Kann man Malen lernen?

Kann man Malen lernen?

Baucht man zu Malen Talent?

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Egal ob bei Ausstellungen, in Vorbereitung von Aquarellkurse oder wenn Menschen mich unterwegs bei den Malreisen an der Ostsee treffen, wird mir die Fragen gestellt:

Kann man Malen lernen?

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Nun aus meiner Sicht kann man Malen lernen. Nicht jeder bringt die gleichen Voraussetzungen mit. Aber dieses macht es gerade spannend, Kunst lebt durch Vielfalt. Wenn ich versuche, so die Frage zu beantworten, dann wird ganz schnell und oft die Talentfrage bemüht.  In den vergangenen Tagen hatte ich in der aktuellen Ausstellung „Faszination Galopper“ in der Doberaner Galerie Severina wieder eine solche Diskussion. Aus diesem Grund habe ich mal in meinen Bildermappen gekramt und möchte Ihnen zwei meiner Aquarelle zeigen. Beide Aquarellbilder zeigen das Dornenhaus in Ahrenshoop. Das erste Bild ist wahrscheinlich im Jahr 1999 entstanden und stellt einen meiner ersten Versuche nach der Schulzeit dar, wieder zu malen. Hätten Sie beim Anblick dieses Bildes gedacht, dass ich für das Malen Talent habe? Wie hätten Sie die Frage beantwortet, ob ich das Malen lernen kann?

Das Dornenhaus - ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch
Das Dornenhaus – ein Aquarell aus meiner Anfangszeit ca 1999 (c) Frank Koebsch

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Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch
Das Dornenhaus im Winter (c) Aquarell aus Ahrenshoop von Frank Koebsch

Das zweite Aquarell zeigt das Dornenhaus im Winter und ist 13 Jahre später entstanden. Meinen Malschülern empfehle ich immer, ihre Bilder aufzuheben, um zu sehen, wo und wie sich ihre Malweise verändert hat. Vor einigen Tagen hatte ich nach einer Malreise auf Rügen drei Aquarelle gezeigt, die innerhalb von sieben Jahren entstanden sind, denn ich habe das Pfarrwitwenhaus im Rahmen von verschiedenen Aquarellkursen und Malreisen immer wiedergemalt. Zum letzten Mal haben wir in diesem Jahr Ende Mai Aquarelle auf Rügen gemalt haben. Es immer wieder spannend seine alten Bilder zu sehen. die Aquarell „Pfarrwitwenhaus Groß Zicker“,  „Garten vor dem Pfarrwitwenhaus“ und „Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker“ sind 2007, 2009 und 2014 entstanden.

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Für mich ist die Botschaft der Bilder ganz einfach,  malen kann man lernen. Die Frage, ob man zum Malen Talent braucht, hatte ich schon einmal vor Jahren auf meinen Blog diskutiert. Damals hatte mich Astrid Volquardsen, ein phantastische Pastellmalerie in einem Kommentar auf das Buch “Die Talentlüge” von Daniel Coyle aufmerksam gemacht.  Fehlendes Talent wird oft als Ausrede genutzt, um sich dauerhaft und intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen.

Auf Amazon findet man zu diesem Buch folgende Kurzbeschreibung:

“Talent ist gottgegeben.
Oder fest in den Genen verankert.
Daran lässt sich nun mal nichts ändern.
“Falsch!”, sagt Daniel Coyle. Veranlagung spielt natürlich eine Rolle, aber entscheidend sind Motivation, Übung und Disziplin. Neueste Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften beweisen, dass wir sehr wohl Einfluss auf unsere Talente nehmen können. Coyle besucht Wissenschaftler und erfolgreiche Talentschmieden rund um den Globus und macht auf äußerst anschauliche Weise klar: Geht nicht, gibt’s nicht – Talent ist lernbar.”

Also nur Mut. Meine Aquarelle zeigen, dass man Malen lernen kann. Aber von einem möchte ich warnen. Versuchen Sie nicht zu malen, wie Ihre großen Vorbilder. Hierbei kann man eigentlich nur scheitern, denn jeder von uns hat andere Fähigkeiten, Voraussetzungen, hat eine eigene Sichtweise von den Motiven entwickelt. Aus meiner Sicht nutzen Sie Ihre eigenen Möglichkeiten und versuchen zu erarbeiten, was man von anderen lernen kann. Hier bei denke ich an zwei Dinge. Einmal an den Beitrag von Martin Mißfeldt:  Talent für Malen und Zeichen – Wichtig oder nicht? Er greift in diesem Beitrag, die Fragestellung nach dem Talent von mir auf und schreibt als Meisterschüler von Georg Baselitz

