Winter am Kai von Tromsø (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ein Winteraquarell aus Tromsø

Ein Winteraquarell aus Tromsø

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Wintermorgen am Fjord (c) Aquarell von Hanka Koebsch
Wintermorgen am Fjord (c) Aquarell von Hanka Koebsch

Winteraquarelle haben ihren eignen Reiz. Das Weiß im Aquarell bietet die Möglichkeit stimmungsvolle Aquarelle zu malen. Aber genauso spannend ist es Aquarelle mit illuminierten Motiven zu malen. Wenn es abends rund um die Motive dunkel wird, kann man in Aquarellen ein wunderbares Leuchten erzeugen. Da liegt es nahe, zu versuchen ein illuminierts Motiv in einer winterlichen Umgebung zu malen. Ich hatte vor einigen Tagen Hankas AquarellWintermorgen am Fjord“ vorgestellt. Es entstand in Erinnerung an eine AIDA – Kreuzfahrt durch die Fjorde Norwegens. Unsere Reise mit der AIDA führte uns auch nach Tromsø. Wir lagen über Nacht in dem Hafen von Tromsø und haben den Abend zu einem wunderbaren Stadtbummel genutzt.

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Der „Winter am Kai von Tromsø

bietet eine Vielzahl von verschiedenen Motiven. Am Kai von Tromsø ist in den letzten Jahren viele neue Gebäude entstanden. In Anlehnung an die typischen Norwegerhäuser in den Dörfern präsentieren sich in den typischen Gelb- und Rottönen. Der Schnee, das Licht sowie die Boote und die Berge im Hintergrund zaubern eine wunderbare idyllische Winterstimmung. Ich habe versucht, diese Stimmung einzufangen. In diesem Blogartikel werde ich versuchen, zu beschreiben, wie dieses norwegische Winteraquarell entstanden ist.

  • Auf Grund der weichen Lichtstimmung habe ich das  Büttenpapier Leonardo 600 g/m2 mit matter Oberfläche von Hahnemühle gewählt. Das Aquarellpapier erlaubt es weiche Verläufe zu realisieren. Gemalt habe ich das Winterbild mit meinen Aquarellfarben von Schmincke.
  • Eine Vorzeichnung erleichtert es mir, die Erinnerung an unseren Aufenthalt in Tromsø wach zu rufen und die Schwerpunkte des Motivs herauszuarbeiten. Da der Himmel durch die Lichtemission über der Stadt mehrfarbig ist, wurden Delfblau mit Dunkelrot und Coelinblau Nass in Nass auf dem Blatt gemischt.
  • Im nächsten Schritt habe ich die schneebedeckten Berge, das Haus im Hintergrund sowie das Wasser im Fjord mit einer graublauen wässrigen Lasur belegt. In die noch feuchte Farbe habe ich dann Paynesgrau Bläulich für das Wasser im Hafenbecken gegeben.
  • Was das Motiv so interessant macht, sind die Farben der Häuser (Gelb / Orange) im Kontrast zum Blau des Himmels und des Hintergrundes. Diese Komplementärfarben bestimmen ganz wesentlich die Stimmung des Aquarells.
  • Durch die Verläufe von verschiedenen rotbraunen, orangen und gelben Farbtönen ergeben sich interessante Gestaltungsmöglichkeiten für die Fassaden. Details wie die Vorbauten in den Giebel, Licht und Schatten, das Innenleben der Fenster werden dann nach dem Trocknen als Lasur Schritt für Schritt aufgetragen.
  • Bevor ich an die Gestaltung des Vordergrundes gehe, stimme ich noch einmal die Farbigkeit zwischen den Häusern, der Lichtstimmung und dem dunklen Hintergrund ab. Ich kontrolliere, ob die Farbkontraste ausreichend sind und die Stimmung des Motivs zu transportieren. Die Schiffe, Autos und Menschen lassen sich schnell ergänzen, denn auch im Winter ist Tromsø mit seinen wenigen Sonnenstunden eine quirlige Stadt. Für die Schattierungen im Schnee auf dem Berg und im Vordergrund habe ich durch Granulieren / Arbeiten mit einem trocknen Pinsel gelbliche und graue Farben aufgetragen.

Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, hier ein paar Schnappschüsse und das fertige Aquarell „Winter am Kai von Tromsø“.

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Winter am Kai von Tromsø (c) Aquarell von Frank Koebsch
Winter am Kai von Tromsø (c) Aquarell von Frank Koebsch

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Winter Aquarell als Weihnachtsgeschenk (c) Frank Koebsch

Es hat Spaß gemacht, die winterliche Lichtstimmung einzufangen. Ich habe gleich ausprobiert, wie es gerahmt an einer Wand wirkt. Hier ein Schnappschuss des gerahmten Bildes bei „Alle meine Wünsche“ in Sanitz. Nun vielleicht bekommen wir im Norden Deutschlands ja auch mal wieder etwas Schnee. ich würde mich freuen. Bis die ersten Schneewolken über Sanitz auftauchen und die Landschaft in einen Wintertraum verzaubern, muss ich mich mit Urlaubserinnerungen oder unseren alten Winter Aquarellen trösten. 😉

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P.S. Die Zeitschrift „Palette & Zeichenstift“ berichtet in der Ausgabe 2018 / 01 in dem Artikel

„Wenn es dunkel wird in der Nacht“ über Aquarelle mit besonderen Lichtstimmungen

über das Aquarell „Winter am Kai von Tromsø“.


 

Winter am Kai von Tromsø (c) Aquarell von Frank Koebsch

Aquarell „Winter am Kai von Tromsø““ im Format 30 x 40 cm

Bei Interesse können Sie das Aquarell „Winter am Kai von Tromsø““ im Format 30 x 40 cm kaufen. Der Preis versteht sich incl. Porto innerhalb Deutschlands. Die Lieferzeit beträgt 10 Tage.

320,00 €

 

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Aber vielleicht malen Sie ja auch alleine und haben Interesse an weiteren solchen Beschreibungen, wie Aquarelle Step by Step entstehen, dann finden Sie hier ein paar weitere Beispiele:

Viel Spaß beim Stöbern und Malen. Wenn Sie einmal gemeinsam mit mir malen wollen, dann finden Sie auf unserer Web Seite immer eine aktuelle Übersicht von Aquarellkursen und Malreisen. Wenn Sie mich auf der Malreise nach Kühlungsborn oder auf Rügen begleiten.

Ein Strauß mit gelben Chrysanthemen – Aquarell mit Strukturpaste

Ein Strauß mit gelben Chrysanthemen

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Aquarell mit Strukturpaste

Vorbereitungen auf einen Aquarellkurs

Im wieder fragen mich Malschüler, was man mit Strukturpaste im Bereich der Aquarellmalerei machen kann. Für mich sind solche Medien Hilfsmittel, die ich sehr selten einsetze. Ich versuche vielmehr, meine Aquarelle malerisch nur mit Papier, Pinsel und Farbe entstehen zu lassen. Aber jeder sollte die Chance haben, die Materialien auszusuchen, mit denen es ihm Spaß macht, seine Bilder zu gestalten. Aus diesem Grund biete ich dann immer wieder zu solchen Themen Aquarellkurse an.  Vor zwei Jahren hatte ich bereits in Zusammenarbeit mit der VHS Schwerin einen Aquarellkurs: Malen auf großen Blättern mit Strukturpaste ausgerichtet. Den Teilnehmern hatte es viel Spaß gemacht, sich auf Hahnemühle Echt-Bütten Aquarellkarton Leonardo 600 g/m2 an Chrysanthemen Blüten zu probieren. Die vielen feinen Blütenblätter der Chrysanthemen zu malen, ist eine große Herausforderung, die viel Zeit und Erfahrung voraussetzt. Eine andere Möglichkeit ist es,  die vielen Blütenblätter mit Spachtelmasse zu formen. Wenn ich solche Hilfsmittel nutze, dann nutze ich Aqua Grund von Schmincke aber auch die Aqua Spachtelmasse.  In der Regel nutze ich Aqua Grund, um nicht „unendlich“  viele verschiedene Dinge kaufen zu müssen ;-). In den vergangenen Wochen hatte  ich in Zusammenarbeit mit der Fa. Heinr. Hünicke in Rostock wieder einen solchen Kurs angeboten. Als Vorbereitung für diesen Malkurs sind die Aquarelle „Ein Strauß mit gelben Chrysanthemen“ und „Chrysanthemen als Blumengruß“ entstanden. Bei einem dieser Blumen Aquarelle habe ich während des Malens einige Fotos gemacht, so dass Sie nachvollziehen können, wie das Bild entstanden ist.

