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Die Kunst sich so zu vernetzen, dass man von der Kunst leben kann

26. Juli 2011 2 Kommentare

Vernetzung ist und war eine der wirtschaftlichen Grundlagen

.

Ich beginne mich immer mehr damit zu beschäftigen, wie kann man, wie kann ich mit meiner Kunst leben. So hatte Ich in den vergangenen Tagen und Wochen zwei Artikel mit den Überschriften

und

veröffentlicht. In den vergangen Tagen gab es zwei weitere Interessante Pressemitteilung zu den Themen Kunst und Kulturpolitik in Rostock oder Mecklenburg Vorpommern, doch der Reihe nach.

Der Artikel „Arme Künstler im Nordosten Deutschland“ ist entstanden auf der Basis von Pressemeldungen über die Studie der Hochschule Neubrandenburg. Die Studie kann auf der Seite Studie mit kulturvollen Einblicken eingesehen und runtergeladen werden. Eine der Kernaussagen der Studie war für mich:

  • Es fehlt an der Vernetzung der Künstler unter einander und zu anderen Wirtschaftszweigen.
Vernetzung als wirtschaftliche Grundlage (c) Frank Koebsch

Vernetzung als wirtschaftliche Grundlage (c) Frank Koebsch

Gerade die Beispiele die von Christiane Limper (Künstlerin, Flensburg) und Dodo Adden (Kulturschaffender und Vorstand Frappant e.V. Hamburg) im Rahmen des Creative Monday Nord – Netzwerken zwischen Rostock, Hamburg und Flensburg zeigten wie wichtig die Vernetzung der Künstler untereinander, das Interagieren mit möglichen Partnern in der Politik und möglichen Geldgebern ist. Nun aber genau dieses hat sich weder bei den Künstlern, den Verantwortlichen der Kreise und der Länder etabliert. Hier ein Beispiel aus Rostock:

Am 05. und 06.07.2011 erschienen zwei Meldungen zur ersten Kulturfabrik in Rostock. Gemeint war aber nicht die Kulturfabrik, An der Jägerbäk 22 als Partyzone sondern die ersten Kulturfabrik im Rathaus. Der Ostsee Anzeiger und das Online Magazin Rostock – Nachrichten brauchten gleichlautende Meldung zu der ersten Kulturfabrik im Rathaus. In den Artikeln kann man u.a. folgendes lesen:

  • „Rostock hat sich auf den Weg zu seinen Kulturleitlinien gemacht.“
  • „Kulturleitlinien haben dann den größten Erfolg, wenn sie von unten her entwickelt werden, und so hatte der Kulturausschuss der Hansestadt 40 Rostockerinnen und Rostocker aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen zu einer Auftaktdebatte in die Halle des Rathauses geladen, um einen Gesprächsprozess zu beginnen, Meinungen und Vorschläge mitzunehmen, vor allem aber um zuzuhören.“
  • „Das erste Fazit lautet, dass das ansonsten breite und vielfältige Rostocks Kulturangebot vor allem unter dem Fehlen von Vernetzung und Kommunikation, aber auch unter dem unbefriedigenden Marketing leidet.“

Gegen die Arbeit und die Analyse ist nichts einzuwenden. Außer, wenn man der Aussage von Tim Kellner Mitglied der Künstlergruppe Schaum folgt, dass kein Künstler zu dieser Kulturfabrik eingeladen war, noch die entsprechenden Information im Vorab erfolgte. Es wurde also wieder einmal über die Kunst, die Kultur gesprochen und diskutiert und es werden Beschlüsse vorbereitet ohne die Künstler, die Kulturstätten mit einzubeziehen. 😉

Nun, dass es an einem Marketing- und Kommunikationskonzept für die Kultureinrichtungen fehlt ist bekannt und zeigt sich an jeder Ecke. Dieses macht es den Einwohnern und Besuchern der Region um Rostock schwer sich über das Kulturangebot zu informieren. Gleichzeitig macht es den Kultureinrichtungen schwer sich wirkungsvoll zu vermarkten. Aus diesem Grund gestaltet die Produzentengalerie artquarium die Seite Kulturscheibe.de – ein Terminfenster aus Rostock über Ausstellungen und andere kulturelle Events. Einen weiteren Teilaspekt hatte ich in dem Artikel Kultureinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und das Web2.0 herausgearbeitet. Die Kultureinrichtungen sind zu wenig im Web vertreten und nutzen das Thema Social Media unzureichend für die Kommunikation mit den Besuchern oder Kulturinteressierten. Für die Kommunikation untereinander werden die Bereiche des WEBs schon gar nicht genutzt. Ein ganz einfaches Beispiel hatten wir mit unserer konzertierten Marketing Aktion: 10 Fragen zur Kunst aufgezeigt. Solche Aktionen lassen sich auch für die Lange Nacht der Museen in MV, für den Start der Theater in die neue Spielzeit oder die Aktion Kunst heute realisieren. Wenn man denn will. Denn solche Aktionen lassen sich nicht verordnen. Sie müssen durch den Willen ein Thema voranzutreiben und eine Vernetzung der Teilnehmer untereinander getragen werden.