„ … man muss (auch und vielleicht vor allem) als Künstler nur eine vermeintliche Schwäche umdrehen und zu seinem Vorteil zu nutzen wissen. Baselitz hat bestimmt kein Talent, realistisch zu zeichnen oder zu malen, aber er hat sehr viel Talent, diese Schwäche zu nutzen. Und abgesehen davon braucht er überhaupt kein Talent zu haben – entscheidend ist doch, dass er großartige Bilder malt…“

Wenn Ihnen diesen zu theoretisch ist, dann gibt  es zurzeit eine wunderbare TV Werbung, in der ein junger Künstler den Stift nicht halten kann, aber dann Farbe an der Handkante ein wunderbares großformatiges Bild erstellt. 😉 Nutzen Sie ihre Chancen, ihre Fähigkeiten. Jeder Dozent oder Mallehrer sollte Sie unterstützen, ihre Stärken auszubauen, ihren eignen Weg zu finden. Wenn Sie Lust haben, mit mir in Schwerin, Rostock, Kühlungsborn oder auf Rügen zu malen, dann können Sie z.B. in der Ausstellung im Kulturinformationszentrum Schwerin Aquarellen von einigen Malschüler und mir sehen.

Nur Mut, malen kann man lernen.

 

Künstlergespräch mit Frank Koebsch

Veranstaltungshinweis für Börgerende – Rethwisch

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Wenn Sie sich für Malerei und insbesondere für das Aquarell interessieren möchte ich Sie zu dem Künstlergespräch am 13. August 2011 in die Kunstscheune Rethwisch einladen.

Es macht Spaß andere Menschen ein wenig in die Malweise des Aquarells einzuführen und über Malerei zu plauschen. Wenn Sie wissen wollen, wie ich zur Aquarellmalerei gekommen bin, welche lustigen Geschichten mir wiederfahren sind, wie einige meiner Bilder entstanden sind und wenn Sie schon immer etwas zur Malerei fragen wollten, kommen Sie doch am 13.08.2011 in die Kunstscheune Rethwisch zu einem Künstlergespräch mit mir. Wenn Sie möchten sehen wir uns  sehen wir uns um 19.00 Uhr zu einer Plauderei über meine Malerei und einem Glas Sekt

Künstlergespräch mit Frank Koebsch
Künstlergespräch mit Frank Koebsch

Es ist vielleicht der richtige Ausklang für den Sonnabend, dem Trubel der Woche oder eines Besuches der HanseSail. Hier ein paar Ideen für die Plaudereien im Künstlergespräch:

  • Worin zeigt sich das Talent eines Kindes zum Malen?
  • Kann ein unmusikalischer Mensch Bilder zu Themen wie Tanz und Jazz malen?
  • Was macht man mit Heuschupfen beim Malen auf einer Wiese?
  • Was kann man machen, wenn einem beim Malen mal wieder nichts gelingt?

Ich freue mich auf Ihre Fragen und einen interessanten Abend mit Ihnen.

P.S. Wenn Sie sich vorab informieren wollen, wie meine Bilder aussehen, besuchen Sie doch einfach vorab die Kunstscheune Rethwisch. Hier finden Sie einige Bilder von mir und den aktuellen Kalender 2012 mit Aquarellen und Pastellen. Weitere Bilder von meiner Frau und mir finden Sie in der unserer aktuellen Ausstellung im Haus der Stadtwerke Rostock. Sollten bei dem Künstlergespräch oder den Besuch der Ausstellung auf dem Geschmack gekommen sein, selbst einmal das Aquarellieren auszuprobieren, lade ich Sie ein, besuchen Sie doch einen Aquarellkurs am 18. August in der Kunstscheune Rethwisch oder später in den Volkshochschulen Rostock oder Schwerin. Auf der Rückseite des Flyers für die Ausstellung in den Stadtwerken Rostock finden Sie die Beschreibung der Aquarellkurse.