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Ein Aquarell mit Chrysanthemen Blüten entsteht

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Als Vorlage habe ich ein Foto mit einem Strauß gelber Chrysanthemen und einigen Zweigen des Perückenstrauchs verwendet. Die Blätter des roten Perückenstrauches mit der orangen, lilafarbenen und dunkelblauen Musterung war der richtige Kontrastpunkt zu den leuchtend gelben Blättern. Als Aquarellpapier die Chrysanthemen Bilder habe ich den Hahnemühle Aquarellkarton Cornwall 450 g/m²  rau gewählt und meine Aquarellfarben von  Schmincke  genutzt. Ich mag dieses Papier, weil sich die Verläufe besonders gut steuern lassen. Aber für die Arbeit mit Spachtelmasse eignet sich auch jedes andere Aquarellpapier. Ich habe eine Vorzeichnung mit Bleistift erstellt. Diese erlaubt mir eine bessere Orientierung und es ist für die Malschüler besser nach zu vollziehen, wie das Aquarell später aussehen soll. Mit der Vorzeichnung sind auch die Plätze für die Blüten der Chrysanthemen definiert. Hier  habe ich im nächsten Schritt die „Strukturpaste“ aufgebracht. Ich nutze in diesem Fall den Aqua Grund von Schmincke.  Die Idee der Arbeit ist es, die Paste auf das Papier aufzubringen und die Struktur der vielen Blütenblätter mit einem Spachtel oder Palettenmesser auszuformen. Wenn der Bereich der Blüten dann später bemalt wird, werden sich die Pigmente der Aquarellfarbe in den Vertiefungen besonders konzentriert absetzen. So ergibt sich auf Grund der Struktur und der unterschiedlichen Färbung eine wunderbare Anmutung von Chrysanthemen Blüten. Um die Unterschiede zwischen den feinen und groben Aqua Grund zu zeigen habe ich auf den verschiedenen Blättern den unterschiedlichen Aqua Grund auf gebracht. In Regelfall ergibt sich die Wahl nach dem Motiv und der Malweise, ob eine feine oder gröbere Struktur der Oberfläche gewünscht wird. Doch nach dem Aufbringen des Aqua Grunds muss dieser erst einmal gut durchtrocknen.  Also habe ich begonnen die anderen Teile des Bildes zu gestalten. Begonnen habe ich mit den Blättern des Perückenstrauchs. Ich habe in dem Bereich der Blätter auf das trockene Papier eine erste orange Lasur aufgebracht und in die feuchte Lasur gleich weitere Farbtöne wie Grün und Weinrot hinzugefügt. Somit ergeben sich interessante und verschiedenfarbige Blätter. Sind die ersten Blätter trocken, ergänze ich die Farbe für den Hintergrund. In meiner Malerei versuche ich durch Kontraste und Komplementärfarben den Aquarellen ein wenig Leuchtkraft zu geben. Also achte ich bei der Gestaltung auf starke Akzente zwischen Hell und Dunkel und setze die Farben bewusst. So füge ich in der Umgebung von Blättern mit einem hohen Grünanteil in den Schatten etwas Dunkelrot ein und in der Nähe von Blättern mit einem großen gelb – orange Anteil mehr dunkles Bau.  Wenn die einzelnen Blätter trocken sind bringe ich eine nächste Lasur auf und spare in Negativtechnik die Blattadern aus. Hierbei achte ich darauf, dass die Biegung der Blattadern mit dem äußeren Umriss der Blätter und den Farbverläufen eine Einheit bilden. Denn die Wölbungen der Blätter ergeben sich durch das Zusammenspiel von äußerer Form, dem Verlauf der inneren Strukturen wie Adern und die Farbverläufe. Wenn Sie dieses ausführlich nachlesen wollen, empfehle ich Ihnen meinen Artikel Blumen und Blüten in Aquarell in der Zeitschrift Palette & Zeichenstift.  Stück für Stück gestalte ich das Blatt rund um die Blüten. Hierbei nutze ich entstandene Wasserränder und Verläufe, um weitere Blätter zu realisieren. Zum Schluss bleibt dann nur noch die Gestaltung der Blüten. Die Blüten der Chrysanthemen bekommen den ersten hell gelben Farbauftrag. Da sich in den Vertiefungen der Strukturpaste mehr Farbpigmente sammeln, ergeben sich mit den Strukturen und Farbverläufen die vielen einzelnen Blütenblätter. Etwas helles Rot in die Mitte der vorderen Blüten gibt  den Blumen mehr Volumen. So ganz einfach entsteht eine Blüte mit vielen zig Blütenblättern 😉

