nochmal – 125 Jahre Binz – Kunstwettbewerb « Binzer Strand- und Badeleben »

Seit einiger Zeit ist die atelier – Die Zeitschrift für Künstlerinnen und Künstler“ Febr. / März in den Läden. Ich hatte dieses gemerkt ohne das Heft in der Hand zu haben und die Ursache zu kennen. Mit einem Mal verzeichnete ich wieder Zugriffe auf meinen Eintrag zum Kunstwettbewerb « Binzer Strand- und Badeleben >>.

Nun als ich die Zeitschrift durchblätterte konnte ich den Zusammenhang erkennen. Bence Fritzsche hatte einen Beitrag über diesen Wettbewerb geschrieben – „Vom Preis zur Sammlung“, S. 12 ff.
Meine Reaktionen auf diesen Artikel und den Wettbewerb sind „gespalten“. Ich habe mich ein wenig gefreut, etwas über den Kunstwettbewerb, die Motivation, den Entscheidungsprozess sowie der geplanten Entwicklung zu lesen. Ich hatte im Rahmen des Wettbewerbs eine Serie von Aquarellen zu diesem Thema erstellt und ein gewisses Interesse an dem Wettbewerb. 😉 Also nutze ich den Anlass und krame meine Aquarelle heraus, um sie hier noch einmal zu zeigen.

zaghafte Versuche
illustre Badegesellschaft
Koketterie einer Badenixe
Wie kalt ist das Wasser …?
Strandkorbwärter

Nun neben diesem Interesse an dem Artikel war ich ein wenig traurig. Warum? Die Ausschreibung des Wettbewerbes im Frühjahr 2009 war eine tolle Idee, die Anzahl der Künstler, die sich beteiligten stimmte, ….
Binz und die Region um Rügen kann zusätzliche Kulturangebote außerhalb der Saison gebrauchen. Wenn sich dann schon internationale Zugpferde wie z.B. Bernhard Vogel hat, sollte man etwas draus machen. Hierzu reicht aus meiner Sicht die kleine Notiz auf der Webseite von Binz und ein Bericht in der Ostseezeitung nicht aus.

So waren der wunderbare Beitrag auf der Seite Kreidefelsen und mein Beitrag in diesem Blog, die einzigen überregionlane Informationsquellen zu einem tollen Kunstbewerb. Ich hatte dann auf Nachfrage die weiteren Teilnehmer der Ausstellung aufgelistet. Umso bemerkenswerter, dass Bence Fritzsche jetzt nach 6 Monaten noch einen Artikel veröffentlicht. Besten Dank hierfür.

Hier kann ich nur eine ganz einfache Frage stellen: Was nützt der beste Wettbewerb mit der einer Ausstellung oder eine Sammlung wenn keiner hingeht. Ein wenig mehr Pressearbeit, Marketing sollte von den Verantwortlichen investiert werden, denn sonst sind alle Bemühungen aus Sicht der Entwicklung für Binz nichts wert.  Insbesondere wenn der Wettbewerb von der Agentur für Kommunikation Schubert & Schubert ins Leben gerufen wurde.

Wenn ich die Zeilen von Bence Fritsche zur Auswahl der Preisträger lese, und mich an die Ausstellung erinnere, kann ich heute immer noch nicht nachvollziehen was ein „Gelber Vogel im Brunnen auf der Terrasse am Meer mit Lorbeerkranz“ mit der Thematik des Wettbewerbes zu tun hat. Kreativ war für mich an diesem Werk, dass die Künstlerin Barbara Kussinger, das Wort Meer in der Werksbezeichnung unter gebracht hat. Aber zu sehen oder zu ahnen war das Meer nicht. Nun hier erschließt sich für mich „die erfrischend humorvolle künstlerische Allegorie“ nicht, die Bence Fritsche beschreibt. Nun ja …. Möge mir Frau Kussinger, meinen Kommentar nach sehen 😉 Aber in einem Interview in der Ostsee Zeitung vom 05.10.2009 sagte Frau Kussinger selbst

