Besuch im Atelier von Max Struwe

Besuch im Atelier von Max Struwe

Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse mit unserem Aquarelllehrer Max Struwe

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Vor einigen Tagen bin ich nach Warnemünde gefahren und habe Max Struwe in seinem Atelier besucht. Bei Max Struwe haben Hanka und ich 2003 und 2004 an der VHS Rostock Kurse und einige andere Workshops besucht. Wir haben in Warnemünde, am Klostergarten und dem Alten Markt in Rostock gemalt. Er war und ist ein ganz einfühlsamer Lehrer. Max Struwe hat viel dazu beigetragen, dass wir Malen gelernt haben. Hier einige Fotos aus längsvergangenen Zeiten und ein Aquarell. Das Aquarellbild Alter Markt und Petrikirche ist 2004 in einem Workshop mit Max entstanden.

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In der Zeit danach hatten wir immer versucht ein losen Kontakt zu halten, sind uns hier und da über den Weg gelaufen. Dazu gehörte auch, dass wir Max Struwe zu unseren Ausstellungen eingeladen haben. Klar waren wir besonders stolz, wenn Max kam, sich unsere Bilder angeschaute, uns Feedback gegeben hat und sich gemeinsam mit uns den Pressefotografen gestellt hat. Hier Schnappschüsse aus einer Ausstellung aus dem Jahr 2008 im Haus der Stadtwerke Rostock. Damals war unsere Aquarellmalerei noch Hobby für uns.

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Besuch bei meinem Kollegen Max Struwe in seinem Atelier in Warnemünde

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In der Zwischenzeit sind Max und ich Kollegen geworden. Wir geben Aquarellkurse an der Volkshochschule Rostock, bei Heinrich Hünicke, veranstalten Malreisen z.B. nach Rügen und und … Max besitzt ein Menge Erfahrungen und Wissen, hat eine klasse Art zu malen, so dass ich seine Einladung in sein Atelier gerne angenommen habe. Das Atelier von Max Struwe liegt im ersten Stock des Bahnhofsgebäudes in Warnemünde. Es liegt zwischen dem Neuem und Alten Strom. Die Gegend um den Alten Strom mit seinen alten Kapitänshäusern ist  ideal, um in Warnemünde zu malen. Aber es war neblig und kühl, so dass wie im Atelier geschnackt haben. Es war interessant die Bilder von Max zu sehen und sich über Rügen Aquarelle und anderen maritimen Motive  auszutauschen. Besonders eindrucksvoll war das riesige Rügen Aquarell von Max. Er ist dabei ein Bild aus 24 Formaten 30 x 40 cm zu erstellen. Zurzeit hängen dort noch 24 Blöcke von Hahnemühle mit dem Aquarellpapier Anniversary Edition an der Wand. Eine klasse Arbeit 😉

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Es hat Spaß gemacht sich über dieses oder jenes auszutauschen und wir haben uns erneut verabredet. Vielleicht malen wir ja mal in den nächsten Wochen zusammen oder stellen gemeinsam aus. Dann könnte ich Max Struwe mit meinen Erfahrungen bei der Organisation von Ausstellungen vielleicht etwas zurückgeben.  Ich würde mich freuen, wenn es klappt 😉

Doch dieses ist Zukunftsmusik, erst einmal treffen wir uns in den nächsten Tagen wieder im Atelier von Max Struwe.

Kann man Malen lernen?

Kann man Malen lernen?

Baucht man zu Malen Talent?

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Egal ob bei Ausstellungen, in Vorbereitung von Aquarellkurse oder wenn Menschen mich unterwegs bei den Malreisen an der Ostsee treffen, wird mir die Fragen gestellt:

Kann man Malen lernen?

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Nun aus meiner Sicht kann man Malen lernen. Nicht jeder bringt die gleichen Voraussetzungen mit. Aber dieses macht es gerade spannend, Kunst lebt durch Vielfalt. Wenn ich versuche, so die Frage zu beantworten, dann wird ganz schnell und oft die Talentfrage bemüht.  In den vergangenen Tagen hatte ich in der aktuellen Ausstellung „Faszination Galopper“ in der Doberaner Galerie Severina wieder eine solche Diskussion. Aus diesem Grund habe ich mal in meinen Bildermappen gekramt und möchte Ihnen zwei meiner Aquarelle zeigen. Beide Aquarellbilder zeigen das Dornenhaus in Ahrenshoop. Das erste Bild ist wahrscheinlich im Jahr 1999 entstanden und stellt einen meiner ersten Versuche nach der Schulzeit dar, wieder zu malen. Hätten Sie beim Anblick dieses Bildes gedacht, dass ich für das Malen Talent habe? Wie hätten Sie die Frage beantwortet, ob ich das Malen lernen kann?