Mit dieser Vorbereitung hatten die Malschüler bei Heinr. Hünicke ihren Spaß im dem Aquarellkurs. Wenn Sie an weiteren solchen Beschreibungen, wie Aquarelle Step by Step entstehen, Interesse haben, hier ein paar weitere Beispiele:

Viel Spaß beim Ausprobieren für ein Aquarell mit Strukturpaste, wie z.B. ein Strauß mit gelben Chrysanthemen;-)

Brillanz der Farben in einem Aquarell

am Beispiel des Aquarellbildes  „Distel im Abendlicht“

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Renate Prause hatte eines meiner Herbstbilder, ein Distel Aquarell nach gemalt. Sie hat versucht mein Aquarell Distel im Abendlicht nachzumalen, um ihr Handwerk weiterzuentwickeln und hatte mich danach mir das Aquarell anzuschauen und ihr Hinweise zu geben, was sie vielleicht anders machen kann, um ihrem Aquarell zu mehr Wirkung zu verhelfen. Ich habe schon einmal geholfen und zu einem Aquarell Hinweise gegeben, welches nach meinem Video Aquarell einer Distel von Frank Koebsch – step by step gemalt worden ist. Damals habe ich Michael Basler geholfen, sein Aquarell besser zu machen. Den Artikel mit meinen Hinweisen finden Sie hier. Renate Prause musste leider einige Wochen warten, denn bei mir kam immer wieder etwas dazwischen, es war leider eine Zeitfrage. Aber Renate war hartnäckig und so habe ich mich heute aufgerafft, das versprochene einzulösen. Eines muss ich aber grundsätzlich sagen, alle Hinweise richten sich nach meiner Art und Weise zu aquarellieren. Da bekanntlich viele Wege nach Rom führen, ist es unmöglich zu sagen, ob etwas absolut falsch oder richtig ist. 😉

Im Bild 1 sehen Sie in kleiner Auflösung beide Aquarelle. Nun gut Renate hat es nicht schlecht gemacht, auf den ersten Blick hätte ich mir  hier und da ein wenig mehr Kontrast gewünscht (Bild 1). Als ich mir dann die Bilder in einer hohen Auflösung auf dem Monitor anschaute, konnte ich dann doch diesen oder jenen Hinweis zu dem Aquarell von Renate geben, denn im Original sind beide Bilder 30 x 40 cm groß.  In Bild 2 kann man dann einige Unterschiede ich der Malweise erkennen. Ich habe ein Detail oben rechts aus den Aquarellen gewählt. Wenn ich nicht ein Aquarell komplett Nass in Nass erstellen möchte, arbeite ich sehr oft mit einer Vielzahl von über einander liegenden Lasuren. Ich möchte dieses an einer ausgewählten Fläche aus dem oberen rechten Ecke des Aquarells erläutern. Ich habe  gesamte Fläche mit einem hellen Grünton ganz wässrig durchscheinend eingefärbt. Dieser Farbton scheint in vielen Details (1) immer wieder durch. Dann habe ich die einzelnen Grashalme entsprechend dem Gesamteindruck  geplant und umgesetzt. Dazu habe ich drei verschieden farbige Lasuren aufgetragen. Als erstes habe ich in Negativtechnik mit einer blauen Lasur die Grashalme herausgearbeitet, dann habe ich an einigen anderen Stellen weitere grüne Lasur aufgebracht, die etwas dunkler ist als der erste Grünton (Bild 3). Wichtig ist, dass vor dem Aufbringen einer Lasur, der Untergrund wieder trocken ist. Als letztes habe ich eine dunkelrote Lasur aufgebracht, um die Kontraste an einigen Stellen weiter zu erhöhen (Bild 4). Zum Abschluss habe ich in diesem Bildausschnitt die Grashalme mir den gleichen Blau- und Rottönen der Lasuren die Grashalme farblich gestaltet (Bild 5). Durch das Spiel mit den verschiedenen Lasuren werden Farbtöne über einander gelegt, das Bild wird klarer und hat eine höhere farbliche Brillanz. Im Bild 5 und 6 habe ich weitere Details aus den Aquarellen von Renate und mir gegenüber gestellt, die die unterschiedliche Herangehensweise und Ergebnisse zeigen. Aus meiner Sicht ist die Arbeit mit Lasuren eine aufwendige Malweise, aber die Brillanz der Bilder entschädigt einen immer wieder ;-).

