Wie malt man einen Himmel? (3)

Nicht immer ist der Himmel blau…

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„Nicht immer ist der Himmel blau. Unglaublich viele Farbschattierungen lassen sich in einem zu malenden Himmel entdecken…“ schreibt Wolfgang Baxrainer in dem Artikel „Fachkunde – Die Farben in der Aquarellmalerei“ in der Zeitschrift Palette und Zeichenstift, Ausgabe 1 / 2011.

Wolfgang Baxrainer zeigt in ein paar schnellen Aquarellen – „ Fünf-Minuten-Skizzen“, wie er Landschaften gestaltet und die Wirkung der Landschaften durch einen „gelungenen“ Himmel unterstreicht. Hierzu gehört auch, dass er  bei Bedarf Siena natur, Siena gebrannt, Magenta in den Himmel einfügt. Nun ich hatte ja in dem Artikel Wie malt man einen Himmel? (2) „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ Aquarelle mit verschiedenen fast blauen Himmel bei ganz unterschiedlichen Stimmungen vorgestellt. Aber ich kann auch anders 😉

Ein Winternachmittag über Rostock (c) Aquarell von Frank Koebsch
Ein Winternachmittag über Rostock (c) Aquarell von Frank Koebsch

Also habe ich mal in meinen Bildern gestöbert und ein paar Aquarelle mit „farbigen“  Himmeln herausgesucht. Beginnen wir mit zwei Winteraquarellen mit klarem Himmel. Bei uns an der Ostsee gibt es im Winter in der Regel wenig Schnee. In den meisten Jahren haben wir längere Kälteperioden mit knackigem Frost und mit keinen oder nur wenig Schnee. An einem solchen typischen Winternachmittag mit kaltem Wetter ist das Aquarell Ein Winternachmittag über Rostock entstanden. Ich habe versucht entsprechend der frostigen Stimmung am späten Nachmittag das Aquarell mit minimalistischen Mittel zu entwerfen. Besonders kalt wird es wenn die Sonne am Horizont verschwindet. Die frostige Stimmung wird durch die leichten Gelbtöne am Himmel und dem Eis am Ufer unterstrichen. Die letzten Sonnenstrahlen färben den Himmel im Westen leicht „rosa“ und der Himmel spiegelt sich in der Warnow.

Fachwerk im Winter (c) Aquarell von Frank Koebsch
Fachwerk im Winter (c) Aquarell von Frank Koebsch

Mit einem hellen Gelb am Horizont habe ich auch Frost in den Himmel hinter dem fränkischen Fachwerk „gezaubert“. In dem Aquarell  Fachwerk im Winter finden sich die Farben des Himmels ebenfalls in den anderen Bildteilen wieder und vermitteln so eine frostige Stimmung.

Boot im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch
Boot im Abendlicht (c) Aquarell von Frank Koebsch

Ganz anders sieht es in dem Aquarell Boot im Abendlicht aus. Ich wollte eine Stimmung am Bodden nach dem Sonnenuntergang einfangen. Bei diffusem Licht der Dämmerung ist der wolkenbehangene Himmel noch von Rot und Orangetönen der untergegangenen Sonne durchzogen. Um die Stimmung real zu gestalten, muss sich das letzte Sonnenlicht auch auf den Naturholzflächen der Boote und der beige Sand am Ufer wieder finden lassen.  In diesem Bild habe ich die Orangetöne des Abendlichtes  nur dezent eingesetzt.

Anders habe ich die Organgetöne in dem Aquarell „Hafenwächter“ eingesetzt. Die Sonne ist im Hamburger Hafen untergegangen und hat den wolkenlosen Himmel orange gefärbt. Gleichzeitig taucht die Sonne die  Oberflächen der Kräne, Werftanlagen sowie der Lampe im Vordergrund in einem diffusen Rotton. Die hohen Aufbauten der Fähre sowie Möwe werden noch von dem restlichen Licht erreicht, im Gegensatz zur Wasseroberfläche, auf deren Wellen sich das Orange des Himmels wieder spiegelt.

