Welchen Wert hat eine Presseveröffentlichung?

Internet versus Presse – Wen erreicht man wie und wo?

.

Internet versus Presse - Wen erreicht man wo und wie?
Internet versus Presse – Wen erreicht man wo und wie?

Ich versuche kontinuierlich PR Arbeit über unsere Ausstellungen und Projekte zu machen. Ich nutze hierfür verschiedene Foren, wie Kunstnet,  artoffer aber auch Facebook, Twitter, Xing,  meinen Blog, unsere Web- Seite und versuche die Beiträge hierzu mit vertretbaren Auswand breit zu streuen. Bei den Ausstellungsankündigungen nutze ich dazu noch etliche weitere Veranstaltungskalender und Presseportale versuche neben der Arbeit der Galerie oder des Ausstellungspartners die lokale Presse, das lokale Kabelfernsehen, den NDR einzubinden. Wenn möglich versuche ich auch in Zeitungen und Zeitschriften Artikel, Interviews  zu platzieren. Dieses war bisher meine Antwort auf die Frage: Internet versus Presse – Wenn erreicht man wie und wo?

Als Beispiel für die Pressearbeit habe ich drei Beispiele herausgesucht. In der Zeitschrift palette & zeichenstift konnte ich über eine Reihe meiner Löwenzahn Aquarelle und insbesondere über die Kombination von Fotos mit meiner Aquarellen auf Leinwand einen Beitrag veröffentlichen. In der Zeitschrift atelier – Die Fachzeitschrift für Künstlerinnen und Künstler wurde ein Interview von Susanne Haun und Frank Koebsch veröffentlich. Hier konnten wir über unsere konzertierten Marketingaktion, die Blogparade „10 Fragen zur Kunst“ berichten. Das dritte Beispiel ist ein Portrait von mir in der OstseeZeitung. Drei ganz unterschiedliche Beiträge zu ganz verschiedenen Themen, in ganz verschiedenen Presseerzeugnissen mit einer unterschiedlichen Leserschaft.

Ein Löwenzahn-Aquarell mal anders © Copyrigth Palette
Ein Löwenzahn-Aquarell mal anders © Copyrigth Palette

Interview von Susanne Haun und Frank Koebsch in der Zeitschrift atelier 2011 - 4
Interview von Susanne Haun und Frank Koebsch in der Zeitschrift atelier 2011 – 4

Portrait über Frank Koebsch in der OZ vom 09. August 2011
Portrait über Frank Koebsch in der OZ vom 09. August 2011

Ich denke immer wieder darüber nach, was für die PR Arbeit für mich die richtige Mischung ist. Welchen Stellenwert eine Presseveröffentlichung, ein Beitrag im Fernsehen oder Rundfunk hat?

Nun einen neuen Anstoß hat mir hierzu Christian Henner-Fehr gegeben. Er hat meinen Beitrag Interview von Susanne Haun und Frank Koebsch in der Zeitschrift atelier kommentiert.

Die Leserzahlen aus der Online- und der Offline-Welt, sprich Blog und Artikel in einer Printzeitschrift sind nur teilweise miteinander vergleichbar. Ein Zeitschriftenartikel wird jetzt gelesen, später ist er dann aber auch weg und kaum noch jemand wird ihn lesen.

Ein Blogbeitrag fängt unter Umständen im Suchmaschinenranking das Wandern an und erreicht auch Monate später noch jede Menge Zugriffe. Auch meine Zugriffszahlen sind am ersten Tag nicht so, dass ich mit einem Printartikel mithalten kann. 5 Monate später sieht die Sache dann aber schon anders aus. Die Zahl der Blogposts, die mittlerweile fünfstellige Zugriffszahlen haben, steigt kontinuierlich an. Ich denke, diesen Unterschied darf man nicht vergessen, wenn man beide Kanäle miteinander vergleicht.

Hier hat Christian natürlich Recht. Nun ich habe gleich man nach gesehen, welche Beiträge auf meinem Blog fünfstellige Zugriffszahlen haben. 😉 Hier die drei erfolgreichsten Artikel.

Hieran sieht man schon, dass sich die Blogs von Christian und mir unterscheiden. Es ist sicher das Ranking des, aber auch das Thema und damit der adressierte Kreis der Leser. An dem Ranking arbeite ich 😉 So konnte sich mein Blog im August im WIKIO Ranking für das Thema Kultur, von Platz 129 auf den Platz 89 verbessern und in vielen Themen der Aquarellmalerei ist mein Blog gut positioniert.

Aber wenn ich andere Menschen außerhalb des Themas Aquarell erreichen will, bietet mein Blog nicht die Voraussetzungen. Bei einer Bewerbung in einer Galerie, in einem Kunstverein, bei einen möglichen Sponsor, einer Ausstellungsankündigung zählt eine Veröffentlichung in der Presse oft wesentlich mehr als der eigene Blog, Gastbeiträge auf anderen Blogs, die eignen Web Seite oder sogar auch mehr ein Text auf der WEB Seite des NDR.

Waran liegt dieses?

Welche anderen Medien nutzen Sie, um sich über Kultur zu informieren?
Welche anderen Medien nutzen Sie, um sich über Kultur zu informieren?