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 1)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 1)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 2)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 2)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 3)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 3)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 4)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 4)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 5)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 5)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 6)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 6)

Aquarelle - Distel im Abendlicht (Bild 7)
Aquarelle – Distel im Abendlicht (Bild 7)

Renate Prause - Distel im Abendlicht (nach Frank Koebsch)
Renate Prause – Distel im Abendlicht (nach Frank Koebsch)

Nun ich hoffe, dass ich Renate und vielleicht auch anderen auf diese Weise einige Hinweise geben konnte. Ein Hinweis noch zum Abschluss, dass Nachvollziehen von Bildern anderer, aus dem Netz, nach Büchern, Videos u.a., kann in der Anfangszeit nützlich sein. Aber irgendwann ist der nächste Schritt notwendig, um mehr zu lernen. Suchen Sie sich einen Kurs bei einem Aquarellisten, dessen Malweise Sie mögen und der Sie durch seine persönliche Art und Kursmethodik weiterbringt. Gerne helfe ich Ihnen hierbei ;-).

Viel Spaß beim Malen und wenn Sie Fragen haben, fragen Sie auch wenn es mit  der Antwort, wie in diesem Fall ein wenig dauern kann. Hier noch einmal das Original …

Disteln im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Disteln im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Welches sind meine besten Aquarelle? oder –

Was haben meine „besten“ Aquarelle gemeinsam?

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Ich hatte zu der Frage „Was zeichnet ein gutes Aquarell aus?“ in den vergangen Tagen Andreas Mattern, Bernhard Vogel, Roland Haas und Heinz Schweizer bemüht und mich, um die Antwort gedrückt. Viel mehr habe ich bei Kunstnet und ArtOffer, gestöbert welches in diesen Kunstplattformen meine erfolgreichsten Bilder sind. Eine Aufstellung für die jeweils 25 erfolgreichsten Bilder finden Sie in den Artikeln

Hier die jeweils drei Spitzenreiter.

Meine "besten" Aquarelle
Meine „besten“ Aquarelle

Wenn ich mir die Aquarelle anschaue, ist nur festzustellen, dass sie sich doch stark unterscheiden. Sie unterscheiden sich

  • in den Motiven,
  • in der malerischen Umsetzung.
  • in der vorrangig angewandten Technik des Aquarells,
  • in dem Maluntergrund,
  • in dem Entstehungszeitpunkt
  • und und …

Das Aquarell „Desensibilisierung 2“ ist eine Kollage aus einem Foto und einem Aquarell aus Leinwand. Alle anderen Aquarelle wurden auf Papier gemalt.

Die Aquarelle „Gelbe Rosen“,Desensibilisierung 2“ und „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir …“ haben etwas Gemeinsames in der malerischen Umsetzung. In den Bildern wurde eine Vielzahl von Elementen als Flächen dargestellt, die durch Lasuren Stück für Stück herausgearbeitet wurden.

