sich, denn am Sonntag wird Anna ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und ihre Tuschearbeit verlosen.

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Anna Schüler„Zwischen den Zeiten VI“Format A4,Tusche auf Bütten, 2010  Zwischen den Zeiten VI (c) Tusche auf Bütten von Anna Schüler

Zwischen den Zeiten VI (c) Tusche auf Bütten von Anna Schüler

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler

Blogparade Teil 5: Wer oder was ist ein Künstler und warum?

Susanne Haun fragt:  Wer oder was ist ein Künstler und warum?

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Susanne schreibt auf Ihrem Blog

Sind wir formal gesehen Künstler, wenn wir ein Kunststudium abgeschlossen haben oder wenn wir in der KSK und/oder im bbk aufgenommen sind?
Wenn wir eine gewisse Anzahl an Jahren ausstellen?
Wenn jeden Monat auf unseren Kontoauszügen Erträge aus unseren Bildern stehen?

Was meint ihr?

Ich habe zwei Zitate von großen deutschen Künstlern herausgesucht, um euch Anhaltspunkte und mehr Diskussionsstoff zu zeigen.

Ich hätte bei der Frage an andere Zitate gedacht, aber diese Frage stellt sich jeder, der malt, zeichnet, …. für mich eine recht persönliche Frage.

In meinem Artikel Udo Lindenberg feiert seinen 65. Geburtstag und unterstützt unsere Blogparade  habe ich dann Udo Lindenberg und Joseph Beuys zitiert. Doch wie stehe ich zu den Ausführungen von Susanne Haun?

Zahlt sich ein Kunststudium aus?
Zahlt sich ein Kunststudium aus?

Nun ich bin seit einiger Zeit leidenschaftlicher Aquarellmaler, der sich auch mal an ein Pastell traut. Ich habe kein Kunststudium abgeschlossen, sondern bin Dipl-Ing. der Informationstechnik, habe im Consulting, Vertrieb und Business Development gearbeitet. Ich stelle seit vielen Jahren aus und habe Erfahrungen als Kurator für große Ausstellungen. Ich verkaufe auch Bilder, wenn auch nicht jeden Tag. Für die KSK komme ich nicht in Frage,  da die Summe der Einnahmen aus Bildern, Lehrgängen u.a. nicht ausreicht.

Bleibt der bbk. Hier die Aufnahmekriterien des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK

§ 3
Mitgliedschaft

  1. 1.    Mitglieder können alle bildenden KünstlerInnen werden, die mindestes eine der folgenden Kriterien erfüllen:
    – abgeschlossenes Hochschulstudium im Fach Bildende Kunst
    – professionelle Ausstellungs- und Publikationspraxis in einem bildnerischen Fach
    – kontinuierliche Tätigkeit der bildkünstlerischen Gestaltung
    Entscheidend für die Aufnahme ist die künstlerische Qualität der vorgelegten Arbeiten.

Also müsste ich die Aufnahmekommission von der künstlerischen Qualität meiner Aquarelle überzeugen. Was ist künstlerische Qualität? Hier ein Artikel aus der arnet mit der Überschrift WAS IST GUTE KUNST? QUALITÄT, KRITERIEN, KRITIK (1) 😉

Ist ein Künster ein Unternehmer?
Ist ein Künster ein Unternehmer?

Vor einigen Jahren hätte ich mich als ambitionierter Autodidakt und Hobbymaler bezeichnet. Aber in diesen Bereich gehöre ich auch nicht mehr, wenn man hierfür die Maßstäbe der Ausstellung Rostock kreativ in der Kunsthalle Rostock ansetzt. Wenn ich ehrlich bin, helfen mir die Überlegungen und Aussagen nicht weiter. Ich bin der Meinung, dass meine Aquarelle und Pastelle nicht schlecht sind. Ich kenne aber eine Menge Künstler, die meiner Meinung nach besser malen können. Ich sehe meine Stärken neben der Malerei im Bereich Kreativität, Konzeption, Projektarbeit, Marketing und Vermarktung, dass könnte eine ideal Ergänzung sein. Viele  Künstler wollen nicht als selbständiger Unternehmer arbeiten. Alles, nur kein Unternehmer! Kann ein Unternehmer Künstler sein? Ich denke ja und werde dann mal in zwei, drei Jahren den bbk fragen. Bis dahin bin ich kreativ und male…. 😉
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Ob diese Aussagen jemand weiter helfen? Mir ja. Sorry 😉

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Schauen Sie mal auf den Blog von Susanne, es lohnt sich, denn am Sonntag wird Susanne Haun ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und ihren wunderbaren Engel verlosen.