„Das Besondere: Sie hatte Binz noch nie besucht, als sie an dem Bild arbeitete. „Meine Motive entstehen überwiegend aus Ahnungen heraus“, erklärte die Künstlerin und fügte verschmitzt hinzu: „Als ich später Fotos von Binz sah, musste ich laut darüber lachen, wie nah ich mit meiner Stimmungsverdichtung an der Wirklichkeit dran war.“ Das Bild mit dem komplizierten Titel ist fast surrealistisch, im Mittelpunkt eine gelbe Badewannenplastikente, die Kussinger liebevoll „Möwenkönigin“ nennt.“

Hier geht es zu den Bilder der Preisträger:

  1. Bernhard Vogel
  2. Reza Momen Ashari
  3. Barbara Kussinger

Noch mal herzlichen Glückwunsch.

P.S:: Ich würde mir viel mehr solcher Wettbewerbe in Mecklenburg Vorpommern wünschen, aber dann mit der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit und einem sinnvollen Marketing, dieses ist gar nicht so schwer 😉

Interviews im Aquarell Forum – Frank Koebsch (2)

Hier ein Auszug aus dem Interview von Regine Rost mit mir im Aquarell Forum.

3) Hast du schon mal an einen Wettbewerb mit Aquarellbildern teilgenommen? Wie waren deine Erfahrungen?

Ja ich habe bereits mehrmals an Wettbewerben teilgenommen. An Wettbewerben für bildende Kunst und an Wettbewerben nur für Aquarell.

Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Bei den Wettbewerben für bildende Kunst. kämpft das Aquarell oft mit dem Image, dass es nur eine Vorstufe zur wirklichen Kunst ist, wie es mal Nolde gesagt hatte. Damit bekommen oft Bilder in Acryl oder Öl eine höhere Wertschätzung.

Zwei weitere Aspekte sind immer zu beachten.

Einmal der Geschmack und die Vorstellungen der Jury. Es hat keinen Sinn mit einem fast fotorealistischen Bild oder ein Bild von Blumen anzutreten, wenn jemand in der Jury Fotorealismus ablehnt oder Bilder von Blumen nicht als „Kunst“ akzeptiert.

Oft gewinnen die Wettbewerbe die angestammten und bekannten Künstler. Wie gut oder schlecht alle Bilder sind. Damit ergibt sich die Frage, ob sich die Ausrichter lieber mit dem Image der Großen schmücken. Oder ist dieses nur Neid, weil ich nicht gewonnen habe?

Nun ich bin zu mindestens mehrmals in den Bereich der Endausscheidung gekommen. Also werde ich versuchen mich weiter zu entwickeln, zu mindestens so lange ich Lust am Malen habe, mich beweisen will und mir Menschen und Künstler, die ich mag immer wieder helfen neue Möglichkeiten zu entdecken. Warum sollte ich dann nicht wieder Bilder bei Wettbewerben einreichen?

Welche Zeitung / Zeitschrift …..

Ich habe mir mal wieder die Zeitschrift „atelier – Die Zeitschrift für Künstlerinnen und Künstler“ gekauft und ein wenig in der Ausgabe 05 / 2009 gestöbert. Nun mit der letzten Ausgabe war ich nicht zu frieden und wollte eigentlich dieses mal nichts zu der Ausgabe schreiben.

Aber das Leben spielt manchmal anders. Vor einigen Tagen bekam ich dann Post von Bence Fritzsche. Sie fragen wer ist Bence Fritzsche? Nun er ist Chefredakteur der Zeitschrift atelier und der KUNST:ART. Er ist über meinen Blog gestolpert. Nun ganz zu frieden war es mit meinem Post über die letzte Ausgabe nicht, insbesondere mit dem Vergleich zur Zeitschrift „Palette & Zeichenstift“. Nun aus meiner Sicht zwei ganz unterschiedliche Formate für einen ganz verschiedenen Leserkreis. Ich glaube, ich bin einer der 3% die beide Zeitschriften lesen. Oder irre ich mich, dann würde ich mich über eine Info freuen, wer beide Zeitschriften liest und warum 😉

Aber der Mailverkehr mit Bence Fritsche hat zu mindestens dazu geführt, dass ich das Heft noch einmal zur Hand genommen und mir auf Basis unseres Mailverkehrs noch mal Gedanken zu den Artikeln gemacht habe. Hier ein paar Zeilen zum Heft 05 / 2009.