Anfahrtskizze Kunstscheune Börgerende / Rethwisch
Anfahrtskizze Kunstscheune Börgerende / Rethwisch
Ausstellungsankündigung für unsere Ausstellung im Haus der Stadtwerke Rostock
Ausstellungsankündigung für unsere Ausstellung im Haus der Stadtwerke Rostock
Ankündigung der Aquarellkurse von Frank Koebsch an den VHS Rostock und Schwerin
Ankündigung der Aquarellkurse von Frank Koebsch an den VHS Rostock und Schwerin

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P.S.S. Regelmäßige Leser meines Blog werden die Veranstaltung und das Bild vielleicht schon kennen. Mir gehen nicht die Ideen aus und ich will meine Leser auch nicht langweilen. Nun aber zum Marketing gehört, seine Termine immer wieder in Erinnerung zu rufen und ich brauche einen aktuellen Artikeln für die Informationsverteilung im WEB. Also nutze ich die Möglichkeit …. Also sehen Sie es mir nach, aber „Klappern gehört zum Handwerk“.

Sind Aquarelle nur dann Kunst, wenn sie von berühmten Menschen stammen?

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Ich möchte mich bei allen Teilnehmern an meiner Blogparade bedanken. Wir haben uns bisher über Material, Technik, die lange Tradition des Aquarells und über einige große Namen, wie Albrecht DürerWilliam TurnerPaul Cézanne u.a. ausgetauscht.  Doch möchte ich auf einen Fakt hinweisen.

Man hört immer wieder, dass das Aquarell das Medium der Hobbymaler ist und deshalb schon keine hochwertige Kunst verkörpern kann. Hier ein paar Beispiele, wie Aquarelle zu Wert kommen, wenn die Aquarellbilder von berühmten Menschen gemalt wurden.

Sind Aquarelle nur dann Kunst, wenn sie von berühmten Menschen stammen?
Sind Aquarelle nur dann Kunst, wenn sie von berühmten Menschen stammen?

Joachim Ringelnatz hatte einen bewegten Lebenslauf und zeichnete und malte immer wieder. Er verfügte über keine Ausbildung auf diesem Gebiet. Als es im Jahr 1923 anfing zu malen, hatte Ringelnatz über Bücher, Schallplatten und Rundfunksendungen eine große Bekanntheit erreicht. 1925 konnte er aus Autodidakt bereits in der Akademie der Künste ausstellen. Danach ging es in seinem Leben stark drunter und drüber, die Malerei und die Ausstellungen traten wieder in den Hintergrund. Interessant ist auch, dass sich die Biografie von Ringelnatz auf Wikipedia  ganz anders liest als die Vita Ringelnatz anlässlich einer Versteigerung im Kunsthaus am Schifferberg in Ahrenshoop.  Im Rahmen der Versteigerung am 04.06 konnte das Aquarell „Fischerboote“, Aquarell auf Papier im Format von 26 x 34 cm einen Preis von 1.300 € erzielen. Ein sehr guter Preis für so ein Format.

Gibt es heute auch noch so etwas? Welche Promis, berühmte Menschen malen Aquarell?

Es lassen sich noch viele Beispiele finden. Die Fragen, die sich für mich daraus ergeben sind:

  • Sind diese Menschen Multitalente und gute Maler auf Grund Ihrer Lebenserfahrungen, Ihrer Reife und nutzen Sie Ihr Talent in späteren Jahren entsprechend?

oder

  • Spielt hier ganz einfach gesagt der Promi Bonus die gravierende Rolle? Sind Aquarelle nur dann Kunst, wenn sie von berühmten Menschen stammen?

Was meinen Sie?

P.S. Wenn Sie lesen wollen, ob man zum Malen Talent benötigen, finden Sie hier ein paar Ausführungen von Georg Baselitz und Andreas Mattern.

P.S.S. Wenn Sie hierzu Ihre Meinung schreiben wollen, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie es hier machen. Danke.

Blogparade Teil 3: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

Handwerkliche Grundlagen und Mühen versus Talent 😉

Handwerkliche Grundlagen für abstrakte Kunst?

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Aus meiner Sicht ist diese Frage von Oliver Kohls eine vielschichtige Frage. Einmal kann man die Frage ableiten, ob für die Kunst eine Ausbildung überhaupt notwendig ist. Reicht nicht einfach Talent / Begabung? Oder wie Matin Mißfeldt mal die Frage gestellt hat: Ist Talent die Erklärung für künstlerische Qualität?