Das Aquarell „Stadtmauer bei der Nikolaikirche“ ist das einzige, welches plein air ohne vor Zeichnung vor dem Motiv entstand. Alle anderen Bilder entstanden  nach einer fotografischen Vorarbeit und Skizzen auf dem Blatt oder der Leinwand.

Hm… so richtig, hilft mir diese Analyse nicht weiter, wenn ich die Frage „Was zeichnet ein gutes Aquarell aus?“ für mich beantworten will. Gibt es denn auch etwas, was alle die Bilder gemeinsam haben? Alle diese Aquarelle sind in einer Zeit entstanden, in der ich „intensiv“ gemalt habe. Intensiv heißt in diesem Zusammenhang, dass entweder eine Serie von Aquarellen in einer bestimmte Zeit zu einem Motiv, wie z.B.

Nun in „nächsten“ Beitrag werde ich endlich mal meine Definition zu der Frage „Was zeichnet ein gutes Aquarell aus?“ versuchen.

Aquarell Haus am Tegernsee – Step by Step (8)

Durch Detailarbeit entsteht ein Juwel am Tegernsee

Im nächsten Schritt habe ich begonnen das linke Haus zu gestalten. Für das helle Tannenholz des Hauses habe ich im Wesentlichen Lichten Ocker genutzt. Für die Lasuren der Schattenbereiche habe ich Sepia Braun und Paynes Grau bläulich gewählt. Die Fenster sind durch die im vergangenen Beitrag benannten blauen Lasuren aus Paynes Grau bläulich und Delft blau entstanden.

Beim Zaun habe ich Sepia Braun genutzt und versucht mit dem Farbauftrag nach vorne etwas dunkler zu werden.

Aquarell, Arbeiten an den Details Step 5
Aquarell, Arbeiten an den Details Step 5

Spätestens jetzt ist es für mich wichtig immer mal wieder einer Pause zu machen, die Leinwand senkrecht zu stellen und zu schauen ob der Gesamteindruck  des Bildes stimmt. Hierzu ist es nicht wichtig, ob alles in Bezug auf die Fotomontage als Vorlage passt, sondern das Bild auf der Leinwand, mit den verwendeten Farben und der realisierten Technik hat eine ganz eigene Ausstrahlung. Deshalb wird für mich je mehr sich die Malerei dem Ende neigt, die Vorlage immer unwichtiger.

Klar wenn es um die Details geht schaue ich schon noch mal auf die Vorlage und die Vorzeichnung, aber wenn es um die konkrete Farbe geht oder darum ob einige Flächen dunkler werden sollen, dann lasse ich mich immer mehr von meinem Gefühl leiten. Mache eine Pause, schaue und nehme die entsprechenden Veränderungen vor.

So wird immer wieder ein wenig die Wiese angepasst, denn im Kontext mit den entstehende Haus und der Hecke auf der rechten Seite ergibt sich eine andere Wirkung. Die Schatten auf dem weißen Putz sind wieder Lasuren aus Paynes Grau bläulich und Delft blau. Die Hecke und keinen Bäume auf der rechten Seite entstehen wieder durch das Tupfen der „zerdrückten“ Pinselspitze (Olivgrün gelblich, Olivgrün. Lichter Ocker und Paynesgrau bläulich). Ganz zum Schluss füge ich noch den Sonnenschirm und die Blumenkübel und -kästen ein. Aus meiner Sicht gehören die Blumen zu den Häusern im Süden dazu 😉 Wenn hier und da die Schatten angepasst wurden, ist das Bild fertig.

Ein Juwel am Tegernsee (c) Frank Koebsch
Ein Juwel am Tegernsee (c) Frank Koebsch

P.S.: Hier finden Sie die anderen Reiträge zu dem Step by Step für das Aquarell: Haus am Tegernsee
Recherche mittels Foto
Motivauswahl
Aquarell auf Papier
Aquarell auf Leinwand
Stifte & Pinsel
Skizze auf die Leinwand und der erste Farbauftrag
Arbeiten am Hintergrund

P.S.S. Diese Serie beschreibt die Entstehung eines Bildes als Auftrag.

P.S.S.: Mehr über dieses Haus können Sie bei der  Architektin Monika Pöppl erfahren.