Mit viel Spaß habe ich wie immer die News aus Immenhagen gelesen. Dieses hat Jürgen Raap sich das Thema Talk-Show gegriffen. Auf der Seite 25 bedient er mit Augenzwingern viele Klischees in dem Artikel „Der Fernsehauftritt“. Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie, wie sich Künstler in den Medien in Szene setzen sollten. Vergessen Sie alles was Sie vielleicht bei http://www.boesner.tv gesehen haben.

Gut und Informativ ist auch die Übersicht der Wettbewerbe und zweifelhaften Angebote in der Grauzone des Kunstgeschehens.

Wovor ich immer Respekt habe, sind Menschen, die etwas unternehmen, sich trauen So möchte ich noch auf den Artikel „Ausstellungsnetzwerk“ von Bence Fritsche auf der Seite 34 f hinweisen. Denn das Thema Produzentengalerien, Kuntsvereinigungen u.a. zur gemeinsamen Vermarktung ist ein spannendes. Ich habe z.B. in Leipzig an einem Beispiel gute Ansätze gesehen und musste dann doch als Beobachter erleben, wie sich auf Grund persönlicher Befindlichkeiten gute Ansätze nicht entwickeln konnten. Anders scheinbar der „artclub“ in Köln, der nach seiner Gründung im WEB und auch in einschlägigen Foren Werbung gemacht hatte. Er hat geschafft sich zu etablieren und will nun die nächsten Schritte gehen. Machen Sie sich ein Bild und stöbern Sie auf der WebSeite des artclubs. Es lohnt sich.  Nur habe ich leider keine Info mehr zur Zusammenarbeit gefunden. Aber Fragen kostet nichts und ich kenne zu mindestens eine sehr positives feedback auf der http://www.artcafe.de

Wo ich nur den Kopf geschüttelt habe,  ist der Artikel „Kunsthaus Tacheles von Geldgier bedroht“ von Helmut Lorscheid S. 12 f.. Warum ich den Kopf schütteln muß, ist ganz einfach. Das Kunsthaus soll versteigert werden und der Artikel ist recht populistisch aufgemacht. Warum? Der Autor wirft mit Begrifflichkeiten wie

• HSH Nordbank als Profiteur

• Fänge der HSH Nordbank

um sich. Nun ich habe keine Aktien der Bank und bin auch kein Angestellter des Hauses. Aber ich erinnere mich an zwei Sachen,

• wozu ein Bank da ist und

• dass man nicht im Glashaus sitzend mit Steinen schmeißen sollte.

Sorry, die Bank macht ihren Job, sowie jeder andere Makler, Investor oder Imobilienverwerter es gemacht hätte.  Nun gerade bei der HSH Nordbank schwer einzusehen, denn die negativen Schlagzeilen über die Bank gerade in diesen Tagen kaum zu übersehen. Aber statt mit den o.g. Begrifflichkeiten, hätte ich mir gewünscht, dass durch den Autor für eine positive Lösung für das Kunsthaus geworben wird. Sei wie am Ende des Artikels das Huas mit „Tacheles Anleihen“ zu unterstützen oder eine Empfehlung das Land Berlin sich einzuschalten, ein Sponsoringkonzept zu skizzieren und die Zeitschrift zu nutzen, um für eine andere Art der Zusammenarbeit zwischen Kunst und Unternehmen zu werben. Das Begriff Glashaus bekommt eine besondere Bedeutung in der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Banken. Sind es nicht gerade Banken, Versicherungen u.a. die direkt oder über Stiftungen, Kunst finanzieren, fördern und so mit so manchen Künstler helfen durchs Leben zu kommen. Ich weiß sehr wohl, dass dieses nicht aus reiner Menschenliebe geschieht, aber im Leben sucht nun mal jeder seinen Vorteil. Aber warum nicht miteinander. Der Artikel weist berechtigt auf einen schwierigen Sachverhalt für das Kunsthaus Tacheles hin, aber trägt nichts zur Lösung bei, außer dicke Luft.

Nun mal sehen, was die nächste Ausgabe so bringt.