Was muss man für ein gutes Aquarell beachten?

Tipps von einem der besten Aquarellmaler der Welt…

 

Joseph Zbukvic

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Georg Welke, ein sehr ambitionierter Aquarellist, hat sich mit Joseph Zbukvic beschäftigt. Auf der Web Seite von Joseph Zbukvic steht als erster Satz

Joseph Zbukvic is one of the finest master watercolor painters in the world…

Nun gut, wenn man sich die Aquarelle von Joseph Zbukvic anschaut, dann kann man nicht um hin, dieses Bilder mit Begeisterung anzuschauen. Aber was rechtfertigt den o.g. Satz? Ich würde sagen nur eines, das Wissen darüber, wie man gute Aquarelle erstellt. Georg Welke hat die Tipps und Hinweise von Joseph Zbukvic gelesen, versucht diese für sich zu übersetzen und mit seinen Erfahrungen und Wissen, in seine Worte zu fassen. Was dabei raus gekommen ist, finde ich klasse.

Ich möchte, diese Aussagen, um ein gutes Aquarell zu erstellen, hier zur Diskussion stellen.

  • Genau nach Vorlage zu malen, ist unerheblich; wichtig ist, das Charakteristische zu erfassen.
  • Die Zeichnung ist die Struktur, das Rückgrat des Bildes. Die Farbe ist das Fleisch. Ohne ein gutes Rückgrat kann man keine gute Malerei haben.
  • Erhalte die Dynamik der ursprünglichen Linie der Vorzeichnung, töte sie nicht mit Farbe.
  • Der Tonwert ist König, die Farbe ist nur Assistent.
  • Nie unterschätze den Wert eines einzigen Pinselstrichs.  Das Aquarell bestimmt die Zeit, in der es gemalt werden muss… nicht du.
  • Sagen nie „tot“, bevor es trocken ist.

Was meinen Sie zu diesen Punkten? Ich denke, dass Georg Welke es auf Basis von Joseph Zbukvic genau die Formulierungen gewählt hat. Oder?

Damit Sie sich einen Eindruck von der Malerei Georg Welke machen können, darf ich Ihnen das  Aquarell „Canterbury“ von ihm vorstellen. für mich eine sehr gute Arbeit.

Canterbury (c) Aquarell von Georg Welke
Canterbury (c) Aquarell von Georg Welke

P.S.: Entdeckt habe ich die o.g. Punkte von Georg Welke in der Aquarellgasse.

Susanne Hau in dem ART & GRAPICS magazine

Einen Artikel den ich Ihnen aus der  Zeitschrift ART & GRAPHIC magazine, Januar 2010 vorstellen möchte ist der Artikel von Susanne Haun „Die Bedeutung der Zeichnung – Am Beispiel Akt“ , S. 16 ff.

 Was mich daran fasziniert? Nun ich kenne Susanne Haun persönlich, konnte schon mehrmals ihre Zeichnungen und Bilder im Original sehen, ob in Berlin. Schwerin, Hamburg u.a. Susanne Haun zeichnet oft kleine Formate, coloriert diese manchmal sparsam…. Ihre Motive sind Blumen, Blüten, die sie auf den Weg ins Atelier entdeckt, oder Sträuße, die sie im Rahmen einer Vernissage geschenkt bekommt, Menschen aus ihrer unmittelbaren Umgebung, Figuren aus Romanen, Erzählungen, den Sagenwelt oder auch Skulpturen, die sie in Berlin an verschiedenen Orten findet.  Mich sprechen ein Teil ihrer Blumen und Blüten an, aber auch Ihre Zeichnungen von den Menschen. Ganz besonders hat mich die Reihe von Zeichnungen zu Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ fasziniert.  Warum? Susanne Haun hat für mich eine Art das wesentliche zu erfassen mit wenigen wesentlichen Linien auf Blatt zu bringen.

 Zu dieser Begeisterung über Ihre Art pass natürlich der Artikel. Susanne arbeitet mit ihrer Linie konsequent… Sie schreibt selber „Die Qualität einer Zeichnung liegt unter anderem in der Entschiedenheit der Linie. Die einzelne Linie zeigt sowohl die Sicherheit als auch Unsicherheit des Zeichners….“ Schauen Sie sich die Zeichnungen in dem Heft oder auf Ihrer Web Seite an,  Für mich geht Susanne immer recht sicher und konsequent vor. Ihre Frauen in den Akten und anderen Zeichnungen sind für mich starke Persönlichkeiten, konsequent in Szene gesetzt. Interessant sind auch die Ausführungen von Susanne zu der Herangehensweise an einen Akt oder einem Portrait. Wen man hierzu die Zeile auf der S. 18 liest, bekommt man ein Gefühl für die Arbeit.

 Doch nun genug meiner „Schwärmerei“ und zum Schluss noch eine Empfehlung. Wenn Sie etwas über die Geschichte hinter den Zeichnungen erfahren wollen, schauen Sie doch ab und zu in den Block von Susanne Haun.

Eine Zeese

Ausgehend von den Fragen, wie malt man ein Aquarell, Rosen und Bäume hatte ich Ihnen einige Bilder unter Rubrik „Einfache Formen uns Linien“ vorgestellt. In den letzen Tagen hatte ich die Geschichte erzählt, wie ich auf einer Malreise mit Renate Pfrommer Schwierigkeiten hatte die Motive auf Blatt zu bringen. Mein Ausweg war die Vereinfachung, die Abstraktion der Motive in ganz einfache geometrische Formen. So ist der vorgestellte Windflüchter entstanden und dieses Zeesboot. Mit ganz einfachen Formen und wenigen Farben eine Boddenlandschaft angedeutet. Die Wiesen gehen oft nahtlos in das flache Wasser des Boddens über. Schlickige bewachsene Untiefen durchziehen das Wasser außerhalb der schiffbaren Routen. Also habe ich ähnliche Farben und Formen für das Wasser und die Vegetation gewählt und versucht durch Farbvariationen Tiefe zu erzeugen. Die Zeese wurde ebenfalls aus ganz einfachen Formen zusammen gesetzt. Am Ende des Weges, eine ganz einfache Darstellung, aber der Weg für den Windflüchter und die Zeese war lang. Vielleicht mag ich diese beiden Bilder deshalb nach vielen Jahren immer noch.

Zeese
Zeese

Sehen Sie diese Art der Malerei als Möglichkeit an sich komplexeren Motiven zu nähern. Weitere Beispiele finden Sie in der Kategorie „Einfache Formen und Linien“.

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