Aber genug dieser Fragen. Mein Fazit ist, ich muss mir Gedanken machen, wenn ich wo und wie erreiche. Wenn ich dann weiß, dass bei Bewerbungen und Ausstellungsankündigungen Presseartikel notwendig sind, muss ich eine wirkungsvolle Presse absichern. Gleiches gilt für eine gute Arbeit im Netz. Christian Henner-Fehr kennt die Zusammenhänge noch viel besser als ich ;-), denn er verwies in seinem Kulturmanagement Blog auf  Artikel: Wer informiert sich online über Kulturveranstaltungen? Eine Umfrage liefert aufschlussreiche Ergebnisse – auf eine vom Online KulturKalender freikarte.at durchgeführten Umfrage. In dieser Umfrage fiel mir die Abbildung: Welche anderen Medien nutzen Sie, um sich über Kultur zu informieren? ins Auge.
.
Das Fazit heißt für mich die Arbeit im Internet und mit der Presse verzahnen.

Dieses ist eine Sicht. Aber was mich viel mehr interessiert ist

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit der Pressearbeit?
  • Wo sind Veröffentlichungen in der Presse wirkungsvoller als ein Artikel im Netz und umgekehrt?

Welche Bedeutung haben die Tagezeitungen?

Wo auch die Entwicklung hin geht, wir brauchen gute Tagesteitungen für unsere Ausstellungshinweise und die Berichterstattung über unsere Ausstellungen !!! 😉

Welche  Bedeutung haben die Tagezeitungen? Die Antwort kann man sich leicht machen, nicht mehr den Stand wie vor 20 Jahren.

Für den Leser gewinnen immer mehr andere Medien (Rundfunk, TV, Internet) an Bedeutung. Damit sinken die Auflagen der Verlage und die Marge aus dem Anzeigengeschäft. Dieses ist ein Trend der weltweite kleine und große Verlage die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Nun ja, auch wenn in fast allen Zeitungen in den letzten Tagen die Meldung von apn zu lesen war:

70 Prozent der Deutschen lesen Zeitung – so stand es in der OstseeZeitung auf Seite 1. Ist dieses Zweckoptimismus ?  😉 Denn die Entwicklung der OZ kann man in folgender Grafik ablesen.

Entwicklung der Auflage der OstseeZeitung nach meedia.de
Entwicklung der Auflage der OstseeZeitung nach meedia.de

Wenn man sich den Inhalt ein wenig anschaut, findet man folgende Aussagen in der Meldung von apn:

In Deutschland gaben demnach immer noch 70 Prozent der Erwachsenen an, täglich eine Zeitung zu lesen. In Frankreich hingegen sind es 44 Prozent, in Großbritannien nur 33 Prozent.

Gemessen an der Reichweite lägen Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im OECD-Vergleich immer noch weit vorne, …

Gut was dieses im Bereich Kultur, Ausstellungsorganisation u.a. bedeutet, kann man aus den Ergebnissen einer Umfrage des Online KulturKalender freikarte.at sehen. Ich hatte schon mal bei unserer Pressearbeit für die Ausstellung in Bad Doberan darauf hingewiesen. Auch wenn 70% der Menschen eine Zeitung lesen, erreicht man bei weiten nicht alle Kultur- und Kunstinteressenten über die Presse. Auf den gesunden Mix kommt es an.

Aber was bedeutet diese und ähnliche Aussagen für unsere Presse? Eigentlich ist es bekannt, bei weg brechenden Umsatz und Gewinn wird mit Kostenreduzierung reagiert. Auch bei den lokalen Zeitungen stehen seit Jahren Fusionen in Haus. Was dazu führt, dass nicht nur die Kosten für den Oberbau reduziert werden, sondern

  • immer mehr Artikel von freien Mitarbeitern geschrieben werden,
  • der regionale Bezug verloren geht, weil gleiche Meldungen kostengünstig über das gesamte Verlagsgebiet verbreitet werden,
  • weniger Zeit für eine Recherche zur Verfügung steht,

Dieses alles für dazu, dass es den lokalen Tageszeitungen immer schneller schlechter geht,  denn mit sinkender lokaler Identifikation und mangelnder Qualität sinkt automatisch die Auflage. Diese Aussagen zogen sich in den vergangenen Monaten wie ein roter Faden durch Gespräche mit Pressesprechern, Journalisten, Blogbetreiben u.a.

Hier ein paar Beispiele auf die mich z.B. Olaf Lüder Betreiber des exzellenten Blogs Rostock heute aufmerksam gemacht hat.

Nun was mich als Leser der OstseeZeitung und verschiedener Blogs interessiert, ist dass die OZ wieder mehr regionalen Bezug gewinnt und wenn Entscheidungen zur Veränderung anstehen, nicht die Fehler anderer wiederholt. 

Warum? Ich bin mit dem Blatt groß geworden. Und trotz oder gerade wegen TV und WEB – meine  Frau und ich mögen es zu mindestens am Wochenende bei Frühstück ausgiebig Zeitung zu lesen. Am besten auf Papier nicht auf einem IPAD ähnlichen Gebilde. Papier und Geruch nach Druckerschwärze haben etwas gemütliches 😉 Wenn ich die Zeitung in die Butter tauche oder bekleckere ist dieses nicht so schlimm, wie ein verschmiertes Display.

Abends lese ich dann im Blog Rostock heute in hervorrander Qualität was alles die OZ nicht bringt –  auf dem Laptop oder vielleicht morgen auf den IPAD oder Bild in Bild auf dem „Fernseher“.

P.S.: Wo auch die Entwicklung hin geht, wir brauchen gute Tagesteitungen für unsere Ausstellungshinweise und die Berichterstattung über unsere Ausstellungen !!! 😉