Ich kenne viele Menschen, die in etlichen Bereichen mehr Talent haben, als ich. Aber nicht immer sind diese Menschen besonders erfolgreicher. Warum? Es kommt wie immer im Leben darauf an, was man aus seinem Talent macht. Aber dieses hatte ich schon mal in meinen Artikeln mit der Frage: Braucht man beim Malen Talent??? versucht zu diskutieren und habe neben meiner Meinung,

  • Talent ist 90 % Transpiration und 10 Inspiration oder Begabung

Andreas Mattern und Georg Baselitz zu dieser Fragestellung bemüht.  In den Artikeln

finden sie die jeweiligen Aussagen. Es bleibt dabei Talent ist hilfreich, aber nicht in jedem Fall notwendig. Was bleibt sind die Mühen…. 😉

Zum zweiten kann sich fragen, was soll in der bildenden Kunst auf Blatt oder die Leinwand gebracht werden? Geht es darum seine innigsten Gefühle, seine Freude, seine Wut mit viel Temperament und noch mehr Farben auf dem Untergrund zu platzieren? Dann bedarf es keiner Regeln für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. Aber bewegt sich der Künstler im Bereich der realen Darstellungen wirken Bilder genau durch diesen Elemente. Soll ein gutes Bild kein Zufallstreffer bleiben, muss der Künstler wiederholbare Ergebnisse erzielen können, dann muss man wissen, wie es geht, dann muss man sein Handwerkszeug beherrschen.  Genau auf diesen Sachverhalt, zielte die erste Frage in unserer Aktion: 10 Fragen zur Kunst, von Andreas Mattern, Ist es in der Kunst notwendig, seriell zu arbeiten?

Ich kann für mich, die Frage von Oliver Kohls: Braucht Kunst eine handwerkliche Grundlage?

mit einem großen „Ja“ beantworten. Ich bin der Meinung egal, wie weit ein Künstler seine Motive abstrahiert, Ausgangpunkt einer Abstraktion ist die Fähigkeit Motive real wahrzunehmen, abbilden zu können und dann entsprechend der gewünschten Aussage und Wirkung zu abstrahieren, zu verfremden. Deshalb mag ich vielleicht auch Picasso, Dali, Rauch, … und es liegt mir bei vielen totalen abstrakten Malen, die Frage auf der Zunge, ob sie auch zeichnen können, ob sie in der Lage sind, ob sie in Bezug auf Proportionen und Perspektive in der Lage sind, ihre Motive realistisch darzustellen, ob sie ihr Handwerkszeug beherrschen 😉

In diesem Zusammenhang möchte ich einen kleinen Einblick in meine handwerklichen Grundlagen geben. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich skizziere, zeichne… meist versuche ich mit der Kamera zu arbeiten. Aber um die Proportionen zu erfassen, ist es wichtig zu zeichnen, zu skizzieren. Zurzeit male ich Kranich Motive und ich habe z.B. in Vorbereitung des Aquarells Auf den Weg nach Rügen nicht nur die Miniatur Kranich im Flug gemalt, sondern auch Kraniche gezeichnet.

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Kranich Skizze (c) Frank Koebsch
Kranich Skizze (c) Frank Koebsch

Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch
Kranich im Flug (c) Miniatur in Aquarell von Frank Koebsch

Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch
Kranich (c) Aquarell von Frank Koebsch

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Egal wie abstrakt oder real ein Kranich Aquarell dann aussehen soll, ohne Handwerkliche Grundlagen für Proportionen, Perspektive, Farblehre, Komposition, Technik…. lassen sich keine wiederholbar guten Ergebnisse erzielen.
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Schauen Sie doch mal in die dritte Etappe unserer Blogparade. Es lohnt sich, denn am Sonntag wird Oliver ein Überraschungspaket der Fa. Hahnemühle und sein wunderbare Pastell verlosen.

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 Oliver Kohls „Harlingen“Pastell auf Sandpapier,ca. 40 x 30 cm, 2011

Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls
Harlingen (c) Pastell auf Sandpapier von Oliver Kohls

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Hier finden Sie noch einmal alle Teilnehmer der Aktion: 10 Fragen zur Kunst

Großstadtheidi + Hellen Königs + Frank Hess + Anna Schüler Conny Niehoff + Andreas Mattern + Susanne Haun + Oliver Kohls + Frank Koebsch + Rosi Geisler
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Preis der Kunst – ein stets wiederkehrendes Thema

WordPress hat mich und andere auf den Blog von Ariane Zuber aufmerksam gemacht 😉

Ich bin dabei die Werksliste für unsere Ausstellung „Jazz meets Fine Arts“ zusammenstellen. In Vorfeld wurde auch die Frage gestellt, welche Preise kann man in Greifswald realisieren. Fast gleichzeitig hatte jemand in WordPress den Tag Kunstpreis verfolgt. Nun ob Kunstpreis oder Preis für Kunst sind schon ein großer Unterschied 😉 aber WordPress listet alle Beiträge mit den Tags Kunst & Preis auf. So fand der Leser sicher auch den lesenswerten Beitrag von Ariane Zuber mit der Überschrift Preis der Kunst.  Im Text erzählt Sie eine kleine Begebenheit über einen Galeriebesucher und potentiellen Käufer, der um die Preise eines Werkes feilscht. Diese kleine Geschichte nimmt Ariane Zuber zum Anlass folgende Fragen aufzuwerfen:

Wie ermittelt sich der Preis eines Kunstwerkes?
Wie ermittelt sich der Preis eines Kunstwerkes?