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Susanne Haun„Wachender Engel“, Zeichnung 17 x 24 cm, Tusche auf Hahnemühle Burgund, 2011

Wachender Engel (c) Zeichnung von Susanne Haun
Wachender Engel (c) Zeichnung von Susanne Haun

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler

Wie malt man Aquarell? Teil 2

Ich hatte unter dieser Fragestellung ja schon einige Beiträge veröffentlicht. Ich habe mich während dieser Zeit auch redlich bemüht, den Pinsel zu schwingen…

Aber vielleicht mache ich grundsätzlich etwas falsch. Warum? Schauen Sie mal

AKVIS Sketch 9.0 wandelt Fotos

in Zeichnungen und Aquarelle

Wozu bedarf es dann noch der Mühe, des Skizzierens, des Malens?
Dieses ist vielleicht auch der Grund, warum sich Hahnemühle als renommierter Hersteller von Aquarellpapier sich aus der Organisation von Mal-Kursen immer mehr zurück zieht? Die Fotostrecke läuft umso mehr – auch bei Hahnemühle 😉

Nun ich mag das „bisschen“ Kreativität und den vielen Spaß, den ich beim Malen habe, nicht an das Programm als Plug in für Photoshop abgeben. Wo käme ich denn da hin?

Dresscode

Ich bin auf dem Weg zu zwei Terminen in München, sitze im ICE und spanne ab….Hier und da blättere ich in der mobil – der Kundenzeitschrift Nr. 8 / 2009 der DB. Ich stolpere über den Artikel mit der obigen Überschrift ab Seite 78.

Mit dem Dresscode habe ich immer wieder so meine Schwierigkeiten. Warum? Ich mag zwar Anzüge aber keine Krawatten. An schlechten Tagen habe ich das Gefühl, mit einem Hemd oben geschlossen und Krawatte wird es eng, ich bekomme Nackenschmerzen……

Also habe ich wenige Krawatte im Schrank und Koffer und am liebsten laufe ich oben ohne. Im Vertrieb einer großen seriösen IT-Firma schon eine Herausforderung, denn es wird als Dresscode in der Regel dunkler Anzug, gestärktes Hemd, oben geschlossen und gedeckte Krawatte erwartet. Nun ja die Uniformität lässt grüßen und wo bleibt meine Kreativität in der Enge am Hals?

Das Bild der Mode und der Codierung des Outfit wandeln sich Gott sei Dank immer wieder. Wie schön war es in den Hype Zeit des dot.com. Da liefen alle Innovativen ohne Krawatte rum und ich wurde von meinen Kunden bis zur Staatskanzlei in Schwerin so akzeptiert und es boomte…. Bis zur CeBit 2000, wo mich dann mein Chef des Messestandes verwies und lieber riskierte, dass Kundentermine mit Ministerien, Energieversorgern und Universitäten platzte, als dass ich ohne Krawatte dort präsent war. Nun ja ich bin heute noch bei der gleichen Firma, was daran lag, dass ich mir auf der CeBit eine Krawatte kaufte… Danach waren meine Kunden Banken und Versicherungen, nach den ersten Kundenkontakten rüstete ich auf, Hemden mit doppelter Manschette, die passenden Knöpfe und Krawatten, das Tuch mindestens doppelt…. Heute ist es bei den gleichen Kunden zum Teil inn, die gestärkten Hemden oder offen und ohne Krawatte zu tragen. 😉

O.k. die Gesellschaft hat ihre Rieten, ihre Symbole, ihre Bilder. Im Business, im Vertrieb ist alles klar. Aber was soll ich tragen, wenn ich zu einer Ausstellung gehe, wo möglich zur eigenen Vernissage? Was erwarten, dann die Menschen von mir? Sollte ich mich extravagant kleiden wie Dalli oder Anzüge tragen wie Lagerfeld oder nackt gehen, wie die Avantgarde in den Siebzigern…
Das Lustige ist hierbei, dass Menschen, die mich aus meinem Beruf kennen, eine andere Erwartungshaltung haben, als Menschen, die mich nur von der Malerei her kennen.