Aquarell Haus am Tegernsee – Step by Step (7)

Au backe, diese Beitragsreihe habe ich total vernachlässigt. Also werde ich dann in den nächsten Tagen das begonnene zu Ende bringen.

Arbeiten am Hintergrund

in dem vergangen Beitrag:Skizze auf die Leinwand und der erste Farbauftrag hatte ich den Himmel und die ersten Farbauftrag für den die Wiese im Vordergrund gestaltet. Nun beginne ich die Berge und Wälder im Hintergrund zu malen. Für die Berge sowie die Schattenbereiche rechts neben dem Haus habe ich eine Lasur aus Paynes grau bläulich und Delft blau gewählt. Die Bäume arbeite ich mit verschiedenen Nuancen von Farben heraus. Im Wesentlichen habe ich Oliv grün, Olivgrün gelblich, Lichter Ocker, sowie die genannten Blautöne benutzt. Um das Laub der Bäume an zu deuten, setze ich den Spitzen meiner Pinseln arg zu. Ich fasse sie  mit Zeigefinger und Daumen und drücke so, dass sich die Spitze in verschiedene kleine Büschel aufspaltet. Mit diesen tupfe ich dann in den Bereich der Bäume. Der Vorteil ist, dass ein ungleichmäßiger Farbauftrag von kleinen Flecken entsteht. Ich tupfe die verschiedenen Lauren so in die Baume, dass die Schatten- und die Unterseite der einzelnen Bäume dunkler wirken Für die Bereichen der Bäume auf die das Licht fällt, wähle ich hellere Lasuren. Je nachdem ob die Farben noch nass in nass ineinander verlaufen oder verschiedene Lasuren trocken übereinander gesetzt werden, ergeben sich wunderbare Effekte für das Laub.

Gleichzeitig gestalte ich die Wiese mit Lasuren aus Olivgrün gelblich und Nepalgelb.

Für die Elemente des hinteren Haus die im Licht liegen habe ich Goldbraun gewählt. Die Schattenbereiche habe ich mit Lasuren aus Paynes grau bläulich und Sepra braun gestaltet. Für das Dach  habe ich Englisch Venez – Rot gewählt.

P.S.: Hier finden Sie die anderen Reiträge zu dem Step by Step für das Aquarell: Haus am Tegernsee
Recherche mittels Foto
Motivauswahl
Aquarell auf Papier
Aquarell auf Leinwand
Stifte & Pinsel
Skizze auf die Leinwand und der erste Farbauftrag

P.S.S. Diese Serie beschreibt die Entstehung eines Bildes als Auftrag.

P.S.S.: Mehr über dieses Haus können Sie bei der  Architektin Monika Pöppl erfahren.

Aquarell Haus am Tegernsee – Step by Step (5)

Stifte & Pinsel

Da ich nicht der spontane Typ bin,  lege ich bei meinen Bildern auf die Vorbereitung wert. Arbeite ich Plein Air versuche ich eine Vorzeichnung mit Pinsel und einer stark verdünnten neutralen Farbe auf Blatt zu bringen. Wenn ich „drinnen“ mit mehr Zeit arbeite, dann nutze ich Bleistifte um eine recht ausführliche Skizze aufs Blatt oder die Leinwand zu bringen. Diese Vorbereitung hilft mir, wichtiges von unwichtigen zu trennen, zu planen wie ich mit den Farben umgehen will, wo ich mit Lasuren und wo ich Nass in Nass arbeite. Auch wenn wir einige Pinsel zur Auswahl haben, male ich in der Regel mit folgenden Pínseln:

  • einen 20´er Flachpinsel,
  • einen Hubrico, Golden Top 206
  • einen 4´er, 8´er und evt. noch einen 12`er Rundpinsel  von da Vinci oder Pelikan Goldstar

Bei großen Aquarellen nutze ich noch einen 30´er Flachpinsel von da Vinci Serie 5080 und einen 20´er Rundpinsel von da Vinci. So male ich schon Jahre und werde es wohl auch weiter tun, bis ich etwas besseren finde ;-).