„Berechtigt mich ein nachgewiesenes Studium, das heisst eins mit offizieller Bestätigung einer Universität desselben dazu, mehr Geld für meine Malerei zu nehmen?“

„Andersherum, auch wenn ich jahrelang an meinem Talent gearbeitet habe, was man am Ergebnis meiner Arbeiten sehen kann, aber keine offizielle Bestätigung der Universität habe, muss ich meine Arbeiten dann zu Schleuderpreisen hergeben?“

Schauen Sie mal in den Artikel, es lohnt sich. Nicht nur dieser Artikel 😉

Nun bei der Werksliste für unsere Ausstellung kann man schon sehen, dass jeder Künstler ein wenig anders an dieses Thema herangeht. Und doch viele Künstler immer wieder, solche Fragen stellen. Nun der Text von Ariane Zuber erinnerte mich an meine kleine Artikelserie:

Ich hatte mit Augenzwingern aber auch auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen einige Zeilen geschrieben. Beim Augenzwingern hatte ich immer wieder auf das Buch „Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst“ verwiesen.  Meine persönlichen Erfahrungen und Position hatte ich versucht an dem Programm TAXsim von der Zeitschrift Atelier „zu messen oder zu spiegeln“. Nun ja… Aber interessant waren schon die Diskussionen zu diesem Thema, denn u.a. erhielt ich auch von Bence Fritsche …. eine Mail. Er war wenig erfreut über meine Auseinandersetzung, meinen Fragestellungen und Interpretationen der Ergebnisse der Simulation zu Kunstpreisen von mir und den Bezug auf das Buch…

Nun ich bin sicher nicht der typische Künstler, aber ich kann bis heute noch nicht begreifen, dass die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ein wesentliches Bewertungskriterium für den Preis eines Werkes ist. O.K. aber an dieser Stelle sind einfach die Positionen von Bence Fritsche und mir zu weit entfernt, auch wenn ich bei vielen Dingen das Arrangement von ihm schätze.

Man kann es kaum besser dagen, die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Preis der Kunst ist

„… ein stets wiederkehrendes Thema, weil es ein existenzielles ist. Aber es ist eben wie meistens dass nämlich jeder seine eigene Lösung für sich finden muss.“ schrieb Ariane Zuber als Antwort auf einen Kommentar in ihrem Blog.

 

Braucht man beim Malen Talent ??? Martin Mißfeldt

Nun ich hatte in den vergangenen Tagen die Frage

Braucht man beim Malen Talent ???blockquote>
gestellt  und unter anderem auf das Zitat  von  Georg Baselitz geschielt.

„Talent ist gar keines nötig“, sagte der 71-Jährige in einem Interview des Magazins „Elle Decoration“.

Der zweite Ausspruch von ihm lautet: „Man muss wie ein Künstler aussehen…“

Nun da ich zwar Bilder von Georg Baselitz gesehen habe, ihn aber nie kennen lernen konnte, hatte ich nur die Chance mich auf das Interview, meine Erfahrungen und Meinung zu beziehen. Aber ein Blog ist ja unter anderem auch dazu da,  auch andere Menschen in die Überlegungen mit einzubeziehen. In diesem Fall gab es Kommentare und Reaktionen mit denen ich nicht gerechnet hatte.  Doch der Reihe nach… Ganz besonders möchte ich Ihnen in dem Zusammenhang den Blog von Martin Mißfeldt empfehlen.

Warum? ich kann nur orakeln oder eine Lehrmeinung wieder geben, wenn es um Georg Baselitz geht. Martin Mißfeld aber nicht, denn er kennt Baselitz.  Er schreibt einige interessante Aussagen zu der Fragestellung

Talent ist eine überdurchschnittliche Begabung (siehe z.B.Wikipedia). Aber in Bezug auf Kunst und Malerei stellt sich die Frage, was eigentlich eine “überdurchschnittliche Begabung auszeichnet. Muss ein guter und erfolgreichen Künstler viel Talent haben?