In diesem Sinne hatte ein Schmunzeln auf dem Gesicht als ich las:

• „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“ Karl Lagerfeld
• „Man soll sich nicht für den Job kleiden, den man hat, sondern für den, den man haben möchte.“ Gorgio Armani
• Bei einer Produktbeschreibung: Füller. Der „Boheme Paso Doble“ tanzt auf dem Papier, Mont Blanc

Also ich stehe zu meinen Hemden oben ohne und werde diese tragen, wenn es beim Kunden möglich ist, egal ob in einer Bank oder einer Galerie ;-)))
Wenn es geht auch mal ein Shirt oder Pullover unter dem Jackett.

Bei der Vernissage

Inspiration, oder was haben Schiller und Gauguin und eine Schweinewaage gemeinsam?

Als ich in der Palette & Zeichenstift., Ausgabe 4 /2009 Nr. 84, S. 22 – 27 den Artikel „Im Rausch der Farbe – der Zauber der Impressionisten“ von Gabriela Ehrhardt-Böhmer gelesen habe, musste ich an mein erstes Kreativtraining zum Ende meiner Studienzeit denken. Das meine Gedanke anschweifen, liegt nicht daran, dass der Artikel von Frau Böhmer schlecht ist oder ich die Impressionisten nicht mag. Nein im Gegenteil, der Artikel ist eine willkommene Auffrischung meines Wissens und die Bilder von Paul Gauguin und Vincent van Gogh sind schon klasse.

Im besagten Kreativtraining vor über … Jahren gab es eine Session von ca. 17.00 Uhr bis Stunden nach Mitternacht, an die ich mich recht gut erinnere. Ein Medizin Prof. (der Name ist mir leider im Laufe der Zeit abhanden gekommen), Mitglied einer Erfindergemeinschaft aus Mediziner, Mathematikern, Theoretikern, Praktikern, Technikern, Künstlern,…. die 100te Patente entwickelt hatten von Werkstoffen für künstliche Venen bis zu Schweinewagen, versuchte uns nahe zu bringen, wie man kreativ arbeiten kann. Ich kann mich heute noch an zig-Dinge und Episoden aus dieser Session erinnern. Immer wenn wir in unserer Konzentration nach ließen, weckte und fesselte uns der Prof. mit einer lustigen Anekdote über die Geschichte einer Erfindung oder über die Kreativität von berühmten Menschen. Eine der Fragen von ihm war: Was haben Schiller und Gauguin gemeinsam? Ein ehrwürdigen Dichter aus Weimar und ein Maler, den ich von seinen farbenfrohen Südseebildern kannte? Klar hatte keiner von uns eine Lösung. Er legte uns einen Schädel und ein Stück einer Wirbelsäule auf den Tisch und bekann zu erzählen… Jeder hatte schon mal die Geschichte von Schiller und dem Apfel gehört. An dem Schädel erklärte er uns was passiert, wenn die Geruchsstoffe des fauligen Apfel über die Nervenbahnen welche Hirnzentren stimulierten und wie dieses Schiller inspirierte. O.k. Doch was war es bei Gauguin? Er hatte Syphilis. Seine kreativste Zeit Gauguin stimmte aus medizinischer Sicht, genau mit der Phase der Syphilis über ein, wo die Krankheit für eine ständige Stimulanz des Gehirn sorgte. Die Krankheitserreger zersetzen das Rückenmark und als Stoff bei diesem Prozess entsteht etwas, was vergleichbar ist mit einem körpereigenen Teein oder Koffein. Dann ratterte er noch eine Liste von berühmten Menschen mit der gleichen Krankheit herunter, nannte Jahreszahlen für den Erfolg und die Krankheit der Menschen. Klar waren wir als junge Leute bei solchen Geschichten wieder wach und er hatte uns wieder einen Schritt weiter gebracht. Kreativität ist nicht nur Talent, Techniken, Genie oder oder…… sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, einer besonderen Stimmung oder Situation. Damit wir dieses verinnerlichten, setze er mit der nächsten Geschichte nach. Er hielt uns am Denken, in dem er uns einlud, dass wir uns in folgende Situation herein versetzen. Stellen Sie sich vor, unser Team der Erfindern trifft sich 3 bis 4 Mal im Jahr feiert das erreichte und berichtet über Probleme, die es zu lösen galt. Alle saßen in guter Laune bei Sonnenuntergang auf einer Terrasse an der Ostsee. Bier und Wein trugen für eine ausgelassene Stimmung bei. Am Strand gingen junge Leute nackt baden. Dann mit einem Mal lachte ein junger Physiker auf und sagte er habe die Lösung für eines unserer Aufgabenstellungen, das Wiegen von Schweinen. Was haben nun die Ostsee, das Baden und das Schweinewiegen gemeinsam? Der junge Physiker wurde von allen Seiten bedrängt, seine Lösung zu nennen. Doch er zierte sich doch in der Gegenwart seiner Kolleginnen…

