Welche Bedeutung haben die Tagezeitungen?

Wo auch die Entwicklung hin geht, wir brauchen gute Tagesteitungen für unsere Ausstellungshinweise und die Berichterstattung über unsere Ausstellungen !!! 😉

Welche  Bedeutung haben die Tagezeitungen? Die Antwort kann man sich leicht machen, nicht mehr den Stand wie vor 20 Jahren.

Für den Leser gewinnen immer mehr andere Medien (Rundfunk, TV, Internet) an Bedeutung. Damit sinken die Auflagen der Verlage und die Marge aus dem Anzeigengeschäft. Dieses ist ein Trend der weltweite kleine und große Verlage die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Nun ja, auch wenn in fast allen Zeitungen in den letzten Tagen die Meldung von apn zu lesen war:

70 Prozent der Deutschen lesen Zeitung – so stand es in der OstseeZeitung auf Seite 1. Ist dieses Zweckoptimismus ?  😉 Denn die Entwicklung der OZ kann man in folgender Grafik ablesen.

Entwicklung der Auflage der OstseeZeitung nach meedia.de
Entwicklung der Auflage der OstseeZeitung nach meedia.de

Wenn man sich den Inhalt ein wenig anschaut, findet man folgende Aussagen in der Meldung von apn:

In Deutschland gaben demnach immer noch 70 Prozent der Erwachsenen an, täglich eine Zeitung zu lesen. In Frankreich hingegen sind es 44 Prozent, in Großbritannien nur 33 Prozent.

Gemessen an der Reichweite lägen Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im OECD-Vergleich immer noch weit vorne, …

Gut was dieses im Bereich Kultur, Ausstellungsorganisation u.a. bedeutet, kann man aus den Ergebnissen einer Umfrage des Online KulturKalender freikarte.at sehen. Ich hatte schon mal bei unserer Pressearbeit für die Ausstellung in Bad Doberan darauf hingewiesen. Auch wenn 70% der Menschen eine Zeitung lesen, erreicht man bei weiten nicht alle Kultur- und Kunstinteressenten über die Presse. Auf den gesunden Mix kommt es an.

Aber was bedeutet diese und ähnliche Aussagen für unsere Presse? Eigentlich ist es bekannt, bei weg brechenden Umsatz und Gewinn wird mit Kostenreduzierung reagiert. Auch bei den lokalen Zeitungen stehen seit Jahren Fusionen in Haus. Was dazu führt, dass nicht nur die Kosten für den Oberbau reduziert werden, sondern

  • immer mehr Artikel von freien Mitarbeitern geschrieben werden,
  • der regionale Bezug verloren geht, weil gleiche Meldungen kostengünstig über das gesamte Verlagsgebiet verbreitet werden,
  • weniger Zeit für eine Recherche zur Verfügung steht,

Dieses alles für dazu, dass es den lokalen Tageszeitungen immer schneller schlechter geht,  denn mit sinkender lokaler Identifikation und mangelnder Qualität sinkt automatisch die Auflage. Diese Aussagen zogen sich in den vergangenen Monaten wie ein roter Faden durch Gespräche mit Pressesprechern, Journalisten, Blogbetreiben u.a.

Hier ein paar Beispiele auf die mich z.B. Olaf Lüder Betreiber des exzellenten Blogs Rostock heute aufmerksam gemacht hat.

Nun was mich als Leser der OstseeZeitung und verschiedener Blogs interessiert, ist dass die OZ wieder mehr regionalen Bezug gewinnt und wenn Entscheidungen zur Veränderung anstehen, nicht die Fehler anderer wiederholt. 

Warum? Ich bin mit dem Blatt groß geworden. Und trotz oder gerade wegen TV und WEB – meine  Frau und ich mögen es zu mindestens am Wochenende bei Frühstück ausgiebig Zeitung zu lesen. Am besten auf Papier nicht auf einem IPAD ähnlichen Gebilde. Papier und Geruch nach Druckerschwärze haben etwas gemütliches 😉 Wenn ich die Zeitung in die Butter tauche oder bekleckere ist dieses nicht so schlimm, wie ein verschmiertes Display.