Hafenwächter (c) Aquarell von Frank Koebsch
Hafenwächter (c) Aquarell von Frank Koebsch

In meinen Aquarellen bilden der Himmel und die anderen Bildelemente eine Einheit. Meine Aquarelle werden nicht durch den Himmel dominiert. Sondern alle Elemente des Bildes sollen die Stimmung unterstreichen. Die Aussage „Bei einem gelungenen Himmel ist der „Rest“ oft nur Staffage …“ passt nicht zu meiner Malweise. In einem kann ich Wolfgang Baxrainer nur Recht geben, ein schlechter Himmel vers… das ganze Bild. Schauen wir mal, ob dieses auch stimmt, wenn die Sonne untergegangen ist.

 

Nun in den drei Teilen der Artikelserie

habe ich am Beispiel einiger meiner Aquarelle die Gestaltung des Himmels gezeigt.

Wie viele Farben braucht ein Aquarellmaler?

Geschenketipp für einen Aquarellmaler – ein neuer Farbkasten

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Ich hatte in den vergangenen Wochen einen Artikel mit der Fragestellung veröffentlicht, Wie viele Aquarellfarben braucht man für ein Bild? Nun ich nutze zurzeit einen einzigen Kasten mit 28 Aquarellfarben von Schmincke und Winsor Newton. Es gibt Maler, die malen ihre Aquarelle immer wieder nur mit den gleichen vier bis sieben Farbtönen. Das könnte ich auf Dauer nicht, denn meine Palette wandelt sich. Hier finden Sie die Farben, ich Mitte 2009 benutzt habe. Damals habe ich mit ca. 33 Farben in zwei Kästen gearbeitet. Klar tauchen mir wichtige Farben heute wie damals auf, andere sind verschwunden und neue dazu gekommen. In den meisten meiner Aquarelle arbeite ich sechs oder sieben Farben, die Zusammenstellung variiert nach Stimmung und Thema. Hier ein Beispiel der verwendeten Farben für mit Distelaquarell Vorsicht: stachlig.

verwendete Farben
verwendete Farben

Nun manchmal wünsche ich mir schon mehr Farbtöne, denn in meiner heutigen Palette fehlen hier und da schon ein paar Farben. Im Bereich Orange könnte ich aus heutiger Sicht auf Farbtöne verzichten und habe so manchmal das Gefühl ein paar Lilatöne gebrauchen zu können. Meine Frau hat mir zum Nikolaus, die Entscheidung abgenommen, ob ich mir einen zweiten Kasten zu lege oder nicht. Sie mir einen riesigen Kasten ohne Farben geschenkt. Hier habe ich ausreichend Platz, um auch mit großen Pinseln zu arbeiten, Farben auf verschieden Flächen zu mischen und die Chance 35 Farbtöne in einem Kasten mit zu führen, damit bin ich dann für zukünftige Anforderungen ausreichend gerüstet. Nun muss ich nur noch mehr Zeit zum Malen finden ;-). Nun bin ich auf mein Weihnachtsgeschenk gespannt …

Meine Farbkästen
Meine Farbkästen

P.S.: Falls Sie unsicher sind welche Farben für Sie interessant sind schauen Sie mal in die Zeitschrift Palette & Zeichenstift. Wolfgang Baxrainer gibt einige gute Hinweise, wobei jeder für sich seine Farbwahl finden muss.

Palette und Zeichenstift
Palette und Zeichenstift
  • Artikel „Fachkunde: Die Farben in der Aquarellmalerei – Teil 1“ in der Palette & Zeichenstift 5 / 2010 S. 22 ff. von Wolfgang Baxrainer
  • Artikel „Fachkunde: Die Farben in der Aquarellmalerei – Teil 2“ in der Palette & Zeichenstift 6 / 2010 S. 16 ff. von Wolfgang Baxrainer

Die Farbe ROT im Herbst (1)

Der rote Oktober 😉

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Sonniger Herbst (c) Aquarell von FRank Koebsch
Sonniger Herbst (c) Aquarell von FRank Koebsch