Doch zuvor zu der Frage: Welche Herausforderungen gibt es beim Wiegen von Schweinen? Ein Viehgroßhändler kauft große Mengen von Schweinen auf, dann werden die zig Schweine, die zum Verkauft stehen, in kürzester Zeit über die Waage des Verkäufers und eine Rampe auf die LKW´s getrieben. Der Käufer hat jeder Zeit das Recht, die Waage zu überprüfen. Dazu wird dann, nach dem das x´te Schwein gewogen wurde, ein Eichgewicht verwendet. Nun jedes Federmasse System braucht seine Zeit bis zu mehreren Minuten, um in die Ausgangstellung zu gehen. So lange wartet aber keiner im Verkaufsprozess, man gibt sich keine zwei Minuten für die ganze Prozedur. Wenn eine der damals gängigen Waage aber nicht in die Ausgangstellung war, hätte dieses zur Folge, dass die Waage beim Eichgewicht zu viel anzeigt. Pro Schwein ca. 250 g ! Damit der Käufer dem Verkäufer keine Manipulation unterstellt, verzichtet der Verkäufer schweren Herzens auf diese 250 g. Großbetriebe verkaufen tausende Schweine und x.000 mal 250 g sind ein großer Verlust für die harte Arbeit der Viehzüchter. Also wurde eine Waage mit der Fähigkeit gesucht, so schnell wie möglich wieder in die Ausgangslage zu gehen.

Zurück zu unserem jungen Physiker. Nach ein paar weiteren Gläsern Weißwein, war es dann so weit. Er erzählte in fröhlichster Weinlaune und mit aufsteigender Gesichtsröte, mit viel Beifall und Hallo, seinen Einfall: „Meine Damen und Herren stellen sie sich vor, ein Mädchen im Alter von 13 / 14 Jahren steigt ins kalte Ostseewasser. Was passiert mit ihrer Brüsten? Sie werden straff und die Nippel richten sich auf. Wenn Ihr Freund im Wasser mit en Brüsten spielt und die Nippel liebkost, sie drückt, werden Sie sich immer wieder sofort aufrichten. Warum bauen wir nicht so unsere Schweinewaage….“. Klar dieses wurde im ersten Moment als Weinlaune abgetan. Aber die Erfindergemeinschaft war genau auf solche Ideen scharf, spontan,  scheinbar zusammenhangslos, scheinbar irrwitzig… Mehrere Wochen später, begannen die Physiker und ein Mediziner zu überlegen, warum sich die Brüste junger Mädchen zu verhalten und nach mehreren Monaten gab es die nächsten Patente und den Prototypen einer Waage, deren Platte für die zu wiegenden Produkte auf einem „Hügel“ aus Gummiwaben mit Dehnmessstreifen ruhte. Dieser Hügel war in Form und Struktur der jugendlichen straffen Brust nachempfunden. Die Verluste pro Schwein wurden unter 100 g für den Verkäufer gedrückt. Den Businesscase können wir uns sofort ausrechnen, wenn wir den aktuellen Preis Schwein kennen würde.