Abends lese ich dann im Blog Rostock heute in hervorrander Qualität was alles die OZ nicht bringt –  auf dem Laptop oder vielleicht morgen auf den IPAD oder Bild in Bild auf dem „Fernseher“.

P.S.: Wo auch die Entwicklung hin geht, wir brauchen gute Tagesteitungen für unsere Ausstellungshinweise und die Berichterstattung über unsere Ausstellungen !!! 😉

Wie ermittelt sich der Preis eines Kunstwerkes? – Teil 2

Tax Programm – Ein Simulationsprogramm von Olaf Zimmermann

Ich hatte im den vergangenen Tagen einen Beitag unter der Überschrift „Es gibt keinen allgemeingültigen Maßstab für Kunst – Preise werden gemacht.“ geschrieben.  Aber einen Anhaltspunkt braucht man schon und deshalb habe ich nach der Anregung von Bence Fritzsche in dem Artikel „Der Kunst einen Preis geben“ S. 12 ff. in der Zeitschrift atlier das Programm TAX SIM getestet. Aus meiner Sicht habe ich einiges an Sinn und Unsinn gefunden.

In der Beschreibung heißt es:

Das Tax Sim simuliert den Verkaufspreis eines zwei dimensionalen Werkes. Idee des Programms ist es, durch die Veränderung der Parameter, die Änderung des Kunstverkaufspreises zu simulieren.

Damit sollte es doch das Interesse eines jeden Künstlers hervorrufen. Das Programm wurde immer wieder in Foren vorgestellt und diskutiert. Also hatte ich das Tax Programm vor einigen Jahren schon mal in der Hand genommen und es damals gleich wieder weggelegt, denn für einen Anfänger im Ausstellungsbetrieb ist es nicht geeignet.

Die Bewertung wird in erster Linie auf Grund von Informationen über den Künstler, seine Ausstellungstätigkeit und seiner Medienpräsenz vorgenommen. In der Slideshow sehen die Fragen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bei den Fragen nach dem Künstler gibt es durchaus richtige Fragen, bei anderen habe ich arge Zweifel.

  • Fragen nach der Ausbildung ja – aber nur nach dem Kunststudium fragen, ist falsch. Denn gerade viele Autodidakten dominieren. Im Bereich Aquarell haben Bernhard Vogel, Ekkehardt Hofmann, Andreas Mattern, Martin Lutz kein abgeschlossenes klassisches Kunststudium und sind doch mit die wichtigsten Künstler auf ihrem Gebiet. Entsprechende Beispiele lassen sich auch in den anderen Bereichen der bildenden Kunst finden.
  • Warum die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse ein Kriterium ist, will sich mir auch nicht erschließen.
  • Auch die Frage nach den Gesamteinnahmen dürfte für die Bilder von Günter Grass, Udo Lindenberg, Armin Müller Stahl… u.a. irrelevant sein. Wenn diese bei den genannten Künstlern stimmt, dann sicher auch allen anderen. Oder 😉
  • Richtig sind die Fragen nach der Vertretung durch Galerien, Ankäufe durch Museen, Kunstpreise, Stipendien, der Zusammenarbeit mit Verwertungsgesellschaften u.a.

Sinnvoll ist für eine Bewertung nach der Ausstellungstätigkeit, der Teilnahme an Kunstmessen und dem Echo in der Öffentlichkeit zu fragen. Hier wird einfach vorausgesetzt, dass Künstler die über Jahre erfolgreich ausstellen, nicht die schlechteste Kunst erstellen.

Was mir jedoch fehlt, sind Fragen und die Bewertung von Ankäufen durch Stiftungen, Vereinen, der öffentlichen Hand, renommierte Unternehmen. Fragen zur Teilnahme an Wettbewerben jurierten Ausstellungen. Was nicht beachtet wird ist Ausstellungstätigkeit außerhalb von Galerien, Kunstvereinen und Museen. Ich habe fast das Gefühl, man muss schon froh sein, keine Minuspunkte zu bekommen.  Nicht lächeln – es gibt Minuspunkte.;-)

Dass das Programm nicht mehr ganz den heutigen Maßstäben entspricht, kann man daran fest machen, dass Medienpräsenz im TV, im Rundfunk, im WEB insbesondere Social Network gar nicht hinterfragt wird.