Viel Spaß beim lesen. ;-), denn Martin Mißfeldt ist ein Schüler von Georg Baselitz.

Braucht man beim Malen Talent ??? Georg Baselitz

Nun ich hatte die Frage

Braucht man beim Malen Talent ???

gestellt. Was sagt Georg Baselitz dazu?

„Talent ist gar keines nötig“, sagte der 71-Jährige in einem Interview des Magazins „Elle Decoration“.

Der zweite Ausspruch von ihm lautet: „Man muss wie ein Künstler aussehen…“ 😉

Nun was soll, werden sich die meisten fragen. Nun die wirkliche Auflösung auf die Frage lautet nach Baselitz:

„Was nötig ist, ist die absolute Begeisterung für Bilder. Und Abstraktionsfähigkeit. Wenn Sie es nicht schaffen, etwas aus Ihrem Kopf in Form von Linien aufs Papier zu bringen, dann können Sie es aufgeben.“

o.k. damit kann ich leben. Klar kann man viel durch sein Äußeres und extravagantes Auftreten, Styling u.a. vorspielen und ein Teil des Publikums erwartet dieses auch. Aber irgendwie müssen die Farben auf das Blatt oder die Leinwand und dann hilft auf Dauer nur solides Handwerk und Begeisterung … 😉 So verstehe ich zu mindestens Georg Baselitz.

Und wie lautet die Antwort von Andreas Mattern?

Braucht man beim Malen Talent ???

Immer wieder höre ich ungefährt folgende Fragen und Aussagen:

  • Kann ich auch lernen so zu malen?
  • Wie viel Talent braucht man zum Malen?
  • Kunst kommt vom Können;

Was will man dazu entgegnen? z.B.:

  • Talent ist 90 % Transpiration und 10 Inspiration oder Begabung
  • die Übung macht den Meister
  • ….

Dieses ist für den Gesprächpartner nichts sagend. Deshalb habe ich mal zwei recht „berühmte“ Künster bemühmt um eine Anwort zu geben:

und

Sie meinen die beiden Künstler zur gleichen Fragenkomplex zu zituieren ist mutug? Na dann lassen Sie sich durch dir Antworten überraschen.

Inspiration, oder was haben Schiller und Gauguin und eine Schweinewaage gemeinsam?

Als ich in der Palette & Zeichenstift., Ausgabe 4 /2009 Nr. 84, S. 22 – 27 den Artikel „Im Rausch der Farbe – der Zauber der Impressionisten“ von Gabriela Ehrhardt-Böhmer gelesen habe, musste ich an mein erstes Kreativtraining zum Ende meiner Studienzeit denken. Das meine Gedanke anschweifen, liegt nicht daran, dass der Artikel von Frau Böhmer schlecht ist oder ich die Impressionisten nicht mag. Nein im Gegenteil, der Artikel ist eine willkommene Auffrischung meines Wissens und die Bilder von Paul Gauguin und Vincent van Gogh sind schon klasse.