Alle sprechen vom Herbst als Jahreszeit mit besonderen Farben – meist als goldener Herbst. Doch auch die Farbe ROT dominiert den Herbst

Rot in der Herbsmode

Rot bei der Fashion Week

Rot in den Stoffen

Warum eigentlich? Nun ja der Farbe ROT werden vielfältige Bedeutungen beigemessen. Aber was haben diese „Deutungen“ mit dem Herbst zu tun? Aus meiner Sicht nichts, denn im Herbst färben sich viele Blätter und Früchte rot. Wenn dann das meiste Laub von den Bäumen verschwunden ist, bleiben meist nur die roten Früchte und die grünen Blätter der Nadelbäume oder der immergrünen Gewächse. Dieses sind dann in der dunklen Jahreszeit – die einzigen Erinnerungen an die vielen Farben, den Frühling, den Sommer und den frühen Herbst. Aus diesem Grund finden wir im Schmuck zum Martinstag, in der Advents- und Weihnachtszeit die Farben Rot / Grün. Dieses gilt bereits seit jahrhunderten unabhängig von der politischen Großwetterlage oder den Farben des Weihnachtsmanns gesponsert von Coca Cola.

 

Es gibt unzählige Rottöne:  Orangerot, Scharlachrot, Zinnoberrot, Permanentrot, Feuerrot, Mittelrot, Hochrot, Blutrot, Karminrot, Purpurrot, Weinrot, Braunrot, …

 oder entsprechend der Schmincke Palette:

930 – Brillant Purpur, 940 – Brillant Rotviolett, 361 – Permanentrot, 348 – Kadmiumrot  Orange,  365 – Zinnoberrot, 360 – Permanentrot orange, 349 – Kadmiumrot hell, 347 – Kadmiumrot mittel, 363 – Scharlachrot, 366 – Dunkelrot, 350 – Kadmiumrot dunkel, 345 Tiefrot, 357 – Alizarin Karmesin, 358 – Krapplack dunkel, 354 – Krapprot tief, 356 – Krapplack rosa, 351 – Rubinrot, 353 – Permanent Karmin,  352 – Magenta, 649 – Englisch-Venez. Rot, 666 – Terra Pozzuoli, 645 – Caput mortuum –  Indian red, …

 Doch welche Rottöne haben Sie in Ihrer Palette? Hier meine sparsame Zusammenstellung an Rottönen…

meine rote Palette
meine rote Palette

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P.S.: Hier finden Sie weitere Rottöne:
Gibt es den Farbton Rosen Rot?
Gibt es den Farbton Apfel Rot?
Bunte und Rote Blätter

Wie viele Aquarellfarben braucht man für ein Bild?

Die Auswahl von Aquarellfarben für ein Bild

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Pinsel und Farben / neue Palette
Pinsel und Farben / neue Palette

Nun ich hatte schon in der Vergangenheit meine Aquarellkästen gezeigt. Gezwungener Weise müsste ich meine Palette einschränken. Z.Z. arbeite ich mit einem Kasten 28 Aquarellfarben von Schmincke und Winsor Newton.

Als ich den Artikel „Fachkunde: Die Farben in der Aquarellmalerei – Teil 1“ in der Palette & Zeichenstift 5 / 2010 S. 22 ff. von Wolfgang Baxrainer las, musste ich über meine Farben nach denken. Wolfgang Baxrainer schreibt, dass eine zu große Vielfalt an Farben schädlich sein kann und empfiehlt mit 10 bis maximal 18 Farben zu arbeiten, wobei pro Bild nur 4 bis 6 Farben zu verwenden seien.

Nun bis vor einigen Monaten hatte ich so gar zwei Kästen mit ca. 40 Farben im Gebrauch. In Aquarell Forum wurde ich

Palette und Zeichenstift
Palette und Zeichenstift

gefragt: Wie ich mit so wenig Farben meine Bilder malen kann?  Nun bei genauerer Betrachtung  kann ich nur Wolfgang Baxrainer zustimmen, denn ich habe zwar 28 Farben im Kasten, nutze aber je nach Motiv, Bildstimmung und Umsetzung nur einen Bruchteil für ein Bild. Schauen wir uns noch mal das Aquarell an, welches ich als letztes veröffentlicht habe.

