Wie malt man Aquarell?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder. 😉

In den vergandenen Tagen hat Google oder eine andere Suchmaschine jemanden mit dieser Frage auf meinen Blog abgeladen. hm…und nun? Eigentlich sollte ich mich freuen. Denn dieses ist ja einer der Gründe, warum ich den Blog eingerichtet habe. Ich will mit anderen meine Erfahrungen teilen. Aber ich werde diese Frage auf meinen Blog nicht umfassend beantworten können.

Warum? Ich habe schon ein wenig Beiträge und Fragen zu Papier, Rahmung, Anleitungen / Step by Step für meine Aquarelle geschrieben. Aber es sind nur Ausschnitte aus der großen Welt des Aquarells. Ich werde nie so malen wie Brunner, Funck, Hofmann, Kohler, Mattern, Vogel ….. (mögen mir die Großen des Aquarells verzeihen, dass ich mich mit Ihnen vergleiche 😉 ). Damit werden auch die eingesetzten Materialien und Techniken variieren. Es gibt von den eben genannten Malern eine Vielzahl mehr oder weniger guter Bücher, einige Zeitschriften, viele Lehrgänge und Akademien und alle beschäftigen sich mit dieser Frage: Wie malt man Aquarell?

Keiner hat den Stein des Weisen gefunden. Damit gibt es Platz für alle, die es probieren wollen und auch für mich.

Besonders interessant ist es, wenn Maler, die eigentlich im Acryl, Öl, Pastell ihre Heimat haben, etwas zum Aquarell sagen… Meist sollten Sie es sein lassen. Entschuldigung 😉 Aber ich meine es ernst mit dieser Aussage. Warum? Es fehlt Ihnen oft das Verständnis für das Medium „Wasserfarben“, Papier und die vielen anderen möglichen Materialien, die entsprechenden Techniken und schlicht die Übung.

Hier zu gibt es eine kleine Geschichte: Martin Mißfeldt war dabei zu den verschieden Kategorien – Speedpainting, Ölbilder, Aquarell, Gouache, Zeichnungen, Cartoon – Artikel für seine Homepage zu schreiben. Wie es so ist, hatte er die einzelnen Themen mal zur Diskussion gestellt. Bei dem Thema Aquarell – hm.. der erste Entwurf des Artikels war sehr flach. Martin Mißfeldt möge mir meine freche Aussage verzeihen. Klar, denn die Stärken die Martin Mißfeldt liegen auf anderen Feldern. Aber, nach und nach ist eine gute Seite zum Thema Aquarell entstanden und etwas konnte ich auch dazu beitragen (sie müssen nur auf seiner Seite nach ganz unter scrollen ;-)).

Die Moral der Geschicht: Auch gut ausgebildete Künstler, müssen sich immer wieder der Frage stellen: Wie malt man Aquarell?

Probieren Sie es, es lohnt sich. Aber lassen Sie sich nicht erzählen, Aquarell ist „nur“ etwas für Anfänger 😉

P.s. Suchen Sie Austausch zum Thema Aquarell nutzen Sie das Aquarellforum

Welche Wertschätzung gibt es für das Aquarell….

Im Blog Aquarellmaler hat Andreas Mattern unter dem Titel Aquarelle von Emil Nolde folgende Diskussion losgetreten:
„…Mir stellt sich hier die Frage, sind die Aquarelle keine wirklichen Bilder? Oder ist diese bei Laien oft verbreitete Meinung, dass das Aquarell eine Vorstufe für richtige, große Bilder ist, immer noch aktuell?…“

Ich habe hierzu eine eigene Auffassung. Das Aquarell wird ganz oft in folgende Schubladen gesteckt

  • Das Malen mit Wasserfarben / Aquarell ist Kinderkram und etwas für Anfänger. Aber keinesfalls etwas für richtige Kunst.
  • Das Aquarell wurde von vielen „richtigen“ Künstlern genutzt, um vor Ort Farbskizzen zu machen, aber richtige Kunst ist dieses nicht.

hm, ja im Kinderkarten, beim Ostereier anmalen, in der Grundschule beginnen die Kindern oft mit Wasserfarben zu malen. Aber warum? Ganz einfach: Öl, Acryl ja selbst Pastell lassen sich schlecht von Kinderhänden, Shirts, Tischen u.a. abwaschen…. Oder?

Klar fangen auch viele Menschen in Ihren ersten Kursen in der VHS mit Aquarell an. Warum? Das Malen mit Aquarell ist relativ preiswert. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne, z.B. der Dauer eines Kurses lassen sich die Bilder „fertig stellen“ und die Kursteilnehmer können etwas „vorzeigbares“ mit nehmen. Dieses ist bei Acryl, Öl, Pastell nicht immer möglich. Grundierungen, Vorzeichnungen, Trockenzeiten… Schlussbehandlung dauern (oft) länger.

So weit so gut. Aber etwas anderes wird hierbei vergessen: Acryl, Öl, ja selbst im Pastell kann man sehr gut korrigieren, X Schichten von Farben übereinander legen. Dieses ist mit Aquarell nicht machbar. Mischt man mehr als 4 / 5 Farben mit einander oder legt man mehr als 3 / 4 Lasuren übereinander geht die Leuchtkraft des Aquarells verloren. Möchte man Nass in Nass malen hat man 2 – 3 Minuten Zeit, um die gewünschten Effekte zu suchen. Hier würde jeder Öl und Acrylmaler verzweifeln, denn es gibt „keine“ Chance zu korrigieren. Da wo einmal dunkle Farbe war, kann nie wieder ein leuchtender heller Farbton im Aquarell erzeugt werden.

Deshalb gibt es auch eine andere Aussage: Aquarell ist die schwierigste aller Maltechniken. Ich mag diese These ;-))) Hier ein Mitstreiter, Roland Haas schreibt auf seiner Web Site: „… Zu Recht gilt das Aquarell als die schwierigste aller Maltechniken. Doch keine Angst: bei keiner anderen Technik können Sie in so kurzer Zeit derart phantastische Ergebnisse erzielen.
Kreatives Arbeiten verbindet sich mit dem Erleben der Natur und wird spontan ins Landschaftsaquarell umgesetzt.“

Nur leider gibt es heute kaum eine ausreichende Würdigung, der Wunderbaren Maltechnik Aquarell. Aber warum eigentlich? Aus Unwissenheit ? Schauen Sie doch zum Thema Aquarell auf Wikipedia die Liste berühmter und würdiger Aquarellisten an. William Tuner ist für mich einfach ein klasse Aquarellmaler.

Weiterhin glaube ich, dass die „schlechte“ Stellung des Aquarells ein deutsches Problem ist, zu mindestens wenn man mal über den Tellerrand hinweg nach Österreich, in die Schweiz, nach England, in die USA und und …. schaut.