Im besagten Kreativtraining vor über … Jahren gab es eine Session von ca. 17.00 Uhr bis Stunden nach Mitternacht, an die ich mich recht gut erinnere. Ein Medizin Prof. (der Name ist mir leider im Laufe der Zeit abhanden gekommen), Mitglied einer Erfindergemeinschaft aus Mediziner, Mathematikern, Theoretikern, Praktikern, Technikern, Künstlern,…. die 100te Patente entwickelt hatten von Werkstoffen für künstliche Venen bis zu Schweinewagen, versuchte uns nahe zu bringen, wie man kreativ arbeiten kann. Ich kann mich heute noch an zig-Dinge und Episoden aus dieser Session erinnern. Immer wenn wir in unserer Konzentration nach ließen, weckte und fesselte uns der Prof. mit einer lustigen Anekdote über die Geschichte einer Erfindung oder über die Kreativität von berühmten Menschen. Eine der Fragen von ihm war: Was haben Schiller und Gauguin gemeinsam? Ein ehrwürdigen Dichter aus Weimar und ein Maler, den ich von seinen farbenfrohen Südseebildern kannte? Klar hatte keiner von uns eine Lösung. Er legte uns einen Schädel und ein Stück einer Wirbelsäule auf den Tisch und bekann zu erzählen… Jeder hatte schon mal die Geschichte von Schiller und dem Apfel gehört. An dem Schädel erklärte er uns was passiert, wenn die Geruchsstoffe des fauligen Apfel über die Nervenbahnen welche Hirnzentren stimulierten und wie dieses Schiller inspirierte. O.k. Doch was war es bei Gauguin? Er hatte Syphilis. Seine kreativste Zeit Gauguin stimmte aus medizinischer Sicht, genau mit der Phase der Syphilis über ein, wo die Krankheit für eine ständige Stimulanz des Gehirn sorgte. Die Krankheitserreger zersetzen das Rückenmark und als Stoff bei diesem Prozess entsteht etwas, was vergleichbar ist mit einem körpereigenen Teein oder Koffein. Dann ratterte er noch eine Liste von berühmten Menschen mit der gleichen Krankheit herunter, nannte Jahreszahlen für den Erfolg und die Krankheit der Menschen. Klar waren wir als junge Leute bei solchen Geschichten wieder wach und er hatte uns wieder einen Schritt weiter gebracht. Kreativität ist nicht nur Talent, Techniken, Genie oder oder…… sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, einer besonderen Stimmung oder Situation. Damit wir dieses verinnerlichten, setze er mit der nächsten Geschichte nach. Er hielt uns am Denken, in dem er uns einlud, dass wir uns in folgende Situation herein versetzen. Stellen Sie sich vor, unser Team der Erfindern trifft sich 3 bis 4 Mal im Jahr feiert das erreichte und berichtet über Probleme, die es zu lösen galt. Alle saßen in guter Laune bei Sonnenuntergang auf einer Terrasse an der Ostsee. Bier und Wein trugen für eine ausgelassene Stimmung bei. Am Strand gingen junge Leute nackt baden. Dann mit einem Mal lachte ein junger Physiker auf und sagte er habe die Lösung für eines unserer Aufgabenstellungen, das Wiegen von Schweinen. Was haben nun die Ostsee, das Baden und das Schweinewiegen gemeinsam? Der junge Physiker wurde von allen Seiten bedrängt, seine Lösung zu nennen. Doch er zierte sich doch in der Gegenwart seiner Kolleginnen…

Doch zuvor zu der Frage: Welche Herausforderungen gibt es beim Wiegen von Schweinen? Ein Viehgroßhändler kauft große Mengen von Schweinen auf, dann werden die zig Schweine, die zum Verkauft stehen, in kürzester Zeit über die Waage des Verkäufers und eine Rampe auf die LKW´s getrieben. Der Käufer hat jeder Zeit das Recht, die Waage zu überprüfen. Dazu wird dann, nach dem das x´te Schwein gewogen wurde, ein Eichgewicht verwendet. Nun jedes Federmasse System braucht seine Zeit bis zu mehreren Minuten, um in die Ausgangstellung zu gehen. So lange wartet aber keiner im Verkaufsprozess, man gibt sich keine zwei Minuten für die ganze Prozedur. Wenn eine der damals gängigen Waage aber nicht in die Ausgangstellung war, hätte dieses zur Folge, dass die Waage beim Eichgewicht zu viel anzeigt. Pro Schwein ca. 250 g ! Damit der Käufer dem Verkäufer keine Manipulation unterstellt, verzichtet der Verkäufer schweren Herzens auf diese 250 g. Großbetriebe verkaufen tausende Schweine und x.000 mal 250 g sind ein großer Verlust für die harte Arbeit der Viehzüchter. Also wurde eine Waage mit der Fähigkeit gesucht, so schnell wie möglich wieder in die Ausgangslage zu gehen.

Zurück zu unserem jungen Physiker. Nach ein paar weiteren Gläsern Weißwein, war es dann so weit. Er erzählte in fröhlichster Weinlaune und mit aufsteigender Gesichtsröte, mit viel Beifall und Hallo, seinen Einfall: „Meine Damen und Herren stellen sie sich vor, ein Mädchen im Alter von 13 / 14 Jahren steigt ins kalte Ostseewasser. Was passiert mit ihrer Brüsten? Sie werden straff und die Nippel richten sich auf. Wenn Ihr Freund im Wasser mit en Brüsten spielt und die Nippel liebkost, sie drückt, werden Sie sich immer wieder sofort aufrichten. Warum bauen wir nicht so unsere Schweinewaage….“. Klar dieses wurde im ersten Moment als Weinlaune abgetan. Aber die Erfindergemeinschaft war genau auf solche Ideen scharf, spontan,  scheinbar zusammenhangslos, scheinbar irrwitzig… Mehrere Wochen später, begannen die Physiker und ein Mediziner zu überlegen, warum sich die Brüste junger Mädchen zu verhalten und nach mehreren Monaten gab es die nächsten Patente und den Prototypen einer Waage, deren Platte für die zu wiegenden Produkte auf einem „Hügel“ aus Gummiwaben mit Dehnmessstreifen ruhte. Dieser Hügel war in Form und Struktur der jugendlichen straffen Brust nachempfunden. Die Verluste pro Schwein wurden unter 100 g für den Verkäufer gedrückt. Den Businesscase können wir uns sofort ausrechnen, wenn wir den aktuellen Preis Schwein kennen würde.