An diese Geschichten in der Erfinderschule muss ich unwillkürlich immer zurück denken, wenn es um das Thema Kreativität und Inspiration geht und dann sind die erfolgreichen Techniker und Künstler nicht weit. So manch ein Künstler stöhnt, dass er nicht malen kann, seine Kreativität abhanden gekommen sei und versucht es dann zu erzwingen. Wenn man weiß, dass Kreativität nicht nur Talent, Technik, Genie … ist, sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, dann nimmt man es leicht. Man lässt sich auf seine Welt mit ihren Stimmungen, Bildern in der Umgebung, neuen Erlebnisse, Gespräche mit anderen Menschen ein. Dann findet man auch eine interessante Bildidee…. Manchmal nicht gleich, aber immer öfter ;-)))

Mögen alle Fans von Schiller, Gaugin und auch Frau Ehrhardt-Böhmer mir über meinen Exkurs beim Thema Impressionismus zum Wiegen von Schweinen nicht böse sein. Aber das Thema Inspiration ist halt wichtig, denn es gehört zu van Gogh, Gauguin, Schiller, dem Schreiben von Artikeln für Zeitschriften (und Blogs ;-)).

Kreativität – Talent – Genie – Wahnsinn

Heute Morgen habe ich mit Schmunzeln den Blog von Astrid Volquardsen gelesen. Sie veröffentlicht unter dem Titel „Talent? Just do it!“ Gedanken, darüber wie viel Talent man zum Malen braucht.

Wenn ich mir meine Bilder anschaue, die ich fast niemanden gezeigt habe ;-), die älteren und die aus der letzten Zeit, muss ich Astrid recht geben. Ich habe handwerklich ganz viel gelernt, egal ob es Themen sind, wie

– Tonwerte, Farblehre,
– Perspektive,
– Materialeinsatz von Papier, Pinsel und Farbe,
– Techniken wie Nass in Nass, Lasieren, Negativtechnik im Aquarell,
– Bildaufbau und Komposition.
– und und ….und auch ein wenig mit Astrid Hilfe, wie gehe ich mit Pastell um ,-)

Dieses sind oft ganz „einfache“ handwerkliche Dinge, die man lernen kann. Durch das Malen in den vergangenen 10 Jahren, mehreren hundert Bildern, Skizzen, tausenden Fotos und und …. hat sich dann auch ein Gefühl eingestellt, wie ich meine, ein Motiv am besten umsetzen zu können. Zu mindestens habe ich zu Beginn des Malens diese Meinung. Ob und was sich daraus entwickelt …? Also ist jedes Bild ein Wagnis. Aber wichtig ist es anzufangen, sich zu trauen und los zu malen, was Neues auszuprobieren….

Dieses kann jeder alleine – Jeder kann auf seine Art kreativ sein. Andere mögen, dann die Bilder beurteilen und sagen
– der hat Talent,
– die Bilder hat ein Genie erstellt,
– die Bilder sind wahnsinnig schlecht oder gut,
– ….

Hierbei stelle ich immer wieder fest, dass vielen Betrachtern ganz andere Bilder gefallen als mir, der sie gemalt hat. Ich denke immer, dass Bild muss doch der Knüller sein. Aber Kunst entsteht nun mal im Auge des Betrachters und nicht des Malers. Klar freut es jedem Lob zu bekommen, aber zwei Dinge sollte man bedenken:

– Genie und Wahnsinn sind sehr dicht beieinander – schauen wir die Bilder und den Lebenslauf Van Gogh an
– das Ergebnis auch der besten Sportler, wie auch Maler sind „90 % Transpiration und (nur) 10 % Inspiration“.

Also werde ich wohl noch eine Weile weiter malen, zu meiner eigenen Freude und vielleicht entsteht dabei ja auch das eine oder andere Bild, was Ihnen gefällt.