Nun dieses würde ich ja noch verschmerzen. Aber es gibt einen Punkt,

  • der ist entweder ein Fehler, der seit 1995 nicht erkannt wurde oder
  • der auf ganz viel Dünkel gegenüber anderen Medien als Öl- und Acryl auf Leinwand basiert.

Lassen Sie sich überraschen. Nur so viel sei gesagt, eine Leinwand kann gigantische Auswirkungen haben. 😉

Hier geht es zum Teil 3 in der Reihe “Wie ermittelt sich der Preis eines Kunstwerkes?”

Weitere Ergebnisse der Medienarbeit für unsere Ausstellung

Ich lege bei unseren Ausstellungen immer recht großen Wert auf die Pressearbeit oder die Arbeit mit den Medien. Bei den letzten Ausstellungen in Mecklenburg Vorpommern haben wir es geschafft, dass mindestens eine Veröffentlichung in einer Tageszeitung (SVZ, OZ, NNN, …), einem Anzeigenblatt (Blitz, Ostsee Anzeiger, Warnow Kurier), einem Amtsblatt der Städte oder Gemeinden erschien. Wenn es wie in Rostock oder Wismar einen lokalen Fernsehsender über Kabel wie tv.rostock und tv.wismar gibt, haben wir es auch geschafft, hier einen Beitrag zu positionieren.

Über die Arbeit mit den Veranstaltungskalendern und Online Presse Diensten (incl. dpa, dpd) habe ich ja schon geschrieben. Über die Portale landet es sicher auch auf den Tisch der Kultur- und Lokalredaktionen. Es wird deshalb aber keine Redaktion einen Mitarbeiter zu einem Fototermin oder Interview los schicken.

Aber wenn dann die Einrichtung (Verwaltung, Unternehmen, Galerie,…) in der ausgestellt wird, parallel eine Presseinfo direkt an die Redaktion sendet, besteht nach unseren Erfahrungen eine gute Chance, dass ein Artikel oder zu mindestens eine kurze Info erscheint. Die Wahrscheinlich für eine Veröffentlichung kann noch erhöht werden, wenn durch uns einen Tag vor der Vernissage ebenfalls eine Information an die Redaktionen erfolgt.

Für unsere Ausstellung in der Kreisverwaltung Bad Doberan sind so vier Artikel erschienen. (OZ, NNN, Ostsee Anzeiger und Warnow Kurierr). Die beiden Werbeblätten haben „nur“ die Informationen aus unserer Presseinfo und unserer Web Seite  im  Vorfeld der Vernissage veröffentlicht. Eine gute Werbung vor Beginn der Ausstellung… Die OZ und die NNN haben einen Mitarbeiter zu einem Interview und Foto gim Rahmen der Eröffnung gesandt. Eine wunderbare Ergänzung und auf Grund des Interview wesentlich lebendiger. Hier die Veröffentlichungen in der NNN und im Ostsee Anzeiger.

In den letzten Tagen wurde ich noch einmal in dieser Vorgehensweise bestärkt. Denn Christian Henner-Fehr verwies in seinem Artikel: Wer informiert sich online über Kulturveranstaltungen? Eine Umfrage liefert aufschlussreiche Ergebnisse – auf eine vom Online KulturKalender freikarte.at durchgeführten Umfrage. In dieser Umfrage fiel mir die Abbildung: Welche anderen Medien nutzen Sie, um sich über Kultur zu informieren? ins Auge. Das Ergebnis

  • 29 % der Befragten informieren sich in Zeitungen,
  • 10 % in Magazinen,
  • 16 % im TV,
  • 18 % im Radio,
  • 21 % im Internet,
  • 3 % lassen sich durch Empfehlungen, Flyer und Plakate leiten.

Fazit: Die Pressearbeit ist für das Thema Kultur und Kunst nicht zu vernachlässigen 😉

Wo es für uns einen riesigen Nachholbedarf gibt, sind die Themen Radio und TV. Aber das werden wir bei der nächsten Ausstellung ausprobieren.

P.S. besten Dank an Dr. Michael Preisinger für den Artikel in der NNN