An diese Geschichten in der Erfinderschule muss ich unwillkürlich immer zurück denken, wenn es um das Thema Kreativität und Inspiration geht und dann sind die erfolgreichen Techniker und Künstler nicht weit. So manch ein Künstler stöhnt, dass er nicht malen kann, seine Kreativität abhanden gekommen sei und versucht es dann zu erzwingen. Wenn man weiß, dass Kreativität nicht nur Talent, Technik, Genie … ist, sondern auch oft das Ergebnis einer Anregung, egal ob durch chemische Prozesse, einem äußeren Anlass, dann nimmt man es leicht. Man lässt sich auf seine Welt mit ihren Stimmungen, Bildern in der Umgebung, neuen Erlebnisse, Gespräche mit anderen Menschen ein. Dann findet man auch eine interessante Bildidee…. Manchmal nicht gleich, aber immer öfter ;-)))

Mögen alle Fans von Schiller, Gaugin und auch Frau Ehrhardt-Böhmer mir über meinen Exkurs beim Thema Impressionismus zum Wiegen von Schweinen nicht böse sein. Aber das Thema Inspiration ist halt wichtig, denn es gehört zu van Gogh, Gauguin, Schiller, dem Schreiben von Artikeln für Zeitschriften (und Blogs ;-)).

Kreativität – Talent – Genie – Wahnsinn

Heute Morgen habe ich mit Schmunzeln den Blog von Astrid Volquardsen gelesen. Sie veröffentlicht unter dem Titel „Talent? Just do it!“ Gedanken, darüber wie viel Talent man zum Malen braucht.

Wenn ich mir meine Bilder anschaue, die ich fast niemanden gezeigt habe ;-), die älteren und die aus der letzten Zeit, muss ich Astrid recht geben. Ich habe handwerklich ganz viel gelernt, egal ob es Themen sind, wie

– Tonwerte, Farblehre,
– Perspektive,
– Materialeinsatz von Papier, Pinsel und Farbe,
– Techniken wie Nass in Nass, Lasieren, Negativtechnik im Aquarell,
– Bildaufbau und Komposition.
– und und ….und auch ein wenig mit Astrid Hilfe, wie gehe ich mit Pastell um ,-)

Dieses sind oft ganz „einfache“ handwerkliche Dinge, die man lernen kann. Durch das Malen in den vergangenen 10 Jahren, mehreren hundert Bildern, Skizzen, tausenden Fotos und und …. hat sich dann auch ein Gefühl eingestellt, wie ich meine, ein Motiv am besten umsetzen zu können. Zu mindestens habe ich zu Beginn des Malens diese Meinung. Ob und was sich daraus entwickelt …? Also ist jedes Bild ein Wagnis. Aber wichtig ist es anzufangen, sich zu trauen und los zu malen, was Neues auszuprobieren….

Dieses kann jeder alleine – Jeder kann auf seine Art kreativ sein. Andere mögen, dann die Bilder beurteilen und sagen
– der hat Talent,
– die Bilder hat ein Genie erstellt,
– die Bilder sind wahnsinnig schlecht oder gut,
– ….

Hierbei stelle ich immer wieder fest, dass vielen Betrachtern ganz andere Bilder gefallen als mir, der sie gemalt hat. Ich denke immer, dass Bild muss doch der Knüller sein. Aber Kunst entsteht nun mal im Auge des Betrachters und nicht des Malers. Klar freut es jedem Lob zu bekommen, aber zwei Dinge sollte man bedenken:

– Genie und Wahnsinn sind sehr dicht beieinander – schauen wir die Bilder und den Lebenslauf Van Gogh an
– das Ergebnis auch der besten Sportler, wie auch Maler sind „90 % Transpiration und (nur) 10 % Inspiration“.

Also werde ich wohl noch eine Weile weiter malen, zu meiner eigenen Freude und vielleicht entsteht dabei ja auch das eine oder andere Bild, was Ihnen gefällt.