Nun  ich habe wenn ich mich recht erinnere folgende sieben Farben eingesetzt: Dunkel Rot, Lasur Orange, Chinacridongold, Kadmium Gelb hell, Olivgrün gelblich, Perylengrün, Delft blau

 

Das Lasurorange habe ich zum Schluss dazu genommen, um obern und links die dunklen Flächen anzupassen. Auf den dunklen Flächen wäre das Chinacridongold keine Wirkung gehabt.

verwendete Farben
verwendete Farben

Wichtiger als die Anzahl der Farben ist aus meiner Sicht, die Lage der Farben auf dem Farbkreis und die Positionierung in Bezug der Tonwerte, um ein Bild zum Leuchten zu bringen. Hier kann eine Begrenzung der Farben helfen, muss aber nicht, denn durch häufiges Mischen können schmutzige nicht leuchtende Farbtöne entstehen. Die Leuchtkraft eines Aquarells kann ebenfalls leiden, wenn die Farben grundsätzlich deckend aufgetragen werden und nicht lasierend angeleckt werden. Ich bin was Wolfgang Baxrainer in den nächsten Artikeln hier zu schreiben wird.

Das Distel AquarellVorsicht: stachlig“ hat sehr große Anteile im Bereich der Komplementärfarben Blau – Orange. Das Bild

Vorsicht: stachlig (c) Disteln als Aquarell von FRank Koebsch
Vorsicht: stachlig (c) Disteln als Aquarell von FRank Koebsch

entfaltet seine Wirkung durch die Kontraste, das Spiel der Lasuren und die Verläufe in diesem Farbbereichen. Wobei in vielen Bereichen des Aquarells der Farbauftrag trotz der Farbmischungen und übereinander liegenden Lasuren so gewählt wurde, dass das Licht durch die Farbschichten dringen kann und vom Papier reflektiert wird.

Mit wie viele Farben arbeiten Sie in Ihren Bildern?

Auftragsmalerei – ein Motiv aus Rottach Egern

Das Jägerhaus in Rottach Egern

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Indian Summer am Tegernsee (c) Aquarell von FRank Koebsch
Indian Summer am Tegernsee (c) Aquarell von FRank Koebsch

Ich hatte in den vergangenen Tagen berichtet, dass ich an einem neuen Aquarell als Auftragsarbeit arbeite. Meine Auftrag ist es das Jägerhaus in Rottach Egern zu malen. Das Haus liegt auf einem wunderschönen Grundstück. Aus Sehnsucht nach Farbe in einer Zeit, wo an der Ostsee das Weiß der Schnee und Eislandschaft vorherrscht, habe ich ein Nebengebäude vor der Kulisse der Berge gemalt. Das Aquarell ist ein Feuerwerk aus Orange Tönen im Herbst – Indian Summer am Tegernsee.

Heute möchte ich Ihnen das eigentliche Motiv meiner Auftragsarbeit vorstellen, das Jägerhaus in Rottach Egern. Ich soll wieder ein Aquarell auf Leinwand erstellen. Um die nötige Sicherheit zu bekommen habe ich, ein Aquarell auf Papier erstellt. Dieses Bild ist genauso wie das Aquarell „Indian Summer am Tegernsee“ ein vollständiges Werk, dient mir aber auf Grund der geringen Korrekturmöglichkeiten bei Aquarellieren als Skizze oder Vorarbeit für das endgültige Aquarell auf Leinwand.

Das Jägerhaus in Rottach Egern (c) Aquarell von Frank Koebsch
Das Jägerhaus in Rottach Egern (c) Aquarell von Frank Koebsch

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P.S. Wenn Sie wissen wollen, wie Step by Step so ein Bild entsteht, hier finden Sie die gesamte Entstehungsgeschichte eines solchen Auftragswerkes.

P.S.S. Weitere Aquarelle als Auftragsmalerei finden Sie hier.