Das Dornenhaus - ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch
Das Dornenhaus – ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch

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Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch
Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch

Das zweite Aquarell zeigt das Dornenhaus im Winter und ist 13 Jahre später entstanden. Meinen Malschülern empfehle ich immer, ihre Bilder aufzuheben, um zu sehen, wo und wie sich ihre Malweise verändert hat. Vor einigen Tagen hatte ich nach einer Malreise auf Rügen drei Aquarelle gezeigt, die innerhalb von sieben Jahren entstanden sind, denn ich habe das Pfarrwitwenhaus im Rahmen von verschiedenen Aquarellkursen und Malreisen immer wiedergemalt. Zum letzten Mal haben wir in diesem Jahr Ende Mai Aquarelle auf Rügen gemalt haben. Es immer wieder spannend seine alten Bilder zu sehen. die Aquarell „Pfarrwitwenhaus Groß Zicker“,  „Garten vor dem Pfarrwitwenhaus“ und „Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker“ sind 2007, 2009 und 2014 entstanden.

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Für mich ist die Botschaft der Bilder ganz einfach,  malen kann man lernen. Die Frage, ob man zum Malen Talent braucht, hatte ich schon einmal vor Jahren auf meinen Blog diskutiert. Damals hatte mich Astrid Volquardsen, ein phantastische Pastellmalerie in einem Kommentar auf das Buch “Die Talentlüge” von Daniel Coyle aufmerksam gemacht.  Fehlendes Talent wird oft als Ausrede genutzt, um sich dauerhaft und intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen.

Auf Amazon findet man zu diesem Buch folgende Kurzbeschreibung:

“Talent ist gottgegeben.
Oder fest in den Genen verankert.
Daran lässt sich nun mal nichts ändern.
“Falsch!”, sagt Daniel Coyle. Veranlagung spielt natürlich eine Rolle, aber entscheidend sind Motivation, Übung und Disziplin. Neueste Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften beweisen, dass wir sehr wohl Einfluss auf unsere Talente nehmen können. Coyle besucht Wissenschaftler und erfolgreiche Talentschmieden rund um den Globus und macht auf äußerst anschauliche Weise klar: Geht nicht, gibt’s nicht – Talent ist lernbar.”

Also nur Mut. Meine Aquarelle zeigen, dass man Malen lernen kann. Aber von einem möchte ich warnen. Versuchen Sie nicht zu malen, wie Ihre großen Vorbilder. Hierbei kann man eigentlich nur scheitern, denn jeder von uns hat andere Fähigkeiten, Voraussetzungen, hat eine eigene Sichtweise von den Motiven entwickelt. Aus meiner Sicht nutzen Sie Ihre eigenen Möglichkeiten und versuchen zu erarbeiten, was man von anderen lernen kann. Hier bei denke ich an zwei Dinge. Einmal an den Beitrag von Martin Mißfeldt:  Talent für Malen und Zeichen – Wichtig oder nicht? Er greift in diesem Beitrag, die Fragestellung nach dem Talent von mir auf und schreibt als Meisterschüler von Georg Baselitz

„ … man muss (auch und vielleicht vor allem) als Künstler nur eine vermeintliche Schwäche umdrehen und zu seinem Vorteil zu nutzen wissen. Baselitz hat bestimmt kein Talent, realistisch zu zeichnen oder zu malen, aber er hat sehr viel Talent, diese Schwäche zu nutzen. Und abgesehen davon braucht er überhaupt kein Talent zu haben – entscheidend ist doch, dass er großartige Bilder malt…“

Wenn Ihnen diesen zu theoretisch ist, dann gibt  es zurzeit eine wunderbare TV Werbung, in der ein junger Künstler den Stift nicht halten kann, aber dann Farbe an der Handkante ein wunderbares großformatiges Bild erstellt. 😉 Nutzen Sie ihre Chancen, ihre Fähigkeiten. Jeder Dozent oder Mallehrer sollte Sie unterstützen, ihre Stärken auszubauen, ihren eignen Weg zu finden. Wenn Sie Lust haben, mit mir in Schwerin, Rostock, Kühlungsborn oder auf Rügen zu malen, dann können Sie z.B. in der Ausstellung im Kulturinformationszentrum Schwerin Aquarellen von einigen Malschüler und mir sehen.

Nur Mut, malen kann man lernen.