P.S.: Hier geht es zum nächsten Beitrag in dieser Reihe.
P.S.S.: Hier finden Sie die anderen Reiträge zu dem Step by Step für das Aquarell: Haus am Tegernsee
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Motivauswahl
Aquarell auf Papier
Aquarell auf Leinwand
P.S.S.S. Diese Serie beschreibt die Entstehung eines Bildes als Auftrag.

P.S.S.: Mehr über dieses Haus können Sie bei der  Architektin Monika Pöppl erfahren.

Welche Wertschätzung gibt es für das Aquarell….

Im Blog Aquarellmaler hat Andreas Mattern unter dem Titel Aquarelle von Emil Nolde folgende Diskussion losgetreten:
„…Mir stellt sich hier die Frage, sind die Aquarelle keine wirklichen Bilder? Oder ist diese bei Laien oft verbreitete Meinung, dass das Aquarell eine Vorstufe für richtige, große Bilder ist, immer noch aktuell?…“

Ich habe hierzu eine eigene Auffassung. Das Aquarell wird ganz oft in folgende Schubladen gesteckt

  • Das Malen mit Wasserfarben / Aquarell ist Kinderkram und etwas für Anfänger. Aber keinesfalls etwas für richtige Kunst.
  • Das Aquarell wurde von vielen „richtigen“ Künstlern genutzt, um vor Ort Farbskizzen zu machen, aber richtige Kunst ist dieses nicht.

hm, ja im Kinderkarten, beim Ostereier anmalen, in der Grundschule beginnen die Kindern oft mit Wasserfarben zu malen. Aber warum? Ganz einfach: Öl, Acryl ja selbst Pastell lassen sich schlecht von Kinderhänden, Shirts, Tischen u.a. abwaschen…. Oder?

Klar fangen auch viele Menschen in Ihren ersten Kursen in der VHS mit Aquarell an. Warum? Das Malen mit Aquarell ist relativ preiswert. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne, z.B. der Dauer eines Kurses lassen sich die Bilder „fertig stellen“ und die Kursteilnehmer können etwas „vorzeigbares“ mit nehmen. Dieses ist bei Acryl, Öl, Pastell nicht immer möglich. Grundierungen, Vorzeichnungen, Trockenzeiten… Schlussbehandlung dauern (oft) länger.

So weit so gut. Aber etwas anderes wird hierbei vergessen: Acryl, Öl, ja selbst im Pastell kann man sehr gut korrigieren, X Schichten von Farben übereinander legen. Dieses ist mit Aquarell nicht machbar. Mischt man mehr als 4 / 5 Farben mit einander oder legt man mehr als 3 / 4 Lasuren übereinander geht die Leuchtkraft des Aquarells verloren. Möchte man Nass in Nass malen hat man 2 – 3 Minuten Zeit, um die gewünschten Effekte zu suchen. Hier würde jeder Öl und Acrylmaler verzweifeln, denn es gibt „keine“ Chance zu korrigieren. Da wo einmal dunkle Farbe war, kann nie wieder ein leuchtender heller Farbton im Aquarell erzeugt werden.

Deshalb gibt es auch eine andere Aussage: Aquarell ist die schwierigste aller Maltechniken. Ich mag diese These ;-))) Hier ein Mitstreiter, Roland Haas schreibt auf seiner Web Site: „… Zu Recht gilt das Aquarell als die schwierigste aller Maltechniken. Doch keine Angst: bei keiner anderen Technik können Sie in so kurzer Zeit derart phantastische Ergebnisse erzielen.
Kreatives Arbeiten verbindet sich mit dem Erleben der Natur und wird spontan ins Landschaftsaquarell umgesetzt.“

Nur leider gibt es heute kaum eine ausreichende Würdigung, der Wunderbaren Maltechnik Aquarell. Aber warum eigentlich? Aus Unwissenheit ? Schauen Sie doch zum Thema Aquarell auf Wikipedia die Liste berühmter und würdiger Aquarellisten an. William Tuner ist für mich einfach ein klasse Aquarellmaler.

Weiterhin glaube ich, dass die „schlechte“ Stellung des Aquarells ein deutsches Problem ist, zu mindestens wenn man mal über den Tellerrand hinweg nach Österreich, in die Schweiz, nach England, in die USA und und …. schaut.