Für mich bestätigt sich eines immer mehr, die Vernetzung und das vernetzte Arbeiten der Künstler und Kultureinrichtungen untereinander sowie mit weiteren Partnern sind eine der Grundlagen für eine erfolgreiche Arbeit. Hierzu gehört dann auch sich in die nächste Kulturfabrik Rostocks oder des eine Veranstaltung des neuen Großkreises um Rostock herum einzuladen. Oder ? 😉

Kunst Offen – Pfingsten (1)

Unser Pfingstausflug

Wir nutzen das verlängerte Wochenende, wie viele andere auch, um wenigsten einen Tag übers Land zu fahren. So ist es Tradition geworden, dass wir versuchen einiges von dem mitnehmen, was die Aktion Kunst Offen in Mecklenburg Vorpommern bietet.
Bei gutem Wetter und über 500 Angeboten ist sicher für jeden etwas dabei. Nun wir mögen die Vielfalt, informieren uns aber gerne vorab übers WEB und sind froh, wenn die WEB Adresse der Einrichtungen und Ateliers in den Programmen angegeben sind. Hier war dieses Mal das Programm des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte e. V. vorbildlich und so sind wir dieses Mal sind in Richtung Waren gefahren, haben unterwegs unsere Nasen in Ateliers und Galerien gesteckt, wenn die gelben Schirme, orangenen Fähnchen gesehen haben, mit denen die Veranstaltungsorte gekennzeichnet sind. Wir haben u.a.

  • Galerie an der Georgenkirche Dr. Thomas Spahmann
  • Katrin Schmidt Keramikwerkstatt Himmelblau
  • Galerie im Rathaus Waren
  • Töpfergut Panschenhagen
  • ….

besucht. Besonders gefallen hat uns das Töpfergut Panschenhagen. Wir kannten die Keramiken von Friedemann Henschel von einigen Ausstellungen und Kunstmärkten. Aber in seiner Werkstatt und seinem Garten waren wir noch nie. Eine Augenweide – hier ein paar Fotos … Auf den Rückweg haben wir einen Abstecher zum Schloss Ulrichshusen gemacht. Aber dieses ist schon wieder eine separate Geschichte.

Besonders freut es uns, dass die Aktion Kunst Offen nach einigen Jahren Streit nicht auf der Strecke geblieben ist, sich die Touristikverbände, die Sponsoren und Künstler wieder gefunden haben. Den Streit gab es in der Gruppe der ausstellenden Künstler, denn Profis und begeisterte Hobbykünstler stellen an einem Termin gemeinsam aus. Jeder der Spaß an der Sache hatte kann sich beteiligen und unter Umständen prallten Welten aufeinander. So gab und gibt es den Gedanken, dass sich die Profis an einem Extra Event Kunst heute präsentieren. In der Ankündigung 2009 zu Kunst heute heute hieß es:

Zum zweiten Mal präsentieren sich bei dem Aktionstag „Kunst Heute“ am 24. Oktober 150 professionell arbeitende Künstler und Künstlerinnen in 87 Orten Mecklenburg-Vorpommerns. Sie wollen zeigen, wie zeitgenössische Kunst im Bundesland entsteht, vermittelt und vermarktet wird. Kunstschaffende öffnen ihre Ateliers und Werkstätten, Museen laden zu Sonderveranstaltungen ein. Organisiert haben die Aktion der Künstlerbund und der Verband der Kunstmuseen Mecklenburg-Vorpommern.

Für mich als „Außenstehender“ machte es folgenden Eindruck:

  • Vor drei Jahren wurde aus einem vermeintlichen Qualitätsanspruch einiger Profis, versucht eine neue Veranstaltung zu etablieren. Einige Künstler, Ateliers und Galerien zogen sich von Kunst Offen zurück.
  • Nun im Herbst bei nassem Wetter steht diese Veranstaltung in einem Flächenland wie Mecklenburg Vorpommern mit „nur“ 150 bei weitem nicht so im Interesse der Besucher und Medien. Natürlich auch, weil die Tagesgäste und Touristen fehlen.
  • Sponsoren wurden verunsichert, aber es konnten im Wesentlichen keine neue Sponsoren und Fördertöpfe gefunden werden. Kunst Offen wurde und wird zu Pfingsten durch die Tourismusverbände organisiert und gefördert ;-).
  • Heute sind wieder viele Galerien und Profis bei Kunst Offen und präsentieren sich. Manche Künstler mit einem grünen Schirm, der als Mitglied des Künstlerbundes ausweißt. Für die Besucher und Sponsoren von Kunst Offen sicher die beste Lösung … 😉

P.S.: Hier geht es zu einem weiteren Bericht unseres Ausfluges zu Kunst Offen 2010 und zu einem Besuch in Schloss Ulrichshusen

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