Osterspaziergang

Apfelblüte in Ehmkendorf

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Es ist schon ein wenig Tradition – im Frühling sind wir in Ehmkendorf unterwegs und sind vom Wildkräuterhotel aus in Richtung Recknitz über die Wiesen gegangen. Immer wieder ein wunderbarer Ausflug. Ich hatte bereits im vergangenen Jahr unseren „Osterspaziergang“ beschrieben. Dieses Jahr liegt Ostern erheblich später und damit sind die mitgebrachten Fotos nicht zu vergleichen und die Natur brauchte statt Blüten auch keine geputzten Menschen dafür nehmen.  Die Obstbäume blühen, auf den Wiesen sind viele Blüten zu sehen, wo bereits das Gelb des Löwenzahns alle anderen Blüten überwiegt. Interessanter Weise wurde wir von einem lauten Geschrei kreisender Kraniche begrüßt. Ich hatte gedacht, dass die Zeit der Kranichzug in diesem Jahr vorbei ist, nach dem wir schon vor Wochen balzende Kraniche beobachtet haben. 😉

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Es war ein wunderbarer Ausflug beim dem schönen Wetter und der blühenden Natur. Eine Augenweide ist auch immer die Apfelallee zwischen Ehmkendorf und Stubbendorf. Leider ist vom dem ehemals Deutschlands ältesten Wildapfelbaum nach 500 Jahren kaum noch etwas zusehen.  Aber die Apfelblüte an den jungen Bäumen hat uns entschädigt….

Apfelblüten - ein Frühlingsbild in Aquarell von Frank Koebsch ©
Apfelblüten – ein Frühlingsbild in Aquarell von Frank Koebsch ©

Osterspaziergang

Frühlingserwachen längs der Recknitz

Wir haben dem Wetterbericht vertraut und den Karfreitag genutzt, um unseren Osterspaziergang im Sonnenschein zu machen. Gestern gab es heftige Graupenschauer und Sonnabend und Sonntag wurde wechselhaftes Wetter angesagt.

Wir sind nach Ehmkendorf gefahren und sind vom Wildkräuterhotel aus in Richtung Recknitz über die Wiesen gegangen. Bei dem Sonnenschein ein Wohltat. Auf den Wiesen standen in der Ferne Kraniche. Sie waren mehr zu hören, als zu sehen. Aus dem Dickicht flüchteten Rehe und hoch über den Wiesen zwitscherten Haubenlerchen in der Sonne. Das pure Frühlingserwachen

Auch wenn in den Gärten die Schneeglöckchen schon verblüht sind, steht auf vielen Wiesen noch Wasser vom Schnee. Nur vereinzelt zeigen sich Blüten. Wie heißt es so schön bei Goethe im Osterspatiergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behänd sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss in Breit‘ und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel;
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet Groß und Klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

Johann Wolfgang von Goethe
aus: Faust I, Vor dem Tor